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 PfWB bimbam-bolisch (Bd. 1, Sp. 909)   PfWB ver-heißen (Bd. 2, Sp. 1178)   RhWB heischen (Bd. 3, Sp. 474) 
   bimbam-bolisch Adj.: AR.: In der Bimbambolenkirche geht es bimbambolisch zu, und wie heißt du? [ LA-Edh]; in BZ-Billh auch in der Variante: geht es komisch zu.

 

   ver-heißen st.: sich v.
1. 'hoch und heilig versichern, unter Eid beteuern', sich verheeße [Schandein Ged. 239], vehääße [ LA-Venn]; verstärkt in der Verb. sich v. un verschweere (s. PfWB verschwören 1), gebraucht bes. unter Viehhändlern [verbr.]. De Hannelsmann hat sich verhääße un verschwore, er kennt die Kuh nit so billich gewwe; am Enn harrer (hat er) se doch gewwe [ PS-Erfw]. —
2. 'sich verfluchen'. Mer kann's net mit ooheere, wie der sich verhaaße dut [ Gal-Obl]. — Südhess. II 510; ElsWB Els. I 381; Bad. II 66.

 

  NRhWB  PfWB  ElsWB  LothWB heischen im Rhein. sind ahd. eiscon befehlen u. heizan benamen begriffl. zusammengefallen, indem für beide Bed. hier nur heischen, da nur heissen gilt, u. zwar gilt an der Nahe w. einschl. Kreuzn-Münchwald Spall Allenf Sobernh hsə; ö. dieser L. hə, –ai-, –ęi-; doch kommen auch w. dieser L. an Nahe u. auf dem Hunsr Doppelformen vor, doch so, dass -- betteln, -s- genannt werden, einladen, auffordern bedeutet Birkf, Meis-Abtw Bärenb Breitenh Löllb Staudernh, Wend-Aulenb Baumholder Berglangenb Heimb Pfeffelb Ruthw Schwarzerden Weierb, Simm-Stdt Buch Corw Dickenschd Ebschd Heinzenb Horn Kellenb Kisselb Laub Laufersw Ravengiersbg Schlierschd, Bernk-Allenb Bollenb Bruchw Rhaunen Wirschw, Zell-Altlay Bärenb Irmenach Panzw Raversbeuren, Goar-Braunshorn Werlau; auch innerh. des Mosfrk zeigen sich hier u. da noch Spuren von -s-, Trier-Igel, Wittl-Eisenschmitt Gipperath Neuerbg Osann Reil, Daun-Strohn Strotzbüsch Tettschd Utzerath, Bernk-Lieser Neumag Bollenb Zelting, Zell-Merl, von Koch an an der uMos u. SOMay durchweg -s-, wie auch Neuw (mit Ausn. der Rheinorte u. des kurköln. Teiles) u. Altk, Siegld, Waldbr bis Sieg-Marienf nur Formen mit -s- haben; die im Rhfrk, Mosfrk, Rip (s. o. die Ausnahme des Westerw u. von Waldbr) herrschende Form ist also haiə, –ęi-, –-, –ā-, –ē-, –ei- [-ī- Daun-Rockeskyll; -- Aden-Hanneb Wanderath, Ahrw-NZissen]; diese -- Formen reichen lrhn. über die Benr.-L. hinaus, etwa bis Heinsb-Arsbeck, Erk-Wegbg [MGladb-Viersen hetən], Kref-Fischeln Linn; rrhn. -- bis zur Ürd.-L. [Gummb-Hombg -ēs-; Lennep-Dhünn -ē-; Düss-Eller -eis-]; n. dieses -- Geb. gilt im Berg in Wippf, Gummb -eit-; in Gummb auch -it-; Elbf, Barm, Mettm (u. -ē-; Wermelsk, Remschd -ei-) -et-; MülhRuhr -īt-; n. Ruhr -it-, –et-; lrhn. zunächst -ēt-, –eit- (Mörs); n. einschl. Geld-Walbeck Pont Veert Geldern Aengenesch Issum, Mörs-Klosterkamp Lintfort Orsoy -it-, –et-. — Flekt. Rhfrk Part. gəh, Mosfrk zu Bed. 1 gəht (Prät. fehlt), zu Bed. 2 gəh; Prät. vom Mosfrk an hī:, –e·i.-, –ē:- [Bitb, Prüm -ō:-, –ū:-]; Rip -ē:- (setze -s- ein, wo dies gilt) [SNfrk auch hēdə u. hō:]; Part. jəhēə u. -hē; die nfrk. Formen mit -t- Prät. hit, –e-, hidə, hidnə, Part. γəhētən, –ī- st.: 1. fordern, verlangen Rhfrk, Mosfrk [Rip, Nfrk kaum mehr geläufig] a. einen h., einem befehlen; wie oft soll ich dich noch h. missen; ich hun en zweimol gehäscht; mer muss sich net alles h. losse;

