Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB Blume (Bd. 1, Sp. 1030)   PfWB Traube (Bd. 2, Sp. 424) 
   Blume f.:
1. gegenst.
a. 'Blume, blühend und nicht blühend, Blumm, Blum, s. F. Zs. PfWB Altar-, PfWB Apotheker-, PfWB Bach-, PfWB Papp-, PfWB Baum-, PfWB Benediktus-, PfWB Bettschisser-, PfWB Pfaffen-, PfWB Pfarr-, PfWB Pfeffer-, PfWB Pfeifen-, PfWB Pferds-, PfWB Pitsch-, PfWB Blitz-, PfWB Brunz-, PfWB Busch-, PfWB Butter-, PfWB Tabaks-, PfWB Tee-, PfWB Tinten-, PfWB Toten-, PfWB Dotter-, PfWB Dreifaltigkeits-, PfWB Tuten-, PfWB Enten-, PfWB Essig-, PfWB Farren-, PfWB Farrmummels-, Federn-, PfWB Feuer-, PfWB Fleisch-, PfWB Gackel-, PfWB Gänse-, Gartenglokken-, Gartenschlüssel-, PfWB Gauls-, PfWB Geldbeutel-, PfWB Georgen-, PfWB Gesichter-, PfWB Gewitter-, PfWB Gift-, PfWB Glas-, Handkäs-, PfWB Harz-, PfWB Hasen-, PfWB Herbst-, PfWB Himmelfahrts-, PfWB Honig-, PfWB Hornungs-, PfWB Hummel-, PfWB Kaffee-, Kamillen-, PfWB Karchschmier-, Käs-, PfWB Katzen-, PfWB Kessel-, PfWB Ketten-, Kirchhof-, PfWB Klatsch-, PfWB Klee-, PfWB Knall-, PfWB Korn-, PfWB Kreuz-, PfWB Kuckucks-, PfWB Kuh-, PfWB Laternen-, PfWB Läuse-, PfWB Leim-, PfWB Lichters-,

[Bd. 1, Sp. 1031]
PfWB Mai-, März-, PfWB Maschinen-, Matzen-, PfWB Mauer-, PfWB Mockel-, PfWB Müller-, PfWB Mummel-, PfWB Mutter-, Nacktarsch-, Nagel-, Nägelchen-, PfWB Ochsen-, PfWB Ohrlaus-, PfWB Öl-, PfWB Olig-, PfWB Oster-, PfWB Quack-, PfWB Raden-, PfWB Rhein-, PfWB Ringel-, PfWB Sammet-, PfWB Schatten-, PfWB Schellen-, PfWB Schlaf-, PfWB Schlangen-, PfWB Schlüssel-, PfWB Seich-, PfWB Sonnen-, PfWB Sozen-, PfWB Spätjahrs-, PfWB Speck-, PfWB Stech-, PfWB Stein-, Stern-, PfWB Stink-, PfWB Stolper-, PfWB Storchen-, PfWB Stroh-, PfWB Studenten-, PfWB Stunden-, PfWB Storzel-, PfWB Suckel-, PfWB Vorwitzel-, PfWB Wachs-, PfWB Wald-, Wasen-, PfWB Wein-, PfWB Wicken-, PfWB Wiesen-, PfWB Wind-, PfWB Wucher-, PfWB Zassel-, PfWB Zottel-, PfWB Zwiebelblume. Die Blum is schään, lieblich [Kaislt, allg.]; Blumme planze, gieße, abroppe 'pflücken' [ KL-Kindsb, allg.]. RA.: Mer muß als dorch die B. redde 'etwas versteckt sagen', umgspr. [allg.]. SprW.: 'n scheeni Blum muß aa Sunn hawe [Fogel Prov. Penns Nr. 160]. WR.: Irres (ist es) uf Lichtmeß stermisch un kalt, dann kumme die Blume bald [ KU-Nerzw]. Wann an Frooleichnam die Blume welken, gibt's e gut Häämache (Heuernte) [ LA-Gommh]. Rätsel: Zu Weißeborg im Dumm (Dom), do leit e gääli Blumm; un wer die gääl Blumm will hawwe, der muß de ganze Dumm umgrawe (das Ei) [Hebel 117]. Volksgl.: Wenn man von Läusen, von Eyern, von gelbem Obste, von vielem Gewässer, und von Blumen träumt, so bedeutet es Unglück [Journal 1790, 8. Stück, S. 142 ff.]. Wenn jemand am Fest der unschuldigen Kindlein (28. Dezember) blühende Blumen hat, so deutet das auf Glück hin [ GH-Hatzbühl]. Wammer 'n Blumestock schittelt, wann en Regeboge steht, kriegt er scheckiche Blume [Fogel Beliefs Penns Nr. 2034]. KR.: Hajo, hajo, Mimmele, brech mei'm Kinnel Blimele, brech'm ganz das Körbel voll, daß mei Kinnel schlofe soll [Schandein Bav. IV/2, 351]. A, a, luluche, ropp meim Kindche Blummelcher, ropp'm 's ganze Kerbche voll, daß mei Kindche schloofe soll [ Gal-Dornf]. 's war emol e Mudder, die hot vier Kinner, de Frihling, de Summer, de Herbscht un de Winder: de Frihling bringt Bluume, de Summer bringt Klee, de Herbscht bringt Drauwe un de Winder bringt Schnee [ KU-Diedk]. Brauchtum: In KU-Diedk wurden früher bei einem Todesfall Bienen, Blumen und das Gesäms gerückt. —
b. 'Sommerwurz (Orobanche ramosa)', ein Unkraut. Wenn die Blumm blüht, ist der Tabak reif zur Ernte [NW-Haßl, Tabaksdörfer der VPf]. —
c. 'Blüte'. Der Duwak kriecht (bekommt) schun Blume [ GH-Rülzh BZ-Mühlhf]. Ach, was blieht de Reps so schää mit seine gääle Blumme; wärscht nit nach (Name eines Ortes) gange, hätt ich dich genumme [VPf (Wilde 143)]. —
2. übertr.
a. 'Eisblumen', Pl. Heit sin Blumme an de Scheiwe [KL-Kindsb, verbr.]. —
b. bogenförmige Figuren, die in der Schneidefläche der Zähne jüngerer Pferde zu

