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| PfWB blasen (Bd. 1, Sp. 969) | PfWB blühen (Bd. 1, Sp. 1029) | RhWB verblühen (Bd. 1, Sp. 801) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. a. Heißes blasen; die Supp blose, um sie zu kühlen [allg.]. RA.: Jemand de Tee blose 'die Meinung sagen' [VPf (Wilde 290)]. Er blost kalt un heeß, von einem falschen Menschen [Fogel Prov. Penns 159]. SprW.: Besser die Supp geblos, wie 's Maul verbrennt [Pirmas]. Was em net brennt, braucht mer net se blose [Hebel 47]. Wer sich am Heeße verbrennt, blost (danach sogar) uf s' Kalde [verbr. Gal Buch-Onufry Don-Gertianosch]. KR.: Reihe, reihe, Rose, Kichlich sin geblose ..., Forts. s. PfWB Küchelchen [ LA-Godrst]. — b. ins Feier b., um es anzufachen, dass. übertr. 'einen Streit schüren' [allg.]. Zs. PfWB ausblasen. — c. die Baus (Beule), s' Wehwehche b., um das Kind von den Schmerzen abzulenken [allg.]. Komm, ich blos der'sch e bißche [RO-Odh, verbr.]. Im Scherz spricht man dabei die Worte: [Bd. 1, Sp. 970] Hääle, hääle, Katzedreck, bis morje frih is alles weg [Kaislt, verbr.]. Zs. PfWB an-, hinweg-, PfWB wegblasen. Auch beim ernsthaft betriebenen Brauchen wurde früher das Blasen angewandt. In einem 1902 in KU-Gries aufgezeichneten Brauchspruch heißt es: Hasch du die Mundfail (Mundfäule) in deim Mund, so blos ich der aus meim Mund im Namen des Vaters, des Sohnes und des hl. Geistes; dabei wurde dreimal in den Mund des Kranken geblasen. In IB-Alschb galt als Mittel gegen Gichdere (Kinderkrämpfe): Duwaksdamp, e dicki Wolk iwwer ne geblost. Nach Becker Vk. 136 gab es sogar in Städten im 19. Jh. noch Leute, »die durch Blasen in den heiligen drei Namen die Übel wegbliesen«. Vgl. Schandein Bav. IV/2, 404, wo 'blasen' als Synonym für 'brauchen' genannt wird. — d. Weiterer Gebrauch des Wortes in RA.: Der blost die Backe, bei einer Anstrengung [ KL-Fischb]. Dem kann mer durch die Backe b., von einem Abgemagerten [ PS-Burgalb]. Dem werr ich was blose, statt ihm das Gewünschte zu geben [ KU-Bedb, allg.]. Ich blos em off de Kopp 'Er ist mir gleichgültig' [ WD-Niedkch]. Aich blose der druf 'Das ist mir gleichgültig' [KU-Kaulb, verbr.]. Der blost e Ferrer (Feder) en die Luft 'wird mit allen Schwierigkeiten leicht fertig' [ WD-Niedkch]. Zs. PfWB hin-, PfWB hineinblasen. — 2. ein Instrument b.; die Fleet, die Drumbeet, die Hup (de Huppert) blose [allg.]. Er kann blose wie e Stabsdrumbeeder [Kunnrädel 53]. Er blost die Gäälrieb, scherzh. für 'Es-Klarinette' [ KU-Kaulb]. Der Hert blost, loß die Sau eraus [ PS-Fehrb]; davon die RA.: Sie hot 's Blose iwwerheert, von einer Unverheirateten [ IB-Herbh, allg.]. Em de Marsch blose [Zweibr, allg., auch Don Gal Buch]. Die blosen in ää Horn [ BZ-Dierb, allg.]. Er blost Triebsal [ NW-Hardbg, allg.]. Er blost aus dem letschte Loch 'macht Bankerott', 'liegt im Sterben' [ KB-Kerzh, allg.]. SprW.: Ach de bescht Drumbeeder kann emol falsch blose [ BZ-Dierb]. Wenicher wie äins (ein Uhr) kammer net blose 'Einmal ist das Mindeste', von der Tätigkeit des Nachtwächters [ KU-Schmittw/O]. BR.: Blost de April ins Horn, steht's gut for Haai un Korn [ FR-Bockh]. VR.: Mei Schatz is e Musikant un er blost die Klarnett; doch er däät se net blose, wann er 's Bettche net hätt [Feierowend 1950 Nr. 5]. Zs.: PfWB ab-, PfWB ver-, PfWB vorblasen. — 3. ener blose 'einen trinken', scherzh. [ PS-Gersb, allg.]