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| PfWB Bodem-sack (Bd. 1, Sp. 1071) | PfWB Sack (Bd. 5, Sp. 687) | PfWB Zwerch-sack (Bd. 6, Sp. 1738) | |||||||||||||||||||||
1. a. 'länglicher, größerer Behälter aus Stoff zur Aufbewahrung oder zum Transport von körnigen oder kleinstückigen Gütern', Sack (sag, sg) [allg., Lambert Penns 129 Krämer Gal 179], Pl. Säck (seg, sęg) [allg., Mang 88 Schneckenburger 21]; Dim. Sg. Säckche, Säckje [mancherorts WPf NOPf, Lambert Penns 148], Säckelche, Säckelje [mancherorts WPf MPf, Mang 92], Säckel [verbr. VPf], Pl. Säckcher [WPf], Säckelcher [mittl. WPf östl. VPf], Säcklich [mancherorts SOPf], Säckle [mancherorts SOPf]. Zs.: PfWB Papier-, PfWB Bauern-, PfWB Bettel- 1, PfWB Bohnen-, PfWB Post-, PfWB Brech-, Pispert-, PfWB Bücher-, PfWB Büchsen-, Tabak-, PfWB Deisem-, PfWB Dreck- 2 a, PfWB Dung-, PfWB Dünger-, PfWB Frucht-, PfWB Gras-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Guano-, PfWB Hafer-, PfWB Hutzel-, PfWB Juden-, Jute-, Kamillen-, PfWB Kartoffel-, PfWB Käse-, Klammer-, Kleesamen-, PfWB Kleien-, PfWB Klicker- 1, PfWB Knochenmehl-, PfWB Kohlen-, PfWB Krabbel-, Kunstdung-, PfWB Laub-, PfWB Leinwand-, PfWB Lumpen- 1, PfWB Lupf-, PfWB Mahl-, PfWB Malter- 1, PfWB Mehl-, PfWB Mund-, PfWB Netz-, Quetschen-, PfWB Ruck-, PfWB Saat-, PfWB Salz-, PfWB Sam-, PfWB Sä-, PfWB Sauerkalk-, PfWB Schlacken-, PfWB Schlackenmehl-, PfWB Schnapp-, PfWB Schnitzen-, Schullehrer-, PfWB Stinker-, PfWB Stinkert-, PfWB Stinkzeug-, PfWB Wecksack, -säckchen; e S. voll Korn (Gras, Kohle, Geld) [Kaislt, verbr.]. De Belzenickel hot e S. fer die beese Buwe, in den sie angeblich gesteckt werden sollen [ LU-Alsh, mancherorts]. Vergleiche u. RA.: mit S. un Pack [mancherorts, Lambert Penns 129 Krämer Gal 178]; dunkel (finschder) wie imme S. [ ZW-Gr'bundb, mancherorts]; do leie (falle, hinplotze, schlofe) wie e (nasser) S. [ ZW-Gr'bundb, mancherorts]; so dick wie e ausgestoppter S. [Westrich Kalender 1957 103]. Ein Kleidungsstück is weit wie e S. [ KU-Obw/Tiefb, mancherorts], hängt an em wie e S. [ KB-Kriegsf, mancherorts]. Er steht drin (im Anzug) wie im S. [ LU-Alsh, mancherorts]. Das is de reinscht S., von einem zu weiten Kleidungsstück [ ZW-Gr'bundb]. Er wehrt sich wie e Katz em S. [ KB-Bennhs, FR-Bockh]. Der strääbt (sträubt) sich mit Hänn un Fieß wie e Katz, wo in de S. soll [ KU-A'glan]. Er kaaft die (keen) Katz im S. 'Er kauft (übernimmt) etwas (nichts) unbesehen' [KL-Alsbn, verbr.]. Der hot die Katz aus em S. geloß 'Er hat seine Meinung gesagt, einen bisher unbekannten Sachverhalt kundgetan' [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. In dem S. fangen hunnert Katze keen Maus, von einem löcherigen Sack [ NW-Frankeck, mancherorts Gal]. Die bringt mer in ken S., von lebhaften, tempera- [Bd. 5, Sp. 688] mentvollen, verrückten Menschen [KU-Bedb, verbr.]