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 PfWB Platz (Bd. 1, Sp. 987)   PfWB Dämmer-platz (Bd. 2, Sp. 62)   DWB dämmern (Bd. 2, Sp. 710) 
   Platz1, Plätz1 m., n.:
1. 'umschlossene oder

[Bd. 1, Sp. 988]
offene Fläche', Platz, Plätz, s. F. Die Reitschul war net wie heut da so uf'm P. [ LU-Muttstdt]; e freier Platz im Wald 'Waldlichtung' [KU-Kaulb, verbr.]; e grie (grünes) Plätzche 'kleiner Grasplatz' [ RO-Schweisw], e Plätzl Gras, dass. [ PS-Burgalb]. Zs. PfWB Bau-, PfWB Bleich-, PfWB Dämmer-, PfWB Turn- Exerzier-, PfWB Fest-, PfWB Futter-, PfWB Haus-, Kirben-, PfWB Lager-, PfWB Lauf-, PfWB Markt-, PfWB Rasen-, PfWB Sammel-, PfWB Schind-, Sport-, Wasen-, PfWB Wiesenplatz. Weitere Zs. in den FlN.: Galgen-, Kapellen-, Kelter-, Weede-, Zimmerplatz. In historischen Belegen steht P. auch für 'Feldstück': a. 1482: ein pletzgin ackers [LandsbgZb., Bl. 7]. a. 1537: Ein pletzlin inn Speier gemarcken

[SpeyTreudInv.]. a. 1580: Eß liegen drey plätzer in dem bann [PfWeist. I 148 (IB-Bliesmg/Bolch)]. Zs. Feld-, PfWB Wiesenplatz. —
2. 'Stelle'.
a. im allg. Gebrauch.
α. Er sucht sich e ruhich Plätzl (zum Ausruhen) [ NW-Elmst, allg.]. Zs. PfWB Rast-, PfWB Ruhe-, PfWB Sonnenplatz. —
β. Platz nemme, wie schd. [allg.]; in weniger gewählter Form heißt es: sich setze. Platz genumm! [ KB-Dannfs, ZW-Dellf NW-Frankeck LA-Wollmh]. Zuruf an den Hund Platz! [verbr.]. —
γ. Do bischt letz am Platz 'an der falschen Stelle' [Krieger 34]. RA.: Er hot sei Maul uff'm rechte Platz 'Er redet, wenn es gilt' [ RO-Alsbr, WD-Niedkch]. Er hat's Maul uff'me schnäkige Platz 'Er ist wählerisch im Essen' [ ZW-Krähbg]. —
δ. Er kummt net vum P., von einem Langsamen [ NW-Geinsh, allg.].

