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 PfWB Brand (Bd. 1, Sp. 1152)   RhWB wild (Bd. 9, Sp. 511) 
   Brand m.:
1. 'Brennmaterial', Brand (brand, brḁnd, s. F.) [allg.]. Hän ehr schun Brand far de Winder? [KU-Kaulb, verbr.]. Zs. PfWB Winterbrand. Syn.: PfWB Brenndings, -sache, PfWB Brennsel, PfWB Brennzeug. —
2.
a. 'Brandstiftung' in der Wend. uf Mord un Brand, z. B. in Die hän getrunke uf Mord un Brand [ LA-Gommh, RO-Dielkch PS-Erfw]. —
b. 'Brennen, Feuersbrunst'. 's riecht noh Brand [allg.]. 's war e Brand ausgebroche [ LA-Gommh, allg.]. RA.: Dem geht's as wie beim Brand im Hutzelwald, weil die Feuerwehr statt der Spritze den Leichenwagen mitgenommen hatte; also: 'Der hat die Sache recht verkehrt gemacht' [ LU-Neuhf]. KR (als Zwiegespräch): Mische, Masche, Maus. Wo es die Maus? Im alte Haus. Wo es 's alt Haus? 's es abgebrennt. Wo es der Brand? In der Bach. Wo es die Bach. Der Ochs hat se ausgesoff. Wo es der Ochs? Im wilde Wald. Do blos ich dich. Do wehr ich mich. Zum Schluß blasen die beiden Kinder einander mit aller Kraft ins Gesicht, bis sich eines geschlagen gibt [ KU-Kaulb]. a. 1339: vnd sal dar an nit hindern her, hagel, brant, missewass ... dekeinerley vnglucke [OttbgUrkb. 404]. Zs. PfWB Ein-, PfWB Oster-, PfWB Sonnenbrand. —
3. 'gute Brenneigenschaft des Tabaks'. Unser Duwak hot e gurer Brand [ GH-Kuhdt]. —
4. 'Ort, wo einst ein Wald zur Urbarmachung niedergebrannt wurde', heute zumeist wieder von Wald bestanden, FlN: Uf'm Brand [ KB-Rams], Brand [ NW-Lambr Wachh KL-Trippstdt]. a. 1306: die welde, die do heizent Waltmarke vnde Brant [OttbgUrkb. 111, 141], a. 1800: und den Nationalwald, den Brandt genannt [Markungsbeschreibung im StArch. von KL-Ottbg]. —
5. 'ein auf einmal gebranntes Quantum von Ziegeln'. a. 1428: Das Amt und der Rath daher bestimmt, daß keiner der drei Ziegler mehr als 10 Brände des Jahres thun darf [Dochnahl 67]. —
6. Bezeichnung für Krankheiten.
a. Er hot de Brand in (an) de Wund [ LA-Wollmh, allg.]. Er hat de kalt Brand eninkriet, dass. [ KU-Bedb PS-Geisbg]. Volksmed.: So as en Wund ken Brand kriegt, kocht mer Lette (s. PfWB Letten) in Essich un dut's druf [Fogel Beliefs Penns Nr. 1596]. Treibt sich der Leib bei fieberhaftem Zustand auf, so heißt es: Der Brand setzt an, geht nach mehrtägiger Verstopfung Stuhlgang ab, so sagt man, ein Brand geht ab oder der Stuhl ist ganz

[Bd. 1, Sp. 1153]
verbrannt [Heeger Vhk. 33 Pauli Volksheilmittel 6]. Zs. PfWB Nacht-, PfWB Wundbrand. —
b. = PfWB Milzbrand beim Vieh. —
c. 'Pilzkrankheiten an Pflanzen'.
