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| PfWB Pflanz-kaute (Bd. 1, Sp. 853) | PfWB Kaute (Bd. 4, Sp. 143) | PfWB Quetsche1 (Bd. 5, Sp. 322) | |||||||||||||||||||||||||
| 1. 'Vertiefung, Grube im Boden', Kaut (kaud, kḁud) [verbr. WPf (ohne den westl. Teil), zur Verbr. s. K. 227, mancherorts Don Gal Buch]; vgl. PfWB Kaule 1; Dim. Kaitche, Kaidel [verbr.]; Pl. Kaitlich [Raum um Land]; e K. mache [verbr.]. a. 1585/88: (die Grenze im Süden zieht) zu einer kautten, darin auch ein scheidestein sollen gesetzt werden [ZweibrUrk. Dom. 90, S. 65 (KU-Rehw)]. Im besonderen a. 'Grube zur Aufbewahrung von Rüben, Kartoffeln u. dgl.' [ KU-Albess Dunzw KL-Bruchmühlb HB-Erb Rockhs]; vgl. PfWB Kaule 1 a, PfWB Haufen 1 e γ; meist in Zs.: PfWB Dickwurzel-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Rüben-, PfWB Rummelnkaute. — b. α. 'schmale, mit dem Finger gezogene Furche, kleine Grube zum Legen von Bohnen u. Erbsen', Kaut, Kaitche, Kaidel [verbr. WPf u. NPf, seltener VPf]; vgl. PfWB Kaule 1 b. Zs. PfWB Bohnenkaute. Bouhne wern in die Kaure gelecht [ LA-Siebdg]. Nor immer eeni in een Kaut [Hartmann Kinnerspr. 51]. Die Planz kummt aus kener Kaut 'Der Samen keimt nicht' [ KU-Patb Bebd Haschb]. — β. 'Grube, in die das Bäumchen gesetzt wird' [ BZ-Silz]. Zs. PfWB Pflanzkaute. — c. 'Grube, in der Stalldünger und Kompost gelagert werden'; de Mischt uf der K. gut verdääle [ NW-Kallstdt]; Zs. PfWB Grund-, Krumel-, PfWB Mistkaute. a. 1774: Der Dung in der Kauth [Kurpf. 1631/18 (KL-Steinwd)]. — d. Zs. PfWB Aas-, PfWB Schindkaute; vgl. PfWB Kaule 1 c. — e. Zs. PfWB Erd(en)-, PfWB Kies-, PfWB Kohlen-, Lehmen-, [Bd. 4, Sp. 144] Lehmstein-, PfWB Leien-, PfWB Letten-, PfWB Sand-, PfWB Stein-, Wackenkaute; vgl. PfWB Kaule 1 d. — f. 'Grube, über der Flachs und Hanf gedörrt wurden'; Zs. PfWB Brechkaute; Feier in der K. mache [ Gal-Dornf]. Brauchtum s. PfWB howenzeln 2. — g. α. 'Loch für Klicker- u. Bohnenspiele der Kinder', Kaitche, Kaidel, Kaut [mancherorts, Don-Tscherw]. Zs.: PfWB An-, PfWB Bot-, PfWB Tupf-, PfWB Hinter-, PfWB Klicker-, PfWB Knöpfel-, Schock-, PfWB Unterkaute. Syn.: PfWB Platte 1 c, PfWB Breme2 2, PfWB Bremse3, PfWB Brenne 3, PfWB Bull 2 c, PfWB Butterloch 2, PfWB Dreieck 2a, PfWB Erdengrube 1, PfWB Viereck 2, PfWB Gar, PfWB Garau, PfWB Grube 1 b, PfWB Gullux, PfWB Haus 3 e β, PfWB Hölle 2 b, PfWB Kachel 1 e, PfWB Kachelloch, PfWB Kaserne 2 b, PfWB Kasse 1 d, PfWB Kaule 1 f, Kautenstrich, PfWB Klickerhöhle, -käßchen, -kaule, -loch, PfWB Kneipe 2, PfWB Knopfloch 2, PfWB Kreis, PfWB Kutte, Kutze, PfWB Loch, PfWB Nabel, PfWB Schiff, PfWB Setzerding, PfWB Strich. De Klicker in die K. picke 'schnellen' [Pirmas]. — β. 'Grube für das Hußsauspiel'. Bei diesem Spiel wird im Singsang gesprochen: Kaut rum, Kaut rum; wer ke Kaut hat, der is drum [ KL-Kottw/Schwand]. — h. α. Das Hinkel macht sich e K., um sich im Sand zu plustern [ KU-Kaulb]. — β. Zs. PfWB Wolfskaute. — 2. a. 'kegelförmige Vertiefung in der Brotschnitte zur Unterbringung von Butter'; die K. im Brot; Zs. PfWB Butterkaute. — b. 'Obstversteck im Heu' [ Gal-Gelsend]; vgl. PfWB Mauke. — c. 'Kerbe im Holz' [ KL-Frankst, mancherorts]; vgl. PfWB Kaule 3, PfWB Kaft 1 a. — d. scherzh. 'Bett'; sich in die K. lege [ NW-Hardbg]. Zs. PfWB Schlafkaute. — 3. 