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| PfWB blaß (Bd. 1, Sp. 973) | PfWB weiß (Bd. 6, Sp. 1210) | PfWB Vier-weiß (Bd. 2, Sp. 1380) | |||||||||||||||||||||||||||||||||
| 1. a. 'von der hellsten Farbe, (fast) alles Licht reflektierend, schneefarbig', weiß (wais) [verbr. außer lothr. SWPf, Christmann Kaulb 87 Karch Jockgr/Nd'horb 102 Müller Dietschw 70 Schneckenburger 24, 42, 45 Lambert Penns 176 Krämer Gal 240], wḁis (wḁis, wǫis) [mancherorts mittl. VPf vereinzelt MPf], wiß (wis) [lothr. SWPf, Glass 131]; Zs.: PfWB Augen-, PfWB Blei-, PfWB blüh-, PfWB blüten-, PfWB Edel-, PfWB Ei-, PfWB feder-, PfWB Vier-, PfWB Früh-, PfWB käse-, PfWB kreide-, PfWB milch-, PfWB Morgens-, PfWB Rüggen-, PfWB schloh-, PfWB schloßen-, PfWB schneeschloßen-, PfWB schnee-, PfWB schwanen-, PfWB schwarz-, PfWB silberweiß; Federweißer, PfWB Frühweiße, Schwarzweißrot, Schwarzweißrotchen; weißer Kees 'frischer Quark' (mit Zwiwwle) [verbr. südl. VPf mittl. SPf mancherorts SWPf vereinzelt übrige Pf Kamm 68 Krieger 37], waßer Kees [ BZ-Nd'horb GH-Neubg], wisser Käs [ IB-Ensh [Bd. 6, Sp. 1211] Gersh], s. K. 221 und Rhein. IX 1338 K. N 21; weiß Duch 'älterer Tuchstoff (Leinen)' [ ZW-Gr'bundb]; weiße Koppdicher, von Frauen bei der Heuernte getragen [ HB-Breitft]; weiße Zähn (Zehn) [mancherorts]; e weißi Lilje [Land]; weiße Wolke 'hohe, schneeweiße Wolken' [ LU-Alsh GH-Kand]; die weiß Haub 'leinene Kopfbedeckung der Frau bis etwa 1880' [ BZ-Dernb]; das weiß Kleed 'Brautkleid' [ LU-Böhl]; des Weiße im Aa 'der Augapfel' [vereinzelt]. De Schnee hot alles w. gemacht [ LU-Alsh]. Die Dächer sin w. 'verschneit' [ ZW-Bechhf]. Morje frieh is w., do lasse die Rummele (Rüben) die Ohre hänge, vom Rauhreif [ ZW-Battw]. Der (Schnee) is ... weiß, schneeweiß, weißer geht's nimmi [Kröher Lyoner 42]. De Cäsar, der werd w. wie Kees [Münch Werke I 52]. Un Zähn wie Elfebeen so weiß [Münch Werke I 62]. Dess Weiße in de Aue hat so e leichter, gelblicher Schimmer [Damm Schoggelgaul 55]. RA.: die weiße Mais 'Schutzpolizisten', nach ihrem weißen Mützenschild und weißen handschuhen [Kaislt]; Syn. s. PfWB Gendarm 1 a; weiß wie Schnee [mancherorts]; die Zähn so w. wie Schnee (wie e Blie) [ ZW-Bechhf, KU-Körbn]. Des is e weißer Rab 'ist eine Ausnahme' [Krieger 35]; Var.: so rar wie e weißer Krab (Rabe) [SOPf]. Die gennen em net's Weiße im Au 'Sie gönnen ihm überhaupt nichts' [ KL-Erfb]. Der liet's Bloo vum Himmel un's W. vum Schimmel [RO-Sippf]. SprW.: Die schwarze Kih gewwen aach weißi Milich [ KL-Alsbn]. BR.: Owends rot un morchens w., gibt e guri (scheni) Dachesreis (Tagesreise) [ SP-Mechth GH-Kuhdt Nd'lustdt], ... das is de schenste Lewenskreis [ KL-Mackb]. Owends w. un morchens rot, bringt Dreck un Kot [ GH-Nd'lustdt]. WR.: griene Weihnachde (Krischdḁg), weiße Oschdere [mancherorts, Fogel Beliefs Penns Nr. 1119]. Is in de erscht Auguschtwoch heiß, bleibt der Winder lange w. [ LU-Rh'gönh, GH-Zeisk]. Volksgl.: die weiße Frau 'Geist, der umgeht' [LU-Oggh, V. Carl: Pfälzer Sagen I 102, 271, 293, 370]; Sage vun de Weiße Fraa vum Berwartstää [Kröher Lyoner 77]. Wann e weiß Maus em Haus es, sterbt jemand [ WD-Niedkch], ebenso bei Rummele 'Futterrüben' mit weiße Blärrer [ KL-Reichb, KU-Herschw/Petth] und weißen Kleepflanzen [ KU-Herschw/Petth]. Wann en Krautstock es eerscht Johr weiße Blätter krigt, bedeit's en Leicht [Fogel Beliefs Penns Nr. 544]. »Wer eine weiße Rübe sah, der hatte Glück oder Unglück. Der