. Er geht (paßt) in kään S., dass. [KU-Schmittw/O, Thielen So rerre mer 106]. Mein Hoor sin in ken S. se bringe, von widerspenstigen Haaren [ RO-Alsbr]. S war grad, als wann de Deiwel sein Sack ausgeleert hätt [PfMus. 1887 87]. Der is so gelenkich wie e Sack voll Gääßeherner, von einem Ungelenkigen [ LU-Friesh, NW-Kallstdt]. Die sieht aus wie e S. voll Kochleffel (Gääßeherner), von einer Mageren [LU-Friesh, Hebel 13]. Er is gewerfelt (schlau) wie e S. voll Gääßeherner [Hebel 16, LU-Böhl]. Er is so hell uf de Platt wie e S. voll Klammere, nämlich dumm [ RO-Winnw]. Dem sei S. hott kää Borrem, von einem Unersättlichen [ RO-Odh]. Er hat Dreck im S. 'Er hat ein schlechtes Gewissen' [Kaislt], 'ist ein verschlagener Bursche' [ KU-Roßb]. Er hat kän Zeit im S. 'Er hat keine Zeit' [Kaislt]. Er haut in de S. 'Er verläßt seine Arbeit, gibt auf' [ HB-Kirrbg, vereinzelt]. Der steckt sein Maul net in de S. 'Er schweigt nicht still' [ KU-Schmittw/O]. Er wääß net, wie er seine S. hinke (hängen) soll 'Er weiß nicht, wie er sich verhalten soll' [ KU-Kollw]. Dem han ich gesaat, wie mer de Sack hängt 'Ich habe ihn mit Worten (Schlägen) zurechtgewiesen' [ KL-Wörsb]. Mach mer kään Raach (Rauch) in de S.! 'Erzähle keine Märchen, beschwindele mich nicht!' [Kaislt Pirmas]. Er horre (hat einen) S. voll gar nix 'Er hat gar nichts' [ ZW-Gr'bundb]. Wenn eine Speise nicht ausreicht, so macht man e Quascht an de S., bildl. vom nicht gefüllten Sack mit großem Zipfel [RO-O'mosch (Eid 90)]. Ich huns im Sack un hun ne aach zugebunn 'Das Geschäft ist perfekt' [Thielen So rerre mer 106]. Wenn jemand die Tür nicht schließt, sagt man zu ihm: Gell, ehr han dehaam e Sack (Säck) vor de Dier [KB-Kriegsf, verbr.]. Er hat ne im S. 'Er hat ihn in seiner Gewalt' [KU-Hundh, verbr.]. Denn steck ich in de S. 'Dem bin ich überlegen' [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Der steckt den zehnmol in sei S. 'der ist ihm haushoch überlegen' [ KL-Alsbn]. Von Personen, insbes. Kindern, die nach dem Weinen bald wieder lachen, sagt man Der hat aa es Lache un es Greine (Heile) in ääm Säckelche [Pirmas, verbr., auch Auslandspfälzer]. Er lacht un heilt (kreischt) in (aus) eem Säckelche (Sack) [KU-Diedk, Kollw Thielen So rerre mer 106 Don-St. Andreas]. Bei Nichtigkeiten, nutzlosen Streitereien, sagt man: Do is der S. de Bendel net wert [Trifels 20/1928]; des esch de S. de Bennel net wert [SOPf (Heeger Nachl.)]; 's esch Sacks Binnel net wert [ BZ-Dierb, NW-Haßl Spey]; dar es (Das ist) Sacke Bennel net wert [ KU-Kaulb]; vgl. auch PfWB Sackbändel. Flüche (aus Sackerment, Sakrament umgebildet): S. Zement! [ LU-Friesh, vereinzelt]. Herrgott, S. uf am Bännel! [ PS-Saalstdt]; weitere Flüche mit S. s. PfWB Himmel [Bd. 5, Sp. 689] 3 a. SprW.: Zuveel (Allseveel, Was zuviel is) verreißt de S. [ KU-Schmittw/O, mancherorts, auch Don Gal Buch]. Wann de S. voll is, sell mer'n zubinne [LA-Impfl, verbr., auch Don Gal Buch]. E leerer S. bleibt nit stehe (steht nit, fallt um), d. h. 'Ohne Essen im Magen, kann man nichts leisten' [GH-Neubg, verbr.]