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 PfWB Platte (Bd. 1, Sp. 982)   PfWB Eisen (Bd. 2, Sp. 849)   PfWB Stempel-eisen (Bd. 6, Sp. 533) 
   Platte f.:
1.
a. 'höher gelegene ebene Fläche im Gelände', Platt, s. F. [ KL-Wörsb NW-Geinsh]. a. 1277: unum iurnale super plattam 'ein Tagewerk über der Platte' [OttbgUrkb. 152 (KB-Rüssing)]. a. 1547: vonn dem Stein zu dem Andern biß vff die blatt [ZweibrOABannb. 30]. FlN in KU-Kaulb und NW-Weish/S.: uf de Platt.
b. 'kahle Stelle im Wald' [ PS-Schmalbg], vgl. PfWB Blöße 1; 'die zur Aufnahme von Waldsamen oder Pflanzen hergerichtete freie Waldfläche', Forstausdruck [ BZ-Lindbn]. —
c. 'Malzeichen, nach dem mit dem Klicker geworfen wird', Blatt [ KU-Diedk]. Syn. s. PfWB Kaute. —
d. 'Stelle beim Versteckspiel, an der der Suchende die entdeckten Mitspieler »anschlägt«', vgl. PfWB Anschlagen 2 [Kaislt]. —
e. die viereckige Stelle, auf der beim Klickerspiel Plattcherns die Einsatz- und Strafklicker niedergelegt werden [Kaislt]. —
f. 'flache Pflanzgrube', Platt [ PS-Salzwg]. —
g. 'Eisdecke' in der Zs. PfWB Eisplatte. —
2.
a. 'Platte zum Auslegen von Wänden und Fußböden, Fliese'; Platte (Plättle, Plättcher) leche [südl. VPf, allg.]. Zs. PfWB Steinplatte. WR.: Nasse Fußbodenplatten im Hausflur künden Regen für den nächsten Tag an [ KL-Wörsb]. —
b. 'der für den Fußgänger bestimmte (gepflasterte) Seitenteil der Dorfstraße', Platte (Pl.) [ LA-Nd'hochstdt Gommh]; vgl. PfWB Perme. Zs. Gehplatte. FlN Platt, Name eines Ortsteils in KL-Stelzbg, so genannt nach einem gepflasterten Weg. —
c. 'Herdplatte'; die Krischtcher 'Kartoffelscheiben' uf der Platt backe [ Gal-Dornf]. a. 1528: vor yßen Schienen, Steyn, blatten vnd mortell zum ofen [GgHospR]. Zs. PfWB Herd-, PfWB Ofenplatte. —
d. 'plattenartiger Teil eines Gegenstandes' in der Zs. PfWB Tischplatte. —
e. 'Grammophonplatte'. Lee e Platt uf [Kaislt, allg.]. —
f. 'Stoßplatte an der Spitze des Alltagsschuhs' in der Zs. PfWB Schuhplatte; vgl. PfWB Eisen. —
3.
a. 'Teller, flache Schüssel'. Ehr Kenn (Ihr Kinder), essen die Platt leer, daß's gut Weder git [ LA-Herxh]. RA.: Er hat die Platt gebutzt 'sich aus dem Staube gemacht' [KU-Trahw, verbr.], urspr.: 'hat (im Wirtshaus) gegessen und nicht bezahlt', vom Zechpreller. Volksgl.: Fer Abnemmes macht mer'm Kind Supp, fiedert (füttert)

