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| PfWB Blase (Bd. 1, Sp. 968) | PfWB Fisch-blase (Bd. 2, Sp. 1400) | |||||||||||||||||||||||||||
I. gegenst. 1. 'Blasinstrument'. a. 'das von Kindern aus Weidenrinde, aus Roggenhalmen u. dgl. gemachte Blasinstrument', Blos (tiefklingend), zumeist Dim. Bleesje [WPf NPf nördl. VPf], Bleesi [ KU-Schmittw/O], Bleesel [mittl. u. südl. VPf], Bleselcher (Pl.) [Wilde 148]. Vgl. PfWB Pfeife, Farzer, PfWB Hupe, PfWB Schalmei. — b. 'das von der Industrie hergestellte Blasinstrument der Kinder', auch 'Kindertrompete' [verbr.]. — c. 'Blechblasinstrument des Musikanten' [verbr., mit Ausnahme des Musikantenlandes der WPf, wo zwischen den verschiedenen Blasinstrumenten genau unterschieden wird]. SprW.: Jeder muß sei Blos trache [ LA-Gommh]. — d. 'Fabriksirene'. Mer heert die Lambrechter Blos (bei Westwind), ein Anzeichen für Regen [ NW-Gimmdg]. — 2. 'Harnblase', a. des Menschen. Er hot's an de Blos 'er ist blasenkrank' [VPf, allg.]. RA.: Weje der loß ich mer net mei Blos verspringe [ KU-Schmittw/O]. Er kann mer die Blos im Arsch verdricke 'Der kann mir nichts anhaben' [verbr. Gal]. — b. des Schlachttieres, bes. des Schweines [allg.]. Zs. Kuh-, PfWB Sau-, PfWB Schweinsblase. Die Schweineblase diente in entsprechend präparierter Form als Hülle für ausgelassenes Schmalz [ LA-Mörzh], für das Schwartenmagenfüllsel [verbr.], als Trommelgerät der Fastnachtsnarren [ KB-Kriegsf]. Speisewirtschaften auf dem Lande zeigten das Schlachtfest durch Aushängen einer aufgeblasenen Schweinsblase an. Getrocknete Blasen verwendete man früher als Tabaksbeutel sowie zur Aufbewahrung von Geldmünzen. Sprw.: Wer käi Geld hot, braucht käi Blos [ KU-Schmittw/O]. — 3. 'Schwimmblase des Fisches' [ LU-Altr Oggh Friesh]. Zs. PfWB Fischblase. — 4. 'die durch Verbrennen, Drücken, Fieber hervorgerufene Hautblase' [allg.]; vgl. PfWB Blater. Zs.: PfWB Blut-, PfWB Brand-, PfWB Eiter-, PfWB Hitz-, PfWB Zungenblase. Der hot vun laurer (lauter) [Bd. 1, Sp. 969] Schaffe Blose an de Hänn [ KU-Schmittw/O]. Heit brennt ääm (einem) die Sonn Blose [ WD-Niedkch]. Was hosche (hast du) dann fer Bläsjer am Maul? [ KL-Fischb]. — 5. 'Blase auf einer Flüssigkeit' [allg.]. WR.: Wann 's Wasser beim Rääne (Regnen) Blose schlaat, räänt's noch meh [ PS-H'einöd]. Wenn's Blose rächent, rächent's drei Tag [ GH-Kuhdt]. Die Engel im Himmel wisse nit, wann's ufheert (zu regnen), wenn sich beim Regnen Blasen auf dem Wasser bilden [ SP-Schiffstdt]. Zs. PfWB Luftblase. — II. übertr., verächtlich von einer bestimmten Gruppe von Menschen. 1. 'Verwandtschaft', die ganz Blos [allg., auch Rußl-Spey (Gal nicht!)], die ganz bucklich Blos [ BZ-Annw]. Die ganz Blos daucht (taugt) nix [ KU-Kaulb]. In Selbstironie: Un vor de Hausdeer sitze mer, ich un mein ganzi Blos [Müller Butterbärwel 19]. — 2. 'Wirtshausgesellschaft' [verbr. wie II 1]. Er hot die ganz Blos freigehall [ KL-Fischb]. — 3. 'Gesindel'. Do hockt so e Blos beienanner! [ KL-Hirschhn]. — Syn. zu II s. PfWB Gesindel. — F.: blōs, blǫus, blōus, bezügl. des Vokals s. PfWB blasen; Pl. -ə; Dim. blēsχə, -jə WPf NPf nördl. VPf, blēsəl mittl. u. südl. VPf; blēsi KU-Schmittw/O, blēsəlχə LU-Alsh. — Südhess. I 898/99; RhWB Rhein. I 746, 751; Bad. I 246.
| [Bd. 2, Sp. 1401] Gäißeknie un Fischblose 'wertloses Zeug, nichts' [ KU-Schmittw/O]. Rhein. II 489; ElsWB Els. II 165; Bad. II 159. —
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