. In e Quack geht soviel wie in e S., d. h. 'kleine Menschen essen so viel wie große' [mancherorts Don Gal Buch]. De bescht S. kriet emol e Loch [ KU-Schmittw/O]. Der de S. hält, esch so gut wie der neinschitt 'Der Helfer ist ebenso beteiligt wie der Täter' [ BZ-Dierb]. Uff de S. kloppt mer, unn de Essel maant mer [PfMHk. 42/1925 177]. Liewer en S. voll Fleh hiere (hüten) wie e Mädel (Weibsbild), (wu heirade will) [ NW-Kallstdt, mancherorts, auch Gal Buch]. E Spatz em S. es besser als e Amschel en de Horebach [ WD-Niedkch]. BR.: Wann die Sunn in de S. schluppt (beim Untergehen in einer Wolke verschwindet), gibts Reen [ ZW-Gr'bundb]. Rätsel: Weller S. is am schwerschde se traan? (der Bettelsack) [ KL-Reichb]. VR.: Neujahrsspruch: Pros Neijohr, e Säckel voll Minz (Münzen) / do bin ich reich wie e Prinz [ BZ-Schweig]. Derbe Abwandlung eines Neujahsspruchs (s. PfWB Geißenhaar): Ich winsche eich e S. voll Gäßehoor un e Arsch voll Grind, / daß ehr nimmi scheiße kinnt [Thielen So rerre mer 106]. Ich wollt, ich hätt e S. voll Gold, / do dät ich awer nimmi laafe, / do dät ich mer Gail un e Schesel kaafe [PfL v. 15. 9. 1934]. Weitere VR. s. PfWB Anna-Maria, PfWB Pfanne 1 a, PfWB Fuchs 2 b, PfWB Heinrich 1 a, PfWB Kristkind, PfWB Kuchen 1 b, Lauer3, PfWB Leberwurst, PfWB Müller 1, PfWB Mutter 1 a, PfWB Oberland 1, PfWB Quack 1. 16. Jh.: dem soll der muller ein sack leihen vnd das korn darein fassen [PfWeist. 682 (KB-Göllh)]. — b. 'Maß für Getreide, Mehl' [mancherorts]; Pl. wie Sg.; Angaben zur Maßrelation: ein Doppelzentner [mancherorts gesamte Pf], 8 Simmern [ LA-Mörzh]; Zs.: PfWB Anderthalbzentner-, halbmalter-, PfWB Zweizentnersack; e S. Korn [ RO-Dielkch]; drei Sack Hawwer [Krämer Gal 179]. RA.: scherzhafte Maßangabe: finfezwanzich un e S. voll [ LA-Altd]. — c. in Funktion, Form oder Material einem Sack vergleichbare Gegenstände in den Zs.: PfWB Aufwäsch-, PfWB Aufwisch-, PfWB Bast-, PfWB Plump- 3, PfWB Brief- 2, PfWB Putz-, PfWB Trompeten-, PfWB Geigen-, PfWB Dudel-, PfWB Feder-, Kindsstroh-, PfWB Klarinetten-, PfWB Netz-, PfWB Spreu-, PfWB Stroh-, PfWB Wasser-, PfWB Windsack. — 2. a. 'Tasche in Kleidungsstücken' [verbr.]; vgl. PfWB Säckel 1 a; häufig differenzierend in den Zs.: PfWB Arsch-, PfWB Pfaffen- 1, PfWB Brief- 1, PfWB Brieftaschen-, PfWB Brot- 1, PfWB Brust-, PfWB Brustlappen-, Brusttuch-, Busen-, Buxen-, PfWB Diebs-, PfWB Hamster- 1 b, Hosen-, Innen-, Joppen-, Kittel-, Kleider-, Leibels-, Neben-, Meter-, Rock-, Säckchen-, [Bd. 5, Sp. 690] Schillee-, PfWB Schnapp-, PfWB Schub-, PfWB Schurzen-, PfWB Uhren-, PfWB Wams-, PfWB Westen-, PfWB Zwerchsack, -säckel; die Hänn im S. han [ KU-Körbn, mancherorts]; vgl. PfWB Hand-im-Sack. Er fahrt in de S. 'Er fährt mit den Händen in die Hosentaschen' [ KU-Diedk]. De Kiddel franselt schun an de Säck aus [ LU-Alsh]. Der eßt aus'm S. 