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| PfWB brachen (Bd. 1, Sp. 1145) | PfWB zackern (Bd. 6, Sp. 1516) | PfWB bei-zackern (Bd. 1, Sp. 682) | |||||||||||||
1. den Acker b. 'unbebaut liegen lassen, damit er sich erhole', brooche (brōxə) [verbr. bes. WPf u. NPf (1930)]. De Akker werd iwwer Summer gebroocht [ KU-Schmittw/O]. Mit der Einführung des Kunstdüngers wurde das Brachen in der Feldbewirtschaftung überflüssig. In jüngster Zeit gibt es ein Brachen aus anderen Erwägungen heraus: Man widmet sich lieber der leichteren Arbeit in der Industrie und läßt seinen Grundbesitz brach liegen; s. auch PfWB Brache 1. — 2. 'den Brachacker leicht pflügen'. Hoschde schun gebroocht? [KL-Gimsb u. Umg., verbr. wie oben 1, Klein Wag. 121]. Ein stark verunkrauteter Acker geheert ämol gebroocht [ ZW-Battw]. a. 1435: und da ein mann im thal seße, der vier pferdt hätte, der soll der herrschafft einen tag brachen zu korn [PfWeist. I 177 (KB-Boland)]. a. 1507: Hatt er aber pfert oder eine mene (Gespann), so soll er vnsern herrn ein tag brachen vnd ein lenczen (zur Sommerbestellung pflügen) [PfWeist. I 23/24 (RO-Alsbr)]. 16. Jh.: welche aber noch nicht zur Saat gezackert, sondern nur gebrachet vndt gefelget [SSp., Lein. 11 a (NW-Dürkh)]; nach DWB DWb. III 1493 könnte felgen das zweite, brachen das dritte Umwenden des Ackers gewesen sein. a. 1553: item einen tag brachen, die andere zween rühren und sehen [ABlieskst 40]. a. 1574: Dannoh sollen die, die da pferd haben, dem herren faren zum jahr viermal, zum ersten zu lenzen, zum andern zu brachen, zum dritten mal rürn, zum vierten mal die sat [Grimm Weist. V 664 (RO-Imsw)]. a. 1589: Nemlichen ein tag brochen [Bd. 1, Sp. 1146] den andern zu der habern soht zackern, den drittenn mist führen [Zweibr. I 145]. — Südhess. I 1058; RhWB Rhein. I 896; Saarbr. 34/35; LothWB Lothr. 65; ElsWB Els. II 177; Bad. I 303.
| 1. 'pflügen', zackere (dsagərə, dsḁgərə) [verbr., Bertram § 19, 20 Heeger Südostpf. 6 Höh 46 Müller Dietschw 73 PfId. 154/55 Lambert Penns 180 Krämer Gal 245 mancherorts Don], zackre (dsagrə, dsḁgrə) [mancherorts SOPf]; das Wort ist (neben PfWB fahren I 2 c im Raum Zweibr sowie selten bzw. nur auslandspfälzisch oder historisch bezeugtem ackern, pflügen, eren, zakkerfahren) die Bezeichnung für 'pflügen' in allgemeiner Bedeutung; spezielle Pflugtechniken u. ä. s. unter PfWB anfahren 1 c β, PfWB anfurchten, PfWB anhalten 5 b α, PfWB beifahren 2, PfWB brachen 2, PfWB darüberschlupfen, PfWB exstirpieren, PfWB felgen, PfWB flitschen 2 a, PfWB grubbe(r)n, PfWB häckeln, PfWB hakeln, PfWB häufeln, PfWB herumbrechen, -bringen 1 b, -fahren 1 a γ, -flitschen, -machen 1 a β, -reißen 1 a, -rupfen 1 a, -stürzen 2, PfWB hochen, PfWB lenzen1 2, PfWB müllen, PfWB rissern, PfWB rühren 1 c α, PfWB schälen [Bd. 6, Sp. 1517] 1 b, PfWB sommern, PfWB strupfen 2 c, PfWB stülpen 5, PfWB stürzen 3 c, PfWB umbrachen, PfWB umbrechen, PfWB umreißen 2, untergrubbe(r)n; Zs.