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 PfWB Pfingst-schnellerchen (Bd. 1, Sp. 847)   PfWB Schneller (Bd. 5, Sp. 1321)   PfWB schnellern (Bd. 5, Sp. 1322) 
  Pfingst-schnellerchen n.: 'Flieder (Syringa vulgaris)', Pl., Pingschtschnellercher [ Gal-Hohenb]. Syn. s. PfWB Nägelchen.

 

   Schneller m.:
1.
a. 'einfache Armbrust aus einem Weidenbogen und einer Schnur als Spielzeug', zum Abschießen von Holzpfeilen, Schneller (nęlər) [LU-Neuhf SP-Dudhf Hanhf Heiligst Schiffstdt LA-Gommh Mörzh Nd'hochstdt Siebdg BZ-Kapswey O'ottb Schweig GH-Hagb Kand Max'au Schwegh Weingt Wörth, Schmitt Billh. 122]; Pl. wie Sg.; Zs.: PfWB Backen-, PfWB Bordschneller; Syn. s. PfWB Armbrust und K. 15; en Sch. mit em Bauche (Bogen) [ GH-O'lustdt]. —
b. 'Schleuder zum Wegschnellen von Steinen usw.', die Schneller f. [ KU-A'glan]; vgl. PfWB Schleuder 1 a. —
c. 'Falle zum Vogelfang aus Weidenrute, die beim Auslösen ein Netz zusammenzieht' [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Schnelzer 1 b; mehr als sechs Schneller gestellt un doch nix g'fange [ BZ-Dernb]. — x
d. 'Auslöser, Abzug' (technisch) [Lambert Penns 137]. —
2.
a. 'einfacher Verschlußriegel aus Holz oder Metall an Fenster, Laden, Tür', zum Schließen quergestellt [KU-Adb A'glan Bedb Brück Hundh Kaulb Kollw O'alb WD-Niedkch HB-Kirrbg RO-Obd KL-Reichb PS-Geisbg Schmalbg KB-Kriegsf Kirchhbol, Thielen 101]; vgl. PfWB Fensterreiber, PfWB Reiber 2, PfWB Riegel 1, PfWB Schnapper 1a, PfWB Schnäpper 1a. Es gab einfache und doppelte Schneller [ KU-Kaulb]. —
b. 'Verschluß an einer Kaffeeflasche' [ KL-Stelzbg]. —
3.
a. 'zeigerförmiger Holzriegel eines Kinderspielzeugs oder das ganze Spielzeug selbst'. Ein einfaches Roulette: Auf einem runden Holzbrettchen mit Zahlen wie auf einem Ziffernblatt ist mit einem Nagel und einer halben Nußschale als Abstandhalter ein frei drehbarer Zeiger befestigt. Das erste Kind stößt den Zeiger an und läßt ihn kreisen. Auf die Zahl, bei der der Zeiger stehen bleibt, setzt das Kind eine Nuß als Spieleinsatz. Kommt das nächste Kind auf dieselbe Zahl, darf es die Nuß nehmen. Kommt es aber auf eine noch freie Zahl, muß es selbst eine Nuß setzen [ KU-Schmittw/O, KU-A'glan RO-Obd]; vgl. PfWB Nuß 1 a, PfWB schnellern 1 b. Spielvar.: Das Kind gewinnt oder verliert so viele Nüsse, wie die erspielte Zahl zeigt [ KU-Hundh]. Weitere Var.: In die Bahn des Zeigers wurde eine Nuß gesetzt und dann der Schneller mit einem festen Hieb in Schwung gesetzt. Im Kreis saßen die Spieler. Wem die Nuß nun - aus der Bahn ausweichend - entgegenflog, der durfte sie behalten [Feierowend 51/1953]. Das Spiel war bes. bleibt in der Weihnachtszeit, wenn es reichlich Nüsse gab [ KU-Hundh Kaulb HB-Beed]. Dieses Spielzeug wurde von den Kindern selbst angefertigt [ KU-Hundh]. —
b. 'Spielkreisel der Kinder' [ LU-Opp];

