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| PfWB Birne (Bd. 1, Sp. 934) | PfWB Klumpen-birne (Bd. 4, Sp. 323) | |||||||||||
1. a. 'die Frucht des Birnbaums', Beer, Bier, s. F. [allg.]. Die B. is sieß (wie Zucker, wie Honich) [ KL-Kindsb, allg.], is sauer (wie Gift), zieht em 's Maul zamme [ KU-Wolfst., allg.], drickt em 's Herz ab [Kaislt, allg.]. Bezeichnungen für 'saure, herbe B.' s. unter Kröpfer. Die B. is deegich 'edelfaul' [ KL-Enkb]; vgl. PfWB morsch. Mer essen heit derre Beere 'getrocknete Birnen' [»Alsenztal« (Wilde 19)]; vgl. PfWB Hutzel. Zs.: PfWB Bankrutzers-, PfWB Pastoren-, PfWB Beste-, PfWB Pfund-, PfWB Plotz-, PfWB Poß-, PfWB Butter-, PfWB Teig-, PfWB Dorn-, PfWB Drück-, Einschäl-, Einschneide-, PfWB Essig-, PfWB Feld-, PfWB Flaschen-, PfWB Früh-, PfWB Glitsch-, PfWB Glocken-, PfWB Gülden-, PfWB Hafer-, PfWB Holz-, PfWB Honig-, Hunds-, PfWB Hutzel-, PfWB Jakobs-, Johannes-, PfWB Kaiser-, PfWB Kelter-, PfWB Klumpen-, PfWB Knüppel-, PfWB Kongreß-, PfWB Kröpf-, PfWB Kugel-, Lorenz-, PfWB Magdalenen-, PfWB Mai-, PfWB Margareten-, Napoleonsbutter-, Nikolausjohannes-, PfWB Olig-, PfWB Rot-, Sattler-, PfWB Sau-, PfWB Schlangen-, PfWB Schmalz-, PfWB Schmiel-, PfWB Schnaps-, Schusters-, PfWB Schwaben-, PfWB Seiters-, PfWB Spelzen-, Wärgel-, PfWB Wasser-, PfWB Wein-, PfWB Wild-, PfWB Winter-, PfWB Wolfs-, PfWB Zitronen-, PfWB Zuckerbirne. RA.: Er nemmt's vun seine Beere ab 'Er beurteilt andere nach seiner Denkweise' [Spey, verbr., in Gal unbekannt]. Mit der (dir) han ich ah 'n Beer se schäle 'ein Hühnchen zu rupfen' [Schandein Sprachsch.]. Awer dem sahn ich's, was die Beere gelle 'Dem werde ich die Meinung sagen' [LA-Offb (Wilde 22)]. Selli Beere sein noch net gekocht 'In dieser Angelegenheit ist das letzte Wort noch nicht gesprochen' [WPf]. Die Beer is schun [Bd. 1, Sp. 935] geschält (geß) 'Das ist erledigt, darüber ist nichts mehr zu sagen' [Kaislt, verbr.]. Der ißt kää Beer, wann se net zwämol geschält is 'Der ist in allem peinlich genau' [NW-Frankeck, verbr.]. Die beste Beere bin geschält 'Die besten Jahre sind dahin' [Schandein Sprachsch]. VR.: Witt e Beer, stoß de Kopp widder die Deer; witt e Appel, geh Steg nuff und bappel; witt e Nuß, lang 'm Kälwel an die Schnuß [verbr. (Wilde 23)]. Rore (rote) Äppel, geele Beere; Schatz, wann ich nor bei der wäre [NPf (ebd.)]