α. 'Getreidebrandpilz (Ustilago carbo)' [allg.]. —
β. 'Mutterkorn (Claviceps purpurea)' [allg. (Wilde 192)]. —
γ. 'von Kleeseide befallene ringförmige Stellen im Acker' [ FR-Roxh]. —
d. 'Blattschaden an den Reben', vielfach von Sonnenbrand herrührend. Die Rewe hän de Brand [ LA-Mart]. —
e. 'brennender Durst'. Hun ich e Brand! [ KU-Schmittw/O]; vgl. Wolf Nr. 647. Do kimmt mein Alder mit de Keez un hat e Brande steife [Müller Butterbärwel 5]. —
7. 'starker Rausch'. Er hot e Brand [FR-Kirchh, verbr. bes. WPf u. nördl. VPf], hat sei B. [ ZW-Bechhf], hat e B. wie e Haus [ LU-Opp], hat e Brändche [ ZW-Battw]. Hoorbeidl, Schwips un Schpitz, du bischt 'm Pälzer wuhl bekannt, un Schtiwwel, Schtiewer, Schpritzer, Kischt un Aff' un Schtorm un Brand; doch mit b'sunnerer Lieb schpricht er gärn vume Hieb [Rohr 96]. Syn. s. PfWB betrinken. —
8. e Brändche mache 'ein Schläfchen machen' [ KU-A'glan Aschb Bosb]. —
9. 'etwas Schlimmes' in der RA.: Eich dun der e Brand an [ KU-Herchw]. — F.: vorn. brḁnd, seltener brand; letztere F. vorw. im westl. Grenzgebiet, jedoch ohne Südwestecke. — Südhess. I 1064/65; RhWB Rhein. I 905 ff; LothWB Lothr. 60; ElsWB Els. II 192; Bad. I 305/06.

 

  NRhWB  PfWB  ElsWB  LothWB wild das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk wil, seltener wilt, flekt. -lə; Mosfrk we·l. [NSaarbg, Trier, Bernk, Wittl, Bitb auch -ø-], flekt. -·l.ə; Rip, OBerg welt u. we·l. [Monsch-Kalterherberg Witzerath weiəlt, –ēə-], flekt. -·l.ə; NBerg in Lennep, Elbf, Barm weilt, flekt. we·i.l(d)ə; in Mettm, Sol, Düss we·i.l [Sol-Pattschd -ē:-], flekt. -lə; SNfrk welt, flekt. -·l.də, –·l.ə; Klevld welt, flekt. -ldə Adj.: 1. roh, unberührt von der menschl. Kultur. a. von Sachen. α. w. sind

[Bd. 9, Sp. 512]
Dinge, die nicht ordnungsgemäss, nicht an rechter Stelle od. ungesetzl. erscheinen, z. B. en w. Für draussen, an unrechter Stelle, ohne besonderen Zweck; en w. Müll (Mühle) ohne Konzession; en w. Jag unvorschriftsmässige, unerlaubte Jagd; en w. Wirtschaf; ene w. Weg nicht öffentl. zugelassen; ene w. Pötz (Born) an unrechter Stelle, nicht geschützt (udgl.) Rip, Allg.; en w. Grub verbotenerweise angelegt, in der Bergmspr.; e w. Verkihr kein geordneter Hausstand; e w. V drive sittenlos leben Schleid-Hellenth; wenn de w.ə Uhr (zur ungewöhnlichen Zeit) schleiht, dann störf immes Mörs-Asbg. — Ungepflegt, wüst, z. B. ene w.ə Bart; w. Hoor; dat es do ene w.ə Krom; do lig alles w. (on wös) durchenēn; en dem sengen Garden wiəss (wächst) et w. d., — steht alles w. d. (udgl.) Rip, Allg. — In der Wend.: Der Kopp en et Weld schloəh ohne viele Überlegung in wichtigen Angelegenheiten handeln; en et W. werke Aach; sich en et W. werpe aus Rand u. Band geraten Schleid-Hellenth; se woren em Wellen drüvver sehr aufgeregt Sieg; de flügt en et Weld wird wütend Monsch-Kalterherberg; op welle Wog tollkühn, unsicher wagen Kemp-Dülken. — β. vom Boden; w.