| Netz-Navigator | |||||||||||||||||||||||||||||||
| PfWB Bott (Bd. 1, Sp. 1131) | PfWB Eck (Bd. 2, Sp. 716) | RhWB Viereck (Bd. 9, Sp. 111) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. Freiplatz [Bd. 1, Sp. 1132] beim Fangspiel, das (der, die) Bott (bǫd), der (das) Botte (bǫdə) [WPf NPf Nordteil von NW], de Bolle (bǫlə) [ IB-Hass], das Bord (bǫrd) [ KU-Dunzw KL-Ramst], die Bord [ FR-Carlsbg], das Borde [ NW-Kallstdt]; Näheres zur Verbr. s. K. 63. Zs. Ruhbott. Syn.: PfWB Absatz 4, PfWB Bannschuh, -stock, PfWB Paßstock, PfWB Pfahl 3, PfWB Biet2, PfWB Bietung, PfWB Blöße, PfWB Boa, PfWB Bollix, PfWB Borzel, PfWB Bottel, PfWB Bottenplatz, -stock, PfWB Botter, PfWB Botthaus, PfWB Burg 2 b, PfWB Dole, PfWB Ecke, PfWB Erlaubt, PfWB Freimal, PfWB -platz, PfWB Gartenlatte, PfWB Gebiet, PfWB Gebot, PfWB Gol, PfWB Hag, PfWB Haus, PfWB Höhle, Kasserole, PfWB Kessel, PfWB Kittchen, PfWB Kreis, PfWB Letze, PfWB Mal, PfWB Mod, Ruhbk, -bott, PfWB Ruhe, Ruhhaus, PfWB -platz, -pfosten, -stand, -stock, PfWB Seele, PfWB Stand, PfWB Starre, PfWB Stock, PfWB Umplatz, PfWB Verbot, PfWB Ziel. — 2. 'Partie im Spiel', Bott [PfId. 25]; Lexer Lexer I 331. — 3. soviel wie 'mal' in dem Adv. allebott, s. PfWB allegebot. — Zu mhd. bot 'Gebot'. In der Bed. 1 lag urspr. wohl fərbǫd vor, das als Reliktform (Verbott) mancherorts noch erhalten ist, s. K; bǫlə zeigt den Wandel von d zu l (wie z. B. in fūlər 'Futter'); bǫldə ist wohl Verunstaltung von bǫdə; bǫrd ist aus bǫdə in Anlehnung an Bord 'Brett' entstanden. — Südhess. I 1046 bot II; RhWB Rhein. I 884/85; Bad. I 301; Schwäb. I 1327.
| 1. 'Stelle, wo Flächen, Straßen, Linien zusammentreffen', Eck (eg, ęg, s. F.) [allg.]; sich am E. (des Tisches) stoßen [ NW-Kallstdt, allg.]. Er wohnt dort am E. [ KL-Kindsb, allg.]. Er muß sich (zur Strafe) ins E. stellen [RO-Dielkch, verbr.], ins Eckel stelle [ LA-Ilbh]. In dr Staatsstubb sein die Ecke uffgebutzt ganz blink un blank [Kühn Hamet 51]. RA.: Dau (Du) kannscht dei Schützstecke en die Eck stelle 'das Amt des Feldhüters niederlegen' [WPf (PfId. 181)]. An alle Ecke un Kande [Bd. 2, Sp. 717] (Kanten) 'überall' [ NW-Dürkh], auch: on alle Ecke un Enne (Enden) [ KU-Schmittw/O]. Selbstmörder kamen auf dem Friedhof hinne hee in die Eck [ KU-Herschw/Petth]. Er guckt iwwers E. 'Er schielt' [ KU-Diedk, ZW-Battw], guckt ums E., dass. [FR-A'lein, verbr.]; vgl. PfWB Eckengucker. Der kann um die Ecke gucke 'Er glaubt Dinge zu wissen, die gar nicht geschehen sind' [Land]. Die Freindschaft geht schun ums E. rum, von entfernter Verwandtschaft [ BZ-Heuchh]. Er esch ums E. gange 'gestorben' [ BZ-Dernb]. Er hot sich um die E. brocht, vom Selbstmörder [PS-Geisbg Ruhbk Pirmas Frankth NW-Frankeck LA-Impfl]. Antwort auf die Frage nach der Uhrzeit: Dreivertel ums E. erum [KB-Kerzh, verbr.], mit dem Zusatz: wann de springscht, kriescht's noch [RO-Sippf, verbr.]. Ich geh als ums Eckelche un stink wie e Beckelche (auch: riech wie e Rosesteckelche), scherzh. von einem, der sich entfernt, weil ihm ein Wind entfahren ist [ Gal-Dornf]. VR.: Mei Hut, der hat drei Ecke, drei Ecke hat mei Hut; mei Schatz leit am Verecke, ich wollt, er wär kaputt [ ZW-Bechhf]. SprW.: 's Haus verleert nix, die Ecke finnen's [ Gal-Dornf]. Volksgl.: Mer soll sich am Tisch net ans E. setze, sunscht muß mer siwwe Johr waarte (bis man heiratet) [ KU-Bedb]. a. 1315: in sante Bartholomeus gassen an dem ecke [SpeyUrk. 