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 PfWB Platte (Bd. 1, Sp. 982)   PfWB Kaute (Bd. 4, Sp. 143)   PfWB Läuse-kaute (Bd. 4, Sp. 830) 
   Platte f.:
1.
a. 'höher gelegene ebene Fläche im Gelände', Platt, s. F. [ KL-Wörsb NW-Geinsh]. a. 1277: unum iurnale super plattam 'ein Tagewerk über der Platte' [OttbgUrkb. 152 (KB-Rüssing)]. a. 1547: vonn dem Stein zu dem Andern biß vff die blatt [ZweibrOABannb. 30]. FlN in KU-Kaulb und NW-Weish/S.: uf de Platt.
b. 'kahle Stelle im Wald' [ PS-Schmalbg], vgl. PfWB Blöße 1; 'die zur Aufnahme von Waldsamen oder Pflanzen hergerichtete freie Waldfläche', Forstausdruck [ BZ-Lindbn]. —
c. 'Malzeichen, nach dem mit dem Klicker geworfen wird', Blatt [ KU-Diedk]. Syn. s. PfWB Kaute. —
d. 'Stelle beim Versteckspiel, an der der Suchende die entdeckten Mitspieler »anschlägt«', vgl. PfWB Anschlagen 2 [Kaislt]. —
e. die viereckige Stelle, auf der beim Klickerspiel Plattcherns die Einsatz- und Strafklicker niedergelegt werden [Kaislt]. —
f. 'flache Pflanzgrube', Platt [ PS-Salzwg]. —
g. 'Eisdecke' in der Zs. PfWB Eisplatte. —
2.
a. 'Platte zum Auslegen von Wänden und Fußböden, Fliese'; Platte (Plättle, Plättcher) leche [südl. VPf, allg.]. Zs. PfWB Steinplatte. WR.: Nasse Fußbodenplatten im Hausflur künden Regen für den nächsten Tag an [ KL-Wörsb]. —
b. 'der für den Fußgänger bestimmte (gepflasterte) Seitenteil der Dorfstraße', Platte (Pl.) [ LA-Nd'hochstdt Gommh]; vgl. PfWB Perme. Zs. Gehplatte. FlN Platt, Name eines Ortsteils in KL-Stelzbg, so genannt nach einem gepflasterten Weg. —
c. 'Herdplatte'; die Krischtcher 'Kartoffelscheiben' uf der Platt backe [ Gal-Dornf]. a. 1528: vor yßen Schienen, Steyn, blatten vnd mortell zum ofen [GgHospR]. Zs. PfWB Herd-, PfWB Ofenplatte. —
d. 'plattenartiger Teil eines Gegenstandes' in der Zs. PfWB Tischplatte. —
e. 'Grammophonplatte'. Lee e Platt uf [Kaislt, allg.]. —
f. 'Stoßplatte an der Spitze des Alltagsschuhs' in der Zs. PfWB Schuhplatte; vgl. PfWB Eisen. —
3.
a. 'Teller, flache Schüssel'. Ehr Kenn (Ihr Kinder), essen die Platt leer, daß's gut Weder git [ LA-Herxh]. RA.: Er hat die Platt gebutzt 'sich aus dem Staube gemacht' [KU-Trahw, verbr.], urspr.: 'hat (im Wirtshaus) gegessen und nicht bezahlt', vom Zechpreller. Volksgl.: Fer Abnemmes macht mer'm Kind Supp, fiedert (füttert)

