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 PfWB Blatt (Bd. 1, Sp. 980)   PfWB Bohnen-blatt (Bd. 1, Sp. 1077) 
   Blatt n.:
1.
a. 'Pflanzenblatt', Blaat, Blatt, s. F. [allg.]. Sie geht Blärrer mache 'die äußeren Blätter der Runkelrüben wegreißen als Grünfutter' [ KL-Fischb]; vgl. PfWB blatten. Zs. Andivien-, PfWB Aspenlaub-, PfWB Bohnen-, PfWB Trauben-, Grutzen-, PfWB Gundel-, PfWB Kraut-, PfWB Laub-, PfWB Lorbeer-, Maulbeeren-, PfWB Meerrettich-, PfWB Nuß-, Rhabarber-, PfWB Rosen-, PfWB Ruß-, PfWB Salat-, PfWB Sand-, PfWB Winden-, PfWB Zuckerrübenblatt. RA.: Der nemmt awwer ka Blaat vors Maul 'sagt alles frei heraus' [ KU-Reiffb, allg.]. Der hot e Hochmut wie e Krott uf'm Bläätche (blēdχə) [verbr. Don Gal Buch]. SprW.: 's Bläätche wennt sich a emol 'Es wird auch einmal anders' [KU-Bedb, verbr.]. WR.: Schlechtes Wetter, wenn die Bläätcher naß werre oder bleiwe [ KU-Breitb]. Volksgl.: Wenn die Blärrer kummen un gehen, nemmen se die Leit mit 'Im Frühjahr und im Herbst sterben die meisten Menschen' [PfMHk. 1925, S. 175]. Sinn unner de Rummele weiße Blärrer, so saht mer, 's sterbt jemand im Haus [ KL-Reichb]. VR.: Salme (Salomea), geb de Kuh e Halme, geb de Gääß e Blaat, dann is alles saat (satt) [Kaislt (Wilde 79)]; weitere VR. mit B. s. PfWB Kehraus, PfWB Sommertag. —
b. als Grundw. in den Zs. Pfannkuchen-, PfWB Brand-, PfWB Geiß-, Hutschel-, Ohm-, PfWB Ohn-, Speck-, PfWB Spitzblatt. —
2. 'Papierblatt'.
a. das Einzelblatt im Buch, Heft usw.; so dinn wie e Blaat [WPf, allg.]; 's Bätbuch (Gebetbuch) mit de 32 Blärrer 'ein Satz Spielkarten', scherzh. [ZW-Battw, verbr.], vgl. unten c. Zs. PfWB Linien-, PfWB Lösch-, Zeitungsblatt, Zigarettenblättchen. —
b. 'Zeitung'. 's steht im Blaat [Kus, allg.], im Bläddel [LA-Venn, mittl. u. südl. VPf]. Zs. Kirchen-, Sonntagsblatt, Käsblättchen. —
c. 'Spielkarte'; 's Blaat erausspiele [ KU-Kaulb, allg.]. —
3. 'Fiepinstrument zum Anlokken des Rehbocks' in der Zs. Rehblättlein. —
4. 'Holzblättchen im Mundstück der Klarinette', Bläätche [KU-Kaulb u. Umg.]. —
5. 'Pulverblättchen', zum Schießen mit der Knallpistole, Bläätche u. Blättche [verbr. (1930)]. —
6. 'Oberleder des Vorderschuhs', Blaat u. Blatt [verbr.]. —
7. 'breiter, flacher Teil eines Geräts'.
a. 'Schneidteil von Axt, Hacke, Säge, Sense', s. die Zs. PfWB Axt-, PfWB Hacken-, PfWB Säge-, PfWB Sensenblatt. —
b. 'Blatt der Weblade', Blaat [KU-Kaulb um 1900]. Zwischen den aus Ried (Schilfrohr) gefertigten Zähnen gehen die einzelnen Zettelfäden durch. Der Abstand zwischen den Zähnen ist verschieden je nach der Feinheit des Webstoffes; man unterscheidet daher zwischen 24-er, 28-er, 32-er usw. Blättern. Mit dem Blatt wird ein PfWB Schuß an den andern geschlagen; vgl. ElsWB Els. II 168. —
c. Teile anderer Geräte und Gegenstände in den Zs. PfWB Tisch-, PfWB Eggen-, PfWB Leichten-,