235]. a. 1534: hauß an dem eck by der Eych [SpeyGgHospR]. a. 1567: Und steet nemlich der erst stein am Eck des dhurms [ZweibrUrkb. 121]. a. 1698: (Äcker stoßen) mit einem Eck vf den Spitzenacker [SSp., Godramst. KellR]. a. 1736: und ist der erste Stein ... unten ahns eck des Walds gesetzt worden [GdArch. in KL-Ottbg, Lgb. von Otterbach u. Sambach]. Zs. PfWB Brutz-, PfWB Tisch-, Fenster-, Futter-, PfWB Gleif-, PfWB Haus-, PfWB Speichereck. — 2. Sonderbedeutungen. a. 'Mundwinkel'. In de Ecke bische dreckich [ KL-Fischb, KU-Kaulb RO-Semb]. Er hot wehe Ecke 'eiternde Mundwinkel' [ Don-Schowe Torscha]. Zs. Maul-, PfWB Mist-, PfWB Spatzeneck. — b. 'Stirnglatze' in Hofratsecke. — c. iwwer Eck 'in der Diagonale' [ NW-Haßl Spey]. — d. 'Platz, auf dem man beim Kinderspiel nicht geschlagen werden darf', Eck [ GH-Wörth]. Syn. s. PfWB Bott 1. — e. 'Gartenteil' [ ZW-O'aub PS-Glashtt KU-Hachb RO-Wartbg KB-Zell FR-Beindh BZ-Barbr]. — f. 'kleines Grundstück (Wiese, Acker, Waldabteilung)', auch als FlN, Eck [ HB-Brenschb KL-U'sulzb]. 's is nit viel Land, 's is nor e Eckel [Räder 17]. Zs. PfWB Brimmen-, PfWB Tal-, PfWB Dornen-, PfWB Drei-, PfWB Druschel-, PfWB Enten-, Frosch-, Fuchs-, PfWB Gänse-, PfWB Heide-, PfWB Hirten-, PfWB Hof-, Hünkel-, PfWB Katzen-, PfWB Kien-, PfWB Kirchen-, PfWB Kirchhofs-, Kopf-, PfWB Laus-, PfWB Mühl-, Scheid-, PfWB Scheiß-, PfWB Schloß-, PfWB Sonnen-, PfWB Spieß-, Staudelbeer-, Stor- [Bd. 2, Sp. 718] chen-, PfWB Vier-, PfWB Wald-, Weiher-, PfWB Wieseneck. — g. 'nasse Stelle einer Wiese', das naß Eck [ KL-Baalbn], e sumpiger Ecke [ HB-Schwarzb]. Syn. s. PfWB Wassergalle. — h. 'abgelegener Ortsteil'. Er wuhnt im hinnerschte Eck vum Dorf [ LU-Opp], im Eck [ KU-Diedk PS-Erfw]; der (!) Eck [ KL-Miesb]; 's scharf Eck 'Nordostecke von Gal-Dornf'. a. 1553: in demselbigen eck eine hoffstadt [ABlieskst 19]. — i. 'Gegend'; das schwarze Eck 'Gegend an der Blies, wo vorwiegend Katholiken wohnen' [ LU-Opp]. Im Neistadter Eck is aa net sauwer [ LA-Freimh]. Es kummt e Gewidder aus'm Gellemer (auch: Orwesser) E. 'aus der Gegend von Göllheim bzw. Orb' [ KB-Stett]. Zs. PfWB Gewitter-, PfWB Wetter-, PfWB Windeck. — j. 'Ende'. RA.: Do muß mer e Eck mache 'die Sache in Ordnung bringen' [ Gal-Dornf Reichb Obl]. — k. Wann's ganz an Eck un Not geht 'nötigen-, äußerstenfalles' [ KL-Hirschhn KU-Kaulb Kreimb]; dass. auch zusammengezogen zum Subst.: Do war Eckenot 'Da war höchste Gefahr' [ KU-O'alb Dennw/Frohnb]. — F.: Zumeist eg; ęg belegt für KU-Dietschw KL-Nanzdzw NW-Iggb Neustdt Gal-Dornf Buch-Illisch. Pl.: egə, ęgə. Dim.: eg(ə)lχə, Pl. -χər WPf NPf nördl. VPf; eg(ə)l, ęg(ə)l mittl. u. südl. VPf PS-Ost. Das Genus f. vorn. städtisch u. in der Sprache der Jüngeren; m. belegt für KL-Bann Lind Queidb Miesb HB-Schwarzb (s. oben 2 g, h); sonst weitgehend Gen. n. — Südhess. II 6 ff.; RhWB Rhein. II 6 ff.; Saarbr. 55; LothWB Lothr. 117; ElsWB Els. I 26; Bad. I 624/25.
| [Bd. 9, Sp. 112]
| |||||||||||||||||||||||||||||
|
| ||||||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | |||||||||||||||||||||||||||||||