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 PfWB Pfingsten (Bd. 1, Sp. 835)   PfWB Vieh-zeug (Bd. 2, Sp. 1367)   PfWB Zeug (Bd. 6, Sp. 1587) 
   Pfingsten Pl.: wie schd., Pingschde (piŋgdə) [fast allg.], Pfingschde (bfiŋgdə) [Südostecke der Pfalz, vgl. PfWB Pfund]. Das Wort wird sowohl mit als auch ohne Artikel gebraucht: an P., uf P., an de P., uf die P., in de Woch vor P., noh P. In historischen Belegen ist der Gebrauch der gleiche. a. 1298: an dem mandage vor den pingesten [OttbgUrkb. 217]. a. 1301: an dem fritage in den pingesten [VeldLUrk. n. 56]. a. 1360: des nesten dinstags vor pingsten [ebd. n. 173]. a. 1448: zu winahte, zu ostern, zu pingsten [Grimm Weist. V 598 (Rechte der Abtei Limburg)]. a. 1566-87: alß mir den Dauff han zu pfinsten gesegent [SSp, Kirch. Rechnungen Nr. 63 (BZ-Wernbg)]. a. 1721: 24 kr von Rößge Jüdin, die uff Pfingsten Garn geklobt [Niedhammer 246]. Das auf P. bezügliche Verb steht gew. im Pl., selten im Sing. (s. weiter unten die Volksreime aus HB-Nd'Bexb und Gal-Waldd). — RA.: Er kummt norre alle P. 'selten' [ BZ-Dernb], alle Roure P. (Rhodter Pfingsten) 'kommt später' [ebd.]. Zur Erklärung der RA. Rhodter Pfingsten: Die Rhodter

[Bd. 1, Sp. 836]
feierten das Pfingstfest in den Jahren 1690, 1693 und 1698 vier Wochen später als ihre katholischen und reformierten Nachbarn, weil im Herrschaftsbereich des lutherischen Markgrafen von Baden-Durlach, zu dem Rhodt gehörte, damals noch der Julianische Kalender in Geltung war. Diese Verspätung der Rhodter ist seit damals sprichwörtlich. (Alfred H. Kuby in der Pfingstnummer der Edenkobener Rundschau 1964.) — Er kummt die dick Woch noh P. 'sehr spät' oder 'niemals' [Kaislt], an de Peer (Pferde) ihre P., dass. [ Don-Gottlob], zwische P. un Hagenaa (Hagenau im Elsaß), dass. [Südostpfalz (»Bienwalddörfer«)]. Bei dem kummt Oschdere noh P. 'Er ist verrückt' [ KU-Wolfst]. Ich schlaan der an de Kopp, daß de määnscht, P. kommt vor Oschdere [KU-W'mohr, verbr. WPf]. SprW.: E Weißrieb zu Weihnachte, en Appel noch P. un e Mädel vun dreißig Johr, die hän alle drei de Geschmack verlor! [Feierowend 1954 Nr. 6 S. 1]. BR.: An P. müssen die Wingert iwer de Rhein scheine [VPf]. WR.: Oschdere im SchneeP. im Klee [ LU-Altr]. Wanns uf die P. regert (regnet), regerts siewe Sunndag hennedran [Fogel Beliefs Penns Nr. 1246]. VR.: ...Kommt die liewe Pingschde bei, hann mer nix se koche als das bißche Katzefleesch un die derre Knoche ... (aus dem Quacklied) [ HB-Nd'bexb, KU-Frohnhf]. Bimbalam, Pingschde geht an; bimbalam, schlof net lang; bimbalach, werscht ausgelach [ Gal-Waldd]. — Pfingstbräuche: In LU-Fußgh flocht man früher am Pfingstsonntag Kränze, in deren Schmuck dann am Pfingstmontag Pferde, Kühe, Rinder, Ziegen, ja auch Hunde stundenlang durch die Ortsflur getrieben wurden. Nach dem Umzug mengte man die Blumen und Blätter der Kränze dem Vieh unter das Futter. In FR-Hettldh wurde bis um 1900 am Pfingstsamstag aus Gras und Feldblumen ein Kranz gewunden; ihn bekam am Pfingstmorgen dasjenige Familienmitglied um den Hals gehängt, das am längsten geschlafen hatte; vgl. PfWB Pfingstlämmchen. Ähnlich war es in RO-Imsb, nur flocht man hier den Kranz aus Brennnesseln. Der Viehumtrieb durch sämtliche Feldwege der Ortsflur wurde auch in LU-Alsh/Gr geübt, wohl um Gedeihkraft für die Frühlingserde zu erlangen. Der ursprünglichen Bedeutung ihres Tuns sich nicht mehr bewußt waren die jungen Burschen in FR-Flomh, wenn sie am Pfingstmontag ins Feld ritten. Über das Setzen von Pfingstbäumen s. den Artikel Pfingstbaum. In NW-Lambr wurden in der Nacht vor Pfingsten auf den höchsten Bäumen der umliegenden Höhen rote Fahnen gesetzt. Am Pfingstmontag treffen sich die Bewohner von KL-Weilb Rodb Schwedb Erzhs Pörrb Nd'sulzb O'sulzb Hirschhn auf dem Eulenkopf zu einem Volksfest mit Tanz und allerlei Volksbelustigungen

