| Netz-Navigator | |||||||||||||||||||||||||||
| PfWB pitterig (Bd. 1, Sp. 949) | PfWB Pitter-wetter (Bd. 1, Sp. 950) | PfWB Erne (Bd. 2, Sp. 945) | |||||||||||||||||||||||||
|
| 1. a. 'Getreideernte'. Hauptformen: Äärn (ǟrn) mit Äären als Nebenform, Äärnt (ǟrnd) mit Äärent als Nebenform, Ääre (ǟrə), zur Verbr. s. K. 117. Seltenere Formen: Äärne [ PS-Lu'wink BZ-Schweighf], Aarn (neben Aaren) [ RO-Ruppeck FR-Merth NW-Deidh [Bd. 2, Sp. 946] BZ-Dernb], Aarne [ PS-Nothw], Eer (ēr) [ KU-Roth], Eeren (ērən) [ GH-Rh'zab], Aare [ WD-Hoof], Äär (ǟr) [ HB-N'alth], Aar [KB-Mauchh (neben Äären)], Eere (ērə) [ KU-Friedhs ZW-Gr'bundb], Aarnt (neben Aarent) [ BZ-Schweig], Ääret (ǟrəd) [ BZ-Albw]. Auslandspfälzer: Äärn (ǟrn, ǟrən) [Don-Schowe Torscha Werb Tscherwk Sekitsch verbr. Gal Rußl-Rastatt], Aarn [Gal-Hohenb u. Umg. bis Königsberg], Äärne [Don-Sekitsch Rußl-N'liebstal], Ääre [ Gal-Beckersd], Äärnt [verbr. Don Gal Buch Rußl-Worms], Ärn/Arn [Penns (PSA 15)]; vgl. PfWB Abmachen, PfWB Schnitt. Heit is Wedder for die Ääre [ ZW-Battw]. Ich geh in die Äärn, um mitzuhelfen [LU-Alsh, verbr.]. SprW.: 's is net alle Dag Äärn [Fogel Prov. Penns S. 12]. Mit der Äärn soll mer immer am Samschdag aanfange, das is e leichter Dag [Gal-Sap, verbr. Gal Buch]. Uf d' Wisse (beim Heumachen) wie'n Daub (Taube, d. h. gut angezogen), en d' Äärn wie'n Raup (Raupe, d. h. in schlechten Kleidern) [ LA-Herxh]. Wer im Häämache (Heumachen) nit gewwelt (gabelt), in de Äärn nit zawwelt (zappelt, hier 'sich rührt'), im Herbscht nit frih ufsteht, der guck, wie's'm im Winder geht! [BZ-Dierb, verbr. (Wilde 104)]. WR.: Steht der Schlehdorn früh im Blütenschein, wird vor Jakob (25. Juli) Ernte sein [ PS-Fehrb]. Wann die Blume welke an Frooleichnam, gebt's e pidderich (s. PfWB pittern 'regnen') Ääre [ KU-Hundh]. Wann's uf Marie Himmelfahrt (15. August) reent, gibt's e nassi Äären [ FR-Bockh]. a. 1344: nach der erne [OttbgUrkb. 426]. a. 1357: in der schuren, darin dasselbe closter sin gud zu erne jnnefuret [PfWeist. I 257 (KB-Dreis)]. a. 1480: mit dem knecht den er zu wynachten dingt vnd mayde die er zu der eren dinget [MHVPf. 1870, S. 4]. a. 1480: den andern frohntag ihn der erndt [PfWeist. I 445 (KL-Erlb)]. a. 1501: Item hat mein herr von Limpurg oder ein pfleger im fronhofe einen vorschnit 'Recht, vor anderen zu ernten' in der ehern [Grimm Weist. V 587 (SP-Schiffstdt)]. a. 1529: von den pferden ... zu beschlagen in der Eern [SpeyGgHospR]. a. 1539: zwey huner, eins zu ernn vnd eins zu fasenacht [PfWeist. I 327 (LA-Edk)]. a. 1553: korn in der erndt zu schneiden [ABlieskst 25]. a. 1553: in der errent, sobald die von Bließcastel ihre schuldige frohn gethan [ebd. 30 (IB-Lautzkch)]. um 1567: im ernd [PfWeist. I 72 (KL-Baalbn)]. a. 1579: in der ärndt [ebd. I 225 (NW-Dackh)]. a. 1537: so hat sy macht in der erren ein vorschnitt zu thun [SSp., Schöffenweistum Falkenstein, S. 75]. a. 1707: Die adeliche seynd zur ernd ein garb von jedem morgen ... schuldig [PfWeist II 589 (NW-Freinsh)]. a. 1772: Dung, als das einzige wahre Mittel, die Aernden ergiebig zu machen [Bemerkungen der phys.-ök. Gesellschaft in Kaislt, S. XI]. — b. α. 'Ertrag der Ernte 1 a'. Die [Bd. 2, Sp. 947] ![]() β. von Erträgen anderer Pflanzen, s. Tabaks-, Grundbirnen-, PfWB Heu-, Honig-, PfWB Kirschen-, Kohlernte; vgl. PfWB Herbst. Die Obschtbääm gewwen desjohr e guri Äären [ NW-Freinsh]. — 2. übertr. [Bd. 2, Sp. 948] Bei dem nasse Werrer hält de Dokter wirrer Äärə [ RO-Lettw]. — Zur Lautform: Die Formen mit ē- (ēr, ērə, ērən) erhalten (bei Längung) die Qualität des mhd. Stammvokals (erne), die mit ǟ- (ǟrn, ǟrnd, ǟrə u. ä.) zeigen die im Pfälzischen weithin in Erscheinung tretende Senkung des Vokals vor r + Kons.; die Formen mit ā- (ārə, ārn, ārnd u. ä.) stellen den äußersten Grad dieser Senkung dar. Die Dehnung des Vokals vor r + Kons. ist im Pfälzischen häufig anzutreffen, vgl. z. B. gārdə 'Garten', dǟrwə 'sterben', kǟrwə 'Kirbe', wōrd 'Wurst'; Näheres hierzu bes. bei Bertram §§ 33, 40, 89, 102, 122, 162. Schwund [Bd. 2, Sp. 949] des auslautenden -e wie in ǟrn, ǟrnd gilt in der Pfalz fast allg.; Ausnahmen sind selten. In ǟrən, ǟrənd ist ə Sproßvokal wie in ārəm 'arm', gǟrən 'gern' u. a. Das auslautende -d in ǟrənd, ǟrnd u. ä. ist alt bei uns, wie dies die historischen Belege erweisen. — Südhess. I 341/42 arn, II 258/59; RhWB Rhein. I 255/56; ElsWB Els. I 68; Bad. I 706/07.
| |||||||||||||||||||||||||
|
| ||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | |||||||||||||||||||||||||||