ə Bodem (Grond) Ackererde unter der Humusdecke, nicht bearbeitet u. gedüngt; w.ən Dreck Gummb-Dieringhsn; w. Land unbebaut, driesch, Weideland Mosfrk; e w. Steck etwa ein Acker, Heideland, auf Bergen gelegen Mosfrk, Dür-Scherpenseel; dat Steck leit w. unbearbeitet Mosfrk; die Weld unbebautes Feld Trier-Fell Mehring, Bernk [Neumag -ē-], in FlN verbreiteter, lange liegendes Kleefeld, das gepflügt u. in das Hafer gesät wird Bitb-NWeis; an (in) dem Steck as noch Weld unzersetzte Pflanzenstoffe, Rasenstücke Bitb-Dudeld, Wittl-Osann; die Well (-ē-) wilde Erde, Verwitterung von Wiesen u. Kleefeldern, als Pflanzenerde beim Setzen von Weinreben benutzt uMos in May-Hatzenport Löf. — Die w. Föls brauchbarer, spaltbarer Schieferfels Bernk-Veldenz; w. Gebirge Schiefer, Nebengestein im Eisenbergbau Siegld, Altk. — γ. de Käs es w. noch nicht reif Goar-Boppard; w.ə Koche Buchweizenpfannkuchen; w.ə Wupp (Wurscht) — Knödel; s. Wildkorn Prüm. — δ. fremdartig, ungewohnt, in der Verb. w. Hemd anschliessende, bis zu den Hüften reichende Frauenbluse aus blauem Nesselstoff mit aufgedruckten Mustern; die Frauen trugen ursprüngl. nur vom Hals bis zu den Füssen reichende Gewänder; als dann die Zweiteilung des Oberrocks in zwei selbständige Kleidungsstücke, Bluse u. Rock, aufkam, mag die von aussen gebrachte Bluse als fremdartig erschienen sein Siegld. — ε. üppig, fruchtbar gedeihend; dat Land, de Bam, de Planz es w. Zell-Briedel. — ζ. von Krankheitserscheinungen; w. Fleisch Wucherungen an Wunden Allg. [Wildwachs, sehniges Fl. Altk-Neiterschen, Bergh-Harff, Eup-Eynatten, Erk, Heinsb-Schierwaldenrath, Mörs-Rheinkamp Wallach, Klev-Üdem]; der w. Löper Saarbg-Wellen; w. Für roter, flechtenartiger Ausschlag im Gesicht, bes. in der Mundgegend, nach dem Genusse fetter Speisen; Rotlauf, meist bei Schweinen Allg.; als

[Bd. 9, Sp. 513]
Linderungsmittel werden well Sei (Kellerasseln) eingegeben Birkf-Idar; w. F., gut f. soll w. F. verdreiwe! Segensspruch Saarbr-Sulzb (s. weiter bei Feuer); et Gespräch wor ätter (achter) et Därf wei e w. F. Merz-Britten. W.ə Wapp Gerstenkorn am Augenlid Saarbg-Besch Borg Fellerich Tawern Temmels; w. Wupp OLeuken, Trier-Konz; w.ə Wippchen Saarbg-Freudenbg Weiten (s. Wibbelnwapp, Wärtl-, Wierlenwapp). — η. von Pflanzen, Früchten, im Gegensatz zu Kulturpflanzen; en w. Blom; die wieəss he w. Rip, Allg.; im bes. w.ə Appel-, Birrebom, meist Holzappelbom (usf.) Rip, Allg.; w. Weck nicht angepflanzte Wicke Allg.; Heckenwinde, Vicia sepium Koch, Aden; w.ə Kliə kriechender Klee, Steinklee, Trifolium repens Rip, Nfrk, Bitb-Wolsf; w. Häs'chen Trifolium arvense uNahe; w.ə Buckend (Buchweizen) Fagopyrum tataricum Geld; w.ə Palm Immergrün, Vinca minor MGladb-Neersbr; Ligustrum vulg. Kref-Willich; Preiselbeerenstrauch, Vaccinium vitis idaea uNahe, Zell-Sohren, Prüm-Burb, Sieg-Eitorf; w. Brehnesseln Taubnessel, Lanium album Prüm, Merz-Nunk; w. Sälf Waldsalbei, Teucrium scorodonia Sol, uWupp, Merz-Nunk; w.