[Bd. 1, Sp. 983]
sie'm aus'me neie Blettche, awwer mer muß der Katz aa Deel gewwe; des dut mer dreimol [Fogel Beliefs Penns Nr. 1472]. Bei Hausschlachtungen wird das Blut in einer flachen Platt aufgefangen [ PS-Erfw]. Zs. PfWB Blutplatte. a. 1558: ein dutzet zinnen deller, 3 großer geschlagener zinnen Blatten [WerschwReg., S. 449]. a. 1571: Item 1 vergilter Kelch mit sein Platten [WerschwSchR]. a. 1775: 2 erdene Blatten und 1 erdene schüssel [Kurpf., Güterversteigerungen]. Zs. PfWB Milch-, PfWB Senf-, PfWB Zinnplatte. —
b. 'Untertasse', Plättche, -sche (blędχə, -ə) [NPf WPf (außer SWPf) Westteil der nördl. VPf], Plattche (bladχə) [ RO-Rehbn], Plättel (bledəl) [verbr. mittl. u. südl. VPf PS-Ost]. In der VPf ist das Kompos. PfWB Kaffeeplättel häufiger. Syn.: PfWB Teller, PfWB Kachel, PfWB Kaffeeplättchen, -teller, -schale, -schüssel, PfWB Schale, PfWB Unterplättchen, -tasse, -teller. —
4.
a. 'Glatze', Platt [allg.]. Zs. PfWB Plattkopf. RA.: Uf dem seiner Platt kammer (kann man) exerzeere [ KU-Schmittw/O]. Auch 'Tonsur der Mönche' [ KU-Rothsbg]. —
b. 'Schädeldecke' [verbr.]; uf die Platt schlaa, die P. treffe [ KU-A'glan ZW-Bottb RO-Semb KL-Siegb PS-Burgalb]. RA.: Er is hell uf de P. (seltener: unner de P.) 'pfiffig, klug' [verbr.]; so hell uf de P. wie e Tutt voll Ruß, wie e Sack voll Klammere [ RO-Winnw]. —
5. 'kleine Pustel', Plättche [ Don-Schowe Torscha]. —
6. Vogelname in der Zs. PfWB Schwarzplättchen. — F.: blad, blḁd wie bei platt. Dim.: blędχə, bladχə, blędl, blęl. Südhess. I 913/14; RhWB Rhein. VI 952 ff.; Saarbr. 156; LothWB Lothr. 49; ElsWB Els. II 170; Bad. I 251/52.

 

   Kaute f.:
1. 'Vertiefung, Grube im Boden', Kaut (kaud, kḁud) [verbr. WPf (ohne den westl. Teil), zur Verbr. s. K. 227, mancherorts Don Gal Buch]; vgl. PfWB Kaule 1; Dim. Kaitche, Kaidel [verbr.]; Pl. Kaitlich [Raum um Land]; e K. mache [verbr.]. a. 1585/88: (die Grenze im Süden zieht) zu einer kautten, darin auch ein scheidestein sollen gesetzt werden [ZweibrUrk. Dom. 90, S. 65 (KU-Rehw)]. Im besonderen
a. 'Grube zur Aufbewahrung von Rüben, Kartoffeln u. dgl.' [ KU-Albess Dunzw KL-Bruchmühlb HB-Erb Rockhs]; vgl. PfWB Kaule 1 a, PfWB Haufen 1 e γ; meist in Zs.: PfWB Dickwurzel-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Rüben-, PfWB Rummelnkaute. —
b.
α. 'schmale, mit dem Finger gezogene Furche, kleine Grube zum Legen von Bohnen u. Erbsen', Kaut, Kaitche, Kaidel [verbr. WPf u. NPf, seltener VPf]; vgl. PfWB Kaule 1 b. Zs. PfWB Bohnenkaute. Bouhne wern in die Kaure gelecht [ LA-Siebdg]. Nor immer eeni in een Kaut [Hartmann Kinnerspr. 51]. Die Planz kummt aus kener Kaut 'Der Samen keimt nicht' [ KU-Patb Bebd Haschb]. —
β. 'Grube, in die das Bäumchen gesetzt wird' [ BZ-Silz]. Zs. PfWB Pflanzkaute. —
c. 'Grube, in der Stalldünger und Kompost gelagert werden'; de Mischt uf der K. gut verdääle [ NW-Kallstdt]; Zs. PfWB Grund-, Krumel-, PfWB Mistkaute. a. 1774: Der Dung in der Kauth [Kurpf. 1631/18 (KL-Steinwd)]. —
d. Zs. PfWB Aas-, PfWB Schindkaute; vgl. PfWB Kaule 1 c. —
e. Zs. PfWB Erd(en)-, PfWB Kies-, PfWB Kohlen-, Lehmen-,

