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| PfWB Platte (Bd. 1, Sp. 982) | PfWB Kaute (Bd. 4, Sp. 143) | PfWB Loch (Bd. 4, Sp. 1006) | |||||||||||||||||
1. a. 'höher gelegene ebene Fläche im Gelände', Platt, s. F. [ KL-Wörsb NW-Geinsh]. a. 1277: unum iurnale super plattam 'ein Tagewerk über der Platte' [OttbgUrkb. 152 (KB-Rüssing)]. a. 1547: vonn dem Stein zu dem Andern biß vff die blatt [ZweibrOABannb. 30]. FlN in KU-Kaulb und NW-Weish/S.: uf de Platt. — b. 'kahle Stelle im Wald' [ PS-Schmalbg], vgl. PfWB Blöße 1; 'die zur Aufnahme von Waldsamen oder Pflanzen hergerichtete freie Waldfläche', Forstausdruck [ BZ-Lindbn]. — c. 'Malzeichen, nach dem mit dem Klicker geworfen wird', Blatt [ KU-Diedk]. Syn. s. PfWB Kaute. — d. 'Stelle beim Versteckspiel, an der der Suchende die entdeckten Mitspieler »anschlägt«', vgl. PfWB Anschlagen 2 [Kaislt]. — e. die viereckige Stelle, auf der beim Klickerspiel Plattcherns die Einsatz- und Strafklicker niedergelegt werden [Kaislt]. — f. 'flache Pflanzgrube', Platt [ PS-Salzwg]. — g. 'Eisdecke' in der Zs. PfWB Eisplatte. — 2. a. 'Platte zum Auslegen von Wänden und Fußböden, Fliese'; Platte (Plättle, Plättcher) leche [südl. VPf, allg.]. Zs. PfWB Steinplatte. WR.: Nasse Fußbodenplatten im Hausflur künden Regen für den nächsten Tag an [ KL-Wörsb]. — b. 'der für den Fußgänger bestimmte (gepflasterte) Seitenteil der Dorfstraße', Platte (Pl.) [ LA-Nd'hochstdt Gommh]; vgl. PfWB Perme. Zs. Gehplatte. FlN Platt, Name eines Ortsteils in KL-Stelzbg, so genannt nach einem gepflasterten Weg. — c. 'Herdplatte'; die Krischtcher 'Kartoffelscheiben' uf der Platt backe [ Gal-Dornf]. a. 1528: vor yßen Schienen, Steyn, blatten vnd mortell zum ofen [GgHospR]. Zs. PfWB Herd-, PfWB Ofenplatte. — d. 'plattenartiger Teil eines Gegenstandes' in der Zs. PfWB Tischplatte. — e. 'Grammophonplatte'. Lee e Platt uf [Kaislt, allg.]. — f. 'Stoßplatte an der Spitze des Alltagsschuhs' in der Zs. PfWB Schuhplatte; vgl. PfWB Eisen. — 3. a. 'Teller, flache Schüssel'. Ehr Kenn (Ihr Kinder), essen die Platt leer, daß's gut Weder git [ LA-Herxh]. RA.: Er hat die Platt gebutzt 'sich aus dem Staube gemacht' [KU-Trahw, verbr.], urspr.: 'hat (im Wirtshaus) gegessen und nicht bezahlt', vom Zechpreller. Volksgl.: Fer Abnemmes macht mer'm Kind Supp, fiedert (füttert) [Bd. 1, Sp. 983] sie'm aus'me neie Blettche, awwer mer muß der Katz aa Deel gewwe; des dut mer dreimol [Fogel Beliefs Penns Nr. 1472]. Bei Hausschlachtungen wird das Blut in einer flachen Platt aufgefangen [ PS-Erfw]. Zs. PfWB Blutplatte. a. 1558: ein dutzet zinnen deller, 3 großer geschlagener zinnen Blatten [WerschwReg., S. 449]. a. 1571: Item 1 vergilter Kelch mit sein Platten [WerschwSchR]. a. 1775: 2 erdene Blatten und 1 erdene schüssel [Kurpf., Güterversteigerungen]. Zs. PfWB Milch-, PfWB Senf-, PfWB Zinnplatte. — b. 