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| PfWB Bohnen-blatt (Bd. 1, Sp. 1077) | PfWB Bohne (Bd. 1, Sp. 1075) | ElsWB Turteltub (Bd. 2, Sp. 644b) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. 'Blatt der Bohne', Bohne-, Bahne-, Buhne-, Bouhne, Bauhneblaat, -blatt, s. PfWB Bohne u. PfWB Blatt [allg.]. RA.: So dinn wie e Bahneblaat [ KL-Fischb, KU-Schmittw/O], wie e Buhnebläädche [KU-Kaulb Herschw/Petth Wilde 27 Don-Schowe Torscha]. AR.: Ene, dene, Bohneblaat, meine Motter hot gesaat: siewe Gäße un e Kuh, Peter, schließ die Stalldeer zu, werf de Schlissel iwwer de Rhei, morje soll gut Werrer sei [KU-Hundh, verbr., auch Don, Wilde 28]; Var. s. PfWB Peter 2. — 2. 'neugeborenes Mädchen bis zur Taufe' [verbr. WPf NPf BZ-Dernb]; dafür auch PfWB Rosenblättchen; vgl. PfWB Pfannenstiel 5, dort auch die Deutung solcher Zwischennamen. — Südhess. I. 993; RhWB Rhein. I 842; Bad. I 283. —
| 1. 'die Pflanze Phaseolus und ihre Frucht', Bohn, Bahn, Buhn, Bouhn, Bauhn, s. F. [allg.]. Die verschiedenen Arten von Bohnen s. unter PfWB Acker-, Pfahl-, PfWB Pferds-, PfWB Blumen-, Brech-, PfWB Puff-, Busch- (Putsch-), Ein-, Feld-, Feuer-, Groß-, Hockbohne, Hockelchen, Kapuziner, Käubel-, Sau-, Schwefel-, Speck-, Stangen-, Stecken-, Stock-, Straußbohne. Man bezeichnet weiße Bohnen als Spegatcher (zu PfWB Spagat) oder Schnerres-cher (zu PfWB Schnurres 'Schnurrbart'), die schwarzen als schwarze Hexe [Zweibr u. Umg.], kleine, bunte Bohnen als Gackelcher, weil sie aussehen wie kleine gefärbte Eier (s. PfWB Gackel) [ NW-Haßl], gelbrote, orangenfarbige Bohnen als Bumeranze (s. PfWB Pomeranze 3) und PfWB Klicker [Gegend des Potzbergs (westl. WPf)], braungesprenkelte Bohnen als Wachtelcher oder Wachtelbohne (wegen der Ähnlichkeit mit dem Federkleid der Wachtel) [VPf], rotweiße Bohnen als Nackärschelcher [NPf], runde Bohnen als Lewäggelcher, weil sie beim Hinlegen wackeln [ NW-Haßl] und Runkunkelcher [Gegend von Zweibr]. Schodebohne sind frisch gepflückte, durch ihre Fäden verbundene, zum Dörren aufgehängte Bohnen, Blickbohne die an der Pflanze ausgetrockneten Saatbohnen. (Alle Angaben nach Wilde 24 ff.) — Für 'Bohnen pflanzen' sagt man zumeist Bohne lee, leche, legge (s. PfWB legen), seltener setze [verbr., bes. SWPf KL-Fischb WD-Niedkch], für 'Bohnen pflücken' fast allg. B. breche, seltener roppe (s. PfWB rupfen) [ LU-Maud Altr Gal], für 'Bohnen enthülsen' B. plicke (s. PfWB pflücken 1), für 'Bohnen sortieren' wohl allg. B. lese. — Bohnengerichte: derre (gedörrte) Bohne, als Gemüse zum Schweinefleisch eine beliebte Winterkost; dicke B. un Speck, siße B. mit Grumbeere, bes. aber saure B. mit Schweineflääsch [PS-Erfw, verbr.]; bekannt sind auch Schnitzel-, Salz- und ingemachte Bohne, d. h. in einem Ständer aus Holz oder Steingut konservierte, geschnitzelte Grünbohnen [KU-Kaulb, verbr.]. — RA.: 's is käin Bohn wert 'wertlos' [KU-Schmittw/O, verbr. Wilde 26], [Bd. 1, Sp. 1076] ken hohle Bohn wert, dass. [Penns], kee scheeli B. wert [ Don-Schowe Torscha]. 