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 PfWB picken (Bd. 1, Sp. 886)   PfWB Ostern1 (Bd. 5, Sp. 282)   PfWB ver-steckeln (Bd. 2, Sp. 1288) 
   picken schw.:
1. von Vögeln, bes. von Hühnern, wie schd. 'mit der Schnabelspitze hacken, Nahrung aufnehmen', picke (pigə) [fast allg.], pecke (pegə) [verbr. NWPf]. Die Ajer sin gepickt, die Junge schluppe aus [ KU-Odb, allg.]. RA.: Mer hun drufgeschlaa, so schnell wie die Hinkel Gerscht pecke [ KU-Schmittw/O]. Er is gepeckt im Hern 'verrückt' [ HB-N'alth, allg.]. Bischde gepickt mit dem Woll seiner Belzkapp? dass. [ KU-Kaulb]. Das is e gepickt Hinkel, dass. [ ZW-Gr'bundb, allg.]. Do kannschde lang picke, bis de ans Hern kummscht, von einem, der schwer von Begriff ist [ KL-W'lein]. —
2. 'essen', eigentl. 'in kleinen Bissen essen'. RA.: Er hat nix se picke un nix se beiße [KU-Kaulb, verbr.]. Er pickt dran rum 'Er ißt ohne Appetit' [ LU-Böhl, allg.]. KR.: Hawwere sollst e bissel knawwere, Wicke sollst e bissel picke [LU-Muttstdt (Wilde 83)]. Beim Kinderspiel Drauwe picke, bis de Vedder Schitz kummt machen die Kinder an einer Mauer oder einem Baum mit dem Zeigefinger pickende Bewegungen, bis das zum Schütz bestimmte Kind heranschleicht und die Sünder einfängt [ LA-Edh]. —
3. = PfWB begatten.
a. de Hahn pickt 's Hinkel [ ZW-Schmitshs, fast allg.], pekt (pēgd) [ KU-Bedb Kaulb Jettb KL-Hirschhn Kindsb], pikt (pigd) [ RO-Rehborn]. —
b. vom Menschen, vulgär. Er hot se gepekt (gəpēgd) [KU-Kaulb Kus Kaislt BZ-Dernb verbr. Don Gal]. —
4. Ostereier p. 'aneinanderstoßen', ein Kinderspiel, s. PfWB Ostern [allg.]. —
5. den Klicker p. 'mit Daumen und Zeigefinger schnellen', picke [verbr. NWPf], vgl. PfWB schnellern; 'die Spielkugel in Bewegung setzen', peke (pēgə) [ LA-Edk]; 'den Klicker treffen' picke [ FR-Colgst]; Kaude picke 'mit den Klickern nach der Kaute schnellen [Pirmas]; vgl. PfWB Pickchens, PfWB pinken2. Er is gepekt (gepēgd) 'hat alle Klicker verloren' [ NW-Hamb]. —
6. 'stutzen, hauend kürzer machen'. a. (16. Jh.): Es soll auch ein jeder, der an seinen Gütern lebendige Zäune und Hecken hat, dieselben zu rechter Zeit picken und abhauen [Weistum von KL-Hoheck]. — Südhess. I 825; RhWB Rhein. VI 816 ff.; LothWB Lothr. 41; ElsWB Els. II 26; Bad. I 222.

 

   Ostern1 Pl.: wie schd., Oschdere (ōdərə) [verbr. WPf NPf mancherorts VPf, Bertram § 178 Christmann Kaulb 78 Mang 123 Müller Dietschw 54 Schneckenburger 26 Krämer Gal 159], Oschdre (ōdrə) [mancherorts VPf, Kieffer 58 Lambert Penns 116], Ouschdre (ǫudrə) [mancherorts SOPf], Auschdere [ BZ-Nd'horb GH-Leimh], Uschdere [ RO-Duchr/O'hs]; an O. [ KU-Hefw, mancherorts]; an de O. [ LU-Friesh, mancherorts]; uf O. [ ZW-Battw, mancherorts]; an O. rum 'ungefähr zur Osterzeit' [ LU-Alsh]; noo O. (nach O.) [ KU-Hefw]; nooch de O. [ NW-Haßl]. Die O. kumm ich 'An O. komme ich' [RO-Sippf]. Iwer die O. is scheen Wedder [ LU-Friesh]. Iwer O. verrääs (verreise) ich [ NW-Esth]. Uf die O. kummt Besuch [ LU-Friesh]. Er kemmt an de O. in die Schul [ KU-Diedk]. Er werd an O. kunfermiert [ LU-Opp]. RA.: Bei dem kummt O. no