[Bd. 1, Sp. 1032]
sehen sind. Die Zäi zeichen noch Blumme [ LA-Gommh]. —
c. 'Schwanz des Hasen, des Rehes', Jägersprache; vgl. PfWB Pritsche. —
d. 'Stirnhaar des Pferdes', Blumm [ KB-Ilbh]. —
e. Eigenname von Tieren, auch Lockruf.
α. vom gefleckten Rindvieh, Blum [ KU-Breitb ZW-Gr'bundb HB-Kirrbg ZW-Battw PS-Simt Hengsbg], Blimel [ LU-Alsh BZ-Albw]. —
β. Katzenname, Bliemche [verbr. WPf]. —
f. 'dünner, gehaltloser Kaffee', umgspr., Bliemche.
g. 'Haustrunk' in der Zs. PfWB Hausblume. —
h. 'Feingeruch des Weines', die Blume (!) [ KB-Zell]. 's Blimel vum Wein [ BZ-Heuchh]. De Woin do hot e scheeni Blumm [ NW-Kallstdt]. —
i. 'Haarschuppen' in der Zs. PfWB Haarblümchen. —
j. 'Menstruation', Blum [Lambert Penns 30]. Volksgl.: En Weibsmensch soll net iwen (engl. not even = nicht einmal) getschärd (engl. jar = Gefäß aus Steingut oder Glas zum Einlegen von Obst oder Gemüse) sach (eingemachte Sachen) wegdun, wann sie die Blume hot [Fogel Beliefs Penns Nr. 1866]; vgl. PfWB Periode, Geblüts. —
3. 'Jahresertrag eines Ackers, einer Wiese', vgl. PfId. 23. Er hot sei Acker mitsamt der Blüm verstägt [ BZ-Dernb]. a. 1537: mein Hoff mit allem zugeherd blum vnd besserung [ZweibrUrkb. 114]. a. 1578: Item Hansen Jedermann die Plum verdingt über Jahr zu bauen, schneiden und zweimal zu hacken [Lein-Gbl. 48]. a. 1726: die Blume [LU-Assh (aus alten Akten)]. — F.: I. blum (kurzes u): 1. allg. NPf (ausgenommen NWPf, s. unten II 2) und MPf bis zur Linie HB-Höch-ZW-L'wied-PS-Heltbg-NW-Iggb-LA-Edk-Sp-Ottstdt; 2. SWPf westlich der Linie HB-Medh-IB-Bierb-IB-Rohrb. — II. blūm: 1. südl. der oben bei I 1 angebenen Linie (ausgenommen SWPf, s. oben I 2); 2. NWPf westlich der Linie Kl-Steinwd-KU-Jettb-KU-Frankb-Kl-Morb-KU-Wolfst-RO-H'stätt. — Vgl. auch Formen zu PfWB Tuch. — Pl. blūmə, blumə; Dim. blīm-, blimχə, -ə, -əl, -əlχə, -ələ, Pl. -χər, -ər, -lə, -liχ, -əlχər, -ələr (vgl. PfWB Baum). — Südhess. I 956/57; RhWB Rhein. I 801 ff.; ElsWB Els. II 156, 159; Bad. I 296/70.