'natürliche Vertiefung am menschlichen und tierischen Körper'. a. Zs. Arsch-, PfWB Hals- 1 u. 2, PfWB Läuse-, PfWB Herz-, PfWB Kniekaute. — b. 'Höhlung an der Rückseite des Pferdehufs' [ Gal-Josbg]. — c. 'Grübchen in Wange und Kinn'; vgl. PfWB Kaule 4 c. Zs. Bakken-, Lachkaute. Das hot schene Kaitcher [ KL-Fischb]. Sie kriecht Kaitlich, wann se lacht [ LA-Herxh, KU-Ulm]. Der hat e Kaidel im Bart [ PS-Simt, mancherorts]. — 4. Sonstiges. a. 'Einbauchung im Mauerwerk'; e Kaut [ PS-Winz]. — b. 'nasse Stelle einer Wiese' [ GH-Wörth]. — c. Zs. PfWB Hundskaute 'Hundehütte'. — d. FlN in KU-Kreimb, Kaut, eine Mulde auf der Kreimbacher Seite des Winterbachtals; a. 1600: uf der Kutten seynd felder [Vellmann Wolfst. 238]; in KU-Obw/Tiefb, Kaitel; danach Benennung des Jagdgebietes der Gemarkung; vgl. PfWB Rödelkaute. — Südhess. III 1121/22; RhWB Rhein. IV 345/46; LothWB Lothr. 322; ElsWB Els. I 481; Bad. III 97.
| 1. a. 'Zwetschge, eine längliche, im Ggs. zur dickeren, runderen, süßeren Pflaume, später reifende Kulturform von Prunus domestica', Quetsch (gwęd) [verbr., Schneckenburger 20 PfId. 110 Wilde 276 Lambert Penns 120 mancherorts Don Krämer Gal 170], Quatsch [ GH-Neubg]; Pl. Quetsche [verbr., Bertram § 224 Mang 92 Müller Dietschw 39 Journ. 1786 236], Quatsche [GH-Neubg (Wilde 176)], Gewetsche [PS-Erfw, SP-Schiffstdt u. Umg. (Wilde 276)], Owetsche, Howetsche ["Oppauer Gegend" Wilde 276]; Zs. August-, Bach-, Pferds-, Tabaks-, Dörr-, Dornen-, Eier-, Früh-, Garten-, Haus-, Herbst-, Metzger-, Narren-, Riesen-, Roß-, Spät-, Wiesen-, PfWB Zweigquetsche(n); daneben unterscheidet man: Bühler Quetsche [ RO-Dielkch, mancherorts], gäle Quetsche [ GH-Kand], spore (späte) Quetsche [ KB-Kriegsf LU-Maud], Idaljääner Quetsche [ PS-Gersb]. Gerichte, zu denen Q. gegessen werden: Nuule (Nudeln) un gedärrde Quetsche ein Karfreitagsgericht [ BZ-Annw]; geschniddene Nurle met Quetsche [ HB-Kirrbg]; Dampnudele mit Quetsche [ PS-Fehrb]; Rendfleesch mit Meerreddich, Gegummere orrer eingemachde Quetsche [ LA-Gommh]; Dampfknebb mit Schnitz orer gedärrde Quetsche [ LA-Wollmh]. Die Quetsche sin wormessich 'wurmstichig' [ NW-Freinsh]. Die Quetsche werrn uf de Herdle (s. PfWB Horde 1 a) gedärrt [ PS-Erfw]. RA.: Im A... wie e Q. 'tot, fertig' [Wilde 277]; bloo wie e Q. 'tiefblau' [Thielen So rerre mer 99]. Die Nans is so bloo wie e Q. [ RO-Schiersf]. Wann ich satt bin, kann ich immer noch hunnert Quetsche esse [Land]. Die hat e Q. im Maul 'singt verkehrt' [Krieger 20]. Zu Kindern, die in der Nase boh- [Bd. 5, Sp. 323] ren und dazu die Untugend haben, das Herausgebohrte in den Mund zu stecken, sagt man: Sin die Quetsche reif? [Kaislt]. Vun de Q. es es Blooe eweg 'das Beste, die beste Zeit ist dahin, die Beschwernisse des Alters sind nicht zu übersehen' [Thielen So rerre mer 99]. Sie hen minanner Quetsche g'stohle 'Sie sind sehr gut miteinander bekannt' [ GH-Zeisk]. Ich verdrick dich, wie e Q.! [Krieger 52]. Der spinnt noch derre Quetsche [Wilde Notizen]. Malör die Q.! Ausruf [NW-Hardbg u. Umg.]. De Deiwel schreibt Quetsche! verbreiteter Ausspruch des Unwillens, der von einem Feldhüter stammen soll, der, weil er das Wort Quetsche nicht schreiben konnte, statt eines Zwetschgendiebstahls einen Apfeldiebstahl begleitet von obigem Ausspruch in sein Protokoll aufnahm [Wilde 278]. Q - u - etsche - Quetsche / B - ä - ämche - Bämche / Quetschebämche Verspottung der früheren Buchstabiermethode an Volksschulen [KL-Fischb, Wilde 278]. SprW.: De Letscht hat die bescht Q. 