'Er ißt nebenbei, bei der Arbeit aus der Tasche' [ KL-Hütschhs]. Do kammer doch die Händ net in de S. stecke 'Da kann man nicht tatenlos zusehen' [ GH-Schwegh]. De Sepp hat mäi Säck gefisselt 'Der Sepp hat meine Taschen durchsucht' [ IB-Ommh]. Ob er die Bicher hot rette wolle, orre ob er sich die Säck voll Ziga stecke wollt, des waß ich net [PfRSch v. 29. 10. 1933]. RA.: e Fauscht im S. mache 'sich seine (ohnmächtige) Wut, sein Unbehagen nicht anmerken lassen' [KB-Dannfs, verbr.]. Dem esch 's Herz in de S. gefalle 'Er hat den Mut verloren' [ LA-Wollmh]. Er hot immer e Stää im S. 'Er ist ein hinterhältiger Bursche' [Thielen So rerre mer 111]. Wann ich dich anguck, geht mer 's Messer im S. uf [ KU-Kaulb]. Wenn jemand ängstlich schaut, sagt man: Ich beiß dich nit - ich hab noch e Stick Brot im S. [Spey]. Kindern, die fortwährend ihre Hände in den Hosentaschen haben, droht man: Die Fleh (Mais) im S. beißen der die Nächel (Finger) ab! [ ZW-Bechhf, KL-Hütschhs PS-O'simt]. SprW.: Rechter (Besser) e Stick Brot im S. als e Feder am Hut [Kus, Bergz (Kamm 87) Don]. VR. s. PfWB Pack 1, PfWB Messer1. a. 1545 (Abschr. 1601-1621): Kein schütz niemandts nichts abessen oder in seinen busen oder seckh fassen, dasselbig heim Zuo tragen [DirmstA-Weist.]. — b. 'Tasche für Geld, Geldbeutel' [verbr.]; vgl. PfWB Säckel 1 b; Zs.: PfWB Geldsack 1. Ich häb nor Kläängeld im S. [ BZ-Dernb]. Der dut aam (einem) 's Geld aus'm S. lockere (locken) [ KU-Kaulb]. 's Finanzamt holt de Leit de letscht Knopp aus'm S. [ ZW-Battw]. Er hat's aus seim S. bezahlt [ KU-Gumbsw]. Mer muß gucke, wie mer zu seim Geld kommt, das in anner Leit Säck steckt [ WD-Niedkch]. Der war a rejch, im S. war ebbes drin [Kraus Sellemols 41]. RA.: die Säck (de Sack) zuhawwe (zuhalde) 'knauserig, geizig sein' [ BZ-Albw, mancherorts]; die Hand uf de S. halle, dass. [ KU-Bedb, mancherorts]; met em Elleboo net en de S. komme 'nicht zahlen wollen oder können' [ KU-Bedb, vereinzelt]; (dief) in de S. greife (lange, steie) '(viel) bezahlen müssen' [KB-Dannfs, verbr.]; 'm Vadder uf'm S. leie 'vom Vater finanziell abhängig sein' [ KU-Kaulb, vereinzelt]; in sein S. schaffe 'zu seinem Vorteil, Nutzen arbeiten' [ NW-Hardbg, mancherorts]; nore far in seine S. sarje (sorgen), dass. [ KU-Kaulb]; sich in seine S. erre (schnerre, verrechele) 'sich zu seinen Gunsten verrechnen' [KU-Bedb, verbr.]. Der liegt in sein S. 'Der lügt zu seinem Vorteil' [ BZ-Gossw]. Er is e Narr (is dumm) in sein S. 'Er [Bd. 5, Sp. 691] stellt sich dumm zu seinem wirtschaftlichen Nutzen, weiß trotz anscheinender Beschränktheit seinen Vorteil zu wahren' [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Er hot veel im Kopp un nix im S., von einem, der große Pläne, Ansprüche, aber keine Mittel hat [ LA-Herxh]. Dem huppst 's Geld aus'm S., von einem Verschwender [ ZW-Gr'bundb]. Der kriet aach de S. net voll genug, von einem Habgierigen [Krieger 57]. SprW.: Im letschde Klääd 'Im Totenhemd' hot mer kenn S. [ NW-Kallstdt]. Volksgl.: Wann mer de Guckuck zum erschde Mol heert kreische un hot Geld im S. (un mer rappelt mit'm Geld im S.), hot mer 's ganze Johr [ NW-Wachh, mancherorts]. Wann mer en Stern sieht schieße un hot Geld im S., hot mer 's ganz Johr [ GH-Schwegh]. VR. s. PfWB Portmonnee, PfWB Frack 1 b, PfWB lustig 1. — 3. a. 