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| PfWB Binsen-seide (Bd. 1, Sp. 924) | PfWB Seide (Bd. 6, Sp. 30) | PfWB Schloß (Bd. 5, Sp. 1103) | |||||||||||||||||||||||||||||||||
1. 'aus dem Kokon der Seidenraupe gewonnener Faden und das daraus hergestellte Gewebe', auch von anderen seidenähnlichen Textilien, Seid f. [mancherorts, Krämer Gal 196], Säid [ HB-Breitft], Sied [lothr. SWPf]; Seide m. [Lambert Penns 149], Seire m. [ KB-Zell LA-Siebdg], in RA. u. VR. meist Seide, Seire, wobei nicht zu entscheiden ist, ob sie als Seiden m., Pluralformen oder als Anlehnungen an die Standardsprache zu interpretieren sind; Zs.: PfWB Atlasseide; Vergl. u. RA.: in Sammet un Seire kumme (stolziere) 'aufgeputzt daherkommen' [ FR-Bockh, vereinzelt]. Das glänzt wie Seire [ KB-Kriegsf, mancherorts]. Er hot Hoor wie Seire [ LU-Alsh]. SprW.: Unner Sammet un Seire stecken die greeschde Leire (Leiden) [ BZ-Dernb, NW-Neidfs]. VR.: Sunn, Sunn, scheine, / fahr mer iwwer Rheine, / fahr mer iwwer 's Glockehaus, / gucken drei Buppe raus. / D' erscht spinnt [Bd. 6, Sp. 31] Seire, / d' zwett spinnt Weire, / d' dritt spinnt e rorer Rock (roten Rock) / fer unser Vedder Jakob [ GH-Vollmw]; Var. u. weitere VR. s. PfWB Herrgott 1 a, PfWB Madam 1 a, PfWB Saft 1, Sal, PfWB Schloß, PfWB Sonne, PfWB Weide; vgl. auch O. E. Heilig: Saft, Saft, Seire ... Pfälzer Bastlösereime. In: Der Trifels 7/1928; Carl Pfalz im Jahr 74. — 2. a. 'die Schmarotzerpflanze Cuscuta europaea und die von ihr befallenen ringförmigen Stellen im Acker', Seid [ KU-Bosb Eßw Etschbg Föckbg Heinzhs Hohöll Mühlb O'alb Rehw Reipkch Schmittw/O WD-Bub HB-Breitft Schwarzack IB-Heckdh ZW-Dellf KL-Drehthhf Matzb Niedkch Pörrb Weilb PS-Geisbg Kröpp Nünschw Schmalbg Ruhbk KB-Jakobsw FR-N'lein], Säid [ HB-Breitft], Sied [HB-Medh IB-Eschring], Sääd (Beeinflussung durch Saite?) [NW-Leistdt, Wilde 135], Saad [ KU-Reichsth], Seier [ KU-Ehw], Seide [ KU-Hüffl Ohmb WD-Hoof HB-Mimb KL-Olsbr U'sulzb GH-Neubg], Seire m. [ RO-Münchw KL-Erlb LA-Siebdg Wollmh GH-Freckf], Saare m. [ RO-Lohnsf]; vgl. PfWB Seidenfleck, -gras, -herd, -klee, -kreis, -nest, -placken, -platz; Zs.: PfWB Klee-, PfWB Spinnseide; e Platz (Placke, Plätz, Stell) mit S. [ KU-Mühlb, vereinzelt]. Im Klee isch S. [ PS-Kröpp]. De Seire esch dran (am Klee) [ LA-Siebdg]. — b. vgl. PfWB Binsenseide. — RhWB Rhein. VIII 41; LothWB Lothr. 478 Sid; ElsWB Els. II 327 Sid(e).