 

   Traube f.:
1.
a. 'Weinbeere', (die) Traub (draub) [verbr.], (drauw) [ KU-Rothsbg], Trub (drūb) [ IB-Gersh Bliesmg/Bolch], Truwel [lothr. SWPf]; vgl. PfWB Traubenbeere, PfWB Berkel 1; gew. im Pl. gebraucht: Trauwe [verbr.], Trauwele [Ingb], Truwele [lothr. SWPf], Trube [ IB-Bliesmg/Bolch]; Dim.: Traibche (draibχə) [WPf NPf], Traiwel [ NW-Wachh], dazu der Pl. Traibcher [verbr.], Traiwelcher [ NW-Wachh]. Verkümmerte Traube: Herling. Die verschiedenen Rebsorten s. bei PfWB Wein. Zs.: Pilsen-, Fleisch-, PfWB Früh-, Jakobs-, PfWB Josua-, Jungfern-, Kilians-, PfWB Meer-, PfWB Quetschen-, PfWB Rolands-, PfWB Ruß-, PfWB Wanzentraube. Die Trauwe sein noch so hart; mer kann äine met dotschieße [ KU-Schmittw/O]. Die T. werren hell 'färben sich beim Reifen' [ LU-Fußgh]. De Newwel (Nebel) macht die T. dinnhaidich; die Sunn brot se [ NW-Kallstdt]. Die T. sein zeirich 'reif' [ RO-Rehbn].

[Bd. 2, Sp. 425]
Die T. hawwen Brih 'sind saftig' [ BZ-Heuchh]. T. un Botterbrot schmacke gut sesamme [ KU-Schmittw/O]. Die Perenoschpra (s. PfWB Peronospora) isch an die T. kumme [ NW-Gimmdg]. Der kann die T. mit de Belzkapp hämtrache, so schlecht ist die Ernte ausgefallen [Kirchhbol]. RA.: Dem henken die T. zu hoch, wenn etwas unerreichbar ist [NW-Hardbg, verbr.]. In deine Wingert gibt's aach faule un wormiche T., Zurechtweisung eines Prahlers [VPf]. BR. s. bei PfWB August2, PfWB Bolle 1, PfWB büßen 4 a. Rätsel: 's geht en Mädel iwer de Rhein, bringt'm Herr vom beschde Wein, hot kän Kruck un hot kän Glasrot emol, was isch das? (Trauben) [Hebel 121]. Einen KR. s. bei PfWB Blume (I 1031 Z. 41 ff.). Beim Kinderspiel 'Der Schütz und die Trauben' schließen die Kinder einen Kreis, der den Garten darstellt. Jedes Kind ist ein Traubenstock. Im Garten geht ein Kind umher, nascht an den Trauben und singt: Ach, was schmecken die Trauwe so gut. Der Schitz is net do, was bin ich froh. Der Schütz sitzt aber hinter einem Traubenstock. Auf die Frage des naschenden Kindes: Wieviel Mol hot de Schitz gepiff? pfeift dieser einmal, dann ein zweites Mal. Beim dritten Pfiff springt er auf und versucht, den Dieb zu fangen [Wilde 246/47]. Ein anders Spiel s. bei PfWB picken (I 886 Z. 23 ff.). a. 1628: Dieses 1628 Jahr sind die Trauben nicht zeitig worden, und hat deswegen einen saueren Wein gegeben [Niedhammer 84]. —
b. 'volle Weinbeertraube', die Traub [SP-Heiligst GH-Erlb RO-Odh (jüngere Gener.)]; dafür jedoch zumeist der Trauwe (s. PfWB Trauben) u. Komposita mit Trauwe- (s. die Syn. bei Traubenklotz 1). —
c. Traibcher, Pl. 'Johannisbeeren' [ KU-Brück]. —
d. wilde Trauwe, Pl. 'Jungfernrebe (Vitis quinquefolia)' [allg. (Wilde 113)]. —
e. Schreckhöfer Trauwe 'Schlehenpflaume (Prunus spinosa)', scherzh. [ KU-Schmittw/O]. (Der Schreckhof liegt nahe bei RO-Lettw.) —
f. andere Pflanzen in den Zs. PfWB Johannis-, PfWB Schultraube, PfWB Katzenträublein. —
2. 'grüner Glasklicker', Verschluß von Seltersflaschen, Traub [ RO-Ruppeck]; 'heller Glasklicker' [ ZW-Dellf]; 'Klicker in der Größe einer Weinbeere', Traibche [ KU-Krottb]. — Südhess. I 1661/62; RhWB Rhein. VIII 1302 ff.; LothWB Lothr. 109 Truw; ElsWB Els. II 737 Traub, II 739 Trüwel; Bad. I 533.