'leichte, weite, kurze Jacke für Männer', Sack [KB-Mauchh LA-Edk (PfId. 118) Don-Gert], häufiger nur Dim.: Säckche [ KU-Schmittw/O Wolfst RO-Alsbr Bistschd Duchr Obd Odh Schweisw KL-Wörsb KB-Bennhs Kerzh Kriegsf Weihf FR-Albsh Carlsbg Laumh LU-Alsh/Gr Altr Maud NW-Meckh SP-Harths], Säcksche [KB-Rüssing FR-Maxd LU-Hochd NW-Forst Friedh Gönnh Ungst Bertram § 319, 321 Thielen 95], Säckel [LU-Fußgh NW-Elmst Mußb Wachh Bertram § 319 Schandein Bav. IV,2 276]; Zs.: PfWB Sommersack; nähere Angaben: 'kurzer geschlossener Leinenrock des Mannes' [ KL-Wörsb], 'leichtes Wams' [ SP-Harths], 'Sommerjacke' [ KB-Bennhs Kriegsf], 'der normale Kittel oder Rock' [ FR-Carlsbg Laumh], 'Arbeitsrock' [Pirmas], 'Sackrock ohne Schöße' [ KU-Schmittw/O RO-Obd]; e zeige (zeugenes) Säckche [ KB-Kriegsf]. Zieg dein Säckche aan! [ LU-Alsh]. RA.: Do weiß mer net, wie mer de S. anhänke soll 'Da weiß man nicht, wie man sich verhalten soll' [ GH-Schwegh]. Wie der Wind geht, so häng ich mein S., von einem wechselhaften Menschen [ FR-Bockh]. — b. 'blusenartiges Frauenkleidungsstück', nur Dim.: Säckche [KU-Friedhs Kaulb Reichsth RO-Gundw Odh Rehbn KL-Wörsb PS-Schmalbg LU-Limbghf NW-Dürkh Gönnh Müller Luscht un Lewe 5], Säckel [PS-Fehrb Lembg LU-Böhl Opp NW-Frankeck Neidfs Wachh LA-Impfl Venn BZ-Billh]; Zs.: PfWB Lüstersäckchen; an mehreren Orten um 1930 als veraltet gemeldet oder nur noch von älteren Frauen getragen; nähere Angaben: 'Hängebluse' [ NW-Neidfs], 'lose Frauenjacke' [ RO-Gundw NW-Bönnh], 'gewöhnliche Bluse der Frau' [ KU-Reichsth], 'vorn zugeknöpftes, blusenartiges Frauenkleidungsstück von einfachem Zuschnitt, ohne Verzierung' [ KU-Kaulb], 'Bluse, die vorn im Rock getragen wird und hinten über den Rock hängt' [ LU-Böhl]. Fritzejakobbs Maad / Die laaft ganz fligg im Fulladichel (s. PfWB Fulardtuch), / Im blumig Säckche macht se Staat [Kühn Palz 32]. Einen VR. s. Landkummissär. — 4. a. [Bd. 5, Sp. 692] 'Hocensack bei Menschen und Tieren', Sack [verbr.], auch nur Dim. Säckelche [ KU-Bedb]; vgl. PfWB Säckel 2; Zs.: PfWB Hodel-, PfWB Hoden-, PfWB Klicker- 2, PfWB Samensack. Drohung (derb): Ich trere (trete) der an (uf) de S.! [ RO-Odh, mancherorts]. — b. '(dicker, hängender) Bauch', meist von Tieren [mancherorts, Mang 79]; Zs.: PfWB Freß- 2, PfWB Hängsack. — c. 'Gebärmutter'. Se hot de S. voll 'Sie ist schwanger' [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB Tragsack 2. — d. 