| 1. a. 'Vorrichtung zum Verschließen', Schloß (lǫs) [verbr., Christmann Kaulb 16 Mang 124 Müller Dietschw 65 Schneckenburger 25 Lambert Penns 135 Krämer Gal 188], Pl. Schlesser [verbr., Christmann Kaulb 21]; Dim. Sg. Schleßche, Schleßje [WPf], Schlessi [mancherorts äußerste NWPf], Schlessel [VPf]; Pl. Schleßjer [mancherorts WPf], Schleßlich [mancherorts SOPf], Schleßle [mancherorts VPf]; Zs.: PfWB Baskülen-, PfWB Türen-, PfWB Fenster-, PfWB Häng-, PfWB Mal-, PfWB Schnappschloß; 's Sch. in de Deer [Krämer Gal 188]; e Sch. ufbreche [ PS-Schmalbg]. Dabber will ich 's Sch. ufbringe [Schandein Ged. 29]. RA.: hinner Sch. un Riegel 'im Gefängnis' [LU-Opp, verbr.]. Dem geheert e Sch. ans Maul, von einem Schwätzer [ KU-A'glan]. VR.: An meim Arsch is aach koo Sch. / kannscht mich lecke, wann ich loß [ Gal-Bagbg]. a. 1537: Ein Damasten koller Schwartz vnd golltgeel mit schwartzen Samat belegt vnd mit zweien schlossen [SpeyTreudInv.]. a. 1566-87: dem Schlosser von Anueyler von den Schlossen zu machen geben [SSp Kirchenrechnungen Nr. 63 BZ-Wernbg]. — b. α. 'Vorrichtung zum Befestigen des Sensenblattes am Sensenwurf' [mancherorts]; [Bd. 5, Sp. 1104] Zs.: PfWB Sensenschloß. — β. vgl. PfWB Sechschloß. — c. 'Kopplungsstelle von Balken 2 e und PfWB Stiefel im Kammert [LA-Essing Rhodt (Scharff 159)]. — d. 'Verschlußvorrichtung mit Patronenteil an Feuerwaffen', veralt. [vereinzelt, Beam Penns 94]; Zs.: PfWB Feuer- 1, PfWB Geschloß. — e.'Scheide, Geschlechtsteil der Kuh' [ GH-Leimh Neubg]; vgl. PfWB Schluß 1aα. — 2. 'prächtiges oder befestigtes herrschaftliches Bauwerk, Residenz, Palast, Burg' [verbr.]; Zs.: PfWB Hagen-, PfWB Luftschloß; als FlN, Burgenname vgl. Bed. 3; 's Dernbacher Sch. 'die Burgruine Scharfeneck' [ BZ-Dernb]; 's Eschbacher Sch. 'Die Ruine der Madenburg' [ LA-Eschb]; 's Hambacher Sch. 'die Kästenburg' [ NW-Hamb]; 's Merzalwer Sch. 'die Ruine Gräfenstein' [ PS-Merzalb]; die Dahner Schlesser 'die Ruinen der nebeneinander liegenden Burgen Altdahn, Grafendahn, Tannstein' [ PS-Dahn]. Un' 's Frääle kummt zum Sch. eraus [Schandein Ged. 160]. Do war im Heidelberger Schloß / E Mädche, hibsch als wie e Ros' [Münch Werke I 119]. RA.: Der baut Schlesser in de Luft, von einem Träumer [ GH-Vollmw]. VR. (Kniereiterreim): Troß, troß, troß, / dort owe steht e Sch. / Dort owwe steht e Boppehaus, / gucken drei Boppe raus. / Die eent spinnt Seide, die anner wickelt Weide, die dritt macht e rode Rock / for de alde Zoddelbock [ Gal-Dornf, in Var. mancherorts]; weitere Var. u. VR. s. PfWB Herrenhaus, PfWB Herrgott 1 a, PfWB hoppe, PfWB hotte, PfWB Jungfer 1 a, PfWB kleinwunzig, PfWB Madam 1 a, PfWB Meile, PfWB reiten 1 a, PfWB Roß, PfWB Sachsen, PfWB Saft 1, Sal, PfWB Seide 1. a. 1409: die über das obgenannt Sloß sagent [LeinArch. Burgfriedensbrief Veste Diemerstein]. a. 1599: hinter dem Schloß vor der Oberpfortten gelegen [StArch. KU-Wolfst Stadtbuch]. a. 1619: Volgen nuhn die gütter so zu solchem Schloß gehörig [SLgb. Winzingen Bl. 5]. a. 1681: der Berg ... auf welchem vor Zeiten ein Schloß gelegen, Heidelsburg genannt [PfW 1915 252 (PS-W'fischb)]. — 3. a. FlN, amtl. Am (Auf dem, Im, Hinterm, Beim usw.) Schloß [ KU-Herschw/Petth Lauteck PS-H'einöd FR-Bockh NW-Deidh], Hinterm Schlößchen, Dim. [ KB-Stett]. a. 1658: Vom alten schloß ahn biß ahn den waldt [GdArch. KL-Ottbg Gewannenbuch S. 40]. a. 1754: hinterm Schloß aufm seß [Kurpf. A. 213/33 b (Kaislt)]. — b. Name einer Burgruine bei Klingmst, amtl. Schlössel, Dim. [Pfalzatlas I K. 48]; auch Namensgrundwort in Altschloß (bei PS-Eppbn), Heidenschlößchen (bei NW-Gimmdg), Paulinerschloß (Bergz) und Steinenschloß (bei PS-Th'eischw); vgl. auch Bed. 2. — Südhess. V 458; RhWB Rhein. VII 1371; LothWB Lothr. 452; ElsWB Els. II 474.
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