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 PfWB Bind-löffel (Bd. 1, Sp. 918)   PfWB an-binden (Bd. 1, Sp. 212) 
  -löffel m.: Pl. 'die beiden Hebelhölzer zum Drehen der Bindachse', s. Abb. 24, Binnleffel [KL-West KU-Süd (ohne Brücken u. Umg., s. PfWB Bindknebel 3) KU-Wolfst IB-Wolfh verbr. übrige WPf], Benn- [ KU-Schellw Herschw/Petth WD-Saal ZW-Wiesb KL-Miesb]; vgl. PfWB binden 3d β. Syn.: PfWB Bindholz, PfWB -knebel, PfWB -spange, Windachslöffel, PfWB Windhebel, PfWB -holz, PfWB -knebel, PfWB -löffel, PfWB -spange. RhWB Rhein. I 701. —

 

   an-binden st.:
1. etwas a. 'durch Binden festmachen'; de Hund aanbinne [allg.]; scherzhaft: Die Staan 'Steine' binne se aan un die Hunn losse se laafe, angeblich der Ausruf eines Hausierers, der die ihn bedrängenden Hunde nicht mit Steinen abwehren konnte, weil sie festgefroren waren [Schandein Bav. IV, 2 S. 269]. De Trauwestock a. 'die Rebenruten mit Weiden oder Strohhalmen an dem Draht oder an dem Rebpfahl befestigen' [allg. im Weinbaugebiet]. a. 1590: ... soll ... keiner ... sein Pferdt ... zur weidt schlagen, Eß sey dhann ... angebunden [Zweibr Urkb. 149]. Scherzhafte Antwort auf die Frage, was los (= was geschehen) sei: Was net aangebunn is [nördl. VPf, allg.]. RA.: Der is Dag un Nacht aangebunn 'an Pflichten gebunden' [allg.]. Der schafft 'arbeitet' wie angebunn, ironisch von einem Faulenzer [Hebel 16, verbr.], wie e angebunner Hund [ KU-Hinzw]. E Kälbche (Kälwel) a. (auch PfWB abbinden) 'aufziehen (nicht verkaufen)' [verbr.]; übertr. 'erbrechen, sich übergeben' [allg.]. Volksgl.: In einem Teil der Westpfalz bestand der Glaube des Anbindens des Kalbes in der Kuh, indem man der Kuh, nachdem diese beim Fasel (Stier) gewesen war, ein Stückchen des Seiles der Rathausglocke zu fressen gab [Schandein Bav. IV, 2, 377]. Einen Bären anbinden 'einem ein Märchen erzählen' [Klein Prov. 36]; gebräuchlicher: einen Bären aufbinden. Dem soll mer die Zung a., von einem Schwätzer [ FR-Bockh]. Scherzhafte Antwort auf die Aufforderung, das Maul zu halten: Gebb mer e Strick for 's aansebinne [ KU-W'mohr]. SprW.: Wammer die Bohne oonbind, werd de

[Bd. 1, Sp. 213]
Kaffee raulich 'Wenig Bohnen geben keinen guten Kaffee' [ KU-Schmittw/O]. Neckvers: Korz geschor, hot 's Ohr verlor, hat 's widder gefunn, hat 's aangebunn [Kus]. —
2. einen (eine) a. 'der Entschlußfreiheit berauben'. RA.: Er hot's (das Mädchen) aangebunn(e), auch: Sie hot'n (den Burschen) a. 'durch Schwängerung zur Heirat gezwungen' [verbr.]. —
3. mit einem a. 'Streit beginnen', mehr umgspr. [allg.]. —
4. RA.: Der is korz angebunn(e), wer heftig reagiert, insbes. mit barscher Antwort rasch zur Hand ist, genommen vom Bild des bissigen Hundes, den man kurz anbindet [allg.]. — RhWB Rhein. I 699; ElsWB Els. II 59; Bad. I 44.