Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB Pferds-krippe (Bd. 1, Sp. 826)   PfWB Gauls-krippe (Bd. 3, Sp. 70)   RhWB Krippe IV (Bd. 4, Sp. 1524) 

[Bd. 1, Sp. 826]
  Pferds-krippe f.: 'Pferdekrippe', Perdskripp [verbr. wie PfWB Pferd]. a. 1521: von eyner pferdts krupfen zu machen [GgHospR]. a. 1592: zalt ich S. H. von einer Pferdtskripfen [HornbSchR].

 

 -krippe f. : 'Pferdekrippe', Gailskripp [KB-Bischh verbr. Gal]; vgl. PfWB Pferdskrippe. Südhess. II 1126/27. —

 

 Krippe IV das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -ip, –e-; Mosfrk -e- [Trier-Stdt, WBitb, uMos, Neuw-Heimb Weis -ø-]; sonst -e- [Monsch-Kalterherbg, Aach-Merkst, Erk-Körrenz, Selfk -ø-; WSelfk -y-; Erk-Elmpt -ę- (aber Weihnachtskr. -e-), Pl. -ębə; MülhRuhr -i-; Berg ö. Ürd.-L. -epə, –i-]; Pl. Rhfrk, Mosfrk -bə(n), sonst -pə(n), doch Rip, SNfrk auch -bə; Klevld -bə(n); Demin. -pχə(n), –pkə(n) f.: 1. in Kopfhöhe der Tiere stehender (auch wegnehmbarer) oder eingebauter Behälter, aus dem sie nur feste Nahrung (Hafer, Heu) entnehmen (im Gegensatz zur Räufe, die, nur für Heu, Gras bestimmt, über dem Kopfe der Tiere schräg angebracht ist, u. zum Trog (Kump) in Kniehöhe, für flüssige Nahrung), meist nur Perdskr.; doch auch Vehkr., Kohkr. RA.: Wenn de Kr. et Peərd nolöft (noəgeəht), da steht et schleət (da daugt et net) wenn das Mädchen dem Jungen nachläuft Aach-Merkst Stdt, Sieg-Rhönd, — da schleht de Haver af Heinsb; et P. muss der Kr. nogehe, de Kr. nit dem P. Saarl, Grevbr. Wenn de K.ən leer sünd, do schlott (schlagen) sik de Perde ehelicher Zwist bei Mangel Ess, Mettm. En dem Hus hängk de Kr. huh es geht da kärglich zu Rip. Dem moss mer de Kr. jet hühter hange er wird zu üppig Rip, SNfrk, Kobl. Et Perd rückt (riecht) de Kr. es geht auf dem Heimweg schneller Kemp, Allg. Jeder Ochs kennt de Kr. va seim Heren Saarl-Kerprich Hemmersd. Ene Hahn kann iəhr en Kr. voll Haver opfreəte als e Peərd; glöffsde dat? der Hahn frisst doch kein Pferd MGladb. Gertraud get de Beien de Flock (Flug), heft (hebt) de Schofen de Kr. op auf Gertrudentag (17. III.) gehen die Schafe wieder auf die Weide Prüm-Kopp. De krischt de Kr. gebutzt einen Tadel Saarl-Differten, — gefegt Koch-Lutzerath. Das Johr misse mer de Kih met de Schwänz an de Kr. benne bei schlechter Ernte Ottw-Uchtelfang. Et sein domm Ossen (Ochsen), die mer an de Kr. bend on se fresse net Neuw-Dierd. Die besten Perd sükt (sucht u. findet) me an (op) der Kr.ən die besten Mädchen findet man zu Hause, im Haushalte Gummb. Die Kuh spricht: Giff mer gut an (in) et Kreppchen, ginn ich dir gut an et Deppchen Trier-Schleidw. Die gure Kih leie (liegen) en der Kr. wer viel Milch haben will, muss gut füttern Goar, May. Die ös wiər en de Kr. gewes hat ihre Haare gebrannt MGladb-Rheind. Wenn den Augus ohne Regen afgeht, dat Perd mager för de Kr. dann steht Mörs-Rheinbg, Bitb-Kyllbgw. — 2. übertr. a. Krepp. α. Tisch, auf dem das Essen steht, in der Wend.: Wenn et an de Kr. geht, da sen se do Rip, Allg. RA.: Wer net no de Kr. drif (treibt), dr. och net no de Arbet Eusk. — β. Stall für Rinder, Pferde, Schweine, Geflügel Simm-Ravengiersbg. — γ. Kinderbettstelle mit Geländer, in der Kinderspr. (gern Demin. Kreppke) Kemp, Kref, Mörs. — δ. verächtl. Bauch, in der Wend.: De Kerl

[Bd. 4, Sp. 1525]
hät de Kr. voll (dick) Ess. RA.: Rupptich sind de Buren besopen, r. hät se de Kr. vull Ess-Borbeck. — ε. verächtl. Kinn, in der Wend.: En(en) enner de Kr. hauen (schlohn) Wittl-Binsf Meerf; änem de Kr. ausbotzen unter dem Kinne kitzeln Koch-Leienkaul. — ζ. verächtl. ale Kr.ə altes, abgetriebenes Pferd Gummb-Grunewald. — b. Kreppchen n. α. die früher in kath. Familien statt des Weihnachtsbaumes allg. übliche Weihnachtskr., den Stall zu Bethlehem mit dem Jesuskinde (usf.) darstellend, wie sie heute noch in kath. Kirchen aufgestellt wird (neuerdings in Familien unter dem Weihnachtsbaum); e Kr. bauen Allg. [Trier-Stdt Kröstheis-chen]. Altes Lied vom Nrhn. an diesem Kr.: O süsseste Lieb', o wunderbare Trieb', Jesus liegt in einem Krippelein, bei Ochs u. Eselein armselig; es ist von hoher Art, hier Gott u. Mensch gepaart. Ihr Hirten, lasst uns preisen! Er wälzet sich in Heu u. Stroh, damit lässt er sich zieren. Auf, singet mit der Engelschar: Gloria in excelsis! usf. — β. Puppenspiel, Marionettentheater Köln-Stdt, Aach-Stdt. — γ. kleine, gemütliche, anheimelnde Gesellschaft Düss-Stdt. — δ. schlimme Gesellschaft von niedrigstehenden oder schlechten Menschen, denen alles Schlimme zuzutrauen ist; en nett Kr. MüEif, Köln-Stdt, uWupp. — δ. lustige, komische, aber auch schlimme, auffallende Geschichte, sonderbarer Vorfall, Schabernak, Possenspiel; dat wor der ävver e (nett) Kr.; Pitter hät op der Kirmes e Kr. gemät (gemacht); wie mag dat Kr. usgohn? Ahrw-Remag, MüEif, Köln, Bergh, Dür, Aach-Stdt; en Kr. glöcklich engeröhrt han einen Schabernack Köln; dat es e Kr. ein Durcheinander Aach-Stdt. — ε. Durcheinander, Gezänk, Streit; dat wor der e Kr.! Sieg-Honnef. — ζ. de verseift sei ganz Kr. versäuft Hab u. Gut Kobl-Bend. — η. ein Sonderling, komischer Mensch, Hansnarr Aach-Stdt. — θ. geköpfte, gestutzte Weide Ess.