ə Kamillen Matricaria inodora Allg.; w. Andiwig Wegwarte, Cichorium intybus Zell-Briedel, Ahrw-Sinzig, Bergh-Esch; w. Bohnenkreitchen Thymus serpyllum; w.ər Hanf Galeopsis ochroleuca Merz-Nunk; w. Mell (Melde) Atriplex patulum Sieg-Holzlar, Bo-Küdinghv, Gummb-Berghsn, Siegld-UWilden; w.ə Duwak (Tabak) Huflattich, Tussilago farfara; w.ər Huflattich Pestwurz, Petasites Merz-Biel; w.ə Rhabarber dass. Monsch, Heinsb, Elbf; w.ə Mönte Mentha silvestris Geld; w.ə Wesch Ackerminze, Mentha arvensis Saarbg-Wellen Winchering; w.ə Balsam dass. Siegld-Weidenau Allenb; w. Balschert dass. UWilden; w.ər Huländer Sambucus racemosa Merz-Nunk; w. Lann (Linde) Sperbaum Bitb-Betting; w. Eisch (Esche) Eberesche Sieg-Fussh; w.ə Fliere gemeiner Schneeball, Viburnum Geld; w. Schneeballen dass. Gummb; w. Muhrenkrut w. Möhre, Daucus carota Gummb-Wegeschd, Neuw-Heimb-Weis; w. Nägelcher Wiesenschaumkraut, Cardamine prat. Gummb-Berghsn; w. Fletten (Nelken) Quecken, Triticum repens Erk-Elmpt, Geld-Hinsbeck; w. Säumelke dass. Schleid-Wildenbg; w. Destel Wolfsmilch, Euphorbia Sieg-Honnef; w. Hē (Heide) Heidekraut, Erica Altk-Hellert Betzd, Siegld-Neunk NSchelden; w.ə Wing (Win) Waldrebe, Clematis vitalba, u. Parthenocissus quinquefolia Verbr.; w. Rewen dass. Nahe, Ottw, Saarbg, Trier, Simm, Goar; w.ə Weire ampferblättriger Knöterich, Polygonum lapathifolium Kreuzn, Wend, Bitb-Wolsf, Zell, Raversbeuren, Koch-Bertrich, Aden, Geld-Hinsbeck, Mörs-Pelden, Duisb-Serm; w.ə Bucket (Buchweizen) dass. Kref-Willich; w. Fraənhor Weidenrös'chen, Epilobium Saarbg-Beurig; w. Fleschkröckche (-kräutchen) Mauerpfeffer, Sedum acre Sieg-Ägid; w. Wüschkr. Bo-Walbergb; w. Wing (Winde) Convolvulus sepium Kref-Willich; w. Rus Heckenrose, Rosa canina Allg.; w. Sössholz gemeiner Tüpfelfarn, Polypodium vulg. uWupp; w. Viul

[Bd. 9, Sp. 514]
Viola tricolor arvensis Kref-Willich; w.ə Röbbsoəm Hederich Aach; w. Schlat (Salat) Giersch, Aegopodium podagraria Gummb-Rebbelr; w. Muhre Stoppelrübe Koch-Faid; w.ə Wortelesoət Wasserfenchel, Oenanthe aquatica Geld-Schravelen; w. Äppel Holzäpfel Allg.; w. Kiərschen Vogel-, Ebereschenkirschen Verbr.; Tollkirschen Bitb-Fliessem, Prüm-Duppach, Rees-Bislich; w. Kasteie (s. S.) Rosskastanien Allg.; w. Drauwe Waldrebe Saarl-Beaumarais Hülzw, Sieg-Lichtenbg, Geilk-Randerath, Klev-Niel; w.ə Honnig dass. Sieg-Eudenb; w.ən Hunig Harzfluss an Kirsch- u. Pflaumenbäumen Bitb-Kyllbgw; w. Rēssling Rebsorte Wittl-Cröv; w. Bunne Wollbohnen, Phaseolus multiflor. Neuw-Dierd Engers, Siegld, Prüm-Burb, Birkf-Schwarzenbg, Jül-Stdt; blaue W.ə Kartoffelsorte Klev-Üdem. — b. von Tieren wild lebend, im Gegens. zu den zahmen, im Hause gehaltenen Tieren; w. Kning (Kanin); w. Duf; man weiss, dass es früher w. Perd gab; en we. Katz, ene w.