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 PfWB blätteln (Bd. 1, Sp. 983)   PfWB possen (Bd. 1, Sp. 1122)   RhWB anschneiden (Bd. 7, Sp. 1592) 
   blätteln schw.:
1. 'okulieren', so genannt, weil an dem anzusetzenden Auge ein Blättchen stehen bleibt, bes. von Rosen, seltener von Obstbäumen, blätt(e)le (blędlə) [ KB-Kriegsf NW-Meckh GH-Westh], blädle (blędlə) und blärle (blęrlə) [verbr. östl. NPf nördl. VPf LA-Venn Gommh GH-Nd'lustdt], bläele (blęələ) [RO-Messbhf Sippf LA-O'hochstdt]. Syn. s. PfWB possen. Der Mirabellebaam is geblärrelt [ NW-Freinsh]. Volksgl.: Beem, as traage solle, muß mer im Zunemmende rumplanze, trimme, zweige oder bleedle [Fogel Beliefs Penns Nr. 1080]. —
2. 'auf einem

[Bd. 1, Sp. 984]
Laubblatt blasen'. Der kann gut bläele [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Blatt 3, PfWB blatten 2. Er hot den Rehbock geblääelt 'den Rehbock angelockt durch Nachahmen des Fieprufes der brünstigen Rehgeiß' [ebd.]. —
3. Riewe blää(d)le 'Rüben von überschüssigen Blättern befreien' [ LA-Wey]; vgl. PfWB blatten 1. —
4. im Wald b. 'Blätter lesen' [ BZ-Dernb]. — Südhess. I 914.

 

  possen1 schw.:
1. 'pfropfen', posse (pǫsə) [NPf WPf, s. K. 62, verbr. Gal]. Zs. PfWB umpossen. Syn.: PfWB äugeln, PfWB pfeifeln, PfWB pfropfen, PfWB blätteln, Augen einsetzen, okulieren, veredeln, zweigen.
2. 'gegen Pocken impfen'. Die Kinner werre gepoßt [verbr. WPf Gal]. Er hat e gepoßti Nas 'Nase mit bläulichen Flecken und kleinen Anschwellungen' [Kaislt]. RA.: Er es e gepoßter Narr 'ein ausgesprochener Narr' [KL-Alsbn KB-Kriegsf Kühn Hamet 109]. — Aus lat. imputare 'pfropfen', Frings in Germania Romana (Halle/Saale, 1932), S. 168. Vgl. aber auch ZfMf. XXVI (1958), S. 85, wo das Wort von J. u. A. Charrier auf germ. pot- (z. B. in färöisch puttur 'Reis') zurückgeführt wird. — RhWB Rhein. VI 1036 ff.; Saarbr. 157; LothWB Lothr. 58.

 

 an -schneiden: 1. Brot, Kuchen, Schinken, Braten, Wurst udgl. a., wie nhd. Allg. RA.: De Kok (Kuchen) es angeschneə die erste Tochter hat sich verlobt Kref. Wer de Botter anschnitt, es met dem Hiroden an der Reih (oder mott noch sibbe Johr waren) Berg, Allg. Schneck en an! trinke an, beim gemeinschaftlichen Schnapstrinken Neuw-Notschd. — 2. der Hund schneid an beisst ein erlegtes Wild an Altk-Birnb.