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 PfWB Blater (Bd. 1, Sp. 975)   PfWB Schuß-blater (Bd. 5, Sp. 1511) 
   Blater f.:
1. 'mit Flüssigkeit gefüllte Hautblase', Bloder, Blorer, s. F.; vgl. PfWB Blase. Er hot Blodere an de Hänn [PS-Schmalbg, verbr., auch Don-Tscherwk Gal-Dornf Lambert Penns. 30]. Ich han mer B. an de Fiß gelaaf [ZW-Battw, verbr.]. Stech mer die B. uf! [verbr.]. RA.: Bei dem kann sich e Maus e Blorer läife, bes se ebbes find (so arm ist er) [ KU-Schmittw/O]. Die Sunn brennt heit Blodere, wenn es sehr heiß ist [ HB-Kirrbg Einöd ZW-Ernstw]. Auch 'Blutblase infolge Quetschung' [KU-A'glan KL-Gimsb u. Umg. PS-Geisbg LU-Limbghf NW-Frankeck]; 'Blase durch Verbrennung' [Zweibr]; 'Blase auf der Zunge' [Pirmas]. Volksmed.: Es gingen drei gottselig Jungfere in Westrich; brech die Blater, wo sie ist: auf der Zung oder unter der Lung oder wo sie ist zwischen Fell und Fleisch (Brauchspruch aus Pirmas). —
2. 'geschwürartige Entzündung auf der Hornhaut', Bloder [NW-Kallstdt Elmst Haßl LA-Mörzh Gal-Debolowka Landtr Slawitz]; vgl. Augen-, PfWB Schußblater. —
3. 'Blatter, Pocke' [NW-Haßl Spey SOPf]; vgl. PfWB Blattern. —
4. 'Ader', Bloder [Spey BZ- Sarnstall Billh]. —
5. Pl. Blodere 'Gesäßbacken'. Eich hannem die Blodere troff 'Ich habe ihm den Hinteren verhauen' [KL-Gimsb u. Umg.]. — F.: blōdər, blōdÄr fast allg.; blōrər KU-Schmittw/O Brück Rothsbg; blrər IB-Bliesmg/Bolch; Pl. blōdərə. Südhess. I 905; RhWB Rhein. I 736; Saarbr. 30; LothWB Lothr. 47; ElsWB Els. II 170; Bad. I 249/50.

 

 -blater f.:
1. 'Geschwür am Augenlid', auch: 'Entzündung, rote Flecken auf der Augenhornhaut', Schußbloder [KU-Krottb (Vogelsgesang 38) KL-Trippstdt LU-Friesh Oggh Opp NW-Frankeck Geinsh Kallstdt Weish/S SP-Harths Heiligst Spey NW-Haßl LA-Gommh Mörzh Nd'hochstdt Venn BZ-Albw Dernb, Bergz (PfId. 129) GH-Bellh, Lambert Penns 146 Danner Penns 158 Krämer Gal 194 Don-Schowe Torscha], -blorer [ LA-Siebdg]; Syn. s. PfWB Gerstenkorn 2. Volksgl.: Wammer'n Schußbloder oder'n Wegschisser am Aag hot, muß mer en schmutzicher Deller angucke [Fogel Beliefs Penns Nr. 1583]. Brauchspruch gegen die Sch.: Schußblader, ich dub dich, / Schmutziger Deckel, ich druck dich! [aus LA-Frankw um a. 1800 (Heeger Vhk. 51)]; Var. s. PfWB raumen 1. Weiterer Brauchspruch: Der Daumen wird auf die Augen gelegt und gesprochen:

[Bd. 5, Sp. 1512]
Hernbloder, Schußbloder, Erbsebloder, Sondbloder, Blutbloder; / für alle böse Blodere / streich ich mit meim rechte Daumen / daß du sollst das Auge saumen. / Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Beim Nennen der 3 höchsten Namen wird jedesmal über die wunde Stelle geblasen [ ZW-Gr'steinhs]. Andere Praktiken: Mit dem Daumen wurde dreimal ums Auge gefahren und beim Sprechen der drei höchsten Namen hineingeblasen. Das Brauchen konnte eine Frau von einem Mann erlernen und umgekehrt [ LU-Friesh]. Sch. is en gaschdich Ding, / Die reibt mer mit 'me Hochzichring. / En anner Middel is bekannt, / Mer streicht se mit 're dode Hand [Birmelin Penns Gezw. 65]. —
2. 'mit geronnenem Blut gefüllte Hautblase, die sich nach einer Quetschung bildet' -blorrer [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB Blater, PfWB Blutblase, PfWB Blutblater. — Südhess. V 837; RhWB Rhein. VII 1937; ElsWB Els. II 171. —