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 PfWB Boß-weiler (Bd. 1, Sp. 1126)   PfWB Loch (Bd. 4, Sp. 1006)   PfWB Rüben-loch (Bd. 5, Sp. 623) 
  Boß-weiler ON: Ortsteil von FR-Quirnh, Buschper (bubər). a. ca. 1250: Busswilre [AbtKl. II 340]. Ortsneckerei: Buschper leit bei Querem, o jerem, o jerem! Buschper leit im Loch, Querem sieht mer doch. Buschper leit allaan (allein), Querem hot viel Staan (Steine). — Boß < Buchs, vgl. PfWB Buchsbaum. Zum ersten Wortteil vgl. Christmann SN I 71/72.

 

   Loch1 n.:
1.
a. 'natürliche Vertiefung im Boden'.
α. 'Senke, enges Tal', Loch [verbr., Christmann Kaulb 73 Mang 102 Müller Dietschw 48 Schneckenburger 53 Lambert Penns 100 Beam Penns 66 verbr. Don Gal (Krämer Gal 143) Buch Rußl], Luch [ KU-Dennw/Frohnb HB-Kirrbg], Lorch [ Don-Bukin Schowe]; Pl. Lecher [verbr.], Lescher [mancherorts VPf, Schneckenburger 26]; Dim. Sg. Lech(e)lche [verbr. (außer SOPf) Beam Penns 64 verbr. Gal], Lech(e)l [mancherorts VPf verbr. SOPf O-PS, Otterstetter 130], Pl. Lech(e)lcher, Lechlich, Lechle; vgl. K. 27. RA. (Verwünschung): Däschde (tätest du) nore im Binger Loch leie! [ KU-Kaulb, KB-Kriegsf]. VR.: Buschper (Boßweiler) leit bei Querem, o jerem, o jerem, / Buschper leit im Loch, Forts. s. PfWB Boßweiler. —
β. 'kleinere Vertiefung, Spalte im Boden oder im Gestein' [mancherorts]; vgl. PfWB Kaule 1, PfWB Kaute 1; Zs.: PfWB Erd-, PfWB Lettenloch. Dort isch e L. im Grawe [ LA-Gommh]. RA.: Der sauft wie e L., von einem unmäßigen Trinker [ KU-Kaulb, verbr]. VR.: Äne, däne Dore, die Geiß gehrem Kore (geht im Korn) / De Hirt leit em Loch, hat Hals oun Bään gebroch [ WD-Niedkch]; einen weiteren VR. s. PfWB Trawaldin. —
γ. 'sumpfige Vertiefung, Wasseransammlung' [mancherorts]; Zs.: PfWB Pfütz-, PfWB Binsen-, PfWB Bruch-, Topf-, PfWB Dreck-, PfWB Drill-, PfWB Driller-, Tümpel-, PfWB Enten-, PfWB Gänse-, PfWB Gieß-, PfWB Gumpen-, PfWB Huder-, PfWB Krotten-, PfWB Mur-, PfWB Sappch-, PfWB Sudel-, PfWB Sumpf-, PfWB Suttcher-, PfWB Sutter-, PfWB Wasserloch. Do is e sumpig L. [ FR-Heuchh]. —
b. 'künstlich geschaffene Grube oder Vertiefung im Boden'.
α. 'Spielgrube beim Hurrsau- und PfWB Klickerspiel [mancherorts]; vgl. PfWB Hußda1, PfWB lafa, PfWB Lochherum, PfWB Löchelns; Zs.: PfWB Kachelloch; VR. s. PfWB Hurrsau 1 a. —
β. 'Vorratsgrube, in der Futterrüben eingegraben werden' [ KB-Orb NW-Weish/S LA-Böbing]; vgl. PfWB Kaule 1 a, PfWB Kaute 1 a; Zs.: PfWB Dickrüben-, PfWB Dickwurzel-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Rüben-, PfWB Rummeln-, PfWB Saurübenloch. —
γ. 'Pflanzloch für Bäumchen, Tabakpflanzen, Reben, Bohnen u. a.' [mancherorts]; Zs.: PfWB Pflanz-, PfWB Stufenloch. —
δ. 'Grube, in der Lehm, Sand, Kies gegraben wird' [mancherorts]; vgl. PfWB Kaule 1 c; Zs.: PfWB Kies-, PfWB Leimen-, PfWB Sandloch. —
ε. 'Schindanger' [ LA-Böbing Leinsw Nd'hochstdt]; Zs.: PfWB Schinderloch. —
ζ. 'Jauchegrube' [vereinzelt]; Zs.: PfWB Pfuhl-, PfWB Senkloch. —
η. 'Grube zur Hanf-, Flachsbearbeitung; vgl. PfWB Blauel-, PfWB Brech-, PfWB Dulf-, PfWB Hanfbrechloch. —
θ. vgl. PfWB Brunnen-, PfWB Bohr-, PfWB Butter-, PfWB Grab-, PfWB Schließloch. ι 'von Tieren gegrabene Höhlung' [verbr.]; Zs.: PfWB Dachs-, PfWB Fuchs-, PfWB Hamster, Kornwurms-, PfWB Maulwurfs-,