[Bd. 1, Sp. 981]
PfWB Sattel-, PfWB Seiten-, PfWB Ziffer-, PfWB Zugblatt.
8. 'Schulterblatt von Rind, Hirsch, Reh', Blaat [KU-Hundh O'staufb ZW-Gr'bundb KB-Albish], Blatt [ LA-Gommh]; ufs Blaat treffe, Jägerspr. [WPf, allg.]. — F.: blād, bld WPf Don Gal Buch, blad, blḁd VPf Penns; -- bes. NWPf NPf Gal, selten südl. WPf; -ḁ- bes. südl. VPf. Bezügl. der mittl. VPf gelten die Angaben bei Bertram 16: » im Süden, ausschmalend auf der U-haardt (NW) und in einer größeren Insel im NO«. Pl.: blärər und blärÄr vorn. WPf und Westteil der südl. VPf ohne pfälz.-elsässisches Grenzgebiet; blarer und blarÄr KU-Selchb RO-Rehborn Wintbn KB-Standbl; blęðər und blęðÄr Einzelorte in der ganzen Pfalz; blędər und blędÄr vorn. nördl. u. mittl. VPf, Ostteil und Südrand der südl. VPf sowie viele Orte der SWPf; bladÄr BZ-Schweighf; blęlÄr KU-Ulm Erdb Patb Bedb O'alb Dennw/ Frohnb Rathsw ZW-Lambsbn. Neigung zur Dehnung des Stammvokals (--) in KU-Nerzw KB-Albish GH-Hatzbühl Freckf. In den Städten wird fast allg. -d- gesprochen, das auch sonst vordringt; in den Orten um Pirmas wendet man für 'Laub' die Pluralform blęÄrÄ an, während für 'Vorderteile der Schuhschäfte' die von der Stadt übernommene Form blędÄ gebräuchlich ist, Otterstetter 89. Schwund des auslautenden -r wird bes. für die mittl. WPf (blärə) und den Raum um Pirmas (blęÄrÄ, blędÄ) angegeben. Dim. bldχə WPf u. nördl. VPf, blędə Kaislt, blēdχə KU-Schmittw, blędl mittl. u. südl. VPf, blęəl SOPf, vgl. Heeger 26. — Südhess. I 910/11; RhWB Rhein. I 755 f.; LothWB Lothr. 49; Bad. I 250 f.

 

   Bohnen-blatt n.:
1. 'Blatt der Bohne', Bohne-, Bahne-, Buhne-, Bouhne, Bauhneblaat, -blatt, s. PfWB Bohne u. PfWB Blatt [allg.]. RA.: So dinn wie e Bahneblaat [ KL-Fischb, KU-Schmittw/O], wie e Buhnebläädche [KU-Kaulb Herschw/Petth Wilde 27 Don-Schowe Torscha]. AR.: Ene, dene, Bohneblaat, meine Motter hot gesaat: siewe Gäße un e Kuh, Peter, schließ die Stalldeer zu, werf de Schlissel iwwer de Rhei, morje soll gut Werrer sei [KU-Hundh, verbr., auch Don, Wilde 28]; Var. s. PfWB Peter 2. —
2. 'neugeborenes Mädchen bis zur Taufe' [verbr. WPf NPf BZ-Dernb]; dafür auch PfWB Rosenblättchen; vgl. PfWB Pfannenstiel 5, dort auch die Deutung solcher Zwischennamen. — Südhess. I. 993; RhWB Rhein. I 842; Bad. I 283. —