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB auseinander-, PfWB bei-, PfWB durch-, PfWB ein-, PfWB ver-, PfWB heraus-, PfWB herum-, PfWB herunter-, PfWB hinauf-, PfWB hinunter-, PfWB über-, um-, PfWB unter-, PfWB zu-, PfWB zusammenzackern; Grumbeere z. [ KU-Kaulb]; de Anwenner z. [ NW-Haßl]; de Wingert z. [ FR-Bockh]; iwwer de Stään z. 'über den Grenzstein hinaus pflügen' [ RO-Als]. Er fährt z. [ KB-Bennhs]. Merem (Mit dem) Plugg werd gezakkert [ KU-Schmittw/O]. Der hot schlecht gezackert [ LA-Gommh]. Der kann keen grad Forch z. [ RO-Als]. Die Fraa muß die Kih beim Z. fihre [ PS-Erfw]. Duu's Pärrd ufschärre, ma genn z. [IB-Ensh (Glass II 65)]. Heit macht mer alles mi'm Modor, / des Zackre, Eje, Seeje [Burgey Keschte 43]. Do is geschufft worr un gerackert / Un Bääm gefällt un Land gezackert [Münch Werke I 122]. RA.: z. iwer Haggel un Heer 'unordentlich pflügen' [Klein Wag. 120]. Des is annerscht als (wie) mit de Gääße gezackert 'Das ist nicht so leicht' oder auch: 'Das ist leichter als gedacht' [LU-Alsh, mancherorts VPf, Kamm 97 Krieger 17]. Der zackert so grad wie en Ochs brunzt 'pflügt krumme Furchen' [ KB-Bischh]. SprW.: Klään un wacker, zackert aach e Acker [Rockhs, mancherorts, Feierowend 31/1955 7 Klein Wag. 120 Wilde 289]. 's kummt 'm beschde Bauer mol vor, daß 'r krumm zackert [ LU-Oggh]. Mit Narre kammer net z. [ KB-Bischh]. VR. (Rätsel vom Maulwurf): Perer, Perer, Brainche / zackert hinnerm Zainche. / Zackert ohne Plugg un Schar, / werd's kenn Mensch im Dorf gewahr [Trifels 24. 12. 1933], die ersten beiden Zeilen auch: Hinner meim Vadder seim Gärdche / zackert e schwarzbraun Ferdche ... [ KB-Albish]. a. 1465-70: Item wellicher Zackert mit Zweien oder dryen pferden gibt 2 sester [Spey-Hochst. Bl. 205]. a. 1520-1540: dasz desz closters pluk an dem Langeschitt zackern füre [Grimm Weist. V 619 (KB-Rams)]. a. 1589/90: ein tag brochen den andern zu der habern soht (Saat) zackern, den dritten mist führen [Zweibr I 145]. 16. Jh.: noch nicht zur Saat gezackert, sondern nur gebrachert Vndt gefelget [SSp Leiningen 11a]. a. 1600: ein Acker und Willering theils zu zackern und theils zu hacken [Vellmann Wolfst]. a. 1616: Acker ... in dreien stükken ... so nunmehr zuesammen gezackert [GGA 180b (LA-Mörzh)]. a. 1658: Die Forst wieß - der forstknecht hat ein Theil davon gezackert [GdArch. KL-Ottbg Gewannenbuch S. 45]. — 2. a. 'sich (mühsam, langwierig, umständlich) mit etwas herumplagen, sich fortwährend mit etwas auseinandersetzen' [vereinzelt, Bernhard 191 Glass 134]; häufiger in den Zs.: PfWB ab- 3, PfWB mitzackern. — b. 'umherlaufen' [vereinzelt, Lambert Penns 180]; Zs.: PfWB herumzackern 2, PfWB Gezacker. Do kummt er gezackert [Lambert Penns 180]. — Das Wort ist, wie auch an den unter PfWB zackerfahren genannten historischen Belegen nachvollzogen werden kann, aus ze acker [Bd. 6, Sp. 1518] varn (gên), zacker varn (gên) entstanden ( Lexer Lexer III 1017 DWB DWb. XV 16/17 Mitzka in: Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie 6/1958, S. 113-118). — RhWB Rhein. IX 687 und Wk. VI 17; LothWB Lothr. 552; ElsWB Els. II 899; DWA VIII 5; WKW 76.
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