| Netz-Navigator | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| PfWB Bohnen-blatt (Bd. 1, Sp. 1077) | PfWB Geiß (Bd. 3, Sp. 137) | PfWB Bändel (Bd. 1, Sp. 549) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. 'Blatt der Bohne', Bohne-, Bahne-, Buhne-, Bouhne, Bauhneblaat, -blatt, s. PfWB Bohne u. PfWB Blatt [allg.]. RA.: So dinn wie e Bahneblaat [ KL-Fischb, KU-Schmittw/O], wie e Buhnebläädche [KU-Kaulb Herschw/Petth Wilde 27 Don-Schowe Torscha]. AR.: Ene, dene, Bohneblaat, meine Motter hot gesaat: siewe Gäße un e Kuh, Peter, schließ die Stalldeer zu, werf de Schlissel iwwer de Rhei, morje soll gut Werrer sei [KU-Hundh, verbr., auch Don, Wilde 28]; Var. s. PfWB Peter 2. — 2. 'neugeborenes Mädchen bis zur Taufe' [verbr. WPf NPf BZ-Dernb]; dafür auch PfWB Rosenblättchen; vgl. PfWB Pfannenstiel 5, dort auch die Deutung solcher Zwischennamen. — Südhess. I. 993; RhWB Rhein. I 842; Bad. I 283. —
| 1. a. 'weibliche Ziege', Gääß (gs), Geeß (gēs), Gaaß (gās, gs), Gäiß [zur Verbr. s. K. 152]; Pl. -e (-ə); Dim. -che (-χə, -jə) mit Pl. -cher/-jer [WPf (ohne Ost-PS) NPf (ohne Nordspitze) nördl. VPf], -el (-əl) mit Pl. -le (-lə) [Ost-PS mittl. u. südl. VPf, um Land mit Pl. -lich]; Sonderformen des Dim.: Gääßelche mit Pl. -cher [mancherorts ganze Pf], Gääßi mit Pl. Gääßicher [ RO-Als Bing], Gaaßi [ RO-Rehborn]. Der Rasse nach unterscheidet man: Saaner, Salzbur- [Bd. 3, Sp. 138] ![]() [Bd. 3, Sp. 139] zurecht: Er will e aldi G. brunze lerne [Zweibr]. Der Verrückte hat an'rer G. gesoff [ HB-Webh]. Belangloses macht die G. aa nit fett [ NW-Freinsh]. Der Anspruchslose hiet 'hütet' die G. for die Knuddele 'um den Geißenmist' [ RO-Feilbg]. Scherzh. Antwort auf die Frage nach dem Ergehen: Wie Millersch G. uf de Mischt [ ZW-Marthh]. Aufforderung zum Zahlen: Do die G. gebockt, do de Batze! [Kühn Palz 128, verbr.]. Scherzh. Prahlerei: Mer kennen's mache, mer han die G. verkääft [ KU-Bedb], dass. auch: Was e Hitz unner dem (viele) Veh! Gehschde erum, Gäiß! [ KU-Schmittw/O]. Der kriet noch kaan Pritsch vun meiner G. 'kriegt gar nichts' [ KU-Kaulb]. SprW.: Gure Gedanke un lahme Gääße kumme hinne nooh [Hebel 48]. Hot de Deiwel die G. geholt, kann er aach de Bock (auch: die Pritsch, de Strick) hole 'mag auch das Übrige verlorengehen' [RO-Als, verbr.]. Mit Gewalt hebt mer e G. (am Schwanz) rum 'mit äußerster Anstrengung gelingt alles' [LA-Mörzh, verbr.]. Wann mer die G. genumme hot 'übernommen hat', muß mer se aa hiede [Sunndag 18/1956, S. 3]. Alles, was recht isch, hot Gott lieb; un wer e G. stiehlt, isch kän Bocksdieb [ LA-Gommh]. BR.: 'me Wingert un 're G. isch's nie zu heeß [Zahn Pläsier 190]. Die Ortsneckerei Se Draase reire se uf de Gaaße s. PfWB taugen. VR. s. bei PfWB Amen, PfWB Bändel 1 b, PfWB Bein 1, PfWB Peter 2, PfWB Blatt 1 a, PfWB Bohnenblatt 1, PfWB Pritsche 1 a β, PfWB Brunnen 2, PfWB verrecken 1, PfWB Vieh 1 b, PfWB Roß. Brauchtum: Heiratet die jüngere Schwester vor der älteren, dann muß die Ältere der Jüngeren e Gäiß käife [KU-Schmittw/O IB-Alschb Schandein Bav. IV/2, 366]. Bis etwa 1914 galt in KL-Schneckhs der Kirchweihbrauch die G. erausdanze; vgl. PfWB austanzen. Am Kirbendienstag werd e G. geschlacht [IB-Eschring]. a. 1465-70: Item die geyß, die Im wald funden werden anders, dan vf der rechten strassen, steend eim waltfaut zu [SpeyHochst. Bl. 210]. a. 1590: dieweil wir auch befinden, daß am Sontag vnd inn der Wochen wann man predigt, geiß, genß vnd anderß in die Kirch lauffenn [ZweibrUrkb. 160]. — b. s. PfWB Gelt-, PfWB Rehgeiß. — 2. a. spött. 'große, magere weibliche Person', auch Schimpfw. [verbr.]. Syn. s. PfWB Gammel 1. Des isch e rechdi G. [LA-Gommh, verbr.], e langi, e därri G. [LU-Altr, verbr.]