[Bd. 4, Sp. 1007]
Maus-, PfWB Wurmloch. BR.: Sunnt sich de Dachs in de Lichtmeßwoch, kriecht er uf vier Woche willer (wieder) ins L. [ KU-Bedb, mancherorts], auch: Sieht de Dachs sein Schatte in de Lichtmeßwoch... [ LU-Böhl, mancherorts]. —
2. 'Öffnung oder Vertiefung am menschlichen oder tierischen Körper'.
a. 'Darmausgang' [verbr.]; Zs.: PfWB Arm- 2, PfWB Arsch-, Kuharsch-, PfWB Scheißloch; RA. für 'den Hintern verhauen': 's L. vergerwe [ FR-N'lein], saame (säumen) [ KU-Kaulb], treffe [ PS-Geisbg NW-Kallstdt]. Er hot 's Lechl g'fitzt kriegt [ GH-Leimh]. Dem hert (gehört) e Tritt uf's L. [ KU-Schmittw/O]. Drohung: Geh weg, schunscht drer ich (trete ich) der uf's L., daß de Schuk stecke bleibt! [ PS-Erfw]. Setz dich uf dein L.! [ LU-Friesh]. Andere RA.: Abschlägige Antwort: Guck de Katz in's L., do siehscht Amerika [ LA-Maik]. Du kannscht mich gere han, dart wu de Buckl e Enn hot un die Haut e L., dass. [ Don-Schowe]. Der loßt sich liewer e Sääl dorch's L. ziege, als daß er eppes rausgibt, von einem Geizigen [ NW-Niedkch]. Der isch so arem, daß em 's Loch staabt (staubt) [ LU-Opp]. Der ist geputzt bis auf's L., von einem schlauen und hinterlistigen Menschen [Klein Prov. 72]. VR.: Gille, galle, / Loch verfalle, / Dokder hole, / Loch versohle [ LU-Dannstdt]; einen weiteren VR. s. PfWB Peter. —
b. 'weibliches Geschlechtsteil', auch von Tieren [mancherorts, Beam Penns 66]; Syn. s. PfWB Bunz. —
c. 'Mund', im Rätsel L. uf L., Hoar ums L., was isch des? Mann mit Bart bläst Trompete [ LA-Gommh]. —
d. 'Wangen-, Kinngrübchen', meist Dim. [mancherorts]; vgl. PfWB Lachlöchelchen. Er hot e Lechelche em Bart (Kinn) [RO-Sippf]. —
e. vgl. PfWB Augen-, PfWB Hunger- 1, PfWB Nasen-, PfWB Sehloch.
3. 'Öffnung, Vertiefung an Sachen'.
a. an Gebäuden.
α. 'Tür' [verbr.], bes. in den RA.: Do hat de Zimmermann 's L. geloß! 'Verschwinde aus dem Haus!' [Pirmas, verbr.], auch: Er dut em weise (zeiche), wu de Zimmermann 's L. geloß hot [Don-Schowe, mancherorts Pf]. Er will naus, wu keen L. esch, von einem Starrsinnigen [LA-Herxh, mancherorts SOPf, Hebel 22]. —
β. 'Fenster, Einschlupf' [mancherorts]; Zs.: PfWB Tag-, PfWB Dunst-, PfWB Eulen- 1, PfWB Flug-, PfWB Futter-, PfWB Gall-, PfWB Gerüst-, PfWB Guck-, PfWB Hünkels-, PfWB Kappen-, PfWB Katzen-, PfWB Keller- 1, PfWB Luft-, PfWB Ruß-, PfWB Schall-, PfWB Reff-, PfWB Ruten-, PfWB Schlitz-, Schwaden-, PfWB Seich-, PfWB Windloch. RA.: Wann d' Wand nit wär, hätt 's Haus e L. [ Rußl-Katht]. —
γ. 'Nische in der Kellerwand' [ LU-Opp]; Zs.: PfWB Ätz-, PfWB Betzen- 2, PfWB Grütz-, PfWB Hehl-, PfWB Kellerloch 2. —
b. 'L. an Gegenständen' [verbr.]; Zs.: PfWB Ärmel-, Feuer-, PfWB Kessel-, PfWB Knopf-, PfWB Ofen-, PfWB Schlüssel-, PfWB Stiel-, Stoß-, PfWB Warzenloch; RA.: den Gürtel e L. enger schnalle 'hungern' [ KU-A'glan]. Antwort auf die Frage »Was bekomme ich?«: E Dreckelche

