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| PfWB Platte (Bd. 1, Sp. 982) | PfWB Kachel (Bd. 4, Sp. 1) | |||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'höher gelegene ebene Fläche im Gelände', Platt, s. F. [ KL-Wörsb NW-Geinsh]. a. 1277: unum iurnale super plattam 'ein Tagewerk über der Platte' [OttbgUrkb. 152 (KB-Rüssing)]. a. 1547: vonn dem Stein zu dem Andern biß vff die blatt [ZweibrOABannb. 30]. FlN in KU-Kaulb und NW-Weish/S.: uf de Platt. — b. 'kahle Stelle im Wald' [ PS-Schmalbg], vgl. PfWB Blöße 1; 'die zur Aufnahme von Waldsamen oder Pflanzen hergerichtete freie Waldfläche', Forstausdruck [ BZ-Lindbn]. — c. 'Malzeichen, nach dem mit dem Klicker geworfen wird', Blatt [ KU-Diedk]. Syn. s. PfWB Kaute. — d. 'Stelle beim Versteckspiel, an der der Suchende die entdeckten Mitspieler »anschlägt«', vgl. PfWB Anschlagen 2 [Kaislt]. — e. die viereckige Stelle, auf der beim Klickerspiel Plattcherns die Einsatz- und Strafklicker niedergelegt werden [Kaislt]. — f. 'flache Pflanzgrube', Platt [ PS-Salzwg]. — g. 'Eisdecke' in der Zs. PfWB Eisplatte. — 2. a. 'Platte zum Auslegen von Wänden und Fußböden, Fliese'; Platte (Plättle, Plättcher) leche [südl. VPf, allg.]. Zs. PfWB Steinplatte. WR.: Nasse Fußbodenplatten im Hausflur künden Regen für den nächsten Tag an [ KL-Wörsb]. — b. 'der für den Fußgänger bestimmte (gepflasterte) Seitenteil der Dorfstraße', Platte (Pl.) [ LA-Nd'hochstdt Gommh]; vgl. PfWB Perme. Zs. Gehplatte. FlN Platt, Name eines Ortsteils in KL-Stelzbg, so genannt nach einem gepflasterten Weg. — c. 'Herdplatte'; die Krischtcher 'Kartoffelscheiben' uf der Platt backe [ Gal-Dornf]. a. 1528: vor yßen Schienen, Steyn, blatten vnd mortell zum ofen [GgHospR]. Zs. PfWB Herd-, PfWB Ofenplatte. — d. 'plattenartiger Teil eines Gegenstandes' in der Zs. PfWB Tischplatte. — e. 'Grammophonplatte'. Lee e Platt uf [Kaislt, allg.]. — f. 'Stoßplatte an der Spitze des Alltagsschuhs' in der Zs. PfWB Schuhplatte; vgl. PfWB Eisen. — 3. a. 'Teller, flache Schüssel'. Ehr Kenn (Ihr Kinder), essen die Platt leer, daß's gut Weder git [ LA-Herxh]. RA.: Er hat die Platt gebutzt 'sich aus dem Staube gemacht' [KU-Trahw, verbr.], urspr.: 'hat (im Wirtshaus) gegessen und nicht bezahlt', vom Zechpreller. Volksgl.: Fer Abnemmes macht mer'm Kind Supp, fiedert (füttert) [Bd. 1, Sp. 983] sie'm aus'me neie Blettche, awwer mer muß der Katz aa Deel gewwe; des dut mer dreimol [Fogel Beliefs Penns Nr. 1472]. Bei Hausschlachtungen wird das Blut in einer flachen Platt aufgefangen [ PS-Erfw]. Zs. PfWB Blutplatte. a. 1558: ein dutzet zinnen deller, 3 großer geschlagener zinnen Blatten [WerschwReg., S. 449]. a. 1571: Item 1 vergilter Kelch mit sein Platten [WerschwSchR]. a. 1775: 2 erdene Blatten und 1 erdene schüssel [Kurpf., Güterversteigerungen]. Zs. PfWB Milch-, PfWB Senf-, PfWB Zinnplatte. — b. 