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| PfWB Pfetter-brief (Bd. 1, Sp. 829) | PfWB Pate (Bd. 1, Sp. 597) | |||||||||||||||||||||||
[Bd. 1, Sp. 830] dann folgte ein gereimter Mahnspruch an den Täufling.
| 1. 'Taufpate', Patt (pad) [westl. WPf PS], selten schd. Pate, s. K. 25; vgl. auch DWA IV Karte »Pate«. Verbreitung bei den Auslandspfälzern: Don u. Buch vorherrschend, Gal selten. Das Kind hat gewöhnlich zwei Taufpaten (Patt und Got). Zu Paten werden meist Anverwandte genommen. Die Patin, selten der Pate hält das Kind über die Taufe. Die Paten beschenken das Kind zur Taufe und zur Konfirmation bzw. zur Firmung und werden zur Konfirmationsfeier (Firmungsfeier) eingeladen. Vom 18. Jh. an wurde dem Täufling außer den Geschenken auch ein in bunter Schrift angefertigter Patenbrief verehrt. Dieser enthielt eine Abschrift des Taufaktes und einen gereimten Glückwunsch (J. Lutwitzi, Aus Mußbachs Vergangenheit); [Bd. 1, Sp. 598] vgl. PfWB Pfetterbrief. Mancherorts erhalten die Kinder von dem Pat an Weihnachten ihr Christkindchen [ KU-Schmittw/O Diedk KL-Queidb LA-Mörzh], am Neujahrstag nach dem Anwünschen Brezeln [ KU-Schmittw/O IB-Rubh], am Ostermorgen Ostereier [ KU-Roßb KL-Matzb]. Am Neujohrsdog, do isch das Mode, besuche die Kinner Pat un Gote [Woll 117]. Ein Pate, der keine Geschenke macht, wird Strohpatt (s. PfWB Strohpate) genannt [Zweibr]. Wer Pate geworden ist, wird zu den Erwachsenen gezählt [PS-Eppbn (1930)]. RA.: Er hat deim P. die Griewe gestohl, wer Ausschlag am Mund hat [ ZW-Ixh]. Will de Patt werre? 'Willst du (bei einer Arbeit) helfen?' [ KU-Bedb]. SprW.: Wann's Kind gedaaft is, will jeder Patt sinn 'Wenn die Arbeit getan ist, stellen sich die Helfer ein' [Hebel 48]. a. 1641: der pat (war) N. Sch. [Stadt- u. Amtskirchenbuch v. KU-Wolfst]. — 2. 'Onkel', Patt [1930: KU-Aschb Albess Hinzw Friedhs HB-Kirrbg IB-Erfw/Ehling KL-Matzb Don-Torschau Tscherw]; vgl. PfWB Pfetter, PfWB Vetter. — 3. 'alter Junggeselle', de alt Patt, e alder Patt, auch einfach Patt [verbr. westl. WPf]; 'älterer Mann' [ KL-Gimsb]; vgl. PfWB Petter, PfWB Vetter. — 4. Männliche Personen des gleichen Vornamens sagen Patt zueinander [ KU-Schmittw/O ZW-L'wied PS-Erfw]. — Aus mhd. pate < lat. pater spiritualis 'geistlicher Vater'. — RhWB Rhein. VI 557 ff.; Saarbr. 153; LothWB Lothr. 28; ElsWB Els. II 111.
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