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 PfWB Pfülben (Bd. 1, Sp. 878)   RhWB Pülv(en) (Bd. 6, Sp. 1185) 
   Pfülben, Pfülwenm., n.:
1. 'Kopfkissen im Bett', früher 'breites Kopfkissen für zwei Personen', Pilwe (pilwə) [allg., auch Penns Don Gal Buch], Pulwe [verbr. SOPf (neben pilwə)],

[Bd. 1, Sp. 879]
Pilwer [ FR-N'lein], Pilme [ HB-Nd'gailb]. Der hot Backe (Lippe) wie e P., von dicken Wangen (Lippen) [ KU-Kaulb]. a. 1525: Item ein bethlad mit einem bedt, strosack, ein pulwen [Spey-DomKl.]. a. 1558: 4 Bett, ein Deckbett, 3 Pfulwen [WerschwReg. S. 449]. a. 1740: empfangen zu einem pülwen die federn [Kurpf., Akte 940-942 (KU-Einöll)]. a. 1784: 1 langer Pülwen mit weißem Ueberzug [NPfGV 1932 S. 77]. —
2. 'Federdecke', Pilwe [»Donnersberg« (PfId. 106) LU-Altr LA-Edk]. a. 1460: daz bette mit pulbe lilach (Leintuch) vnd kussen [StArch. Koblenz, Abt. 655, 24 Nr. 786, Bl. 95]. a. 1464: pfulwen kußen lilachen deppich [LibSecrM, Bl. 184]. a. 1596: 1 Pfülben 1 Küßen ahne Ziechen [WerschwSchR, Bl. 593]. —
3. 'Überzug des Kopfkissens' [ RO-Lettw], 'Überzug der Federdecke' [Spey NW-Haßl]. a. 1746: nebst einem drilchenen Pilben [Kurpf., 973-976]. a. 1782: ein barcheter Pulven [GH-Zeisk (aus einem Inventar)]. — Zs. zu 1-3: Bank-, Pluder-, Haupt-, Kopf-, Spreu-, Stuhlpfülben.
4.
a. 'Tragholz über dem Achsenstock des Hinterwagens', Pilwe und Pilme [östl. NPf Ostteil der mittl. u. südl. WPf VPf]; dafür auch PfWB Bett und Grießbrett. Die Grenze zwischen Bett (im Westen) und Pilwe (im Osten) verläuft von RO-Mannw über RO-Bistschd Dörrmosch Heilmosch KL-Katzw Siegb Hoheck PS-Steinalb Burgalb Ruhbk; die genannten Orte haben Bett. Vgl. Klein Wag. 106. Pilme ist nur in einzelnen Orten belegt, am häufigsten in der SOPf. Grießbrett erscheint in der Südostecke. — Zs. PfWB Hinter-, PfWB Jochpfülben. —
b. 'unteres Verbindungsstück zwischen den beiden Führungseisen des Vorderpfluges' s. Abb. 21, Pilwe [ KU-Elzw Kus KB-Mauchh FR-Bockh LU-Alsh Ruchh Neuhf Altr Muttstdt NW-Geinsh], Pilme [ LA-Essing GH-Schwegh], Pilmar [ BZ-Nd'horb]; vgl. PfWB Sattel. Zs. PfWB Oberpfülben. Am eisernen Vorderpflug wird der P. durch die Pflugschraube gesenkt oder gehoben; an älteren Pflügen mit hölzernem P. verstellte man diesen mit einem Brettchen, einem Stein oder auch mit einem Rasenstück. Auf der Ausbuchtung des P. liegt der Pfluggrindel auf. —
5. 'Unterlage für Kopflasten', vgl. PfWB Ring, Pilwe [NWPf KB-Morschh LU-Ruchh NW-Weidth Lach SP-Schiffstdt]. —
6. 'der Schlagteil des Dreschflegels', Pilwe »um Speyer und Ludwigshafen« (Bertram 154), wohl verunstaltet aus Kilwe, s. PfWB Külpe. — F.: Das Wort ist fast durchweg m.; n. ist belegt für KU-Sand IB-Nd'würzb RO-Rehborn. — Aus lat. pulvinus, mhd. md. *pülwe. — RhWB Rhein. VI 1185 ff.; Saarbr. 155; ElsWB Els. II 135; Bad. I 217 Pfühl; Hess.-Nass. II 625 Pfühl.