'Untertasse', Plättche, -sche (blędχə, -ə) [NPf WPf (außer SWPf) Westteil der nördl. VPf], Plattche (bladχə) [ RO-Rehbn], Plättel (bledəl) [verbr. mittl. u. südl. VPf PS-Ost]. In der VPf ist das Kompos. PfWB Kaffeeplättel häufiger. Syn.: PfWB Teller, PfWB Kachel, PfWB Kaffeeplättchen, -teller, -schale, -schüssel, PfWB Schale, PfWB Unterplättchen, -tasse, -teller. — 4. a. 'Glatze', Platt [allg.]. Zs. PfWB Plattkopf. RA.: Uf dem seiner Platt kammer (kann man) exerzeere [ KU-Schmittw/O]. Auch 'Tonsur der Mönche' [ KU-Rothsbg]. — b. 'Schädeldecke' [verbr.]; uf die Platt schlaa, die P. treffe [ KU-A'glan ZW-Bottb RO-Semb KL-Siegb PS-Burgalb]. RA.: Er is hell uf de P. (seltener: unner de P.) 'pfiffig, klug' [verbr.]; so hell uf de P. wie e Tutt voll Ruß, wie e Sack voll Klammere [ RO-Winnw]. — 5. 'kleine Pustel', Plättche [ Don-Schowe Torscha]. — 6. Vogelname in der Zs. PfWB Schwarzplättchen. — F.: blad, blḁd wie bei platt. Dim.: blędχə, bladχə, blędl, blęl. — Südhess. I 913/14; RhWB Rhein. VI 952 ff.; Saarbr. 156; LothWB Lothr. 49; ElsWB Els. II 170; Bad. I 251/52.
| 1. 'Vertiefung, Grube im Boden', Kaut (kaud, kḁud) [verbr. WPf (ohne den westl. Teil), zur Verbr. s. K. 227, mancherorts Don Gal Buch]; vgl. PfWB Kaule 1; Dim. Kaitche, Kaidel [verbr.]; Pl. Kaitlich [Raum um Land]; e K. mache [verbr.]. a. 1585/88: (die Grenze im Süden zieht) zu einer kautten, darin auch ein scheidestein sollen gesetzt werden [ZweibrUrk. Dom. 90, S. 65 (KU-Rehw)]. Im besonderen a. 'Grube zur Aufbewahrung von Rüben, Kartoffeln u. dgl.' [ KU-Albess Dunzw KL-Bruchmühlb HB-Erb Rockhs]; vgl. PfWB Kaule 1 a, PfWB Haufen 1 e γ; meist in Zs.: PfWB Dickwurzel-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Rüben-, PfWB Rummelnkaute. — b. α. 'schmale, mit dem Finger gezogene Furche, kleine Grube zum Legen von Bohnen u. Erbsen', Kaut, Kaitche, Kaidel [verbr. WPf u. NPf, seltener VPf]; vgl. PfWB Kaule 1 b. Zs. PfWB Bohnenkaute. Bouhne wern in die Kaure gelecht [ LA-Siebdg]. Nor immer eeni in een Kaut [Hartmann Kinnerspr. 51]. Die Planz kummt aus kener Kaut 'Der Samen keimt nicht' [ KU-Patb Bebd Haschb]. — β. 'Grube, in die das Bäumchen gesetzt wird' [ BZ-Silz]. Zs. PfWB Pflanzkaute. — c. 'Grube, in der Stalldünger und Kompost gelagert werden'; de Mischt uf der K. gut verdääle [ NW-Kallstdt]; Zs. PfWB Grund-, Krumel-, PfWB Mistkaute. a. 1774: Der Dung in der Kauth [Kurpf. 1631/18 (KL-Steinwd)]. — d. Zs. PfWB Aas-, PfWB Schindkaute; vgl. PfWB Kaule 1 c. — e. Zs. PfWB Erd(en)-, PfWB Kies-, PfWB Kohlen-, Lehmen-, [Bd. 4, Sp. 144] Lehmstein-, PfWB Leien-, PfWB Letten-, PfWB Sand-, PfWB Stein-, Wackenkaute; vgl. PfWB Kaule 1 d. — f. 'Grube, über der Flachs und Hanf gedörrt wurden'; Zs. PfWB Brechkaute; Feier in der K. mache [ Gal-Dornf]. Brauchtum s. PfWB howenzeln 2. — g. α. 