's is alles in die Buhne gang 'verloren gegangen' [ KU-Kreimb]. Do hat mer die Geiß um die Bohne gehiet 'ohne Lohn gehütet' [ ZW-Battw]. a. 1417: das der thurn zu Phiffingen sol einer bone hoher sin 'um ein Geringes höher' [Grimm Weist. V 611 (NW-Kallstdt)]. Bringt ein Gewitter nach längerer Trockenheit starken Regen, dann sagt man allg.: 's hot Bohne un Grumbeere gerech(e)nt [Wilde 29]. Du derfschd aa mol dei Fleesch in meine Bahne koche, scherzh. Ablehnung eines Dankes [ FR-Tiefth]. Die Nutzanwendung des SprW. 'Besser jetzt wie später' auf erfrorene Bohnen s. unter PfWB besser 1 b. BR.: Wann die Nußblädder sin wie Pratze, muß mer die Bohne inkratze [verbr. Gal]. Die Bohne soll mer lege am erschte Freitag im Juni oder am letschte Freitag im Mai [ LU-Opp]. Florian (4. Mai) — steck die Bahn [ SP-Mechth]. Die Buhne planzt mer uf der Bonifazius [Fogel Beliefs Penns Nr. 976]. Weitere BR s. Wilde 29. Volksgl. betr. das Bohnenlegen s. PfWB pflanzen 2 a. VR.: Bohne dun mich krone, Weck un Weißbrot is mei bitterer Tod [KU-Kaulb, verbr.]; Var. s. PfWB bitter 2. Heinerle, versteckel dich hinner die griene Bouhne! Wann de Kaiser Wilhelm kummt, schießt er mit Kanoune [ LA-Edk]. Erbse, Linse, Bohne, mer schießen mit Kanone, mer schießen mit Kartoffelbrei, is de ganze Krieg verbei [Lu'haf Ggd. (Wilde 53)]; Var. s. PfWB paff. Erbse, Bohne, Linse, wie mer se kocht, so sin se [Ingb (Wilde 52)]. Turteltäubche, flick dein Häubche, setz dich in die Bohne; wart, ich werrs de Mutter sae, die werd dich aus de Bohne jae; aus de Bohne in de Klee, Turteltäubche sieht mer gar nit meh [»Westrich« (Wilde 28)]. Weitere VR s. PfWB Bohnenplätsche, PfWB Prinz, PfWB Erbse, PfWB Jude, PfWB Kanone, PfWB Linse, PfWB Sauerkraut, PfWB Selleriesalat. — 2. 'Kaffeebohne'. Die zählt die Bohne, wann se Kaffee kocht [NPf, allg.]. RA.: Wammer die Bohne onbind 'Wenn man mit den Bohnen spart', werd de Kaffee raulich [ KU-Schmittw/O]. Zs. PfWB Böckser-, PfWB Kaffee-, Spitzbohne. — 3. die bloo B. 'Kugel'. RA.: e bloo Bohn schlicke 'sich erschießen' [ KU-Schmittw/O]. — 4. weitere Bed. in den Zs. Hasenbohne 'Hasenmist', Laxierbohne 'Rizinusbohne'. — F.: Um 1930 galt im Westteil der NPf (die Nordspitze zwischen Glan und Alsenz ausgenommen) sowie im Westteil der WPf bōn, im Ostteil der NPf sowie in der nördl. VPf und im Westteil der mittl. VPf bōn, bn u. bn, in der Nordspitze des Westteils der NPf und in einem schmalen östl. Teil der WPf bis etwa zur Linie KL-Hirschhn — PS-Lu'wink būn. Der Ostteil der mittl. VPf sowie die südl. VPf (ausgenommen die Südostecke) hatten baun, das Gebiet um Land — bǫun u. boun. In der Südostecke der Pfalz (von GH-Max'au bis BZ-Schweig) sagte [Bd. 1, Sp. 1077] man bn. Hierzu vgl. K. 58 (Bohnenschote). Wie eine 1956 durchgeführte Befragung (Belegstärke 80' zeigte, ist bōn im Vordringen, bes. in der Mda. der jüngeren Generation. Verhältnismäßig gut bewahrt hat sich das būn- Gebiet in der Nordspitze und das bn-Gebiet im Bienwaldbereich. In der südl. VPf sind die Formen bǫun u. baun noch weithin zu hören. Für Penns gilt nach Lambert Penns 31 bōn u. būn; in den pfälzischen Siedlungen in Gal (Herkunftsgebiete hauptsächlich NPf, Raum der mittl. Nahe und Rheinhessen) sprach man allg. bōn. — Südhess. I 991 ff.; RhWB Rhein. I 836 ff.; LothWB Lothr. 55; ElsWB Els. II 53; Bad. I 282.
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