ə Hond verwildert, draussen umherströmernd u. Wild reissend; en Afrika git et vill w.ə Dier Rip, Allg.; e Kerl wie e w. Deer Trier; Honger han wie e w. Dier Altk-Bachenbg. — Im bes. w. Schwein wie nhd. Rhfrk, Mosfrk (sonst w. Sau); übertr. Keller-, Mauerassel Saarbr-Heusw, Merz-Becking Steinbg Saarhölzb Wadern, Saarbg-Borg Stdt, Trier-Schilling Thomm, Koch-Bertrich, Daun-NWinkel Üdersd, Bitb-Waxbrunnen Wiesd, Malm-Ligneuville Wirtzf; Hausgrille Prüm-Weinsh Waxw (s. Reime bei Schwein); w. Sau weibl. Wildschwein schlechthin sonst; er purrt lo erim wie e w. Sau er ist hastig u. unachtsam Simm-Laub; de w.ə Söj mache duərch det Korn wenn die Kornfelder im Winde wogen Siegld (s. weiter bei Sau); w. Sau spillen das Sauspiel (s. d.) MülhRh-Overath, Aach-Eschw; übertr. Keller-, Mauerassel Birkf-Idar, Wend, Saarbr, Simm-Kirchbg, May, Aden, Ahrw, Schleid, Eusk, Rhein-Bo, Bergh-Blatzh, Siegld-Würgend; w.ə Watz Wildschwein Merz, Trier, Koch-Kaisersesch; w. Ferke dass. Monsch, Aach, Eup, NLRip, Wermelsk; übertr. Keller-, Mauerassel Monsch, Aach, Eup, Jül, Bergh, SNfrk; w. Ferkel Frischling Bitb; w. Pogg Kellerassel Geld-Nieukerk; w.ə Wutze Pl. Herbstzeitlose Kobl-Lay; w.ə, w.ə Wutzche will em Lare (Laden) for e Penning Zucker han; for e P. kriet mer nicks; w.ə, w.ə W. ärgert sich usf. Nahe; w.ə Wippche Siebenpunkt Meis-Staudernh; w.ə Bibche dass. Kirschr; w. Kuhw Hirschkäfer Klev; einem Kinde de w. Kih weisen es am Kopf in die Höhe heben Wend-NAlben; w. Gans (s. S.) Graugans Allg.; w. Eng Stockente Heinsb, Allg.; w. Bei Erdhummel Ottw, Merz; w. Vespel Wespe Jül-Rurd, Erk-Lövenich; w. Vesper, W- Geilk-Prummern, Erk-Rurich; w.ə Wuckert Hornisse Goar-Halsenb; w. Fleg Pferdebremse Heinsb-Millich, Rheydt; w.ən Schneider Salamander Merz-Erbring Merching Saarfels, Daun-Udler; w.ən Margolf Elster Malm-Weiwertz. — Der w.ə Schlag Naturgesang der Vögel; der w. Schl. schloəh übertr. ungeregelt, ungeordnet sein Aach, Eup; dat Flesch schmack w. hat Wildgeschmack Rip, Allg. — c. von

[Bd. 9, Sp. 515]
Personen: unzivilisiert; en Afrika wannen (wohnen) de W.ən; die w.ə Zigeunersch; der es ene halve W.ə; du sühs us wie ne W.ə; lofe (udgl.) wie ne W.ə Rip, Allg.; hurrah wie de W.ə! Ausr. des Jubels Köln-Stdt; dat Dörp der W.ə Neckn. für Dür-Thum; de W.ə reisse sich herausputzen Kreuzn. — W.ə Mann Vogelscheuche auf dem Felde Dür-Abenden; dat geht zum w.ə M. nimmt ein schlimmes Ende Prüm-Ihren. De w.ə Jäger es am jage bei stürmischem Wetter Verbr.; de es wie der w.ə J. von einem übermütigen Menschen Siegld-Weidenau (s. weiter bei Jäger). Dat es für de w. Frau man muss einige Ähren liegen, einiges Obst hängenlassen Trier-Schleidw, Bitb-Auw; Willfrauloch Höhlenname Meis-Schweinschd; Wöllfragrond, –fralei in Luxembg; auch sonst in FlN hier u. da vorkommend; die wille Westercher Zwerge, Heinzelmännchen Neuw-Dernb. W.