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| PfWB picken (Bd. 1, Sp. 886) | PfWB gacksen (Bd. 3, Sp. 7) | |||||||||||||||||||||||||||
1. von Vögeln, bes. von Hühnern, wie schd. 'mit der Schnabelspitze hacken, Nahrung aufnehmen', picke (pigə) [fast allg.], pecke (pegə) [verbr. NWPf]. Die Ajer sin gepickt, die Junge schluppe aus [ KU-Odb, allg.]. RA.: Mer hun drufgeschlaa, so schnell wie die Hinkel Gerscht pecke [ KU-Schmittw/O]. Er is gepeckt im Hern 'verrückt' [ HB-N'alth, allg.]. Bischde gepickt mit dem Woll seiner Belzkapp? dass. [ KU-Kaulb]. Das is e gepickt Hinkel, dass. [ ZW-Gr'bundb, allg.]. Do kannschde lang picke, bis de ans Hern kummscht, von einem, der schwer von Begriff ist [ KL-W'lein]. — 2. 'essen', eigentl. 'in kleinen Bissen essen'. RA.: Er hat nix se picke un nix se beiße [KU-Kaulb, verbr.]. Er pickt dran rum 'Er ißt ohne Appetit' [ LU-Böhl, allg.]. KR.: Hawwere sollst e bissel knawwere, Wicke sollst e bissel picke [LU-Muttstdt (Wilde 83)]. Beim Kinderspiel Drauwe picke, bis de Vedder Schitz kummt machen die Kinder an einer Mauer oder einem Baum mit dem Zeigefinger pickende Bewegungen, bis das zum Schütz bestimmte Kind heranschleicht und die Sünder einfängt [ LA-Edh]. — 3. = PfWB begatten. a. de Hahn pickt 's Hinkel [ ZW-Schmitshs, fast allg.], pekt (pēgd) [ KU-Bedb Kaulb Jettb KL-Hirschhn Kindsb], pikt (pigd) [ RO-Rehborn]. — b. vom Menschen, vulgär. Er hot se gepekt (gəpēgd) [KU-Kaulb Kus Kaislt BZ-Dernb verbr. Don Gal]. — 4. Ostereier p. 'aneinanderstoßen', ein Kinderspiel, s. PfWB Ostern [allg.]. — 5. den Klicker p. 'mit Daumen und Zeigefinger schnellen', picke [verbr. NWPf], vgl. PfWB schnellern; 'die Spielkugel in Bewegung setzen', peke (pēgə) [ LA-Edk]; 'den Klicker treffen' picke [ FR-Colgst]; Kaude picke 'mit den Klickern nach der Kaute schnellen [Pirmas]; vgl. PfWB Pickchens, PfWB pinken2. Er is gepekt (gepēgd) 'hat alle Klicker verloren' [ NW-Hamb]. — 6. 'stutzen, hauend kürzer machen'. a. (16. Jh.): Es soll auch ein jeder, der an seinen Gütern lebendige Zäune und Hecken hat, dieselben zu rechter Zeit picken und abhauen [Weistum von KL-Hoheck]. — Südhess. I 825; RhWB Rhein. VI 816 ff.; LothWB Lothr. 41; ElsWB Els. II 26; Bad. I 222.
| 1. = PfWB gackern 1, auch vom Ruf der Gans, gackse (gagsə, -ḁ-) [Pirmas KL-Wörsb FR-Tiefth Frankth LU-Friesh NW-Kallstdt LA-Impfl BZ-Dierb Danner Penns 15 Gal-Josbg], gäckse (gęgsə) [KU-Schmittw/O Hundh Kaulb WD-Niedkch RO-Schiersf Sippf ZW-L'wied verbr. südl. VPf Don-Tscherwk], gakse (gāgsə) [KU-Dietschw KL-Lind Heeger Tiere II 7 Don-Torscha Alexanderhs Lenauh Lowrin], (ggsə) [verbr. Gal]; vgl. PfWB Gegacks 1 b. SprW.: Hinkel, wo veel gäckse, leeje net veel [ KU-Schmittw/O]. Volksgl.: Wann die Hinkel märgets frih gackse, gebt's en Leicht 'Beerdigung'; ooweds spoot — en Hochzich [Fogel Beliefs Penns Nr. 508]. — 2. a. 'stockend sprechen, etwas nur halb sagen', gackse [mancherorts WPf NPf verbr. VPf Klein Prov. 133], gäckse [ KU-Schmittw/O GH-Schwegh]; vgl. PfWB Gackes 1, PfWB Gackserei, PfWB Gegacks 1 a. (Er) gaxt, wie wann er 's Stott're hätt [Keiler 67]. Er gäckst un legt net [ GH-Schwegh]. Er will e Frää hun, die gäckst, awwer nimmi leet 'die keine Kinder mehr bekommt' [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Wer gackst, muß aa leeje [Kaislt, verbr.]. Hoscht gegaakst, dann lee aach! [verbr. Gal]. — b. 'ein Geheimnis ausplaudern', gackse [ KU-Schmittw/O IB-Bliesmg/Bolch RO-Messbhf KL-Gimsb LU-Friesh NW-Freinsh Dürkh]; vgl. PfWB Gegacks 2. Ich glaab als, du hoscht gegackst [ NW-Freinsh]. — c. 'dummes Zeug reden', gackse [ BZ-Wilgws]; vgl. PfWB gackern 2 a. — d. 'ausgelassen kichern' gäckse [ HB-Nd'gailb]; vgl. PfWB gäckern 2 a. — 3. a. 'knarren', von der Tür, gäckse [SOPf (Nachlaß Heeger)]; vgl. PfWB gärren 2 a. — b. 'knirschen', vom Schnee, gäckse [mittl. VPf (Bertram § 292)]; vgl. PfWB gärren 2 b. — c. Oschderaaier gäckse 'zusammenschlagen' [ LU-Friesh]; vgl. PfWB picken 4, PfWB Eiergacksen. — Zu PfWB gack. — Südhess. II 1052/53; RhWB Rhein. II 969; Saarbr. 71; LothWB Lothr. 180 gäksen; ElsWB Els. I 251/52; Bad. II 275.
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