. Am sechse owends bin ich dort un blos mei Vertel Wein [Glückstein 22]. Syn. s. PfWB betrinken, PfWB trinken. — 4. 'schnaufend atmen' [ ZW-Battw O'aub SP-Berghs W'see GH-Zeisk]. — 5. De Gaul (die Kuh, die Gans) blost 'schnaubt, faucht' [LU-Alsh, verbr.]. — 6. De Wind blost 'weht stark' [allg.]. Aha, doher blost de Wind? [Krieger 15]. Zs. PfWB um-, zusammenblasen. — 7. 'furzen', scherzh. [allg.]. Der blost die ganz Welt voll [ NW-Kallstdt, allg.]. — 8. sich [Bd. 1, Sp. 971] blose = PfWB prahlen [ HB-Webh]. Er blost un schlaat uf, von einem Angeber [ PS-Lu'wink]. Zs. PfWB aufblasen. — F.: Fast allg. blōsə, selten blōzə, Land u. Umg. blǫusə, KL-Lind blōusə. 2. Sing. Präs. blōd, blǫud, KU-Kaulb KL-Wörsb KB-Kriegsf blēd. 3. Sing. Präs. blōsd, blǫusd, KU-Kaulb KL-Wörsb KB-Kriegsf blēsd. Pl. Präs. fast allg. blōzən, blǫuzən, bzw. blōsən, blǫusən; der n-Auslaut fehlt im Pl. Präs. in westl. WPf u. NPf. Part. Perf. in der WPf allg. gəblōs, IB-Alschb daneben auch gəblōst; in der VPf gəblōsə, gəblǫusə, vgl. die Linie gebroch/gebroche auf K. 1. — Südhess. I 899 ff.; RhWB Rhein. I 747 ff; Saarbr. 30; LothWB Lothr. 48; ElsWB Els. II 165; Bad. I 247.
| 1. von den Pflanzen; die Blume blihn [ LU-Alsh, allg.]. Die Wingert blihn schää [BZ-Heuchh, verbr.]. 's Korn bligt [ GH-Neubg]. Die Gummere (Gurken) blihe falsch 'Die Gurkenblüten bleiben unbefruchtet' [ KU-Schmittw/O]. De Trauwestock bliht schlecht 'blüht spärlich' [KB-Zell, verbr.]. Zs. PfWB auf-, PfWB verblühen. RA.: Sei Wäze (Weizen) bliht 'Es geht ihm gut' [NW-Hardbg u. Umg.]. BR.: Wann se owe blihe, kammer se unne kriehe 'Wenn die Kartoffeln blühen, sind sie reif für den Gebrauch' [PS-Burgalb (Wilde 118)]. Wie der Äbich (Efeu) bliht, so der Wein [ LA-Diedf]. Bliht die Häd (Heidekraut) bis in die Spitze, muß de Bauer im Winter hinner'm Owe sitze [ KU-Bedb]. Wann de Holler bliht, sinn die Hihner mied 'Wenn der Holunder anfängt zu blühen, geht die Legezeit der Hühner zu Ende' [Krieger 40]. Volksgl.: Buhne un Gummere (wohl richtiger: Grumbiere) in der Jungfrau geplanzt dun nix wie blihe, sie henke net aan [Fogel Beliefs Penns Nr. 1020]. De Blume muß mer Neijohr winsche, oder sie blihe net [ebd., Nr. 1314]. Ein weiteres Beispiel s. bei PfWB Kind. VR.: De Hanf bliht, de Hanf bliht, er bliht e bissel gääl (gelb); ich hätt jo die Kath kriet, sie is awwer schääl 'sie schielt' [Wilde 91]. Einen AR. s. bei PfWB Rose. — 2. vom guten Aussehen des Menschen. Die bliht wie e Ros 'hat frische, rote Wangen' [ RO-Alsbr, allg.], wie e Räisel (Röslein) [ LA-Herxh], wie e Pingschtreesche [ RO-Semb]. Des Weibsbild hot gebliht wie e Kersch [ FR-Hettldh]. Das sieht aus wie 's blihende Lewe [verbr. Don Gal Buch]. [Bd. 1, Sp. 1030] Von einem Menschen mit gelber Gesichtsfarbe heißt es: Der bliht wie en Bettsächer (Löwenzahn) [ PS-Zesbg]. — 3. sonstiger Gebrauch. a. Die Fingernächel blihn 'haben weiße Flecken' [ KU-Gries]. Volksgl.: Starkes Blühen der Fingernägel ist ein Anzeichen dafür, daß die Ehe kinderreich sein wird [ebd.]. — b. abstr. Es bliht der eppes (etwas) 'Es drohen dir Schläge, eine Strafe' [ RO-Kalkof, allg.]. — F.: fast allg. blīə, blījə; in der südl. VPf u. in NW-Kallstdt daneben blīχə, vgl. Wilde 286. Formen des Präs. vgl. PfWB blasen. — Südhess. I 955/56; RhWB Rhein. I 799/800; LothWB Lothr. 51; ElsWB Els. II 155; Bad. I 268.
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