'Loch für Klicker- u. Bohnenspiele der Kinder', Kaitche, Kaidel, Kaut [mancherorts, Don-Tscherw]. Zs.: PfWB An-, PfWB Bot-, PfWB Tupf-, PfWB Hinter-, PfWB Klicker-, PfWB Knöpfel-, Schock-, PfWB Unterkaute. Syn.: PfWB Platte 1 c, PfWB Breme2 2, PfWB Bremse3, PfWB Brenne 3, PfWB Bull 2 c, PfWB Butterloch 2, PfWB Dreieck 2a, PfWB Erdengrube 1, PfWB Viereck 2, PfWB Gar, PfWB Garau, PfWB Grube 1 b, PfWB Gullux, PfWB Haus 3 e β, PfWB Hölle 2 b, PfWB Kachel 1 e, PfWB Kachelloch, PfWB Kaserne 2 b, PfWB Kasse 1 d, PfWB Kaule 1 f, Kautenstrich, PfWB Klickerhöhle, -käßchen, -kaule, -loch, PfWB Kneipe 2, PfWB Knopfloch 2, PfWB Kreis, PfWB Kutte, Kutze, PfWB Loch, PfWB Nabel, PfWB Schiff, PfWB Setzerding, PfWB Strich. De Klicker in die K. picke 'schnellen' [Pirmas]. — β. 'Grube für das Hußsauspiel'. Bei diesem Spiel wird im Singsang gesprochen: Kaut rum, Kaut rum; wer ke Kaut hat, der is drum [ KL-Kottw/Schwand]. — h. α. Das Hinkel macht sich e K., um sich im Sand zu plustern [ KU-Kaulb]. — β. Zs. PfWB Wolfskaute. — 2. a. 'kegelförmige Vertiefung in der Brotschnitte zur Unterbringung von Butter'; die K. im Brot; Zs. PfWB Butterkaute. — b. 'Obstversteck im Heu' [ Gal-Gelsend]; vgl. PfWB Mauke. — c. 'Kerbe im Holz' [ KL-Frankst, mancherorts]; vgl. PfWB Kaule 3, PfWB Kaft 1 a. — d. scherzh. 'Bett'; sich in die K. lege [ NW-Hardbg]. Zs. PfWB Schlafkaute. — 3. 'natürliche Vertiefung am menschlichen und tierischen Körper'. a. Zs. Arsch-, PfWB Hals- 1 u. 2, PfWB Läuse-, PfWB Herz-, PfWB Kniekaute. — b. 'Höhlung an der Rückseite des Pferdehufs' [ Gal-Josbg]. — c. 'Grübchen in Wange und Kinn'; vgl. PfWB Kaule 4 c. Zs. Bakken-, Lachkaute. Das hot schene Kaitcher [ KL-Fischb]. Sie kriecht Kaitlich, wann se lacht [ LA-Herxh, KU-Ulm]. Der hat e Kaidel im Bart [ PS-Simt, mancherorts]. — 4. Sonstiges. a. 'Einbauchung im Mauerwerk'; e Kaut [ PS-Winz]. — b. 'nasse Stelle einer Wiese' [ GH-Wörth]. — c. Zs. PfWB Hundskaute 'Hundehütte'. — d. FlN in KU-Kreimb, Kaut, eine Mulde auf der Kreimbacher Seite des Winterbachtals; a. 1600: uf der Kutten seynd felder [Vellmann Wolfst. 238]; in KU-Obw/Tiefb, Kaitel; danach Benennung des Jagdgebietes der Gemarkung; vgl. PfWB Rödelkaute. — Südhess. III 1121/22; RhWB Rhein. IV 345/46; LothWB Lothr. 322; ElsWB Els. I 481; Bad. III 97.
| 1. a. 'natürliche Vertiefung im Boden'. α. 'Senke, enges Tal', Loch [verbr., Christmann Kaulb 73 Mang 102 Müller Dietschw 48 Schneckenburger 53 Lambert Penns 100 Beam Penns 66 verbr. Don Gal (Krämer Gal 143) Buch Rußl], Luch [ KU-Dennw/Frohnb HB-Kirrbg], Lorch [ Don-Bukin Schowe]; Pl. Lecher [verbr.], Lescher [mancherorts VPf, Schneckenburger 26]; Dim. Sg. Lech(e)lche [verbr. (außer SOPf) Beam Penns 64 verbr. Gal], Lech(e)l [mancherorts VPf verbr. SOPf O-PS, Otterstetter 130], Pl. Lech(e)lcher, Lechlich, Lechle; vgl. K. 27. RA. (Verwünschung): Däschde (tätest du) nore im Binger Loch leie! [ KU-Kaulb, KB-Kriegsf]. VR.: Buschper (Boßweiler) leit bei Querem, o jerem, o jerem, / Buschper leit im Loch, Forts. s. PfWB Boßweiler. — β. 