[Bd. 4, Sp. 1008]
mime (mit einem) Lechelche, das hängscht der an dei Hälsche! [mancherorts Gal]. Rätsel: Es ist inwendig hohl und auß voller Lecher? der Fingerhut [Hebel 115]. Riraribbel, geel is de Zippel, / schwarz is 's L., / wo mer de Riraribbel drin kocht Gelbrübe im schwarzen Eisenhafen [KL-Fischb, Hebel 121]. L., L., lauter L. un hält doch? die Kette [Hebel 116]. a. 1570: Der galgen muß ohn Nagl und ohn loch gemacht sein [ABlieskst. 77]. — Im besonderen:
α. 'Zapfloch am Faß' [mancherorts]; Zs.: PfWB Schlauchzapfen-, PfWB Spund-, PfWB Zapf-, PfWB Zapfenloch. —
β. 'Loch an der Flöte' [verbr.]; RA.: in ee L. blose 'immer das gleiche sagen' [NW-Hardbg u. Umg.]; de Finger im rechde L. han 'das Richtige getroffen haben' [ KU-Bedb, Diedk]. Er peift uf'm letschde L. 'Er lebt nicht mehr lange' [KU-Herschw/Petth, verbr., auch Auslandspfälzer]. —
4. 'Schadstelle, Lücke' [verbr.]; Zs.: PfWB Sackloch. Er horre (hat ein) L. im Kopp 'eine Wunde am Kopf' [RO-Als, verbr.]. Ich han e L. im Zahn [Kus]. Du hascht e L. im Strump [ KU-Bedb]. Sie hot e L. im Klääd wie e Kopp [ LU-Alsh]. RA.: e L. in de Daach brenne, sagt man, wenn jemand morgens das Licht zu lange brennen läßt [KU-Körbn, verbr., auch Gal]; e L. in de Dag schlofe 'lange in den Tag hinein schlafen' [ PS-Schopp, mancherorts]; de Flicke (Placke) newe's L. setze 'etwas verkehrt machen' [ BZ-Dierb, mancherorts]; Fachausdrücke beim Kegelspiel: e L. werfe (hinstelle) 'die mittleren Kegel herauswerfen' [ LU-Opp, mancherorts]; dem annern 's L. butze 'die restlichen Kegel des Vordermannes wegräumen' [ RO-Dielkch]. Mei Geldbeidel hat e L. 'Das Geld ist mir ausgegangen' [Pirmas, verbr.]. Ich han e L. im Mage 'Ich habe Hunger' [ ZW-Nd'aub, mancherorts]. Der guckt e L. in die Luft (in die Wand, in de Borrem, in die anner Woch) 'Er starrt, träumt vor sich hin' [ BZ-Gossw, mancherorts]. Der schießt (schlagt) e L. in die Luft 'trifft vorbei' [ ZW-Battw, mancherorts]. Das is besser wie e L. im Kopp, von einer minderwertigen Sache [mancherorts Gal, Rußl-Katht]. Der macht ee L. zu un 's anner uf 'Er behebt einen Mißstand, indem er einen neuen schafft', bes. 'Er bezahlt Schulden mit geborgtem Geld' [Kaislt, NW-Hardbg u. Umg. Krieger 48]. Die Freindschaft (die Bosse) hat (han) e L. 'ist (sind) zu Ende' [Land, mancherorts]. VR.: Mittwoch, / do hot die Woch e L. [ LU-Opp]. Einen weiteren VR. s. PfWB Tanz 1 a. —
5. übertr.
a. 'Behausung, Zimmer', verächtl. [mancherorts]; Zs.: PfWB Bar-, PfWB Dreckloch 2; RA.: net var's L. enauskumme 'nicht das Haus verlassen können' [ KU-Kaulb, NW-Haßl Spey]. —
b. 'Gefängnis, Arrestlokal auf dem Dorfe' [verbr.]; Zs.: PfWB Betzen- 1, PfWB Bummer-, PfWB Damper-, PfWB Sitzenloch; Syn. s. PfWB Kittchen 1. Er kummt ins L. [LU-Alsh, verbr.]. Der is erscht