[Bd. 1, Sp. 989]
Rätsel: Sie geht vor un serick (zurück), sie steht un geht un kummt net vum Platz (die Uhr) [ LU-Limbghf]. —
ε. e rot Platz im Gesicht 'Muttermal' [ KU-A'glan]. —
b. im bes. Gebrauch.
α. e P. aushalle losse 'einen Sitzplatz reservieren lassen' [ KB-Kriegsf, allg.]. Er hot schun sei P. uf'm Kerchhof [Kaislt, allg.]. Zs. PfWB Grabplatz. Wer ufsteit (aufsteht), werd sei P. geweit 'verliert den Anspruch auf den P.' [Kaislt, KB-Bischh verbr. Don Gal Buch]. Volksgl.: Was mer draamt ame Platz, wu mer 's eerschtmol schlooft, werd wohr [Fogel Beliefs Penns Nr. 266]. Zs. Schlaf-, PfWB Sitz-, PfWB Stehplatz. —
β. 'Mal, von dem aus beim Klickerspiel geworfen wird', der Platz [ IB-Ballw], 's Plätzche [ KL-Fockbg/Limb]. Syn. s. PfWB Anmal. 'Platz, auf dem man beim Kinderspiel nicht geschlagen werden darf' in den Zs. PfWB Botten-, PfWB Frei-, Ruch-, Ruh-, PfWB Umplatz. Syn. s. PfWB Botten. —
γ. 'nasse Stelle einer Wiese'; e naß Platz [verbr. WPf], e nasses Plätz [IB-Eschring Gersh], e nasser Platz [verbr. vorn. NPf], e feichter Platz [ KU-Albess HB-Lu'thal RO-Imsw FR-N'lein], e gallicher Platz [ RO-Steinb NW-Weish/S BZ-Rinnth Stein], e steifes Platz [ KU-Ehw Godhs Quirnb], e sumbicher Platz [ KU-Rothsbg Theisbgstg KL-Olsbr Rockhs] und in den Zs. PfWB Bruch-, PfWB Gallen-, PfWB Sumpf-, PfWB Sutterplatz; vgl. PfWB Placken1 3 a, PfWB Galle2; 'Stelle im Acker mit viel Ton', e falsch Platz [ WD-Niedkch]; 'von Kleeseide bestandene Stelle', e leer Platz [FR-Mühlh, verbr. WPf]. Zs. PfWB Fehl-, Kleeseidenplatz. —
δ. e groß Platz Blut = PfWB Blutlache [ KU-Bedb]; vgl. PfWB Blutflecken, -placken. —
ε. 'empfindliche Stelle am Ellbogen', es närrisch Plätzche [ ZW-Lambsbn]. Zs. Judenplätzchen. Syn. s. PfWB Judenknöchelchen. —
ζ. Die Maad (Magd) hot e gude P. 'guten Arbeitsplatz' [KU-Kreimb, verbr.]. Ich wißt der e gut Plätzche 'Ich wüßte eine gute Partie für dich' [KU-Bedb, verbr.]. —
η. Stell dich emol ins Platz (oder: in mein P.)! 'Versetze dich einmal in die (in meine) Lage!' [ KL-Katzw]. —
3. 'freier Raum'; Platz mache, wie schd. [allg.]. Do hätten zwää P. drin, von weiten Hosen [ RO-Schweisw, allg.]. Werd sauwer gemach? Ei jo, mer muß 'm neie Dreck Platz mache [Hebel 110]. — F.: blḁds vorn. NWPf KL-Lind südl. VPf (einschl. Südteil der mittl. VPf, vgl. Bertram 16), sonst blads; lothr. SWPf im Sing. blęds. Pl.: blęds (zu der Platz), blędsər (zu das Platz). Dim. blędsχə, blędsjə WPf u. nördl. VPf; blęds(ə)l mittl. u. südl. VPf. Genus: m. für NPf (einschl. NWPf) u. VPf; n. für mittl. u. südl. WPf sowie Einzelorte der NWPf; m., gestützt durch die Schriftsprache, dringt vor. — Südhess. I 917 ff.; RhWB Rhein. VI 962 ff.; LothWB Lothr. 49 Plätz; Bad. I 253.

 

   Dämmer-platz m.: 'Rasenplatz, auf dem Kinder spielen und Kleinvieh weidet', Dämmerplatz [ KU-Kaulb NW-Geinsh]. — Zu PfWB dämmern2. — RhWB Rhein. I 1233.

 

 dämmern, er dämmert herum er geht müszig, in behaglicher abspannung, gedankenlos herum. ein jeder dämmert auf

[Bd. 2, Sp. 711]
diesem erdenrund sein fleckchen wie der andere Fr. Müller 2, 41. so kannst du dir doch mit einiger einbildungskraft schon vorstellen dasz ich, wenn du mich auch nur als lenker meines eigenen fuhrwerks betrachtest, dieses jahr nicht viel dämmern, ruhen und säumen durfte Göthe an Zelter 484. dann auch, in der dämmerung unthätig sitzen, schweigend oder plaudernd, bringt das licht noch nicht, wir wollen noch dämmern. s. verdämmern. dämmerstunde.