[Bd. 1, Sp. 837]
für jung und alt. In RO-Winnw gab es den Pfingstbrauch des Fäßchensuchens: Ein Fäßchen Bier wird von einem Wirt in einem geschmückten Schubkarren in den Wald gefahren und dort heimlich vergraben oder sonstwie versteckt. Nur spärliche Papierschnitzel weisen auf das Versteck hin. Es ist Aufgabe der jungen Burschen, das Fäßchen zu finden und es heimzuholen; zuvor wird es noch mit Ginster und bunten Bändern geschmückt. In KL-Reichb zog die männliche Dorfjugend mit blühendem Ginster geschmückt durch die Straßen und sammelte Eier. — Weitere Angaben zum Pfingstbrauchtum s. unter PfWB Pfingstbraut, PfWB -butz, PfWB -dreck, PfWB -knecht, PfWB -knuttel, -lamm, PfWB -lümmel, PfWB -quack, -ochse, -reiter. — RhWB Rhein. VI 746 ff.; Saarbr. 155; LothWB Lothr. 44; ElsWB Els. II 137; Bad. I 202; Hess.-Nass. II 609.

 

  -zeug n.:
1. 'Geflügel und Kleingetier', Viehzeig [ KU-Hundh KB-Rams]; vgl. PfWB Tiergezeug, PfWB Federvieh. Er hat for sei Viechzeig all eningebaut e extra Stall [Münch Weltgesch. 34]. —
2. verächtlicher Sammelname für das gesamte Hausvieh, auch für die lästigen wilden Tiere, Viehzeig [ KU-Brück], -zeich [ Gal-Dornf], Vehzeich [ KU-Adb Schmittw/O Kaulb Rothsbg], Viechzeich [Land]. — Südhess. II 717; RhWB Rhein. IX 105. —

 

   Zeug n.:
1. allg. 'ungenau oder nicht namentlich benannter Gegenstand, Dinge, Allerlei', Zeig (dsaig) [mancherorts, Bertram § 137 Krämer Gal 247], Zeug (dsoig) [Bertram § 208, § 210, § 211], Zeich (dsaiχ) [mancherorts, Christmann Kaulb 23, 71 Henn Mda.-Int. 110 Mang 127 Müller Dietschw 73 Otterstetter 112 Schmitt Billh. 43], Zeijch (dsęjχ) [IB-Ensh (Glass II 67) Erfw/Ehling], Zeisch (dsai) [vereinzelt, Castleman Zwbr. 32 Hussong Kirkel 181 Schneckenburger 31]. Verbreitet ist auch Zeugs, die in den Nom. herübergetretene Form des Genit., Zeigs (dsaigs) [mancherorts, Feierowend 1956 Nr. 26 S. 5 Heeger Südostpf. 31 Henn Mda.-Int. 110], Zeichs (dsaiχs) [Karch Jockgr/Nd'horb 178], Zeugs [Heeger Tiere I 10]; vgl. PfWB Ding, PfWB Sache; Zs.: PfWB Bett-, PfWB Binder-, PfWB Plunder-, PfWB Brenn-, PfWB Tauf-, PfWB Teufels-, PfWB Tinten-, PfWB Dreck-, Eß-, PfWB Fahr-, PfWB Feder-, PfWB Verbands-, PfWB Feuer-, PfWB Vieh-, PfWB Fischer-, PfWB Fisch-, PfWB Fixfeuer-, PfWB Flug-,