'kleinere Vertiefung, Spalte im Boden oder im Gestein' [mancherorts]; vgl. PfWB Kaule 1, PfWB Kaute 1; Zs.: PfWB Erd-, PfWB Lettenloch. Dort isch e L. im Grawe [ LA-Gommh]. RA.: Der sauft wie e L., von einem unmäßigen Trinker [ KU-Kaulb, verbr]. VR.: Äne, däne Dore, die Geiß gehrem Kore (geht im Korn) / De Hirt leit em Loch, hat Hals oun Bään gebroch [ WD-Niedkch]; einen weiteren VR. s. PfWB Trawaldin. — γ. 'sumpfige Vertiefung, Wasseransammlung' [mancherorts]; Zs.: PfWB Pfütz-, PfWB Binsen-, PfWB Bruch-, Topf-, PfWB Dreck-, PfWB Drill-, PfWB Driller-, Tümpel-, PfWB Enten-, PfWB Gänse-, PfWB Gieß-, PfWB Gumpen-, PfWB Huder-, PfWB Krotten-, PfWB Mur-, PfWB Sappch-, PfWB Sudel-, PfWB Sumpf-, PfWB Suttcher-, PfWB Sutter-, PfWB Wasserloch. Do is e sumpig L. [ FR-Heuchh]. — b. 'künstlich geschaffene Grube oder Vertiefung im Boden'. α. 'Spielgrube beim Hurrsau- und PfWB Klickerspiel [mancherorts]; vgl. PfWB Hußda1, PfWB lafa, PfWB Lochherum, PfWB Löchelns; Zs.: PfWB Kachelloch; VR. s. PfWB Hurrsau 1 a. — β. 'Vorratsgrube, in der Futterrüben eingegraben werden' [ KB-Orb NW-Weish/S LA-Böbing]; vgl. PfWB Kaule 1 a, PfWB Kaute 1 a; Zs.: PfWB Dickrüben-, PfWB Dickwurzel-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Rüben-, PfWB Rummeln-, PfWB Saurübenloch. — γ. 'Pflanzloch für Bäumchen, Tabakpflanzen, Reben, Bohnen u. a.' [mancherorts]; Zs.: PfWB Pflanz-, PfWB Stufenloch. — δ. 'Grube, in der Lehm, Sand, Kies gegraben wird' [mancherorts]; vgl. PfWB Kaule 1 c; Zs.: PfWB Kies-, PfWB Leimen-, PfWB Sandloch. — ε. 'Schindanger' [ LA-Böbing Leinsw Nd'hochstdt]; Zs.: PfWB Schinderloch. — ζ. 'Jauchegrube' [vereinzelt]; Zs.: PfWB Pfuhl-, PfWB Senkloch. — η. 'Grube zur Hanf-, Flachsbearbeitung; vgl. PfWB Blauel-, PfWB Brech-, PfWB Dulf-, PfWB Hanfbrechloch. — θ. vgl. PfWB Brunnen-, PfWB Bohr-, PfWB Butter-, PfWB Grab-, PfWB Schließloch. ι 'von Tieren gegrabene Höhlung' [verbr.]; Zs.: PfWB Dachs-, PfWB Fuchs-, PfWB Hamster, Kornwurms-, PfWB Maulwurfs-, [Bd. 4, Sp. 1007] Maus-, PfWB Wurmloch. BR.: Sunnt sich de Dachs in de Lichtmeßwoch, kriecht er uf vier Woche willer (wieder) ins L. [ KU-Bedb, mancherorts], auch: Sieht de Dachs sein Schatte in de Lichtmeßwoch... [ LU-Böhl, mancherorts]. — 2. 'Öffnung oder Vertiefung am menschlichen oder tierischen Körper'. a. 'Darmausgang' [verbr.]; Zs.: PfWB Arm- 2, PfWB Arsch-, Kuharsch-, PfWB Scheißloch; RA. für 'den Hintern verhauen': 's L. vergerwe [ FR-N'lein], saame (säumen) [ KU-Kaulb], treffe [ PS-Geisbg NW-Kallstdt]. Er hot 's Lechl g'fitzt kriegt [ GH-Leimh]. Dem hert (gehört) e Tritt uf's L. [ KU-Schmittw/O]. Drohung: Geh weg, schunscht drer ich (trete ich) der uf's L., daß de Schuk stecke bleibt! [ PS-Erfw]. Setz dich uf dein L.! [ LU-Friesh]. Andere RA.: Abschlägige Antwort: Guck de Katz in's L., do siehscht Amerika [ LA-Maik]. Du kannscht mich gere han, dart wu de Buckl e Enn hot un die Haut e L., dass. [ Don-Schowe]. Der loßt sich liewer e Sääl dorch's L. ziege, als daß er eppes rausgibt, von einem Geizigen [ NW-Niedkch]. Der isch so arem, daß em 's Loch staabt (staubt) [ LU-Opp]. Der ist geputzt bis auf's L., von einem schlauen und hinterlistigen Menschen [Klein Prov. 72]. VR.: Gille, galle, / Loch verfalle, / Dokder hole, / Loch versohle [ LU-Dannstdt]; einen weiteren VR. s. PfWB Peter. — b. 