[Bd. 1, Sp. 983]
sie'm aus'me neie Blettche, awwer mer muß der Katz aa Deel gewwe; des dut mer dreimol [Fogel Beliefs Penns Nr. 1472]. Bei Hausschlachtungen wird das Blut in einer flachen Platt aufgefangen [ PS-Erfw]. Zs. PfWB Blutplatte. a. 1558: ein dutzet zinnen deller, 3 großer geschlagener zinnen Blatten [WerschwReg., S. 449]. a. 1571: Item 1 vergilter Kelch mit sein Platten [WerschwSchR]. a. 1775: 2 erdene Blatten und 1 erdene schüssel [Kurpf., Güterversteigerungen]. Zs. PfWB Milch-, PfWB Senf-, PfWB Zinnplatte. —
b. 'Untertasse', Plättche, -sche (blędχə, -ə) [NPf WPf (außer SWPf) Westteil der nördl. VPf], Plattche (bladχə) [ RO-Rehbn], Plättel (bledəl) [verbr. mittl. u. südl. VPf PS-Ost]. In der VPf ist das Kompos. PfWB Kaffeeplättel häufiger. Syn.: PfWB Teller, PfWB Kachel, PfWB Kaffeeplättchen, -teller, -schale, -schüssel, PfWB Schale, PfWB Unterplättchen, -tasse, -teller. —
4.
a. 'Glatze', Platt [allg.]. Zs. PfWB Plattkopf. RA.: Uf dem seiner Platt kammer (kann man) exerzeere [ KU-Schmittw/O]. Auch 'Tonsur der Mönche' [ KU-Rothsbg]. —
b. 'Schädeldecke' [verbr.]; uf die Platt schlaa, die P. treffe [ KU-A'glan ZW-Bottb RO-Semb KL-Siegb PS-Burgalb]. RA.: Er is hell uf de P. (seltener: unner de P.) 'pfiffig, klug' [verbr.]; so hell uf de P. wie e Tutt voll Ruß, wie e Sack voll Klammere [ RO-Winnw]. —
5. 'kleine Pustel', Plättche [ Don-Schowe Torscha]. —
6. Vogelname in der Zs. PfWB Schwarzplättchen. — F.: blad, blḁd wie bei platt. Dim.: blędχə, bladχə, blędl, blęl. Südhess. I 913/14; RhWB Rhein. VI 952 ff.; Saarbr. 156; LothWB Lothr. 49; ElsWB Els. II 170; Bad. I 251/52.

 

