brachen schw.: 1. den Acker b. 'unbebaut liegen lassen, damit er sich erhole', brooche (brōxə) [verbr. bes. WPf u. NPf (1930)]. De Akker werd iwwer Summer gebroocht [ KU-Schmittw/O]. Mit der Einführung des Kunstdüngers wurde das Brachen in der Feldbewirtschaftung überflüssig. In jüngster Zeit gibt es ein Brachen aus anderen Erwägungen heraus: Man widmet sich lieber der leichteren Arbeit in der Industrie und läßt seinen Grundbesitz brach liegen; s. auch PfWB Brache 1. — 2. 'den Brachacker leicht pflügen'. Hoschde schun gebroocht? [KL-Gimsb u. Umg., verbr. wie oben 1, Klein Wag. 121]. Ein stark verunkrauteter Acker geheert ämol gebroocht [ ZW-Battw]. a. 1435: und da ein mann im thal seße, der vier pferdt hätte, der soll der herrschafft einen tag brachen zu korn [PfWeist. I 177 (KB-Boland)]. a. 1507: Hatt er aber pfert oder eine mene (Gespann), so soll er vnsern herrn ein tag brachen vnd ein lenczen (zur Sommerbestellung pflügen) [PfWeist. I 23/24 (RO-Alsbr)]. 16. Jh.: welche aber noch nicht zur Saat gezackert, sondern nur gebrachet vndt gefelget [SSp., Lein. 11 a (NW-Dürkh)]; nach DWB DWb. III 1493 könnte felgen das zweite, brachen das dritte Umwenden des Ackers gewesen sein. a. 1553: item einen tag brachen, die andere zween rühren und sehen [ABlieskst 40]. a. 1574: Dannoh sollen die, die da pferd haben, dem herren faren zum jahr viermal, zum ersten zu lenzen, zum andern zu brachen, zum dritten mal rürn, zum vierten mal die sat [Grimm Weist. V 664 (RO-Imsw)]. a. 1589: Nemlichen ein tag brochen [Bd. 1, Sp. 1146] den andern zu der habern soht zackern, den drittenn mist führen [Zweibr. I 145]. — Südhess. I 1058; RhWB Rhein. I 896; Saarbr. 34/35; LothWB Lothr. 65; ElsWB Els. II 177; Bad. I 303. | | brachen -:x- (s. o.); dazu -:χ- Sieg-Scheiderhöhe Seelschd, MülhRh-Overath, uWupp, Wippf-Biesf; -k- Mörs-Vynen schw.: 1. intr. br. liegen, eine Zeitlang in Ruhe, unbebaut liegen Kemp (sehr selten), Wippf. Wenn et Koəren devon ös, do loət ek dat Veld br., bis dat ek wer Koəren drenmak; dat Longk hät gebrokt. — 2. trans. a. ein Feld br., im Herbst oder Frühjahr pflügen, damit es br. liegen bleibt (veralt.); ein Feld, welches br. lag. zum ersten Male umpflügen (veralt.) Saarbg-Wehing, Trier-Fell. — Heute: im Herbste vor Eintritt des Frostes ein Stoppelfeld umpflügen, in das nach der winterlichen Ruhe nachher Hackfrucht (Kartoffel, Rüben) oder Sommerfrucht gepflanzt wird Allg., auch den Kleedriesch pflügen. — Ein unreines u. wenig ergiebiges Feld zur Broch bestimmen, d. h. es im Herbst pflügen, dann im Frühjahr eggen, darauf mit dem Hoch pflügen, wieder eggen, nochmals pflügen, wieder eggen. endlich Brochkorn drauf säen Gummb, Waldbr. — Ein Feld ein Jahr bearbeiten, aber nicht bepflanzen, damit die Frucht im nächsten Jahr besser wird Neuw-Dattenbg, Bitb. — Bei mehrmaligem Pflügen desselben Feldes auch für die Winterbestellung heisst das erste Pflügen wohl allg. br. = tief umpflügen. So ist die Reihenfolge in Saarbg-Soest br., rihren, treifeln; in Wittl-Binsf br., umackern, so dass das Unkraut verdeckt wird, igen (eggen), rihren (tief), zoschlefe, ringeln; in Kemp-Boish (vor 25 J.) broəke (= op Reihfure gesatt), stüərzən, stülpen; jetzt baue möm Kultivator, dann möm Dep-plog; in Geld-Kevelaer br., bowe, patre; in Klev-Appeldorn br., Drifor baue, Balkfor b., Sotland b.; in Sieg-Seelschd br. (Herbst) oder zer Broch baue, Mest enbaue (Frühjahr), dann zer Sot baue; in Wittl br., fohren (zereckf.), rehren; in Schleid-Hellenth br., sturze, rommele; in Saarbr-Feching schaufeln od. stirze (im Herbst), br. (Mai, Juni), rihre (Juli), uf Sot fahre (August); in Saarbr-Ottenhsn br., stilpe, fahre. In Bergh-Blatzh setzt sich das Br. zusammen aus reihen, stölpe u. stürze. — b. br·ə.kə hartes Land mit dem Spaten umgraben Heinsb-Höngen Karken. — c. den Weingarten b., zum ersten Male hacken im Winter (br., rehren, scheren Reihenfolge) Saar. — 3. im nicht gemachten Bette liegen müssen Sieg-Fussh. |
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