Pflug m.: 1. wie schd., Plug (blug) [fast allg.], Pluch (blūx) [westl. der Linie KU-Ulm — HB- [Bd. 1, Sp. 861] Höch — IB-Ommh u. Umg.], Pflugg (bflug) [ BZ-Schweig GH-Berg Scheibhdt], zur Verbr. s. K. 44; Penns hat blūg, selten blug; Schandein Ged. 245: Pluh; Don Banat: blux; Don Batschka Gal Buch: blug. Die Teile des P. zeigen die Abb. 20 u. 21 (s. auch Klein Wag. 115 ff.). Die verschiedenen Pflugarten s. in den Zs. PfWB Patent-, PfWB Berg-, PfWB Purzel-, Triller-, PfWB Englischer, PfWB Feld-, PfWB Grießheimer, PfWB Grundbirnen-, PfWB Guß-, PfWB Häckel-, PfWB Hack-, PfWB Haken-, PfWB Häufel-, PfWB Orts-, PfWB Riester-(Rüster-), Rühr-, Saat-, Schäl-, Schaufel-, Scherr-, Sturz-, Ulmer, Wald-, Weinberg-, Wende-, Wingert-, Zuckerrüben-, Zweischarpflug. — Wendungen: de P. stelle 'den Tiefgang des Pfluges regeln' [allg.]; de P. ausfahre, beim Wenden den Pflug nicht vorzeitig abbiegen lassen, ihn bis zum Ackerende in der geraden Richtung halten [ Gal-Obl]; mit 'm P. breet (oder schmal) aanhalle 'breite (schmale) Furchen ziehen' [allg.]. Zum Transportieren des Pfluges dienen PfWB Pflugskarch, -schleife, -schlitten. — BR.: Wann de Wind weht vum Rhein, kann mer die Pligg stelle hinner die Zain [ KL-Weilb]. Ein Rätsel mit dem Wort P. s. PfWB Peter 2. a. 1425: ein nuwen plug [LeinArch. (Löhne)]. a. 1446: der wegener 8 tage hat pluwe (Pflüge) vnd geschirr gemacht [KellR Lichtenberg bei Kusel]. a. 1521: wagen, plüge vnd anders [LandsbgKellR]. a. 1520/40: des closters pluk [Grimm Weist. V 619].- 2. 'Vorderpflug', in der Dim. Form Pliggl [GH-Zeisk Klein Wag. 120]. — 3. Gasthaus zum Pflug [ LU-Oggh Opp]. — Dem Sing. blug entspricht im Pl. gew. blig; [Bd. 1, Sp. 862] RO-Als KL-Katzw Fischb haben die Pl.-Form blī. Der Sing.-Form blūx, blux steht die Pl.- [Bd. 1, Sp. 863] Form blīχ, bliχ gegenüber. Unsere blūx-Gebiete sind kleine Ausläufer eines großen Bereiches, der sich mit unterschiedlichem Vokal (zu verzeichnen sind im besonderen -o‧u.-, ōu-, -ou-, -u-) vom Moselfränkischen her ins Rheinfränkische erstreckt. Die Grenze des auslautenden -ch gegen -k/-g in 'Pflug' verläuft also, worauf auch K. Wagner in AnzfdAlt. LXXII, 2 (Okt. 1960), S. 51 hinweist, südlicher, als Th. Frings in Rhein. Vierteljahrsbl. 1955 S. 183 andeutet. — RhWB Rhein. VI 768 ff.; Saarbr. 155; ElsWB Els. II 144; Bad. I 211; Hess.-Nass. II 618/19. | | -karch m.:1. 'meist zweirädriger Wagen, der über die Achse nach hinten gekippt werden kann und von einem Zugtier gezogen wird', Schnappkarch (nabkarχ) [LU-Maud, verbr. VPf mancherorts übrige Pf], -kärch (-kęrχ) [ RO-Lettw KL-Baalbn], -korch (-kǫrχ) [ KU-Kübbg RO-Steinb], -karsch (-kar) [ KL-W'lein LU-Friesh], -karich (kariχ) [ KL-Frankst LU-Altr BZ-Dernb], -kaisch (-kai) [ ZW-Hornb], Schnäppkarch (nębkarχ) [ KL-Siegb], -kärch (-kęrχ) [ KB-Bennhs Gauh]; Pl. -kärch (-kęrχ) [ ZW-Battw]; Dim. Schnappkärchel (nabkęrχəl) [ BZ-Dimb]; vgl. PfWB Karchzaine; Syn.: PfWB Pflugskarch, PfWB -karren, PfWB Pfuhlkarch, -pritsche, PfWB -wagen, PfWB Polterkarch, PfWB -karren, PfWB Bordkasten, Pudel-, PfWB Dielkasten, PfWB Tummel(wagen), PfWB Karch, PfWB Karchschnippe, PfWB Karren, PfWB Kastenkarch, -kar- [Bd. 5, Sp. 1242] ren, PfWB -wagen, PfWB Kippkarren, PfWB Mistkarch, PfWB -karren, PfWB -wagen, Sand-, PfWB Scher(en)karch, PfWB Schnäppe 3, PfWB Schnappkarren, PfWB -kasten, PfWB Schubkarch, PfWB -karren, Stein-, PfWB Stoßkarch, PfWB -karren, PfWB Wagen; weitere Bezeichnungen s. PfWB Bordenwagen, PfWB Karch, PfWB Karren, Schub-, Schütt-, PfWB Stoßkarch, PfWB Wagen; s. Abb. 78; K. 59 Bordwagen, K. 70 Karch/Karren. Der Sch. wurde meist einspännig mit Pferd, früher (vor 1930) manchmal auch zweispännig gefahren [RO-Sippf]. Er war der gewöhnlich benutzte Wagen [ LU-Alsh/Gr]. In der Mitte unter dem Kasten 2 mit den Landen befindet sich die Achse mit zwei hohen Rädern [ SP-Mechth], (vier Räder [ KB-Gauh BZ-Dernb]). Die Schere 2 a zum Einspannen sitzt fest am Karch [ KL-Hütschhs], (Deichsel [ KB-Gauh], Deichsel mit Doppeljoch [RO-Sippf]). Das vordere Brett des Kastens steht fest, das hintere (Türchen 3 b, PfWB Schild 2 b) ist abnehmbar. Nach Entfernen des Kastennagels kippt er hintenüber und lädt rasch ab (Klein Wag. 114). Mit ihm fuhr man Mist [ NW-Bobh]. Besonderheiten: Sch. in den achtziger Jahren (1880) verbunden mit dem steifen Joch [ RO-Teschmosch]; Sch. hat wie ein Schubkarch zwei Hörner [ KL-Reichb]. E Schnappkarch voll Flasche, e Deelwah(n) (Dielenwagen) voll Glesser [Christmann Grummet 45]. — 2. 'Karren mit zwei Hebegriffen zum Befördern kleinerer Lasten, Schubkarch' [ ZW-Battw KL-Stelzbg]. — RhWB Rhein. VII 1546 Schnappkarre, -kasten; LothWB Lothr. 457 Schnappkarrich; Schwäb. V 1031 Schnappkarre; Hess.-Nass. III 361 Schneppkarren; DWB DWb. IX 1175 Schnappkarren, 1319 Schneppkarre. — |