[Bd. 5, Sp. 1322]
Syn. s. PfWB Driller 1a und K. 99. —
4. 'Spielklicker, Murmel' [LA-Edk (PfId. 127), Lambert Penns 137]; Syn. s. PfWB Schießklicker. —
5.
a. 'Brustbeinknochen der Gans' [Pirmas]. —
b. 'Spielschleuder aus dem Brustbeinknochen der Gans' [Pirmas]; vgl. PfWB aufschnappen 2a, PfWB Schnäpper 3b, PfWB Springer 5; Beschreibung s. PfWB Gänseschneller. —
6. 'eine Wippe mit großem Korb auf einer Seite als Schandinstrument', diente dem Eintauchen des Delinquenten ins Wasser, historisch [ LA-Göckling]; vgl. PfWB Schnäppe1 2, PfWB schnappen 4, PfWB Schnappgalgen, -korb; vgl. Frankf. V 2789 Schnelle. —
7. 'schnelle, ruckartige Bewegung'.
a. 'Luftsprung, Drehung in der Luft', Schneller [PS-Erfw, Lambert Penns 137], Schniller (nilər) [ PS-Hintwdth]; Dim. Pl. Schnellercher [Schandein 102]; vgl. PfWB Schnalzer 2, PfWB Schnelzer 2; en Sch. schlan (schlahe, schlage) 'sich überschlagen, stürzen' [KU-Bedb O'alb LU-Böhl, Schandein Sprachsch. 63]; Sch. schlahe, von einem Fisch, der auf dem Trockenen liegt und sich in die Luft schnellt [ KU-O'alb]. Geb acht, der Fusch macht en Sch.! [ BZ-Dernb]. Der Fisch hot e Sch. gemacht (gedau) [ RO-Dielkch LA-Nd'hochstdt]. Der schlägt awer Schneller!, von einem Fisch, der lebhaft im Wasser schwimmt [ LU-Böhl]. Er (Der Ochs) hot'n Sch. gemacht [ KB-Kerzh BZ-Dernb]. Er hot en Sch. geschlache 'Er hat sich bei einem Sturz in der Luft überschlagen' [ LA-Gommh]. Will singe, will springe, will Schnellercher schlah' [Schandein Ged. 102]. RA.: Der schlacht Sch. 'Der betreibt unnötigen Aufwand' [ LA-Nd'hochstdt]. —
b. 'schnipsende Bewegung mit einem oder zwei Fingern, Schnalzer, Stüber' [PS-Burgalb, Lambert Penns 137]; e Schneller an de Stern (Stirn) [ PS-Burgalb]. RA.: Er hot mit de Hand en Sch. gemacht 'Es ist nichts zu machen, es ist nicht der Mühe wert' [ BZ-Dernb]. —
8. 'abgeteilter Strang Wolle' [ BZ-Ingh GH-Kuhdt Leimh Neubg Scheibhdt Steinw]; Syn. s. PfWB Lot 2 b. —
9. 'kleineres, meist hohes und schmales Nebengebäude als Wohnhaus für Tagelöhnerfamilien oder als Altenteil' [ LA-Göckling Mörzh]. —
10. 'Scherz, Spaß, Ulk'. Das war en Sch. [ BZ-Dernb]. —
11. s. PfWB Pfingstschnellerchen, PfWB Maulwurfsschneller. — RhWB Rhein. VII 1612; LothWB Lothr. 459; ElsWB Els. II 500; Hess.-Nass. III 358; DWB DWb. IX 1302.

 

   schnellern schw.:
1.
a. 'eine rasche Bewegung machen, springen, sich überschlagen (beim

