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 PfWB Bläß (Bd. 1, Sp. 973)   PfWB o2 (Bd. 5, Sp. 189)   ElsWB ö (Bd. 1, Sp. 3b) 
   Bläß f., m., n.:
1. 'weißer Fleck auf der Stirn von Tieren', Bläß (blęs) [allg.], 'im Haar des Menschen' [KU-Kaulb u. Umg.]. —
2. 'Kuh oder Pferd mit weißem Stirnfleck' [allg.]; vgl. PfWB Bläßgaul. Nach Schandein Ged. 233 und Heeger Tiere I 21 gilt das Wort auch für einen Hund mit einem hellen Stirnfleck; in Don-Schowe kennt man den Hundenamen Blassel. Das Gen. ist bei der Kuh gew. f.: Die B. muß bei de Ochs [PS-Schmalbg, verbr.]; beim Farren m.: Loß de B. raus [BZ-Dernb, verbr.]; beim Pferd wohl allg. m.: Binn de B. aan [RO-Dielkch, verbr.]. Übertr. in der RA.: de B. loslosse 'ausgelassen sein, sich austoben' [KU-Schmittw/O Adb RO-Mannw Pirmas FR-Bockh Kühn Hamet 42 Schandein Ged. 73]; die B. loslosse [Kaislt Neustdt]; 's B. loslosse [ KU-Roth KL-Ramst]. (Andere Deutung bei L. Stoll, Der brauchtümliche Wortschatz, Speyer 1966, S. 116.) In PS-Bruchw

[Bd. 1, Sp. 974]
läßt man de Bleß an der Kirbe los: Ein maskierter Junge, den man zuerst an einer Kette führt, wird losgelassen, damit er dann beim Umzug des Kirbestraußes herumtoben kann. —
3.
a. 'Stirn des Menschen' [verbr. WPf, selten VPf]. In dieser Bed. ist das Gen. meist n.; f.: KU-Herschw/Petth PS-Burgalb Simt; m.: KU-Schmittw/O Erdb Eschau Körbn Lohnw ZW-Gr'bundb. Ich haa der uf's B. [RO-Semb, verbr.]. —
b. 'Kopf', Bleß [ KU-A'glan]; 'Gesicht' [ RO-Gundw]. Guck juscht sellem (jedem) sei Bless [PennsDeitschEck 13. 3. 1948]. —
4.
a. 'blaue Beule', scherzh. [verbr., auch Gal-Dornf]. —
b. 'Narbe' [ GH-Zeisk Don Lenauh]. Zu frz. blesser 'verwunden'? —
5.
a. 'dummer, ungeschickter Mensch', Schimpfwort. Er is e Bläß [KU-Bechb Kaulb Kühn Hamet 99]. Syn. s. PfWB Tappes. —
b. 'tauber Mensch', Blessel [ SP-Dudhf]; vgl. PfWB Bläsel. —
c. 'Possenreißer, Halbnarr' [ KU-Schmittw/O KL-Queidb KB-Stett Mauchh Eisbg Lauth LU-Opp LA-Siebdg Venn BZ-Wilgws GH-Schwegh]. Zs. PfWB Schotenbläß. Syn. s. PfWB Spaßvogel. —
d. Uzname für die Bewohner von ZW-Kl'bundb und ZW-Käshf, Blesse.
6. 'männliches Glied', de Bläß [ BZ-Dernb]. —
7. Das hat de Bleß 'sieht nicht gut' [ PS-Fischb]. — Zur Etym. s. Kluge-Mitzka19 Blesse. — Südhess. I 903/04; RhWB Rhein. I 752/53; Saarbr. 29; LothWB Lothr. 48; ElsWB Els. II 165; Bad. I 248.

 

   o2, ö Interj.: Fuhrmannsruf an die Zugtiere 'halt', oh (ō) [mancherorts mittl. u. südl. VPf ZW-Hornb KL-Schneckhs FR-Bobh Eppst Grünstdt], öh [ LA-O'hochstdt]; häufig nur als Zuruf für Ochsen- oder Kuhgespanne, während bei Pferden brr, hü 2 gerufen wird; vgl. PfWB ho2, PfWB huf 2, PfWB ocha, PfWB oha, ohä, ohü, PfWB or2. Oh, Bless! (s. PfWB Bläß 2) [ GH-Zeisk]. Südhess. IV 1035; RhWB Rhein. VI 313; LothWB Lothr. 390; ElsWB Els. I 3.

 

  ö [ Banzenh. Molsh. K. Z. Wörth Ndrbetschd. Wh.] Zuruf an Zugtiere: halt! jüstrum ö! linksum (und halt)! hott num ö! rechtsum (und halt)! öha, öla! haltet ein! öla, so könneⁿ mⁱr nit witers macheⁿ Lobs.