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 PfWB Placken (Bd. 1, Sp. 953)   PfWB Galle (Bd. 3, Sp. 16) 
   Placken1 m.:
1. 'von Verschmutzung herrührender Fleck'.
a. 'Kleiderfleck'. In deim Klaad is e großer Placke [ RO-Messbhf, allg.]; vgl. PfWB Flecken. —
b. 'Klecks'. In deim Heft haschde e P. [KU-O'alb, lothr. SWPf]. — Zs. PfWB Blutplakken. —
2. 'andersfarbige Stelle am Körper des Menschen, des Tieres, an Früchten'.
a. blooe (blaue) Placke, vom Schlagen [allg.]. Zs. PfWB Schindplacken. —
b. Placke im Gesicht 'ein Muttermal' [ KU-A'glan PS-Burgalb Simt FR-Bockh]. Zs. PfWB Pfeffer-, PfWB Kaffee-, PfWB Leber-, PfWB Mutterplacken. Auch von großen Sommersprossen, s. PfWB Sommerplacken, und von den Gesichtsflecken schwangerer Frauen, s. PfWB Windelplacken. —
c. 'Schorf an Früchten'. De Appel hot Placke [allg.]. —
d. 'weiche Stellen am Fallobst', s. PfWB Plotzplacken. —
3. 'Fläche am Erdboden, die sich von der Umgebung abhebt'.
a. 'nasse Stelle auf der Wiese'. Die Wies hot e nasse P. [ ZW-Battw, allg.], e galliche P., dass. [ BZ-Gleisz/Gleishb]; vgl. PfWB Platz 2 bγ, PfWB Galle2. Zs.: PfWB Bruch-, PfWB Moor-, PfWB Moos-, PfWB Sumpf-, PfWB Wasserplacken. —
b. 'von Kleeseide befallene ringförmige Stelle im Acker'; e Placke Seid [ZW-Riedbg, verbr.], e leere P. u. ä. [verbr.]. Zs. PfWB Kleetod-, Samt-, Seidenplacken. —
4.
a. 'ein Stück Land', Placke [ BZ-Kapswey Steinf Nd'ottb], e Placke Land [ KU-Elschb]. a. 1540: zwey Siemern (altes Fruchtmaß) von eim placken

[Bd. 1, Sp. 954]
[SSp., Gräfensteiner Amtsgefälle]. a. 1546/47: eyn placken ackers [Heimatmuseum Rockhs (RO-Münchw)]. —
b. 'kleiner Acker, kleine Wiese', oft im Dim. Der hot jo nor e paar Placke [ PS-Schmalbg, allg.], e paar Pläckle Land [mittl. u. südl. VPf]; e P. Gras 'kleiner Grasplatz' [ PS-Burgalb], e Pläckel Gras, dass. [ PS-Steinalb], e Pläckelche Wies [ IB-Ballw]. Dem sei paar Placke traae (tragen) nit meh (mehr) in, als was e Gäß freßt iwer Winter [ ZW-Battw]. VR.: Trutz nit so, trutz nit so, ich kann mich doch ernähre. Ich häb e Pläckel Erbse draus un e Bämel Beere [Feierowend 1950 Nr. 2]. Zs. PfWB Futter-, PfWB Gras-, Wasen-, PfWB Wiesenplacken. —
c. 'Platz im Gelände'; e sunnich Pläckel 'ein sonniges Plätzchen' [GH-Zeisk, verbr.]. In Zweibr heißt der heutige Hallplatz der Placke, auch Sauplacke, weil auf ihm früher der Schweinemarkt abgehalten wurde [Wilms Alph. 37]. Gott sei Dank, daß 's in meiner Heimat noch e Pläckel gibt, wo ich wirklich deheem bin! [Hartmann Unkel 67]. —
5. 'die empfindliche Stelle am Ellenbogen'; 's kitzlicht Pläckel [ BZ-Heuchh]. Zs. Telephon-, PfWB Judenpläckel. —
6.
a. 'kleines Stück Tuch, Stoffrest', Placke [allg.]; e Pläckel 'Stoffmuster' [ LU-Böhl]. Zs. PfWB Musterplacken. —
b. 'Flicklappen'. Uf des Loch muß mer e große Placke setze [allg.]; vgl. PfWB placken. Do sitzt ee P. newem annere [ KU-Schmittw/O]. Der hot de P. newer's Loch g'setzt 'hat etwas verkehrt gemacht' [LU-Muttstdt, verbr., auch Gal]. Zs. PfWB Flickplacken. —
c. 'Tüchlein zum Einwickeln'. De Butter muscht de mit de nasse Pläckelcher inwickele, damit die Butter frisch bleibt auf dem Weg zur Stadt [ Gal-Dornf]. —
7. 'die auf Flüssigkeiten schwimmende Schicht von Schimmel'. Uff'em Kaffee in de Kann schwimmen so klääne schimmelige Placke rum [Frankenthaler Zeitung vom 1. 8. 1926]. —
8. e Placke Zunner (Zunder) [ KU-Schmittw/O]. — F.: blagə, blḁgə, blǫgə im Sing. u. Pl. Zur Verbr. des Stammvokals s. PfWB backen. Dim. in der WPf u. nördl. VPf blęgəlχə, in der mittl. u. südl. VPf blęgəl. Südhess. I 882/83; RhWB Rhein. VI 903 ff.; Saarbr. 29; LothWB Lothr. 47; Bad. I 242.

 

   Galle1 f.:
1. 'Absonderung der Leber', Gall (gal, gḁl, zur Verbr. von -a-/-ḁ- vgl. PfWB Galgen) [allg.]; bitter wie G. [allg.]; vgl. PfWB gallenbitter. Die G. isch (beim Kranken) ins Blut iwwergange [ LA-Gommh]. Der Griesgrämige hot die G. im Blut [ LU-Opp]. Der Zornige spaucht Gift un G. [LU-Limbghf, verbr.]. Wer sich ärgert, dem isch die G. ins Hemb (Hemd) gange [ PS-Erfw], dem is die G. gestieh [KU-Kaulb, verbr.], dem laaft die G. iwwer [NW-Freinsh, verbr.], dem geht die G. iwwer [LU-Böhl, verbr.], dem kummt die G. unneruf [SOPf]. Was der klään Kerl schun e G. hot!, von einem zornigen Buben [ LU-Opp]. (Die Prozeßgegner haben) Gift un G. gespauzt, sich gleih geheerig abgeschnauzt [Schandein Ged. 62]. —
2. 'Gallenblase'. Er hot's an de G. 'ist gallenkrank' [LU-Opp, verbr.]. Reg dich net uf, sunscht platzt der noch die G.! [ Gal-Bagbg]. — Südhess. II 1063; RhWB Rhein. II 987; Saarbr. 71; LothWB Lothr. 181; ElsWB Els. I 209; Bad. II 280.