[Bd. 4, Sp. 1009]
aus'm L. kumme [ NW-Freinsh]. —
c. 'Richtung, aus der das Wetter herankommt' [mancherorts]; Zs.: PfWB Regen-, PfWB Regenwetter-, PfWB Wetterloch. De Wind kimmt aus aam L. [ KB-Kriegsf]. —
d. 'Richtung', bes. 'Blickrichtung', in der RA.: in een L. gucke 'nachdenklich in eine Richtung starren' [Kus, mancherorts, Hebel 25]. —
e. Personenbez., meist abschätzig; vgl. PfWB Pott-, PfWB Fixfeuer-, Grau-, PfWB Hunger- 2, PfWB Saft-, PfWB Sauf-, PfWB Sauloch.
6. Pflanzenname, s. Stopf-dirdas-Loch, PfWB Stopf-mir-das-Loch. —
7. FlN, Am (Im) L. [ PS-Schmalbg KB-Mauchh Zell KL-Wörsb LU-Assh NW-Iggb Speybn LA-Burrw Edk BZ-Ingh], in hist. Quellen auch für viele andere Orte belegt; Zs.: PfWB Büchten-, PfWB Eulen- 2, PfWB Geißen-, PfWB Katzen- 2, PfWB Krottenloch 2; Am Gerhardsborner L. [ PS-Hetths]. Bei der Herleitung der FlN ist nicht immer eindeutig zu entscheiden, welche zu Loch und welche zu mhd. lōch 'lichter Wald' (vgl. PfWB Loh) gehören. — Südhess. IV 363 ff.; RhWB Rhein. V 507 ff.; LothWB Lothr. 342; ElsWB Els. I 549.

 

  -loch, Rüb-n.:
1. 'Rübenmiete', Riweloch [LA-Wollmh, mancherorts VPf, Don-Tscherwk], Rib- [ PS-Dahn BZ-Apphf GH-Max'au Wörth]; Syn. s. Rummel(n)loch. Er hot e G'sicht wie e Riweloch [ SP-Harths]. Einen VR. s. Fels(en)hütte. —
2.
a. 'schlechte Wohnung'. Des is 's reinscht R. [ BZ-Albw]. —
b. Neckname von KU-Friedhs; vgl. PfWB Rübenkaute 2. — Südhess. IV 1494; ElsWB Els. I 552. —