'weibliches Geschlechtsteil', auch von Tieren [mancherorts, Beam Penns 66]; Syn. s. PfWB Bunz. — c. 'Mund', im Rätsel L. uf L., Hoar ums L., was isch des? Mann mit Bart bläst Trompete [ LA-Gommh]. — d. 'Wangen-, Kinngrübchen', meist Dim. [mancherorts]; vgl. PfWB Lachlöchelchen. Er hot e Lechelche em Bart (Kinn) [RO-Sippf]. — e. vgl. PfWB Augen-, PfWB Hunger- 1, PfWB Nasen-, PfWB Sehloch. — 3. 'Öffnung, Vertiefung an Sachen'. a. an Gebäuden. α. 'Tür' [verbr.], bes. in den RA.: Do hat de Zimmermann 's L. geloß! 'Verschwinde aus dem Haus!' [Pirmas, verbr.], auch: Er dut em weise (zeiche), wu de Zimmermann 's L. geloß hot [Don-Schowe, mancherorts Pf]. Er will naus, wu keen L. esch, von einem Starrsinnigen [LA-Herxh, mancherorts SOPf, Hebel 22]. — β. 'Fenster, Einschlupf' [mancherorts]; Zs.: PfWB Tag-, PfWB Dunst-, PfWB Eulen- 1, PfWB Flug-, PfWB Futter-, PfWB Gall-, PfWB Gerüst-, PfWB Guck-, PfWB Hünkels-, PfWB Kappen-, PfWB Katzen-, PfWB Keller- 1, PfWB Luft-, PfWB Ruß-, PfWB Schall-, PfWB Reff-, PfWB Ruten-, PfWB Schlitz-, Schwaden-, PfWB Seich-, PfWB Windloch. RA.: Wann d' Wand nit wär, hätt 's Haus e L. [ Rußl-Katht]. — γ. 'Nische in der Kellerwand' [ LU-Opp]; Zs.: PfWB Ätz-, PfWB Betzen- 2, PfWB Grütz-, PfWB Hehl-, PfWB Kellerloch 2. — b. 'L. an Gegenständen' [verbr.]; Zs.: PfWB Ärmel-, Feuer-, PfWB Kessel-, PfWB Knopf-, PfWB Ofen-, PfWB Schlüssel-, PfWB Stiel-, Stoß-, PfWB Warzenloch; RA.: den Gürtel e L. enger schnalle 'hungern' [ KU-A'glan]. Antwort auf die Frage »Was bekomme ich?«: E Dreckelche [Bd. 4, Sp. 1008] mime (mit einem) Lechelche, das hängscht der an dei Hälsche! [mancherorts Gal]. Rätsel: Es ist inwendig hohl und auß voller Lecher? der Fingerhut [Hebel 115]. Riraribbel, geel is de Zippel, / schwarz is 's L., / wo mer de Riraribbel drin kocht Gelbrübe im schwarzen Eisenhafen [KL-Fischb, Hebel 121]. L., L., lauter L. un hält doch? die Kette [Hebel 116]. a. 1570: Der galgen muß ohn Nagl und ohn loch gemacht sein [ABlieskst. 77]. — Im besonderen: α. 'Zapfloch am Faß' [mancherorts]; Zs.: PfWB Schlauchzapfen-, PfWB Spund-, PfWB Zapf-, PfWB Zapfenloch. — β. 'Loch an der Flöte' [verbr.]; RA.: in ee L. blose 'immer das gleiche sagen' [NW-Hardbg u. Umg.]; de Finger im rechde L. han 'das Richtige getroffen haben' [ KU-Bedb, Diedk]. Er peift uf'm letschde L. 'Er lebt nicht mehr lange' [KU-Herschw/Petth, verbr., auch Auslandspfälzer]. — 4. 'Schadstelle, Lücke' [verbr.]; Zs.: PfWB Sackloch. Er horre (hat ein) L. im Kopp 'eine Wunde am Kopf' [RO-Als, verbr.]