[Bd. 5, Sp. 283]
Pingschde 'Er ist nicht ganz richtig im Kopf' [ KU-Wolfst]. Ich schlan der hinner die Ohre (an de Kopp, uff de Backe usw.), daß de maanscht, O. un Pingschde wäre (falle) uf een Dag [KU-Kaulb, verbr.]. SprW.: Die hot soviel Arweit wie dr Paff an O. [vereinzelt Don]. Wann bei de Jurre wär kän O. un bei de Krischde wär kän Kerwe, mischde mer im Dreck verderwe, weil vor Ostern und Kirchweih gründlich sauber gemacht wird [ KU-Schmittw/O]. BR.: Wann an O. 's Korn so groß is, daß sich e Rab drin versteckele kann, dann gebt's e guri Ernt [ ZW-Bechhf]. WR.: Weihnachde im Klee - O. im Schnee oder auch: Weihnachde im Schnee - O. im Klee [KU-Hinzw, verbr.]. Lichtmeß im Klee - O. im Schnee [ LU-Alsh, mancherorts]. Grieni Weihnachde - weißi O. [ LU-Alsh, mancherorts]. Osterbrauchtum s. Becker Vk. 312 ff. und Judasfeuer, Karsamstag, kippen 2c, Klapperbuben, Osterbrand, -ei, -gärtchen, -hase, -lamm, -morgen, Ostergebäck, das meist von den Paten geschenkt wurde, s. PfWB Brezel, PfWB Bubenschenkel, PfWB Puppe 3a, PfWB Osterhase 2, -lamm 2, -mutzen, -weck, PfWB Zitronenbrötchen und Bertram in: WestmAbhandl. 5/1941-42 280 ff. Einen VR. s. PfWB Kloster 2b. Mitte 14. Jh.: sehs hvnre zv ostern [Lam 1 59v (PS-Heltbg)]. a. 1502: uf sontag nach ostern [HornbReg. n. 620]. a. 1566-87: zu ostern alß mir den dauff han gesegent [SSp, Kirchenrechnungen 63 (BZ-Wernbg)]. Südhess. IV 1116/17; RhWB Rhein. VI 428; LothWB Lothr. 396; ElsWB Els. I 81.

 

   ver-steckeln, -steckenschw.:
1. 'verbergen', ve(r)steck(e)le (-degələ) [fast allg., auch Penns Don Gal Buch], -stecke [selten, s. folgende Beispiele]; sich v., bes. beim Versteckspiel Versteckelchens [allg.]. Syn.: PfWB verbergen, PfWB verduckeln 2, PfWB verducken 1, PfWB verkrabbeln, PfWB verkriechen, PfWB verkuscheln, PfWB verschlupfen 1. Er hot sich versteckelt uf'm Schiff [Danner Penns 135]. Vor dem brauchscht du dich net se versteckele 'Mit dem kannst du dich messen' [ Gal-Dornf]. Die Sunn versteckelt sich hinnich de Wolke [ KL-Siegb ZW-Bechhf KB-Kriegsf]. Der Dieb versteckelt, was er gestohl hat [ KU-Herchw]. (Er hat die Räuber) gehehlt un versteckelt [JKurpf. 1927, S. 46]. RA.: Das versteckelt sich nit in de Klaarer, von ertragenen Strapazen, die zur Abmagerung geführt haben [ RO-Rehborn]. Volksgl.: Fer blooe Huschde du nein Wärm in en Bottel un versteckel sie [Fogel Beliefs Penns Nr. 1781]. BR.: An Jörgedag (23. April) muß sich e Rab kenne ins Korn versteckele [ KB-Dreis KU-Schmittw/O]. Dass.: Am Jogobsdag ... [ LU-Alsh]. Var. s. PfWB Ostern. Am Jerchedaach sich de Krabb 'Rabe' im Korn verstecke mach [ SP-Mechth]. VR. s. PfWB Bohne (I 1076, Z. 25 ff.), Birnbaum, Apfelbaum.
2. versteckde Winn 'versetzte Blähungen' [ KL-Reichb LU-Friesh NW-Frankeck]. —
3. derb-scherzh. 'begraben'. Die Glocke laiden; sie werren widder enner versteckele [Kaislt]. —
4. mit versteckde Kaarte spiele 'nicht offen und ehrlich handeln' [ LU-Opp]. — Südhess. II 636/37; RhWB Rhein. VIII 559; LothWB Lothr. 154; ElsWB Els. II 582; Bad. II 113.