[Bd. 3, Sp. 475]
hat dich ener geheischt, dat ze mache; ech sen net geheischt wor; er hot dat metgehn geheischt einfach sich genommen; du hascht se esse, was de krischt, un se schaffe, was de gehäscht werscht Rhfrk, Mosfrk; Rip, Nfrk ist diese Bed. nicht mehr so geläufig (man hört selten: he hesch mech schwige; we hat dich geheische, dat ze dohn?). RA.: Gehe ich mit? Antw.: Wenn ich dich mol h. Merz-Brotd. Lo hescht et sech of de hennerscht Bän gemach! Merz, Allg. — b. betteln (mit der Hotte) von Tür zu Tür, von Dorf zu Dorf, meist h. gohn, von professionsmässigen Bettlern, auch he muss sei Brut h. gohn. RA.: Vum h. get mer net ärmer Saarbg-Winchering. De hescht e senge Sack, wat e kret, dat esst e strack (sogleich) Schleid-Hellenth. Beddele brengt en, h. os e got Dönge, sich jet froge get emmer bar Geld ebd. — E heəsche Mensch Bettelweib Aach. — c. Gaben einsammeln bei Gelegenheit von Volksbräuchen, Brennmaterial für die Jahresfeuer, Eier zu Pfingsten, zum Mai, Geld, Speck zu Fastnacht usf.; de Jungen gohn h.; se h. Strüh (Eier, Speck udgl.) Allg.; morgen es fetten Donnerschdag (Weiberfastnacht), da geh mer Ejer h. Bernk-Neumag, Allg.; hongerig h. an demselben Tage Aden-Wanderath; ze Krunen (s. Krone) h. Merz-Mond. Do kommen de Bollendorfer (u. a. Orte) Jungen, se h. Biren a Bungen (Bohnen) usf. zu Fastnacht Bitb, Prüm, Saarbg. Hesche, h. Eier, zwei, zw. sollt er gewe usf. Koch-Eller. — Beiträge zu einem Bau fordern Saarbr; s. Bauheische Westerw. — d. uf de Hochzeit h. einladen Saarbr, Nahe; eich gehn die Leit of mei Bal h. zur Konfirmationsfeier Zell-Irmenach. — 2. genannt werden. a. doch nur hinsichtl. des Vor- oder Ruf- (Haus-) namens; hinsichtl. des FN heisst es sich schreiwen; z. B. wie heschte? Antw.: Ech h. Pitter on schrif mech Schmitz; ech h. Drickesse Antun on schrif mech Schm. Rip, Allg.; ich schreiwe mich Wettche (Witt) un h. Hermann, se nenne mech all de strullig (struddelig) Mann Neuw-Borschd [statt h. auch ech sen op (de Name) Pitter gedöf]; redet man eine Person nicht mit dem vollen Vornamen an, sondern nur mit der Kurzform (Kätt statt Katharina), so erhält man zur Antw.: Ech h. nit su, su hässt mei Himd (Hemd) Neuw-Isenbg. RA.: Wie mer heisch, su däuf mer de andere Köln. Wie heəscht deə? Antw.: Wie singe Nam es Aach. Wie hescht dat Kengk? wieviel Geld hast du MGladb-Rheind. Et es igal, wie de Kouhw heəscht, wennt se mär Melch get auf Nebenumstände kommt es nicht an, — wie der Flam (Fladen) heəscht, wennt e mär got schmacht Aach, Dür, MGladb. Wie häscht dei Vadder? fragen die Kinder u. kneifen ein anderes in den Arm; sagt es autsch! dann: o, dem sei V. häscht Autsch! Trier-Mehring. Ech gef et dir ze rode en der Mongk (Mund), Keser Karl hott ene Hongk (Hund), rot, we hesch de H.? (Antw. rot) Bergh. Nina,

[Bd. 3, Sp. 476]
kle Kengkche, di Motter hesch Katrengche usf. (Kinderld.) Dür. Wo (wie) sall dat Wichen (Wichtchen Mädchen) h.? Wacker, Ellen, Greite! Gummb. — Wie hiddne dat Wort? Klevld, Allg. — Et hesch es wird gesagt, man erzählt so; es bedeutet; su hesch et net das gibt es nicht; ich tue es nicht; wat soll dat h.; hesch dat och at jet? das ist mir unbegreiflich Rip, Allg.; ech soll dich schun lihre, bat dat hescht! Kobl, Allg.; dat hesch net, wat soll dat es ist mehr wie, es hat nichts zu bedeuten Rip; het hescht jet, in der Welt te sin on net getärgt (gezankt) te werde MGladb. Auf die Aufforderung ‘rasch!’ die Antw.: Nur langksam, su hesch et net! Sieg-Ägid. — Üvver en half Johr, dat hesch ach Dag no Ustere, kunn ech Rip, Allg. — b. einen h., ihn mit einem Schimpfnamen belegen; he hät mech en Lomp gehesche Rip, Grevbr, MGladb, Erk; enen h. legen einen Lügen strafen MGladb-Neuwerk. RA.: Ene Spetzbof hesch de andere Gandef Bergh. Mer moss de Gecke (Narren) Üəhm (Oheim) h. schmeicheln Rip. — Absol. schimpfen; gehesche werde; du salls mech net h.; hesch mech net! LRip, MGladb, Grevbr. — Abl.: die Hescherei, dat Gehesch, sech zerh.