   Eisen n.:
1. 'das Metall Eisen', auch 'Stück

[Bd. 2, Sp. 850]
des Metalls Eisen', Eise (aisə) [verbr.], (āisə) [Neustdt], (ęisə) [ KU-O'alb], Ise (īsə) [lothr. SWPf]. Das Holz do is hart wie Eise [ KU-Ulm]. Er hot e Hernkaschde wie vun Eise [ LU-Alsh]. Er hot Nerve vun Eise un Stahl [ LU-Opp]. Ich meen grad, e glierich 'glühend' Eise fahrt ma durch de Leib, un es brennt wie die Hell [Westrich-Kalender 1957, S. 104]. Der is aus Eise 'robust, ausdauernd, widerstandsfähig gegen alle Unbilden der Witterung [ Gal-Dornf]; vgl. PfWB Eisenkeil. RA.: Mer geheeren ball zum alde Eise [ KB-Albish, allg.], unner 's alt Eise [ BZ-Dernb]. Das kummt zum alde E. 'Das taugt nichts mehr' [ KU-Schmittw/O]. Der loßt nix leie 'liegen' wie Mihlstään un glierich E., von einem Taschendieb [NW-Weish/S, verbr.]. SprW.: Aldi Lieb roscht net, un wann se hunnert Johr beim alde E. leit [ FR-Albsh, LU-Böhl]. Not brecht E. [Horne Penns 98]. Volksgl.: Wann en Baam net trage will, ladt 'belädt' mer'n mit Eise un Steen [Fogel Beliefs Penns Nr. 1002]. Rätsel: Hinne Flääsch un vorre Flääsch, un in de Mitt Holz un E. (der pflügende Bauer) [Hebel 114]. VR.: Schneiregääß, mach e E. hääß; schlupp unner de Disch, mach Flerrerwisch!, spöttisch vom Schneider [ BZ-Dierb]. Ich wollt, ich wollt, du hättscht e Sack voll Gold un ich e Sack voll E.! Dann däte mer minanner schmeiße, dann hätt ich 's Gold un du 's E. [ KU-Diedk]. a. 1425: als fiel zu lone geben als ein schiene isens gilt [LeinArch. (Löhne)]. a. 1425: von einem wagen zu beschlahen mit altem ysen [ebd.]. —
2. Geräte aus E.
a. 'Hufeisen'; e E. ufschlaa [KU-Bedb, verbr.]. Zs. PfWB Huf-, PfWB Sommer-, PfWB Wintereisen. —
b. 'Stoßeisen auf der Schuhsohle', Dim. Eis'che (aisχə) [verbr. (1925)], Äis'che (ęisχə) bzw. Is'che (isχə) [verbr. SWPf (1925)], Eiselcher (Dim. Pl.) [ Gal-Dornf Obl]; vgl. PfWB Schuhplatte. Loß der Eis'cher uf die Schuh mache! [Kaislt]. Zs. PfWB Schuh-, PfWB Spitz-, PfWB Stoßeisen. RA.: Sie hot 'n Eise hunne 'Sie hat ein uneheliches Kind' [Fogel Prov. Penns Nr. 439]. —
c. 'Klicker aus E.', Eis'che (aisχə) [ ZW-O'aub KL-Miesb]; vgl. PfWB Eisenklicker. Syn. s. PfWB Schießklicker. —
d. andere Geräte und Geräteteile s. PfWB Pfahl-, PfWB Pflanz-, Pflug-, PfWB Bill-, PfWB Brech-, PfWB Bügel-, PfWB Daber-, PfWB Deichsel-, PfWB Teller-, PfWB Distel-, PfWB Trag-, PfWB Eß-, PfWB Fall-, Fang-, PfWB Fuchs-, PfWB Fuß-, Gargel-, Hals-, Heb-, PfWB Hobel-, PfWB Kelter-, Klöppel-, PfWB Kratz-, PfWB Kuppel-, PfWB Last-, PfWB Leg-, Lein-, PfWB Loh-, PfWB Mühl-, PfWB Rad-, PfWB Reib-, PfWB Reih-, PfWB Reiß-, PfWB Rinde-, Roll-, PfWB Rüben-, PfWB Schab-, PfWB Schieß-, PfWB Schlag-, PfWB Schneid-, PfWB Schnitz-, Schrank-, Schnüffel-, PfWB Schür-, Schwing-, PfWB Setz-, PfWB Spang-, PfWB Spann-, PfWB Spekulier-, PfWB Sperr-, PfWB Stachel-, PfWB Stech-, PfWB Steig-, PfWB Stemm-, PfWB Stempel-, PfWB Strähl-, PfWB Waffel-, PfWB Wend-, PfWB Winkel-, PfWB Wurst-, PfWB Zwercheisen. —
3. nur Pl. in den RA. auf die E. gehen 'in strenge Zucht

[Bd. 2, Sp. 851]
nehmen', aus den E. fahren 'aus der Haut fahren'. Vadder, du muscht dem Lausbu besser uf die E. gehn [ NW-Haßl, KU-Kaulb]. Do kennt mer aus de E. fahre! [KU-Hundh HB-Kirrbg Schandein Sprachsch. 18]. —
4. als Schimpfw. für lästige Menschen in PfWB Fege-, PfWB Feuer-, PfWB Grammel-, PfWB Keidel-, PfWB Krangel-, PfWB Nag-, PfWB Quäleisen. —
5. die Äise (ęisə), Spottname auf die Bewohner von KU-O'alb, weil sie das Wort E. so aussprechen. — Südhess. II 162/63; RhWB Rhein. II 94/95; Saarbr. 56; LothWB Lothr. 261; ElsWB Els. I 76; Bad. I 671/72.

 

  -eisen n.: 'Gerät zum Entrinden des Holzes', -eise [ BZ-Lug]; vgl. PfWB Stoßeisen 3. —