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| PfWB Brand (Bd. 1, Sp. 1152) | PfWB be-trinken (Bd. 1, Sp. 747) | PfWB sterngranaten-voll (Bd. 6, Sp. 552) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. 'Brennmaterial', Brand (brand, brḁnd, s. F.) [allg.]. Hän ehr schun Brand far de Winder? [KU-Kaulb, verbr.]. Zs. PfWB Winterbrand. Syn.: PfWB Brenndings, -sache, PfWB Brennsel, PfWB Brennzeug. — 2. a. 'Brandstiftung' in der Wend. uf Mord un Brand, z. B. in Die hän getrunke uf Mord un Brand [ LA-Gommh, RO-Dielkch PS-Erfw]. — b. 'Brennen, Feuersbrunst'. 's riecht noh Brand [allg.]. 's war e Brand ausgebroche [ LA-Gommh, allg.]. RA.: Dem geht's as wie beim Brand im Hutzelwald, weil die Feuerwehr statt der Spritze den Leichenwagen mitgenommen hatte; also: 'Der hat die Sache recht verkehrt gemacht' [ LU-Neuhf]. KR (als Zwiegespräch): Mische, Masche, Maus. Wo es die Maus? Im alte Haus. Wo es 's alt Haus? 's es abgebrennt. Wo es der Brand? In der Bach. Wo es die Bach. Der Ochs hat se ausgesoff. Wo es der Ochs? Im wilde Wald. Do blos ich dich. Do wehr ich mich. Zum Schluß blasen die beiden Kinder einander mit aller Kraft ins Gesicht, bis sich eines geschlagen gibt [ KU-Kaulb]. a. 1339: vnd sal dar an nit hindern her, hagel, brant, missewass ... dekeinerley vnglucke [OttbgUrkb. 404]. Zs. PfWB Ein-, PfWB Oster-, PfWB Sonnenbrand. — 3. 'gute Brenneigenschaft des Tabaks'. Unser Duwak hot e gurer Brand [ GH-Kuhdt]. — 4. 'Ort, wo einst ein Wald zur Urbarmachung niedergebrannt wurde', heute zumeist wieder von Wald bestanden, FlN: Uf'm Brand [ KB-Rams], Brand [ NW-Lambr Wachh KL-Trippstdt]. a. 1306: die welde, die do heizent Waltmarke vnde Brant [OttbgUrkb. 111, 141], a. 1800: und den Nationalwald, den Brandt genannt [Markungsbeschreibung im StArch. von KL-Ottbg]. — 5. 'ein auf einmal gebranntes Quantum von Ziegeln'. a. 1428: Das Amt und der Rath daher bestimmt, daß keiner der drei Ziegler mehr als 10 Brände des Jahres thun darf [Dochnahl 67]. — 6. Bezeichnung für Krankheiten. a. Er hot de Brand in (an) de Wund [ LA-Wollmh, allg.]. Er hat de kalt Brand eninkriet, dass. [ KU-Bedb PS-Geisbg]. Volksmed.: So as en Wund ken Brand kriegt, kocht mer Lette (s. PfWB Letten) in Essich un dut's druf [Fogel Beliefs Penns Nr. 1596]. Treibt sich der Leib bei fieberhaftem Zustand auf, so heißt es: Der Brand setzt an, geht nach mehrtägiger Verstopfung Stuhlgang ab, so sagt man, ein Brand geht ab oder der Stuhl ist ganz [Bd. 1, Sp. 1153] verbrannt [Heeger Vhk. 33 Pauli Volksheilmittel 6]. Zs. PfWB Nacht-, PfWB Wundbrand. — b. = PfWB Milzbrand beim Vieh. — c. 'Pilzkrankheiten an Pflanzen'. α. 'Getreidebrandpilz (Ustilago carbo)' [allg.]. — β. 'Mutterkorn (Claviceps purpurea)' [allg. (Wilde 192)]. — γ. 'von Kleeseide befallene ringförmige Stellen im Acker' [ FR-Roxh]. — d. 'Blattschaden an den Reben', vielfach von Sonnenbrand herrührend. Die Rewe hän de Brand [ LA-Mart]. — e. 