. Wer schmeißt dann do mit Beere? Des is es Franz-Sepps Pere (Peter), zum Schnellsprechen [ PS-Burgalb]. Äppel sin kee Beere, Beere sin kee Äppel; die Worscht hot zwee Zeppel (Zipfel), zwee Zeppel hot die Worscht; der Bauer hot Dorscht, Dorscht hot der Bauer; 's Lewe werd ehm sauer, sauer werd ehm 's Lewe; der Weinstock traat Rewe, Rewe trat der Weinstock; zwee Herner hot der Ziegenbock, der Ziegenbock hot zwee Herner; im Wald wachsen Derner (Dornen), Derner wachsen im Wald; im Winder is es kalt, kalt is es im Winder, verfrieren alle Schinder [ Gal-Dornf]. Peter un Paul, die Äppel sin faul, die Biere sin sieß, die Krotte laafe uff vier Fieß [verbr. Don]. Backe, backe Kuche, mei Lebdaag nimmi fluche; backe, backe Beere, mei Lebdaag nimmi schwere (schwören) [ KU-Kaulb]; der gleiche Reim auch mit dem Anfang: Batsche, batsche Kuche. Schornsteefecher kreireweiß, freß geback'ne Beere; freß, was dei Hundl scheißt, kannscht dei Maul mit schmeere [ LA-Nußd]. Mer esse Beere, mer dringe (trinken) Beere (Birnenmost), mer han aa Beere for ufs Brot se schmeere (Birnenmus), als Neckreim gegenüber birnenreichen Orten gebraucht [KU-Bedb, verbr. auch Gal-Schönthal Bagbg]. So schickt der Bauer der Jockel naus, die Biere nunner schittle; awwer Jockel will net Biere schittle, un Biere welle net falle [Horne Penns 112]; der ganze Reim bei Jockel. Weihnachtsspruch aus GH-Kuhdt: Christkindlein, komm zart heran, auf dich hab ich schon längst gewaart. Was willst du mir bescheren? Hasselniß und Beeren, Zucker, Kaffee malterweis; lobe Gott, in Ehren preis! 's is mer niemand liewer wie mei Fritz, er freßt mer all mei Beere, die ich schnitz; geschnitzte Beere freßt er gern un sei Mädche kißt er gern; 's is mer niemand liewer wie mei Fritz [Feierowend 1950, Nr. 8, S. 5]. Einen weiteren Reim s. bei PfWB hoch. Ein Kinderspiel, in dem man sich für eine der mit Apfel bzw. Birne bezeichneten Parteien entscheiden muß, ist im Artikel Apfel (Spalten 305/06) beschrieben. a. 1464: Item, neme einer eime oppel, bieren oder anders desgleichen [Grimm Weist. V 698 (HB-Höch)]. a. 1477: nüss oder Biere abeschlagen die in den Wegk fielen [Seel, Chronik von Deidesheim, S. 87] a. 1532: auß biren vnnd Mandeln erlöst [GgHospR]. a. 1717: so jemand ... unter des andern seinen obstbäumen bieren abthäte [PfWeist. I 2 (KU-Adb)]. [Bd. 1, Sp. 936] — b. andere Früchte in den Zs. Apotheker-, PfWB Grundbirne. — 2. übertr. a. 'Kopf des Menschen', Birn, scherzh. in mittl. u. gehobenen Schichten, vgl. Otterstetter 235; Syn. s. PfWB Kopf. — b. 'Nase des Trinkers' in der Zs. PfWB Glühbirne. — c. 'Glühbirne', Birn [allg.]. — d. 'minderwertige Habseligkeiten' in der Verb. gebackene Beere [ RO-O'mosch KB-Kriegsf Gal-Königsbg]; dafür häufiger PfWB Backenbirnen; Syn. s. PfWB Lumpenzeug. — F.: bēr, bēÄr, bēÄ WPf (außer SWPf) nördl. u. mittl. VPf; bīr, bīÄr SWPf; br bei Heeger Südostpf. 9; Gal bēr. Pl.: bērə, brə, bīrə. — Südhess. I 867 ff.; RhWB Rhein. I 710 ff.; Saarbr. 27; ElsWB Els. II 79; Bad. I 235/36.
Aus den Nachträgen
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