[Bd. 4, Sp. 144]
Lehmstein-, PfWB Leien-, PfWB Letten-, PfWB Sand-, PfWB Stein-, Wackenkaute; vgl. PfWB Kaule 1 d. —
f. 'Grube, über der Flachs und Hanf gedörrt wurden'; Zs. PfWB Brechkaute; Feier in der K. mache [ Gal-Dornf]. Brauchtum s. PfWB howenzeln 2. —
g.
α. 'Loch für Klicker- u. Bohnenspiele der Kinder', Kaitche, Kaidel, Kaut [mancherorts, Don-Tscherw]. Zs.: PfWB An-, PfWB Bot-, PfWB Tupf-, PfWB Hinter-, PfWB Klicker-, PfWB Knöpfel-, Schock-, PfWB Unterkaute. Syn.: PfWB Platte 1 c, PfWB Breme2 2, PfWB Bremse3, PfWB Brenne 3, PfWB Bull 2 c, PfWB Butterloch 2, PfWB Dreieck 2a, PfWB Erdengrube 1, PfWB Viereck 2, PfWB Gar, PfWB Garau, PfWB Grube 1 b, PfWB Gullux, PfWB Haus 3 e β, PfWB Hölle 2 b, PfWB Kachel 1 e, PfWB Kachelloch, PfWB Kaserne 2 b, PfWB Kasse 1 d, PfWB Kaule 1 f, Kautenstrich, PfWB Klickerhöhle, -käßchen, -kaule, -loch, PfWB Kneipe 2, PfWB Knopfloch 2, PfWB Kreis, PfWB Kutte, Kutze, PfWB Loch, PfWB Nabel, PfWB Schiff, PfWB Setzerding, PfWB Strich. De Klicker in die K. picke 'schnellen' [Pirmas]. —
β. 'Grube für das Hußsauspiel'. Bei diesem Spiel wird im Singsang gesprochen: Kaut rum, Kaut rum; wer ke Kaut hat, der is drum [ KL-Kottw/Schwand]. —
h.
α. Das Hinkel macht sich e K., um sich im Sand zu plustern [ KU-Kaulb]. —
β. Zs. PfWB Wolfskaute. —
2.
a. 'kegelförmige Vertiefung in der Brotschnitte zur Unterbringung von Butter'; die K. im Brot; Zs. PfWB Butterkaute. —
b. 'Obstversteck im Heu' [ Gal-Gelsend]; vgl. PfWB Mauke. —
c. 'Kerbe im Holz' [ KL-Frankst, mancherorts]; vgl. PfWB Kaule 3, PfWB Kaft 1 a. —
d. scherzh. 'Bett'; sich in die K. lege [ NW-Hardbg]. Zs. PfWB Schlafkaute. —
3. 'natürliche Vertiefung am menschlichen und tierischen Körper'.
a. Zs. Arsch-, PfWB Hals- 1 u. 2, PfWB Läuse-, PfWB Herz-, PfWB Kniekaute.
b. 'Höhlung an der Rückseite des Pferdehufs' [ Gal-Josbg]. —
c. 'Grübchen in Wange und Kinn'; vgl. PfWB Kaule 4 c. Zs. Bakken-, Lachkaute. Das hot schene Kaitcher [ KL-Fischb]. Sie kriecht Kaitlich, wann se lacht [ LA-Herxh, KU-Ulm]. Der hat e Kaidel im Bart [ PS-Simt, mancherorts]. —
4. Sonstiges.
a. 'Einbauchung im Mauerwerk'; e Kaut [ PS-Winz]. —
b. 'nasse Stelle einer Wiese' [ GH-Wörth]. —
c. Zs. PfWB Hundskaute 'Hundehütte'. —
d. FlN in KU-Kreimb, Kaut, eine Mulde auf der Kreimbacher Seite des Winterbachtals; a. 1600: uf der Kutten seynd felder [Vellmann Wolfst. 238]; in KU-Obw/Tiefb, Kaitel; danach Benennung des Jagdgebietes der Gemarkung; vgl. PfWB Rödelkaute. — Südhess. III 1121/22; RhWB Rhein. IV 345/46; LothWB Lothr. 322; ElsWB Els. I 481; Bad. III 97.

 

   Läuse-kaute f.: = PfWB Halskaute, scherzh., Laiskaut [ KU-Krottb]. —