'brennender Durst'. Hun ich e Brand! [ KU-Schmittw/O]; vgl. Wolf Nr. 647. Do kimmt mein Alder mit de Keez un hat e Brand — e steife [Müller Butterbärwel 5]. — 7. 'starker Rausch'. Er hot e Brand [FR-Kirchh, verbr. bes. WPf u. nördl. VPf], hat sei B. [ ZW-Bechhf], hat e B. wie e Haus [ LU-Opp], hat e Brändche [ ZW-Battw]. Hoorbeidl, Schwips un Schpitz, du bischt 'm Pälzer wuhl bekannt, un Schtiwwel, Schtiewer, Schpritzer, Kischt un Aff' un Schtorm un Brand; doch mit b'sunnerer Lieb schpricht er gärn vume Hieb [Rohr 96]. Syn. s. PfWB betrinken. — 8. e Brändche mache 'ein Schläfchen machen' [ KU-A'glan Aschb Bosb]. — 9. 'etwas Schlimmes' in der RA.: Eich dun der e Brand an [ KU-Herchw]. — F.: vorn. brḁnd, seltener brand; letztere F. vorw. im westl. Grenzgebiet, jedoch ohne Südwestecke. — Südhess. I 1064/65; RhWB Rhein. I 905 ff; LothWB Lothr. 60; ElsWB Els. II 192; Bad. I 305/06.
| [Bd. 1, Sp. 748] Schnur hauen. Syn. für betrunken: blau, teigig, trunken, glasig, knieknackerig, lateinisch, mole, scheckig, schicker, schikorum, schräg, schwarz, schwipsig, selig, stabaus, staubig, wackelig; nicht allein, nicht klar; voll; voll wie eine Bolle (eine Dose, Tüte, Kanone, Krotte, Kuh, Sau, Spritze, Strandhaubitze, ein PfWB Haus, PfWB Krug, PfWB Maihammel, PfWB Stiefel, PfWB Stier, PfWB Zapfen, PfWB tausend Mann); kanonen-, krotten-, spunden-, stechgranaten-, sterngranaten-, strackvoll; angebrütet, -geduselt, -geheitert, -gerudelt, -gesäufelt, -gesäuselt; bediaduselt, -hurmelt, -schaskelt, -schickert, -schmort, -schnuckt, -schokert, -ständert, -stußt; gespritzt, -tönt; versohlt; er hat einen Affen, Anrauchkopf, Ballen, Ballon, Bären, Blauen, Brand, Bausen, Dackel, Dampf(es), Dermel, Duft, Dümmler, Dusel, Hieb, Hormel, Käfer, Knorpel, Rausch, Schikker, Schlag(er), Schweden, Schwips, Spritzer, Stefzen, Stich, Stieber, Storren, Sturm, Sturracks, Suff; eine Bürde, Fahne, Kiste, Rotznase, Schlagseite; ein PfWB Krähenauge, Stößchen; seinen Dampf, Gram; seine Kiste, Ladung, Sachen; sein PfWB Tier, PfWB Grummet, PfWB Heu; er hat einen sitzen (hängen, hocken); er hat die Bätze (Köze, den Kanal) voll; er hat Blei in den Sohlen, einen (Kater) mit Krallen, eine Krotte am Bändel; er hat einen im Tee (im Tüpfen, Giebel, Heft, Kopf, Ohr, in der Krone); er hat einen (auf, bei sich, weg); er hat runde Absätze, das Delirium, die Röteln, genug, es warm; er hat einen (Schweden) heimgetragen, die Wegsteuer verloren, Babbelwasser getrunken, die Füße verbrannt, in den Dreck getreten, sein PfWB Oberstübchen verliehen, schief (schwer) geladen; er ist leicht (schwer) angeschlagen, er findet die Kehre (das Schlüsselloch) nicht mehr, sieht den Himmel für eine Baßgeige an, sieht den Himmel nicht mehr, sieht nicht mehr gerade, geht zu PfWB zweit heim, läuft auf Eiern, kann nicht mehr gerade laufen, hängt im Tee, liegt im Sulper; er wackelt, er spürt es (ihn); ihm langt es (für heute), ihm läuft der Wein aus den Augen heraus, ihn hat es erwischt-.
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