. Auch von weiblichen Personen mit anderen negativen Eigenschaften: e schnäkichi 'naschhafte' G. [ PS-Erfw]; e dummi G. [KU-Kaulb, verbr.]; e närrischi G., z. B. von einer Mannstollen [PS-Geisbg, verbr.]; e neidischi G. [ KB-Stett PS-Hermbg]; e gelt G. 'Frau, die keine Kinder bekommt' [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Gelt-, PfWB Haber-, Seidengeiß. — b. α. spött. vom Schneider [RO-Sippf]; vgl. PfWB Geißbockschneider, PfWB Schneidergeiß. — β. Uzname für die Bewohner von PS-Geisbg, Gääße [ PS-Schmalbg Heltbg Hermbg]; vgl. [Bd. 3, Sp. 140] PfWB Geißbock 2c. — γ. s. PfWB Angst-, PfWB Teufels-, PfWB Himmels-, PfWB Jammergeiß. — c. 'abgetriebene, magere Stute' [ FR-Mörsch SP-Schiffstdt]; vgl. PfWB Geißbock 2 a. — d. ein kleiner Fisch (ohne nähere Angabe) [ BZ-Dernb ]. — 3. a. 'Spinnrad, an dem die Spule hinter dem Rad angeordnet ist, im Gegensatz zum Bock 4 f, an dem sie sich über dem Rad befindet' [(1900) KU-Herschw/ Petth KL-Fischb NW-Lach/Speyd LA-Mörzh]; vgl. Becker Vk. 68. — b. 'aus dem Wipfel eines Tannenbäumchens gefertigter Teil des Spinnrades, von dem das Werg abgesponnen wird, im Gegensatz zum Rockenstab' [verbr. NWPf]. — c. s. Pfluggeiß. — d. 'Holzgerüst, auf dem der Pflug befördert wird' [ LU-Neuhf]; vgl. PfWB Pflugsschleife. — e. 'Kutschersitz' [ NW-Wachh]; vgl. PfWB Bock 4 k. — f. 'Leiterchen vorn am Heuwagen' [ KL-Ottb Erfb]. Zs. PfWB Mistgeiß. — g. 'Gerüst, auf dem das geschlachtete Schwein liegt' [ NW-Frankeck]. — h. α. 'beim Geißwerfen verwendeter dreibeiniger Aststumpf' [ KU-Bedb Blaub]. — β. 'Hebewinde mit drei oben zusammenlaufenden Beinen' [ BZ-Dierb]. — i. 'die an den unteren Enden zusammengebundene Schürze der Graserin' [ FR-Flomh]. — 4. a. 'ungerodeter Rest eines Kartoffelackers', Geeßche [ IB-Hass]. — b. Gewannenname in RO-Sippf, Gaaß. — Südhess. II 1189 ff.; RhWB Rhein. II 1145ff.; LothWB Lothr. 180 Gaiss; ElsWB Els. I 236; Bad. II 339.
| 1. gegenst. a. 'schmales Band an der Kleidung, das zum Befestigen dient', genauer: Haar-, Hosen-, Schurz-, Strumpf-, Zopfbändel, Bännl [allg.]. — b. 'Band zum Zuschnüren', genauer: Sack-, Schuh-, Strumpf-, Wurstbändel [allg.]. RA.: Des isch de Sack de B. nit wert [BZ-Apphf, verbr.]; Fluch: Herrgott, Sack uf am Bännl [ PS-Saalstdt], wohl entstellt aus Sakrament, vgl. Schwäb. I 603. — c. 'Band u. dgl. zum Ziehen und Festhalten', bes. in Zs. Waalenbändel 'Wiegenband', Herzbändel; vgl. PfWB Strick. RA.: am Bännl fehre 'am Gängelband führen' [WPf, allg.]. Er hot äni am B. 'ein Liebchen' [Schandein Sprachsch. 4]. VR.: Edeward vun Schifferstadt hot die Gääß am Bändel ghatt [Umg. von SP-Schiffstdt]. Hex am B. 'zänkische Person' [ KU-Schmittw/O]. Er hot die Krott am B., wenn einer betrunken ist [SPf]. Die hot de Sunndag un Werkdag an ääm B. 'Sie zieht sonn- und werktags dieselben Kleider an' [ KL-Hirschhn]. KR.: Schlof, Kindche, schlof, der Vatter hiet die Schof, die Mutter hiet die Lämmel- [Bd. 1, Sp. 550] cher mit de rode Bännelcher [ Gal-Dornf]. Volksgl.: Wann en Kind zahnt, henkt mer drei Meis ame Bändel, bis sie dod sin, no henkt merm Kind seller Bändel ḁn [Fogel Beliefs Penns Nr. 1645]. En wollner Bendel um der Finger Iss en guter Blutbezwinger [Birmelin Penns Gezw. 67]. — 2. übertr. a. 'eine überaus große männliche Person', scherzh.; e langer Bännl [Kus RO-Schweisw]. — b. 'langer, schmaler Acker', scherzh. [allg.]; auch FlN [ KU-Welchw]; Hügelzug bei ZW-O'hs. — c. Heit rechet's an äm Binnel 'ununter brochen' [ GH-Leimh KB-Kriegsf]. — Zs. wie oben, außerdem: Dreh-, Salbandbändel. — F.: bęnl [fast allg.], binl [ KU-Dietschw KL-Lind Stelzbg Neustdt BZ-Dierb GH-Leimh]. — RhWB Rhein. I 433; LothWB Lothr. 35 Bennel; ElsWB Els. II 57 Bendel; Bad. I 145/16 Bendel.
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||