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| PfWB bitzeln (Bd. 1, Sp. 951) | PfWB kribbeln (Bd. 4, Sp. 593) | |||||||||||||||||||||||||||
1. 'prickeln'. a. von dem prickelnden Gefühl in den Gliedern beim Übergang aus großer Kälte ins Warme oder wenn ein Glied eingeschlafen ist. Mei Finger bitzeln [LA-Gommh verbr., auch Gal]. Mir bitzelts im Bää, als wenn die Emetze (Ameisen) dran wäre [ ZW-Battw]. Wenn einem die Nase bitzelt, dann erfährt man demnächst eine wichtige Neuigkeit [ KU-A'glan]. — b. von der prickelnden Einwirkung moussierender Getränke. Mei Zung bitzelt [ KU-Kaulb Kreimb]. — 2. 'zu gären beginnen', De nei Wein bitzelt schun [ NW-Kallstdt, allg.]; vgl. PfWB Bitzler. — 3. 'zornig sein', von Kindern, bitzele [ HB-Höch]. — 4. a. 'beim Essen nur ganz kleine Bissen nehmen'. Er bitzelt nore dran (an der vorgesetzten Speise) [KL-Rodb, verbr.]; vgl. PfWB bisseln, Zs. PfWB herum-, PfWB verbitzeln. — b. 'kleine Stückchen abzupfen', z. B. am Kuchen, an einer Kruste, pitzele [ Gal-Dornf]. — F.: bidsələ. — Iterativ zu PfWB beißen. — Südhess. I 880/81; RhWB Rhein. I 729, VI 900/01; ElsWB Els. II 127; Bad. I 241.
| 1. 'wimmeln, in Bewegung sein', kriww(e)le (griwələ, griwlə) [vereinzelt]. RA.: An dem griwwelt un wiwwelt (wimmelt) alles vor Freed (Freude) [Krieger 23, Feierowend 32/1953]. — 2. a. 'von einem prickelnden Gefühl befallen sein, jucken' [mancherorts, Lambert Penns 72 Don-Lenauheim Schowe Torscha Tscherwk mancherorts Gal]. Syn.: PfWB jucken, PfWB kitzeln, PfWB krabbeln. 's kriwwelt mer im Fuß [ Gal-Dornf]. Mich kriwwelt eppes uf'm Kopp [ Gal-Josbg]. 's kriwwelt un krawwelt mer em ganze Kerper [ KB-Bennhs]. Er hot 's Kriwwele im Zahn, von prickelnden Zahnschmerzen [ RO-Lohnsf, KL-Miesb]. RA.: Do kriwelt's em in de Finger 'Da möchte man gerne etwas tun' [Krieger 33]. WR.: Schlechtes Wetter kommt, wann die Narwe kriwwele [ KL-Reichb], die Zehe kriwwele [ Gal-Dornf]. — b. 'klopfend, prickelnd schmerzen, wenn unterkühlte Hände oder Füße plötzlich aufgewärmt werden' [ KU-Albb Jettb HB-Einöd]. Syn.: PfWB bitzeln 1 a. — c. 'rumoren im Magen (vor Hunger)' [Heeger Nachl.]; vgl. kribb(e)lig 2. — 3. a. 'jemanden sanft kitzeln, kraulen' [mancherorts]; vgl. PfWB kitzeln, PfWB krabbeln. In Neckspielen mit kleinen Kindern sagt man kriwwele-krawwele und kitzelt sie dabei [ BZ-Dernb GH-Zeisk]. Bekannt sind auch KR., zu denen kleine Kinder unter dem Kinn oder in der flachen Hand gekitzelt werden: Kriwwele, krawwele unnerm Dach (= Kinn) / Wer ma schmunzelt oder lacht / Muß e Pändche (Pfändchen) gewe. / Schmunzel ma nit, lach ma nit / Weis ma dei weiße Zähnelcher nit [BZ-Annw (Wasgau-Bote 8/1934), ähnlich Gal-Bagbg]. Griwel-grawel-Hinkelfißje [Bd. 4, Sp. 594] [aus einem Zweibrücker KR. (Wilms Alph. 22)]. Kreizweg, iwwerzwerch, Elleboge, Duppfinger, kriwwele-krawwele un e großi Batschhand, dabei fährt man dem Kind mit dem Zeigefinger über die flache Hand [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB gille, PfWB Kribbeskrabbes 2. — b. 'an jemandem oder an etwas herumfingern' [vereinzelt]. Von dem freche Kerl loß ich mer nemme unner de Nas k. 'lasse mir keine Dreistigkeiten gefallen' [ KB-Albish]. — 4. 'sich über etwas Gedanken machen, sich über etwas ärgern' [vereinzelt, Klein Prov. 258 Lambert Penns 72]. Es kriwwelt'n eppes 'Er ärgert sich über etwas' [KL-Gimsb u. Umg.]. — Die hier und unter PfWB kribbelig, PfWB Kribbeler genannten F. und Bed. sind kaum von denen unter PfWB grübeln, PfWB Grübel, PfWB Grübler zu trennen. Vgl. Kluge-Mitzka20 274 grübeln, 398 krabbeln, 405 kribbeln. Im Ablaut zu kribbeln steht krabbeln. — Südhess. III 1822; RhWB Rhein. IV 1482; LothWB Lothr. 315 kriweln.
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