[Bd. 6, Sp. 1588]
PfWB Vorder-, PfWB Ge-, PfWB Grün-, PfWB Handwerks-, PfWB Hebe-, PfWB Hunds-, PfWB Huren-, PfWB Koppel-, PfWB Kropp-, PfWB Leder-, PfWB Lumpen-, PfWB Maurers-, PfWB Näh-, PfWB Rasier-, PfWB Reiß-, PfWB Sattel-, PfWB Sauf-, PfWB Sau-, PfWB Schanz-, PfWB Schlag-, PfWB Schnaken-, PfWB Schnee-, PfWB Schreib-, PfWB Schuh-, PfWB Spiel-, PfWB Staatsbettel-, PfWB Stick-, PfWB Stink-, PfWB Strick-, PfWB Suckel-, PfWB Werk-, PfWB Wirr-, PfWB Zaum-, PfWB Zuckerzeug; Tierzeugs; geel Z. 'Speiserest am Zahn' [Kus]; schlecht Z. 'schlechte Ware' [ KB-Kriegsf]; hardes (storrich) Z. 'harte Halme im Heu' [ RO-Callb, KU-Bedb]; des bissel Z. 'geringer Besitz' [ BZ-Albw]; e Haufe (en ganze Armvoll) Z. 'eine große Menge' [Hussong Kirkel 181, Feierowend 1956 Nr. 26 S. 5]. Der Pälzer Schprachschatz der iss reich / an Worte gäbbts noch soviel Zeich [Damm Nachtdischlamp 30]. Sticker acht bis zeh Zentner Z.! [Damm Nawwel 14]. Loß mer des Zeigs ewegg! [Müller Lottche 4]. Ussenonnerboue duller all Z. 'Auseinanderbauen tut er alles' [Glass II 67]. Mmh, keid (geheien 'leidtun') mich, daß ich daß Z. vunn frieer nid uffg'hebd häbb! [Braun Lääsebuuch II 143]. An Unnerhaldinge hott's de junge Leit net gefehld, ach uhne Kinno unn sou Zeigs [Kunnrädel 117]. De Dokder hat als Z. verschribb [Damm Nachtdischlamp 36]. Un die Musik hot druffgebelzt, was 's Z. g'halte hot

[Bd. 6, Sp. 1589]
[PfRSch. 22. 9. 1927]. Un grad das Z., das wo nix daugt / Un wo mer nie im Lewe braucht [Münch Werke I 170]. RA.: 'm Deiwel sein Z. 'eine große Menge' [ KU-Bedb]; en Nache voll Z. 'ein großes Quantum' [ LU-Böhl]; 's Z. dezu han 'Begabung für etwas haben' [vereinzelt, Damm Nawwel 69]; was es Z. hält 'bis ans Äußerste' [vereinzelt]; sich ins Z. lee'e 'sich anstrengen (eig. sich ins Zuggeschirr legen, feste ziehen)', [vereinzelt, Bernhard 192 Kamm 76]; genau beim Z. 'pedantisch' [ HB-Lu'thal]. Die is beim Z. von frih bis spät 'Sie ist fleißig' [ ZW-Battw, LU-Oggh LA-Nußd]. Der es noch gut beim Z. 'Er ist noch rüstig' [RO-Messbhf, ZW-Ernstw Otterstetter 246]. Jo, mach (kää) Z.! 'Kaum zu glauben, Unsinn!' [vereinzelt, Bernhard 192]. —
2. 'älterer Tuchstoff, starkes Gewebe aus Baumwolle, Leinen, bes. für Arbeitskleidung' [mancherorts, Krämer Gal 247]; Zs.: PfWB Baumwoll-, PfWB Pfaffen-, Biber-, PfWB Hoden-, PfWB Hosen-, PfWB Kinder-, PfWB Kirchen-, PfWB Kleider-, PfWB Mannsleuts-, PfWB Weiß-, PfWB Winterzeug; zwerch Z. [ FR-Beindh]; Wämscht vun Z. [ ZW-Battw]; Hosse aus Z. [Krämer Gal 247]; Z. far Säck 'Stoff für Taschen' [ KU-Bedb]. RA.: was uf's Z. geht 'soviel wie möglich' [vereinzelt]; oom Z. flicke 'jemanden tadeln' [ KU-Schmittw/O]; 's Z. flicke 'kräftig verhauen' [ KU-Schmittw/O]; drufschlaa'e, was das Z. halt 'kräftig verhauen' [vereinzelt]. a. 1764: 1 alter Brust Lappe Von Frantzösischem Zeich [Kurpf. A. 1375 (KL-Mackb)]. —
3. 'Unsinn, Quatsch', in Worten, Gesten, Taten, Z. mache [ KB-Kriegsf]; Zs.: PfWB Narrenzeug; Syn. s. PfWB Narrheit, PfWB Schnakes2 1; e Z. zusamme redde [mancherorts]; dumm (närrisch) Z. doher mache (babbele, redde, plaurere, sprooche, treiwe) [verbr.]. Sou werscht laurer Zeichs do gfroocht! [PfMda.-Wettstreit 139]. Mach (Schwätz) kenn Z. [Hussong Kirkel 181, Krieger 41]. Gesproocht werd Z., das iss e Schann [Schneider Dillje 74]. — RhWB Rhein. IX 758; ElsWB Els. II 895 Züg; Herrgen Koronalisierung 87; SSA II/33.02.