ə Wiwer geisterhafte Frauen, noch erhalten in FlN etwa Siegld-Trupb u. in Nassau. Der w.ə Fremde Wildfremder; do es mer der w.ə Fr. lewer wie de ägene Lü Siegld-Netphet. — Übertr. en Weile, Pl. -lən verächtl. Arbeiter an Schneidewaren, vornehml. Schleifer, deren Vorfahren nicht aus der bodenständigen Industrie stammen, bes. wenn diese Arbeiter keinen einheimischen Dialekt sprechen (veralt.); die Handwerker, die sich rühmten, von Schleifergeblüt zu sein, sahen mit Verachtung auf die W. herab; der unprivilegierte Kaufmann, der nicht aus dem Handwerk hervorgegangen war, sondern die Berechtigung zum Handel mit Messerwaren gegen Zahlung einer Geldsumme erworben hatte (mit der Einschränkung, selbst nie Stahlwaren herzustellen). Eine schlechtere Qualität der Vogelzungen- u. Bastertfeilen Sol-Stdt. Im Konkurrenzkampf des 19. Jh. s. (um 1848) wurden die Remscheider von den Solingern so benannt ebd. — 2. vom Benehmen, Gemütsäusserungen, Charaktereigenschaften lebender Wesen. a. bösartig, wütend, zornig; do hat ühr ävver ene w.ə Hond; en w. Katz die sich nicht streicheln lässt; dodrüvver es e w. wuərde; he es fuchsdeuvelsw. wuərde; he es w. op den; mach mech net w.; ech werde at w., wann ech dervan hüre; he schlog (wie) w. öm sech, — droplos; se fele (wie) w. drüvverher (udgl. V); den W.ə (w.ə Mann) mache (markiere) tobsüchtig sein Rip, Allg.; den ös so w. as enne Oss (Foss) Mörs. Raus, r. met den w.ə Katzen, die vir lecken un henne kratzen! beim Ausziehen der Kinder Bernk-Wehlen. — Auch von Sachen: der Most kocht dis Johr emol w. gärt stark Mos; w. schleht de Bach an et Over (udgl.) Rip, Allg. Et es alles w., sät Hongs Kohn, du jeng em sine beste Fex (Spitz) lopen Kemp, Geld. — b. w. of äne sein rasend in einen verliebt sein; auch der es (wie) w. of et Karte, — de Arwet erpicht Goar, Allg.; ene w.ə Wolf Arbeitstier Ahrw. — c. mutwillig, ausgelassen (spielend, tobend), übermütig, von Kindern u. jungen Burschen, Mädchen; de Känner sin esu w., mer kann sing ege Wort nit verstohn Neuw-Asb, Allg.; et as denen w. sie jauchzen vor Übermut Saarbg-Portz; ene w.ə Jong (udgl.), en w. Hex (Priə, Kamisol, Kanallje, Kartusch, Karuss, Katz) w. Mädchen (s. d. W.); en w.

[Bd. 9, Sp. 516]
Steck Kobl-Rhens; en w. Stöck Flesch Altk-Bachenbg, Prüm-NHersd; ene w. Hecht wüster Bursche Aden-Quiddelb; e w. Ferke Rip. RA.: Esu, w wie ne Bock Schleid-Holzh, — e Perd, — en Hengst, — en Füllen Allg., — en Hommel Heinsb, — en Humbatz MGladb, — junge Wein Trier-Mehring. De Jugend es w., sat de Frau, do fel er et Kengk aus de Kip MGladb. De Wilde gount fliege on de Tahme lote sich kriege von jungen Mädchen Kemp-SPeter. — d. wüst, roh; e W.ər ein Wüstling Allg. So w. äs en Russ Meiderich. — e. dau ges (wirst) ze w. zu wohl, zu üppig Zell-Briedel. — f. he kallt w., — mäckt w. spricht irr Geld.