Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB birken (Bd. 1, Sp. 931)   PfWB Pfingst-baum (Bd. 1, Sp. 834) 
   birken Adj.: 'aus Birkenholz', rke (bärgə), s. PfWB Birke [allg.]; rke Holz [ KU-Heinzhs]. De Scharsch plotzt aus dem berkene Masser 'Georg raucht aus dem birkenen Pfeifenkopf' unn macht e Maul aß wie e Krott [Kühn Schnitze II S. 8]. Eine scherzh. Umgestaltung des Adj. werke (s. PfWB wirken) liegt vor in berkene Hosse 'Hosen, wie sie früher aus derber, selbstgewirkter Leinwand getragen wurden' [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB birnbaumen. a. 1425: umb einen grossen birckin reyff acht oder zehen eymerig 3 hlr [LeinArch. (Löhne)]. a. 1465-70: grüne holtz ... Ist alles bercken vnd Buchen [SpeyHochst. Bl. 204]. Südhess. I 864; RhWB Rhein. I 710; Bad. I 235.

 

  Pfingst-baum m.: Die Sitte des Pfingstbaumsetzens wurde in der Westpfalz noch um 1930 geübt, so in KU-Hefw Cronbg Bistschd KL-Wörsb Heimkch Morb; in KU-Kaulb bestand der Brauch bis etwa 1870, in KU-Rutsw/L bis 1890. In der Nacht zum Pfingstsonntag wurde eine bis auf den Gipfelbusch entästete und geschälte Tanne mit einem Kranz und bunten Bändern geschmückt und auf einem freien Platz oder vor dem Wirtshaus aufgestellt. In KU-Hefw setzten die großen Burschen einen großen, die halbwüchsigen einen kleinen P. In KU-Cronbg tanzte man an den Pfingsttagen unter dem P. In den pfälzischen Siedlungen Galiziens wurden am Pfingstsamstag die Häuser innen und außen mit Birkenzweigen und -ästen (auch kleinen Birkenbäumchen) geschmückt. Die Burschen stellten ihren Mädchen in der Nacht heimlich ein Birkenbäumchen vor die Haustür (s. PfWB Maibaum). — RhWB Rhein. VI 750/51; Hess.-Nass. II 607.