Aberglaube zog sich durch die ganze Pfalz. In der VPf lebte der Glaube an das Unglück. Je weiter man in die Hinterpfalz kam, desto öfter begegnete man dem Glücksglauben, der sein Zentrum im Glantal hatte« [G. Altenkirch in: Heimatkundliche Beiträge Nr. 287/88 1984 S. 85]. In den zwölf Nächten (24. Dezember bis 6. Januar) kann man nachts am Bachufer en weißer Hammel sehen [ LA-Rhodt]. Wammer die Dier uffmacht un es leit e weißer Farm uffem Borrm vun de Stubb, bedeit, es leit Besuch ins Haus [Kaislt]. Volksmed.: En weißi Zwiwwel, des is g'sund, die ziegt der's Gift aus [Bd. 6, Sp. 1212] jedrer Wund [PennsDeitschEck 13. 8. 1938]. BrSpr.: Äächebloder 'Augengeschwür' weiß, Äächebloder grien, Äächebloder rot, alleweil drick ich dich dout [ BZ-Albw]. Volksbr.: Dumme schickt man weiße Mais (Mäuse) suchen oder holen, um sie zu foppen [ FR-N'lein]. Rätsel vom Ei: In der Hand is' w. - uf'm Bodem geel [mancherorts Gal Buch, Zeitw. Gal 1959 S. 82, Hebel 117]; von der Kirsche: Z'erscht w. wie Schnee, / dann grien wie Klee, / Z'letscht rot wie Blut, / schmeckt alle Kinder gut [ Don-Neufutok]. AR.: Schwarz - w. - rout / geb mer e Stickel Brout / geb mer e Stickel Kuche / un du muscht suche [ LA-Nußd]. KR.: Schloof, Kindche schloof / im Garde sin die Schoof, / die schwarze un die weiße, / die wenn (wollen) mein Kindche beiße [ BZ-Dernb]. VR.: Spottvers auf Rothaarige: Roter Fuchs im Hinkelstall / freßt (holt) die rote Ajer all / die weiße läßt er leie / morje geht er freie [ ZW-Battw Bechhf]. Heilspruch: Haale, haale (heile), Määsekar (Meisenkar), / die Määse machen allegar, / die schwarze wie die weiße, / die sollen der (dir) drufscheiße [ RO-Duchr]. Grumbeerschnitz un weißer Kees, alle Daach desselb Gefreeß [ GH-Vollmw]. Neckvers für die Bewohner von GH-Neubg: Hinge däs isch olles wääß [ GH-Neubg]. Kinderspiele: Ausruf des Schlägers beim Spiel (bes. PfWB Tenee-ui): schwarz!, wobei der Fänger weiß oder bloo ruft [ KU-A'glan Ehw Hinzw Konk KL-Reichbstg], s. PfWB schwarz 1 a. Ein Pfänderspiel: Frääche vun Erlebach s. PfWB schwarz 1 a. — b. 'von heller Farbe, relativ hell' [mancherorts]; Weißer 'hellhaariger oder hellhäutiger Mann' [ PS-Rodalb]; Weißer 'Weißwein' [ KB-Zell LU-Assh]; e Wisser 'einer mit weißgrauen Haaren' [IB-Ensh (Glass 131)]; der Weiße 'gärender Most, Federweißer' [ BZ-Albw]; die Weiß, Name für eine hellfarbige Kuh [ LU-Neuhf]; weiß Fleisch 'helles Fleisch von Tieren oder Obstarten' [ LU-Opp]; weißi Hautfarb 'hellhäutig' [ KL-Reichb]; weiße Weire 'entrindete Weidenruten' [ KU-Schmittw/O]; weißer Korb 'Korb aus geschälten Weiden' [vereinzelt südl. VPf]; vgl. PfWB Weißkorb; weiße Hoor 'helles oder graues Haar' [ LU-Neuhf]; weißer Kaffee 'Milchkaffee' [ LU-Opp]; e weiß Kuh [ LU-Neuhf]; e weißi Zung 'eine belegte Zunge' [mancherorts]; e weißi Hand 'hellhäutige Hand' [ NW-Geinsh]; e weiß Nons 'bleiche Nasenspitze als Krankheitszeichen' [ KU-Schmittw/O]; weißer Bort 'grauer Bart' [ KU-Schmittw/O]; 's Weiß im Aaj 'Eiweiß' [ KU-Kaulb, vereinzelt]. Die Kuh hat de weiß Fluß 'krankhafter Scheidenausfluß' [ HB-Lu'thal]. De Schwäre werd w. owwedruf 'Das Geschwür ist zum Öffnen reif' [ KU-Bedb]. »Man beklagt das Kind, das doreblaß unn w. wie Kreid im Bettchen liegt« [Westricher Kalender 1957 103]. Das Määre met dem Steckelche / Hatt'e schwarz Unnerreckelche / Uf seinre weiße Haut [Ranssweiler 90]. RA.: w. wie e Daub (Taube), von einer grauhaarigen Frau [ ZW-Battw]; weiße Hoor vor lauder Kummer [ LU-Alsh]; w. unner de Nons sein 'neugierig sein' [ KL-Fischb]; e Gesicht wie e Leinduch (wie Babier, [Bd. 6, Sp. 1213] wie e Bettduch, wie die Deck, wie e Dischduch, wie de Dod, wie e Dorer, wie Kalk, wie Kees, wie Kreid, wie de frisch gefalle Schnee, wie die Wand) sou w. 