[Bd. 5, Sp. 1323]
Sturz)', schnellere (nelərə) [mancherorts, Glass 58], schnellre (nęlrə) [PS-Gersb BZ-Dierb, Albrecht 111]; Part. Perf. geschnellert (gənęlərd) [ LU-Neuhf]; Syn. s. PfWB schnellen 1; in die Heh' geschnellert, vom Fisch, der über die Wasseroberfläche springt [ LU-Neuhf LA-Gommh]. De Fisch schnellert, wenn ein Fisch beim Flußaufwärtswandern über ein Wehr springt [ KU-A'glan ZW-Battw PS-Erfw Fehrb Pirmas]. Die Fisch schnellere (schnellre) [KU-Bedb Hundh WD-Niedkch RO-Dielkch KB-Kriegsf LU-Oggh Opp NW-Frankeck Kallstdt LA-Mörzh Land BZ-Dierb], schnellere mit dem Schwanz [ KU-Adb], schnellere in die Heh' [ LU-Limbghf], schnelleren dohin [ NW-Freinsh]. Auf und ab und ab und auf schnellert's [W. Wüst in: JKurpf. 1926 45]. RA.: Er schnellert (erum) wie e Fisch (Fusch) [ KU-Diedk ZW-Battw]. Der geht jere Sunndag sch. 'Der geht jeden Sonntag seinem Vergnügen nach' [ KU-A'glan]. —
b. 'etwas ruckartig in Bewegung setzen, etwas fortschleudern, in kreisende Bewegungen versetzen', schnällre [PS-Rodalb (Bernhard 165)], schnellere [KU-Hundh Bergz (Kamm 58)], schnällere lonn (lassen), den Gummi, das Seil usw. [Glass 58]; mit Bogen und Pfeil sch. [ LU-Opp]; mit einem Gummi sch. [Glass II 58]. Und schnellerte seinen schmalen Körper zwei-, dreimal im Klingel (Klüngel 2 'Kreis') herum [W. Wüst in: JKurpf. 1927 29]. Kinderspiel: Die Kinn schnellere um Niss, sie spielen das Glückspiel, bei dem der Schneller 3 a auf einem Holzbrett die Zahl der gewonnenen oder verlorenen Nüsse anzeigt [KU-Schmittw/O Feierowend 51/1953]. Die Knaben schnellern de Dänzer an, sie nehmen einen Knopf mit 5 Löchern, stecken durch das mittlere einen Stift und lassen den 'Kreisel' (Driller 1 a) sch. [ FR-Tiefth]. —
2. bes. Bewegungen der Finger.
a. 'mit zwei Fingern etwas ruckartig wegstoßen', bes. beim Kinderspiel mit Bohnen, Klickern oder Knöpfen [Ingb KL-Stelzbg NW-Frankeck Iggb LA-Mörzh BZ-Dörrb GH-Leimh, südl. Hälfte der östl. WPf, Verbr. s. K. 243]; vgl. PfWB Kaute 1 g; Zs.: PfWB fortschnellern; Syn.: abschnelzen, anschmeißen 2, Ansetzen, pfetzen 5, picken 5, picksen, pickesen, pinken2, butzen, taumisch 2, Degern, ticksen, titscheln, toppseln, dornschnäppen, fortknäubeln, fortscheibeln, fortschnärren, fortschnelzen, gaukeln 2 b, haseln2 2, herauspicksen, hicksen, hineinbullen, kauteln, kauten1 2, klickern 1, klicksen, knacksen 1bα u. β, knallen 2bβ, knällen, knällern 1, knällsen 1, knärbeln2, knarren 1b, knaubeln 1a, knaupeln 1a, knicken3, knickern2, knicksen2, knipsen 4, knobeln 2bβ, knöpfseln, knöpfsen, knurren, knorren1 5,

[Bd. 5, Sp. 1324]
kopfen 2, kurpeln, lämpeln 2a u. b, lenzen2 2, lotschen2, machen 4dα, rasseln, rollen 1 d, rosseln, rugeln 2, russeln 2 b, schanzen 2, schicken1 1bβ, schießen 1c, schmeißen 1a, schnakkeln 4, schnäppen 2, schnärren 1b, schnattern 5, schnätzeln, schnätzen, schnaupeln, schnellen 2a, schnelzen 2, schnelzern 2, schnicken, schnicksen, schnipsen 2, schocken 2, schuben, schucken 1 b, schupfen 1 c, schussern, spritzen; Klickerspiele s. PfWB Klickerchens, K. 243 knäupeln; die Kneppcher (Knöpfchen) schnellern [ LU-Opp]. Er schnellert [Wilms Alph. 49]. Der kann gut sch. [ KL-Reichb]. Die Knaben schnellere die Klicker met de Fengere fort [ HB-Kirrbg]. Das Sch. erfolgt in drei Etappen: Auf Eins sagt der Spieler: Schnick, auf Zwei sagt er: Schnack und auf Drei sagt er: En de Grawe! [ FR-Kindh]. —
b. 'durch Zusammenschlagen der Finger einen knallenden Ton erzeugen, schnalzen' [ RO-Obd Schweisw FR-Bockh]; oft als Ausdruck der Freude (bes. bei Buben) und zur Unterhaltung der Kinder [ NW-Frankeck]; vgl. PfWB knallen 1bβ, PfWB knaupeln 2bα, PfWB schnellen 2b; mit de Finger sch. [ KU-Körbn KL-Hütschhs KB-Albish FR-Bockh LA-Birkw]. —
c. 'mit den Fingern Zeichen geben', bei Weinversteigerungen kreuzen die Steigerer ihre Zeigefinger zum Zeichen dafür, daß sie bereit sind, die betreffende Nummer mit dem gerade Bietenden zu teilen [ NW-Kallstdt]. —
3. 'das Weberschiffchen durch das Webfach hin- und herschießen', schnellere [Umg. des Donnersberg (PfId. 127) RO-Wartbg Kaislt]. —
4. 'mit kurzen, schnellen Schritten gehen' [ KB-Dannfs]. —
5. 'einen (Schoppen, Schnaps usw.) trinken'; en'r schnellere [ KU-Erdb]; Syn. s. PfWB trinken 1 a; vgl. auch die Syn. zu PfWB betrinken. — RhWB Rhein. VII 1612; Hess.-Nass. III 358; Frankf. V 2789.