Pferds-käfer m.: 1. 'Mistkäfer (Geotrupes)', Perdskäwwer [Verbr. s. K. 40]. Das Wort dürfte eine jüngere Mischbildung sein aus nicht mehr verstandenem Perdsbobe(r) (s. PfWB Pferdsboben) [Bd. 1, Sp. 823] [Bd. 1, Sp. 825] und dem unter Einfluß der Schriftsprache (Schulsprache) aufgekommenen Mischtkäwwer. Für diese Annahme spricht die räumliche Nachbarschaft der Verbreitungsgebiete dieser zwei Bezeichnungen und im gleichen Maße deren häufiges Vorkommen im Perdskäwwer-Bereich. Syn.: PfWB Arschgrübler, PfWB Pferdsboben, PfWB -knäpper, PfWB -knecht, PfWB -knubber, PfWB -pickert, PfWB Pfuhlkäfer, PfWB Boben, PfWB Brachkäfer, Teufels PfWB Großmutter, Dreck-, Gäulskäfer, PfWB Grübler, PfWB Harzfranz, PfWB -käfer, -krämer, Knuttelkäfer, Kuhdreckschwabe, -stupper, PfWB Mistboben, PfWB -käfer, PfWB -knecht, -krabbler, -grübler, Roß-, PfWB Rußkäfer, PfWB Scheißdrecksgrübler, PfWB -käfer, -krabbler, -krümmler, PfWB Stinkkäfer, Waubert. — 2. 'Hirschkäfer' (wohl verwechselt mit Petzkäwwer, s. PfWB Pfetzenkäfer) [ PS-Gersb]. — RhWB Rhein. VI 733; Hess.-Nass. II 595. | | PfWB ElsWB Wibbel das Wort, zu mhd. Lexer wibel, mnd. wevel »Kornkäfer«, ist verbr., je nach Geb. in verschiedener Bed.; meist wibəl [-eb- Siegld; -īb- Saarbg-Nittel, WBitb; -iw- uNahe, Saar, Goar, Kobl, Daun-Strohn, Prüm (u. -ib-), Malm; -īw- Trier (Mos), Bernk (Mos), Goar; -ēw- Geld, Mörs], Pl. -ələ(n), Dimin. -ələχ(n), –əlkə m.: 1.a. Käfer schlechthin uNahe; Goldw. Goldkäfer Goar-Bacharach; Goldew. Bernk; Gollew. WBitb; Ohrw. Ohrwurm Goar-Hirzenach Salzig; Wiwwel Mistkäfer Malm-Meyerode; Bibel (-ī-) Bitb-Ammelding. — b. Kornkäfer, Saatwurm, Curculio granarius Prüm, Malm, Geld, Mörs, Ess-Werden. RA.: De W. schennen (schinden) die Ernte, auch eine längere Arbeit glückl. beenden u. das Ende der Ernte (der Arbeit) feiern bei einem Gläs'chen Schnaps; de W. os geschondt; sed dir well am W.; mer verzehren de W. Prüm, Malm. — c. -īw- Nesselsucht Birkf-Idar. — 2. zu wibbeln. a. persönl. m. (u. f.). α. beweglicher, gelenkiger, lebhafter, aber verächtl. auch zu unruhiger Mensch, bes. von Kindern, Frauen, Mädchen; W.əlchər kleine Kinder; ene iwege W. Mosfrk, Rip, Nfrk. — β. ene lange W. bes. grosser Mensch Kemp-UWeiden. — γ. W.əlchən [Bd. 9, Sp. 470]
scherzh. Ziege MülhRh-Altenbg. — δ. in Rätseln u. Reimen. W.əlchen, W. op der Bank; W., W. enner der B., et es kä Mensch em Trierschen Land, den et W., W. fänken kann? Ameise Saarbg; W.əlchen, Wuwelchen ..., et is kän Mann im Schwowenland, de dat W. f. kann? Der Furz Saarl-Berus; Wibbele, W., Wäppchen op dem Knäppchen, et os ken Här on disem Lann, de W., W., Wäppchen zälle kann? Ameise Prüm, Schleid; Wibbeldewupp löft an de Knupp; et es ken Mann em Trerer Lann, ... Daun-Hillesh. W. de Wapp läft om de Knapp; et as kä Mensch am (im) Niederland, de W. de Wapp noch zehlen kann? Bitb-Wilsecker. En, zwien, zwoən, de W. on de Voən, de W. on de Wicksack; menste, ech künnt ken zwanzig zällen; de zw., die si do! MülhRh-Essen. Wiwwele, W., Wawel, et setzt e Vijelchen op dem Dach; et hät sich erhänkt, Schissel de Wänk; aus, Maus, mein Peif as bal aus! Bastlösespr. Saarbg-Wilting, Bitb-Dudeld. — b. sachl. α. Verbindungsstange zwischen Trittbrett u. Rad am alten Spinnrad Trier-Beschd; webələr Leiwen; -i- Saarbg-Taben. — β. Messer, in der Kundenspr. Bitb-Speicher. — γ. Gelenkknöchelchen beim Fangsteinsp. Gummb-Becke Rospe (s. W.knochen); W.əlchen Rillenseite des Knöchels Gummb-Hesselb. — δ. W.əlχər. αα. Zähne kleiner Kinder Ottw-Neunk, Saarl-Ensd. — ββ. verächtl. sehr kleine Knollen- u. Baumfrüchte Trier-Stdt. — ε. Maiweinhumpen, mit einem auf einer Stahlfeder sitzendem Vogel Köln-Stdt. |