. Ich han e L. im Zahn [Kus]. Du hascht e L. im Strump [ KU-Bedb]. Sie hot e L. im Klääd wie e Kopp [ LU-Alsh]. RA.: e L. in de Daach brenne, sagt man, wenn jemand morgens das Licht zu lange brennen läßt [KU-Körbn, verbr., auch Gal]; e L. in de Dag schlofe 'lange in den Tag hinein schlafen' [ PS-Schopp, mancherorts]; de Flicke (Placke) newe's L. setze 'etwas verkehrt machen' [ BZ-Dierb, mancherorts]; Fachausdrücke beim Kegelspiel: e L. werfe (hinstelle) 'die mittleren Kegel herauswerfen' [ LU-Opp, mancherorts]; dem annern 's L. butze 'die restlichen Kegel des Vordermannes wegräumen' [ RO-Dielkch]. Mei Geldbeidel hat e L. 'Das Geld ist mir ausgegangen' [Pirmas, verbr.]. Ich han e L. im Mage 'Ich habe Hunger' [ ZW-Nd'aub, mancherorts]. Der guckt e L. in die Luft (in die Wand, in de Borrem, in die anner Woch) 'Er starrt, träumt vor sich hin' [ BZ-Gossw, mancherorts]. Der schießt (schlagt) e L. in die Luft 'trifft vorbei' [ ZW-Battw, mancherorts]. Das is besser wie e L. im Kopp, von einer minderwertigen Sache [mancherorts Gal, Rußl-Katht]. Der macht ee L. zu un 's anner uf 'Er behebt einen Mißstand, indem er einen neuen schafft', bes. 'Er bezahlt Schulden mit geborgtem Geld' [Kaislt, NW-Hardbg u. Umg. Krieger 48]. Die Freindschaft (die Bosse) hat (han) e L. 'ist (sind) zu Ende' [Land, mancherorts]. VR.: Mittwoch, / do hot die Woch e L. [ LU-Opp]. Einen weiteren VR. s. PfWB Tanz 1 a. — 5. übertr. a. 'Behausung, Zimmer', verächtl. [mancherorts]; Zs.: PfWB Bar-, PfWB Dreckloch 2; RA.: net var's L. enauskumme 'nicht das Haus verlassen können' [ KU-Kaulb, NW-Haßl Spey]. — b. 'Gefängnis, Arrestlokal auf dem Dorfe' [verbr.]; Zs.: PfWB Betzen- 1, PfWB Bummer-, PfWB Damper-, PfWB Sitzenloch; Syn. s. PfWB Kittchen 1. Er kummt ins L. [LU-Alsh, verbr.]. Der is erscht [Bd. 4, Sp. 1009] aus'm L. kumme [ NW-Freinsh]. — c. 'Richtung, aus der das Wetter herankommt' [mancherorts]; Zs.: PfWB Regen-, PfWB Regenwetter-, PfWB Wetterloch. De Wind kimmt aus aam L. [ KB-Kriegsf]. — d. 'Richtung', bes. 'Blickrichtung', in der RA.: in een L. gucke 'nachdenklich in eine Richtung starren' [Kus, mancherorts, Hebel 25]. — e. Personenbez., meist abschätzig; vgl. PfWB Pott-, PfWB Fixfeuer-, Grau-, PfWB Hunger- 2, PfWB Saft-, PfWB Sauf-, PfWB Sauloch. — 6. Pflanzenname, s. Stopf-dirdas-Loch, PfWB Stopf-mir-das-Loch. — 7. FlN, Am (Im) L. [ PS-Schmalbg KB-Mauchh Zell KL-Wörsb LU-Assh NW-Iggb Speybn LA-Burrw Edk BZ-Ingh], in hist. Quellen auch für viele andere Orte belegt; Zs.: PfWB Büchten-, PfWB Eulen- 2, PfWB Geißen-, PfWB Katzen- 2, PfWB Krottenloch 2; Am Gerhardsborner L. [ PS-Hetths]. Bei der Herleitung der FlN ist nicht immer eindeutig zu entscheiden, welche zu Loch und welche zu mhd. lōch 'lichter Wald' (vgl. PfWB Loh) gehören. — Südhess. IV 363 ff.; RhWB Rhein. V 507 ff.; LothWB Lothr. 342; ElsWB Els. I 549.
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