'bleiche, ungesunde Gesichtsfarbe' [ WD-Niedkch, mancherorts]; Syn. s. PfWB blaß. Du werscht jo ganz w. 'wirst blaß' [ RO-Semb]. Die Trauwe werrn w. 'von Mehltau befallen' [ RO-Schiersf]. Er hot schun weiße Ohre 'Er wird nicht mehr gesund' [ BZ-Dernb]. Wer sich hiet vor de Märzeluft un vor de Abrilesun, der bleibt so w. als wie e Nunn [ NW-Frankeck]. VR.: Router Wein, weißer Wein, morje muß die Hochzich sein [mancherorts, Wilde 262]. — c. w. als Namenteil zur Differenzierung hellerer Varianten bei Pflanzen- und Tiergattungen u. a.: weiße Bohne [ LU-Opp]; weißer Kläänberger, eine helle Rebsorte [Neustdt]; weißer Klarappel, eine frühe Apfelsorte [ NW-Kallstdt], vgl. Ernte-, PfWB Weißapfel; weißer Nix 'Gemeines Labkraut (Galium Mollugo)' [GH-Rülzh Wilde 156 Marzell II 579] und 'Wiesen-Augentrost (Euphrasia rostkoviana)' [GH-Wörth Wilde 12 Marzell II 393], beide Bez. nach dem »Nihilum album« der alten Apothekersprache für die Augenarznei Zinkoxyd, -sulfat, -salbe; weißer Andon 'Andorn (Marrubium vulgare)' [NW-Hamb LA-Mart Venn Wilde 4 Marzell III 60]; weißer Rittersporn [ LU-Friesh]; weiße Grumbeere, eine hellfleischige Kartoffelsorte [ KU-Schmittw/O]; weiße Riwe 'die Pflanzen und das daraus bereitete Breigemüse' [ KU-Kaulb GH-Kand]; weiße Gäns [mancherorts]; weiße Hinkel [ KU-Hefw]; weiße Idaljener, weiße Hühnerrasse [ NW-Deidh SP-Mechth LA-Gommh]; weiße Schoof [ PS-Schmalbg KB-Kerzh]; e weißer (wisser) Schmetterling 'Kohlweißling' [KU-Bedb LA-Nd'hochstdt, IB-Eschring]. — 2. übertr. a. 'weiß gekleidet', die weiße Mädle 'Erstkommunionsmädchen' [ LU-Friesh Lu'haf]; idie weiße Kinner 'Kinder an ihrer ersten Kommunion am Weißen Sonntag' [ BZ-Annw]. — b. in der Wend.: de Weiße Sunndag, -daa, -daach, s. PfWB Tag 'Sonntag nach Ostern', nach der weißen Kleidung der Kommunionmädchen [verbr.], Wissesunndaa [IB-Ensh (Glass 131)], weißi Woch 'die Woche zwischen Ostern und Weißem Sonntag' [ KL-Siegb]. Am Weiße Sunndach is dḁnn de Oschdermaak vorbei [ LU-Muttstdt NW-Gimmdg]. »Glückszeit ist der heilige Advent, Glückstage der Donnerstag, vornämlich der grüne, dann der weiße Sonntag« [Schandein Bav. IV,2 402]. a. 1364: wisse Suntage [UrkKG (Spey)]. — c. in FlN; amtl. In den weißen Aspen [ LU-Mundh]; Am weißen Kreuz [ LA-Mart]; der Weiße Turm [Neustdt]; Weißer Stein, Name für den Streckarsch, mda. weißer Steen [ NW-Wachh]. a. 1496: am weißen wege [Lgb. Kloster Limburg (NW-Dürkh)]. a. 1592: vber dem nehisten maulwurffs Thall da der weisse Stein angehet [StArch. NW-Dürkh Grenzumgang D2]. a. 1607: Ein Stein genant der hohe weiße Stein [GdArch. KB-Eisbg Umgang B2]. a. 1614: bei dem weißen Stein [Kirchen Arch. RO-Ebbg Renovation]. [Bd. 6, Sp. 1214] a. 1755: bey dem weisen Creutz [GGA A. Nr. 150 (LA-Burrw)]. a. 1790: Am weißen Stein [BrPr. 184 Nr. 5 (KL-Alsbn)]. a. 1792: Weißer Fels [SSp K. 184 b (KU-Wolfst)]. — F.: f. Sg.: weißi [verbr. ges. Pf außer äußerste NWPf, Altenhofer 21]; vgl. K. 173 gute Frau. — RhWB Rhein. IX 393 ff.; LothWB Lothr. 546, ElsWB Els. II 868 wiss; Hess.-Nass. IV 603/04 und K. 37; MRhSA II 96; SSA II/210.06.
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