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 PfWB birken (Bd. 1, Sp. 931)   PfWB Birke (Bd. 1, Sp. 928)   PfWB Brimme (Bd. 1, Sp. 1222) 
   birken Adj.: 'aus Birkenholz', rke (bärgə), s. PfWB Birke [allg.]; rke Holz [ KU-Heinzhs]. De Scharsch plotzt aus dem berkene Masser 'Georg raucht aus dem birkenen Pfeifenkopf' unn macht e Maul aß wie e Krott [Kühn Schnitze II S. 8]. Eine scherzh. Umgestaltung des Adj. werke (s. PfWB wirken) liegt vor in berkene Hosse 'Hosen, wie sie früher aus derber, selbstgewirkter Leinwand getragen wurden' [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB birnbaumen. a. 1425: umb einen grossen birckin reyff acht oder zehen eymerig 3 hlr [LeinArch. (Löhne)]. a. 1465-70: grüne holtz ... Ist alles bercken vnd Buchen [SpeyHochst. Bl. 204]. Südhess. I 864; RhWB Rhein. I 710; Bad. I 235.

 

   Birke f.:
1. 'Birke (Betula alba)', rk, Bärik, Birk, s. F. [allg.]. RA.: Er is dorch die Bärke 'Er

[Bd. 1, Sp. 929]

[Bd. 1, Sp. 931]
ist entwischt' [Potzberggegend (Wilde 19)]. Einen VR s. bei PfWB abhauen. Brauchtum: Zur Eröffnung der Kirchweihe stellen die Burschen am Samstagabend Birken vor das Wirtshaus [ LA-Böbing]; zur Verwendung der B. im sonstigen Brauchtum s. PfWB Pfingstbaum und Maibaum.
2. Pl., 'Birkenwasser', rke [ LU-Opp]. — F.: fast allg. rg bzw. bäÄg; für KU-Kaulb gilt nach Christmann Kaulb. 14 rk und rik, für KU-Rothsbg nach Mang 224 bärig, für KL-Lind nach Höh 53 bäÄk(h), für Kaislt nach Schneckenburger 52 bäÄk. Bertram 54 verzeichnet für LU-Limbghf SP-Ottstdt GH-Nd'lustdt bīÄrk, für LA-Edh bǟÄrk, für LA-Nußd bēÄrk (junge Dehnung), ansonsten gelte für die mittl. VPf bäÄrk, mit Ausnahme von LU-Altr und SP-Berghs, die bäRk haben (ebd., S. 139). Don Gal Buch: bärg. Südhess. I 864; RhWB Rhein. I 709; Saarbr. 28; Bad. I 235.

 

   Brimme f.:
1. 'Besenginster (Sarothamnus scoparius)', Bremm, gew. Pl. Bremme (bręmə) [mittl. u. südl. WPf östl. NPf VPf], Pfremm, Pl. Pfremme (bfręmə) [ GH-N'potz], Brimm, Pl. Brimme (brimə) [KU-Wolfst u. Umg. (von KU-Bechb

[Bd. 1, Sp. 1223]
im Norden bis KL-Erzhs im Süden) Rockhs KL-Siegb Stelzbg NW-Hardbg SOPf (südl. der Linie PS-Hintwdth — BZ-Sarnst bis zur elsässischen Grenze von PS-Hirschth bis BZ-Schweighf], Pfrimm, Pl. Pfrimme (bfrimə) [ GH-Scheibhdt], Breem(e)le [ KB-Biedh], Bremse [Wilde Nachlaß], Brimmle [ SP-W'see]. Die Brimmen sind über die ganze Pfalz verbreitet. Mit blühenden B. schmückt man vielerorts zu Pfingsten den Quack (s. PfWB Pfingstenquack 1); sie sind auch Hauptbestandteil des Blumenstraußes, den man am Pfingstsonntag bzw. -montag den Langschläfern ans Bett steckt (s. PfWB Pfingstenlümmel 4 a). In ZW-Gr'bundb ritt früher ein in blühende B. gehüllter Bursche unter Begleitung der Jugend durch das Dorf. In der kargen Zeit um 1860 verwendete man die B. als Streu für das Vieh, weil man das Getreidestroh verkaufte [Groh Wörschw. 83]; in BZ-Dernb gebrauchte man sie noch um 1900 als Unterlage in den Betten. — RA.: um die Bremm erumgehe 'sich an eine Sache nicht recht herantrauen' [E. Weber, Pälzer Humor, Kaislt 1904, S. 123]; vgl. PfWB Brenne 2 a. Er is dorch die Bremme gange 'entlaufen' [Wilde 73]; vgl. PfWB Birke 1. VR.: Do iwwe stehre (steht eine) Bremm, un die Bremm blieht gääl; die Dingwerder (St. Ingberter) Märe (Mädchen) sin allegar schääl [Ingb]. Aus einem Quacklied: Die gääle Brimme, die heert mer wohl klinge; die Hinkele mache gackgack, die Aier sinn wohl fer de Quack, Quack [ KL-Stelzbg]. — a. 1581: Es soll keiner laub, hecken oder holtz, premen ... in eines andern gutt abhauwen vnd heimtragen [PfWeist. I 45 (KU-A'glan)]. a. 1662: Der Hirte verteidigte sich dahin, dorten seien die Bremmen so dick gestanden, daß ihm das Untier (Wolf) hintereinander 3 Ferkel aus der Herde geholt habe [Küchler 278]. a. 1740: einen öden Flecken mit vielen steinen, holtz und brimmen [Zink 124]. Syn.: Besembrimme, -ginster, -hecke, -heide, -kraut, PfWB Pfingstenlümmel 4 b, -quack 3, PfWB Pfingstlümmelblume, PfWB Brimmbesenstrauch, PfWB Fronleichnamsblume, PfWB Gelbbusch, PfWB Ginster, PfWB Ohnblatt, PfWB Quack, PfWB Rehheide.
2. 'Binse (Juncus)', Premm [ RO-Feilbg KB-Gauh NW-Geinsh LU-Iggh BZ-Gleisw Schweighf]. — Zur Etym. s. Kluge-Mitzka19 Pfriem. Unsere Formen mit Pf- im Anlaut beruhen auf Umdeutung nach Pfriemen 'Schusterahle' (vgl. DWB DWb. VII 1793); sie sind aus dem Alemannischen eingedrungen. — Südhess. I 1098; RhWB Rhein. I 980 Brimme; Saarbr. 36 Bremm; LothWB Lothr. 64 Brimme; ElsWB Els. II 149 Pfrimen; Bad. I 215 Pfriemen.