'Nachgeburt beim Schwein', Dim. Säckel [ LA-Böbing]; vgl. PfWB Kälbersack. — e. Sackartiges an Tieren oder Pflanzen in den Zs.: PfWB Bodem-, PfWB Preß-, PfWB Tränen-, PfWB Dreck- 2 b, PfWB Kehl-, PfWB Leder-, PfWB Seelsack. — 5. Schimpfwort für dicke, träge, sonderbare oder lästige Menschen, Sack [ KU-Schmittw/O, vereinzelt]; vgl. PfWB Säckel 3; häufiger in Zs.: PfWB Bampel-, PfWB Päpper-, PfWB Papp-, PfWB Baster-, PfWB Bettel- 2, PfWB Pfaffen- 3, PfWB Pflaster-, PfWB Piep-, PfWB Plärr-, PfWB Plauder-, PfWB Plump- 1, PfWB Pott-, PfWB Pröpel-, PfWB Brumm-, PfWB Brummel-, PfWB Buttermilch-, PfWB Täumel-, PfWB Tapp-, PfWB Deisem- 2, PfWB Dick-, PfWB Dreck- 1, PfWB Trester-, PfWB Dudel- 2, PfWB Turmel-, Erbsen-, PfWB Fett-, PfWB Freß- 1, PfWB Gammer-, PfWB Geiz-, PfWB Geld- 2, PfWB Gift-, PfWB Gnaster-, PfWB Gnuster-, PfWB Grammel-, PfWB Kohlen- 2, PfWB Gold-, Grieß-, PfWB Grind-, PfWB Grundbirnen- 2, PfWB Hafer- 2, PfWB Hamster- 2, PfWB Hunger-, PfWB Knärbel-, PfWB Knick-, PfWB Knicker-, PfWB Knotter-, PfWB Knurr-, PfWB Krangel-, PfWB Lahm-, PfWB Lämpel-, PfWB Leier-, PfWB Lotter-, PfWB Lumpen- 2, PfWB Meimel-, PfWB Mist-, PfWB Nage-, PfWB Nänger-, PfWB Näsel-, PfWB Natzel-, PfWB Neid-, PfWB Nessel-, PfWB Nörgel-, PfWB Nötel-, PfWB Nulles-, PfWB Orgel-, PfWB Quack-, PfWB Quäl-, PfWB Qualster-, PfWB Quanster- 1, PfWB Quassel-, PfWB Quaster- 1-4, Rüben-, PfWB Sau-, PfWB Schlapp-, PfWB Stopf-, PfWB Stotter-, PfWB Streitsack, -säcke. — 6. FlN, amtl. Am Sack [ PS-Salzwg], Im Sack [ LU-Assh]; wohl Benennung nach sackähnlichen Vertiefungen, vgl. PfWB Pfeifen-, PfWB Knapp-, PfWB Quak-, PfWB Wassersack. — 7. vgl. PfWB Plump- 2, PfWB Blutt-, PfWB Molken-, PfWB Nachtsack. - Südhess. V 11 ff.; RhWB Rhein. VII 668 ff.; LothWB Lothr. 425; ElsWB Els. II 341.
| 1. a. 'Sack mit zwei zugenähten Enden und der Öffnung in der Mitte', wird quer über die Schulter gelegt, wobei sich der Inhalt gleichmäßig nach vorne und hinten verteilt, bes. von Samen- und Gemüsehändlern oder für Proviant benutzt, Zwerchsack, Zwerich- usw. s. PfWB zwerch [KU-A'glan Kaulb Schmittw/O RO-Sippf LU-Böhl LA-Knöring Nd'hochstdt Nußd Ranschb BZ-Dernb GH-Bellh Schwegh Bertram § 224 Lambert Penns 186 Krämer Gal 250]; vgl. PfWB Stümmel 5 b. Was werd er dann im Zwergsack hau'? / A Zwewwle, Knowloch un Marau' [Rohr 1]. »Der Z. ist das äußere Kennzeichen des Samenmannes« [Vogel 148]. RA.: Er hot de Z. uffem Buckel hänge 'Er geht hausieren' [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Jeder Mensch tragt 'n Z., vorne hot er dene annere ehr Fehler un hinne hot er sein Fehler [ NW-Haßl Spey]. 's Recht licht en em Z., mer kann's hennere un vor (nach hinten und nach vorne) schittle 'Das Recht ist verschieden auslegbar' [ LA-Nd'hochstdt, GH-Bellh]. a. 1767: 1 Zwerch Sack [Kurpf. 940/42 (KU-Einöll)]. a. 1773: 1 Zwergsack [Kurpf. 1588/90 (KU-Rothsbg)]. — b. 'große Innentasche in Jacke oder Mantel' [ KU-Kaulb]; Syn. s. PfWB Wamstasche. — 2. a. 'übermäßig kleiner Mensch' [ HB-Höch KB-Dannfs]; Syn. s. PfWB Zwerg. — b. 'ungeschickter, unbeholfener Mensch' [KU-A'glan Hundh Kaulb Kollw O'alb Obw/Tiefb Schmittw/O KL-Weilb Thielen 126]. — RhWB Rhein. IX 898/99. —
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