 

 Pülv(en) das auf lat. pulvinus zurückgehende Wort ist, freilich mit grösseren Lücken, aber heute doch in geschlossenen Geb. im ganzen Geb. verbr.; die mdl. Grundform weist drei Formen auf: α. pülv(ən) Rhfrk u. n. Benr-L.; β. pülmən, pülləm WMosfrk (WMosfrk in Trier, Wittl, Bitb pülf für Bed. 2 a α); γ. das zwischen pülven Rhfrk u. pülv n. Benr-L. liegende grosse Geb. hat pull(en), püll(ən); pu·l.wə Saarl; sonst

[Bd. 6, Sp. 1186]
im einzelnen pilwə n. noch geschlossen an der Nahe (aber veralt.), Saarbr u. vereinzelt Simm-Stdt (Rottm.); dann im Hunsr, an der Saar keine Belege, erst pi·l.əm Saarbg-Wellen Winchering, Bitb-Körperich Roth NWeis; pi·l.əmən Bernk (Mos); pi·l. f. Wittl-Bausend; pī:l Koch; py·l. Kobl-Winning; -i- Daun (sonst fehlen an der Mos, in der Eif die Belege); der Westerw hat geschlossen südl. der Entrundungs-L. pi·l., n. -y-; Siegld --, –ē-; Waldbr -ȳə-; Gummb, Wippf -y-; Sieg, MülhRh, Sol-Burschd pø·l.ən, –y- [Sieg-Söven Uckerath pø·l.ər m.]; das LRip von Prüm-Hallschlag Steffeln, Schleid, Ahr, Aden an hat pu·l.ən, –o- m., n. [doch pu·l., –o- Prüm, Malm, Monsch; -ū·ə.- Schleid-Dreiborn; -ȳ·ə.- Monsch-Stdt; -ȳ:- Malm-Bütgenb; pu·l.ər Bo-Rösbg; py·l. Bergh-Kirchherten Lipp, Eup-Raeren; -ø- Rheinb-GrBüllesh, Aach-Merkst Vorweiden; pu·l. Dür-Stdt]; Eup pø·l.əmə; lrhn. u. rrhn. dann n. der Benr-L. pø·l.(ə)f, –øl-, –- (letzteres neben -ø- Klev) m., f. [Geilk, Heinsb pø·l.əvər(ə) m.; MGladb-Helenabrunn, Kemp-Breyell, Geld-Hinsbeck pø·l.(ə)ftər m.; Erckeyenbg, Grevbr-Priesterath pø·l.vət; Klev hier u. da pølft f.]; Pl. -ə(n) sehr selten [NBerg Pl. -wər; Dinsl -wən u. pølfs], Demin. fehlt m., n., f.: 1. mit Kaff, Flocken, Federn gefülltes Kissen. a. grosses rechteckiges Kopfkissen für zweischläferiges Bett als Unterlage, Keilkissen (auch ein solches am Fussende), auch Häupt-, Kopp-, Kaffp. Allg. RA.: Twei Glauwen op einem P. es eines te völl Sol. — b. Ober-, Deckbett aus Federn, Flocken, Plümo, Federnp., Övverp. Allg. — c. veralt. ein mit Kaff, Stroh oder Federn gefüllter grosser Sack an Stelle der Matratze, Onnerp. Siegld, Altk-Betzd Wissen, Neuw-Asb, Sieg-Seelschd. RA.: De verkauf de P. us dem Bett ein leichtlebiger Mensch Neuw-Asb. — d. scherzh. Bett; leg dich en et Pöll! Rheinb-GrBüllesh. — e. Kissen auf dem Kopf für Kopflasten Monsch-Kalterherbg, Kemp-Breyell, Sol-Gräfr Witzhelden (bø·l. f.); s. Pel. — f. Pölfke kleines Kissen mit Kräutern, Sand, auf schmerzende Stellen aufgelegt Sol 1870; Püllche Kompresse Köln-Stdt. — g. Pöllche Nadelkissen Monsch-Witzerath. — 2. übertr. a. sachl. an Geräten. α. Querklotz mit Höhlung im Gered des Vorderpfluges des Hundspfluges, nach oben u. unten verschiebbar, auf dem der Pflugbaum, Grindel ruht; stark eine Hand breit über der Achse des Vorderpfluges ist das unterste P. festgelagert; darüber das zweite eigentliche P., das nicht feststeht, sondern auf- u. abgeschoben werden kann mittels eines Stelleisens, das im obersten P. feststeht u. durch das unterste P. durchgeht; durch das Versetzen des P. wird das tiefe oder flache Pflügen ermöglicht Allg. [Trier, Wittl, Bitb pi·l.f (pe·l.wən m. Wittl-Monzel; pī:lf f. Bitb-Idenh; m. Erdrf; aber pi·l.ən m. Bitb-Körperich Roth; pi·l. f. Wittl-Bausend) im Gegens.

[Bd. 6, Sp. 1187]
zu pi·l.əm 1]; de Plog steht te huəhch en der P. Selfk. — β. eins der beiden viereckigen Langhölzer der Kelter, über den Dielen liegend, die ihrerseits auf den zu pressenden Trauben liegen Saarbg-Wellen Winchering, Kobl-Winning, Siebengeb. (py·l.ər Pl.). — γ.αα. das Lager, d. h. das Holzstück, in dem das eigentl. Lager, die für den Nocken des Schleifsteins gelassene Öffnung, sitzt; man unterscheidet: Abdreh-, Nocken-, Platt-, Sterz-, Vorder-, Hinterpülf Sol, Remschd. — ββ. Holzkeil im Wasserhammer als Auf- bzw. Unterlage des Mulop u. des Nockens ebd. — δ. pø·l.f u. pø·l.vī Schuhabsatz; doch s. Pollevi Sol 1870. — b. persönl. verächtl. pl, –ē- dickes Weib Siegld.