'Der Letzte ist am besten dran' [Pirmas Don-Schowe]. BR.: Wann's Laab vor de Bliede kummt, gebt's kaan Quetsche [FR-Kindh, KU-Schmittw/O, ähnl. Wilde 278]. Volksmed.: »Ein Gelbsüchtiger wird durch den Genuß einer dürren Zwetsche, in die man zwei lebende Läuse gesetzt hat, geheilt. Der Kranke darf jedoch von dem Vorhandensein der beiden Tiere nichts wissen« [KU-Haschb (Wilde 278)]. Volksbr.: Früher band man in Mehl getauchte gedörrte Zwetschgen als Schmuck an den Christbaum [ GH-Mindlach]. Rätsel von der Zwetschge: Auße bloo, innwennich geel un in de Mitt e Stään [ KU-Schmittw/O]. VR.: Grasgrine Quetsche, / Zuckerhonigsiß, / Wann ich se verschmecke, / Hobbeln mer mein Fiß [Wilde 278]. Einen weiteren VR. s. PfWB Latwerge. a. 1571: Item 3 lib. quetschken [ZweibrKellR]. a. 1573: Die Quetschen seyend auch verwilliget worden den Zehent davon zu nehmen [F. Poth Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Gemeinde Edesheim 1500-1794, Diss. Frankfurt 1929, S. 19]. — b. 'Pflaume' [vereinzelt]; vgl. PfWB Pflaume 1 und K. 43. — 2. übertr. a. α. 'blaue Nase (des Trinkers)', Quetsch [ PS-Rodalb FR-Bockh]. — β. 'Nase', scherzh. [ RO-Münchw Rockhs KL-Fischb Hauptstl Mackb Olsbr PS-Busbg Pirmas KB-Kriegsf], Quatsch [ GH-Neubg]. Ich haa der uf die Q.! [ KL-Fischb]. — b. 'weibliches Geschlechtsteil', Quetsch [KU-Bedb, mancherorts Thielen 88 Wilde 277]; Syn. s. PfWB Bunz. — c. α. 'Priem Kautabak' [mancherorts NPf WPf, Kühn Hamet 128 Wilde 240]. Er kaut de ganze Tag die Q. [ ZW-Battw]. Die Benennungsmotivik ist die gleiche wie bei Priem < ndl. pruim 'Pflaume, Zwetschge'. — β. 'das im Mund angefeuchtete Zigarrenende' [Zweibr (Wilms Alph. 43)]. — γ. 'dicke Backe des Tabakkauers' [vereinzelt WPf, LU-Neuhf], auch auf geschwollene Backe überhaupt bezogen [Bd. 5, Sp. 324] [Wilde 278]. — d. 'Kehlkopf' [ IB-Rohrb]. — e. 'Geld', nur Pl. Quetsche [Kieffer Bilderb. 44]; Syn. s. PfWB Geld 1. — f. 'minderwertige Sache, geringe Habe, kleiner Betrieb' [Kaislt, vereinzelt]; Zs.: PfWB Sandquetsche. Pack dei siewe Quetsche samme! 'Pack deine Habseligkeiten, deine Siebensachen!' [NW-Elmst, vereinzelt SOPf, Gal-Neu-Chrusno Buch-A'frat Tereblestie St. Onufry]. Sie is net groß, e Quetsch (ein kleiner Betrieb), ganz klää [Siebenlist 121]. — g. 'Fußball', abschätzig, jung [Kaislt Zweibr (Wilms Alph. 43)]. — h. 'Uhr', scherzh. [Land]. — i. 'das Malzeichen, nach dem beim Klickern geworfen wird' [ BZ-Gleisz/Gleishb]; vgl. PfWB Kaute 1gα. — j. 'Mädchen'; e friehzeirich Q. 'ein frühreifes Mädchen' [Thielen So rerre mer 99]. — k. Pl. Neckname für die Bewohner von KB-Orb, Orwisser Quetsche [ KB-Morschh Orb] und RO-Würzw Quetsche [ RO-Würzw]. — l. vgl. PfWB Drehquetsche. — Aus romanisch (pruna) davascena 'Damaszenerpflaume', die Formen auf Qu- (< tw-) sind im Mittel- und Nordwestdeutschen vorherrschend ( DWB DWb. VII 2366, DWB XVI 1104 ff.; Kluge-Mitzka20 895/96 Müller-Frings GermRom. 420/21). — Südhess. IV 1154/55; RhWB Rhein. VI 1332/33; LothWB Lothr. 323; ElsWB Els. II 213.
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