'Untertasse', Plättche, -sche (blędχə, -ə) [NPf WPf (außer SWPf) Westteil der nördl. VPf], Plattche (bladχə) [ RO-Rehbn], Plättel (bledəl) [verbr. mittl. u. südl. VPf PS-Ost]. In der VPf ist das Kompos. PfWB Kaffeeplättel häufiger. Syn.: PfWB Teller, PfWB Kachel, PfWB Kaffeeplättchen, -teller, -schale, -schüssel, PfWB Schale, PfWB Unterplättchen, -tasse, -teller. — 4. a. 'Glatze', Platt [allg.]. Zs. PfWB Plattkopf. RA.: Uf dem seiner Platt kammer (kann man) exerzeere [ KU-Schmittw/O]. Auch 'Tonsur der Mönche' [ KU-Rothsbg]. — b. 'Schädeldecke' [verbr.]; uf die Platt schlaa, die P. treffe [ KU-A'glan ZW-Bottb RO-Semb KL-Siegb PS-Burgalb]. RA.: Er is hell uf de P. (seltener: unner de P.) 'pfiffig, klug' [verbr.]; so hell uf de P. wie e Tutt voll Ruß, wie e Sack voll Klammere [ RO-Winnw]. — 5. 'kleine Pustel', Plättche [ Don-Schowe Torscha]. — 6. Vogelname in der Zs. PfWB Schwarzplättchen. — F.: blad, blḁd wie bei platt. Dim.: blędχə, bladχə, blędl, blęl. — Südhess. I 913/14; RhWB Rhein. VI 952 ff.; Saarbr. 156; LothWB Lothr. 49; ElsWB Els. II 170; Bad. I 251/52.
| 1. a. 'Topf'. α. 'irdener Topf', Kach(e)l (kaxəl, kaxl) [ LA-Diedf GH-Zeisk]; vgl. PfWB Tüpfen 1 b. Zs. PfWB Blumen-, PfWB Butterkachel. — β. 'eiserner Kochtopf' [mancherorts]; vgl. PfWB Kachelpfanne. — b. α. 'tiefe Schüssel, Suppenschüssel' [ KL-Olsbr LA-Venn]. — β. 'flache Schüssel' [ NW-Wachh]. — γ. der K. 'kleine, ausgebauchte Schüssel' [vereinzelt SWPf]. — δ. 'Obertasse' [ ZW-Riedbg]. — ε. 'Untertasse' [ PS-Schindhd]. — ζ. Zs. PfWB Seifenkachel. — c. α. 'gebrannte Tonplatte für Öfen' [vereinzelt südl. VPf]; vgl. PfWB Kachelofen, PfWB Platte 3 b. — β. 'Dachziegel' [verbr. Gal]. Österreichischer Herkunft? — d. 'Nachttopf' [mancherorts, PfId. 71]. Zs. PfWB Brunzkachel. VR.: Michel, Machel, mach in die K.; die K. rinnt, der Michel stinkt [ Gal-Obl]. a. 1597: zinen Harngeschirr oder Kachell [Inventarium Scheffer in RO-O'mosch]. — e. 'kleine Vertiefung im Boden', insbes. 'flaches Loch für das Spiel Kachel(che)ns' [ FR-Lambsh Carlsbg LA-Maik]; vgl. PfWB Kachelloch. — f. 'weiblicher Geschlechtsteil' [Schandein Sprachsch. 25]; vgl. PfWB Bunz. — [Bd. 4, Sp. 2] 2. a. α. 'dicke, große weibliche Person', auch 'alte weibliche Person', abschätzig [vereinzelt]; verstärkt: e dick K. [ RO-Dielkch]; e alt K. [ NW-Wachh]; e aldi K. [ NW-Kallstdt]. Sei Fraa isch sou e fetti K. [ NW-Gimmdg]. Zs. Speckkachel. — β. s. PfWB Morast-, PfWB Süßkachel. — b. 'der jüngste Vogel im Nest' [vereinzelt südl. VPf]. Syn. s. PfWB Nestquack. — Südhess. III 1020; RhWB Rhein. IV 9; LothWB Lothr. 270; ElsWB Els. I 419; Bad. III 44.
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