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 PfWB Pferds-gelbrübe (Bd. 1, Sp. 822)   PfWB Gelb-rübe (Bd. 3, Sp. 163)   ElsWB Gëlerueb (Bd. 2, Sp. 221a) 
   Pferds-gelbrübe f.:
1. 'Wilde Gelbrübe', Perdsgellrieb, -gellerieb [»vielfach, namentlich NPf« (Wilde 68)]. —
2. 'große Mohrrübenart', Länge etwa 20-25 cm, in der Färbung blasser als die der echten Gelbrübe, wird zur Viehfütterung verwendet [ KL-O'mohr Zweibr PS-Lembg]. — Saarbr. 152.

 

 -rübe f.:
1.
a. 'Mohrrübe, Karotte', Gellerieb (gęlərīb) [verbr. bes. mittl. u. südl. WPf östl. NPf nördl. VPf, seltener übrige Pfalz], Gell- (gęl-) [vereinzelt mittl. u. südl. WPf und VPf verbr. Gal], Gääle- (glə-) [verbr. NWPf westl. NPf vereinzelt mittl. u. südl. VPf], Gääl(gl-) [ RO-Dielkch Rockhs LA-Nd'hochstdt GH-Kand], Geele (gēlə-) [KU-Schmittw/O Quirnb Reichsth A'glan KL-Lind mancherorts mittl. VPf (Wilde 67)], Geel- (gēl-) [KU-Etschbg Altkch Brück Breitb RO-Gundw KL-Ottbg (Wilde 67) PS-Geisbg LA-Wollmh Beam Penns 40 Don-Tscherwk], Geller- [Zweibr RO-O'hs FR-Tiefth LU-Friesh NW-Kallstdt], Gäler- [ PS-Erfw], Gaale- [ KU-Föckbg RO-Rehborn Duchroth], Gälwe- [KU-Lauteck (Wilde 67)]; Pl. -riewe (-rīwə). Sie dut Gelleriewe schawe [NW-Haßl, verbr.]. Die Gellriewe stehn so dick wie die Hoor uf'm Kopp [ ZW-Bechhf]. Mer esse heit Bahne un Gääleriewe darchenanner [ KU-Bedb]. Ich ess die Gellriebcher so gern [ Gal-Lindf]. Mittel gegen Würmer: rohe Gellriewe [ ZW-Battw]. Der Hund schabt Gääleriewe (kratzt sich wegen der Flöhe) [Wilde 67]. Blinzel net so wie e Gans nooch're G. [ PS-Geisbg]. Er drickt sich rin wie die Sau in die Gelleriewe [ Gal-Lindf]. Die alt Rechierung is iwwer die Gälleriewe gejagt worre 'wurde gestürzt' [ NW-Freinsh]. Ich bin ferdich wie e G. 'abgearbeitet' [Krieger 18]. Der Sorglose sagt: Wann ich gestorwe bin, kännen se mer e G. hinneneinstecke, dann schlääfen mich die Gäns

[Bd. 3, Sp. 164]
naus (auf den Friedhof) [ NW-Ellstdt]. D' Junge wachsen in d' Höch wie die Bääm, un mer Alte (wachsen) unnerschig wie die Geelerüwe [Zahn Pläsier 212, Wilde 67]. Volksgl.: Sät man die G. im Zeichen des Fisches, dann werden sie lang; die im Zeichen des Krebses gesäten werden grindig [Schandein Bav. IV/2, S. 379/80]. Rätsel: Hoorig enin (Gelbrübensamen) un spitz eraus (aus der Erde); hart enin (in den Kochtopf) un weech eraus [Hebel 121]. VR.: Mein Schatz macht Gäälriewe aus, bringt noch ken Schwänzche eraus, Reim zum Gelbrübentanz [ KU-Bedb]; Var. s. PfWB Schatz. Kathrinche, Filpinche, was kochschde deim Mann?Gellriebcher, Gellriebcher, un Zwiwwelcher dran [ Gal-Dornf]. Gellriewe, Gellriewe, wie sein ehr so gut! Wie sein ehr noch viel besser, wann mer e Stickelche Fleisch derzutut! [ Gal-Hartf]. —
b. wilde Gääleriewe füttert man dem Vieh [vereinzelt, Lambert Penns 62]; vgl. PfWB Pferdsgelbrübe 1. —
c. 'Pastinake'; wilde Gääleriewe [ LA-Venn]. —
2.
a. 'lange Nase', scherzh., wohl im Hinblick auf die Gelbrübennase des Schneemannes [verbr.]. Was der e G. im G'sicht hot! [ KL-Fischb]. Beim Schnupfen troppst die G. [Krieger 27]. —
b. 'männliches Glied', bes. beim Ochsen [vereinzelt]. De Ochs streckt die G. eraus [ KL-Fischb]. —
c. 'Klarinette', auch 'Flöte', Musikantenspr. [mancherorts bes. mittl. WPf]; vgl. PfWB Gelbrübenblaser. Er bloost die G. [Zweibr]. Die G. heert mer aa immer noch eraus [ KU-Kaulb]. —
d. Geeleriewe, Uzname für die Bewohner von KU-Breitb und KL-Lind. Zum -e- in der Wortfuge vgl. PfWB Dickrübe. — Südhess. II 1212/13; RhWB Rhein. IX 1248; ElsWB Els. II 221; Bad. II 350.

 

 Gëlerueb, Gëlrüebe, Gëlrueb, Gërirueb [Kalərìapə Liebsd. Steinbr.; Kalərìəwə Dollern; Kalirỳap Su. Katzent.; Kalarỳap Obhergh.; Kalrỳəp Co. Kerzf. Z.; Kalrỳap Dü. K.; Kalərỳèp Hf.; Kǽlrŷp Str. Kindw.; Kalrûp Betschd.; Karirỳèp Ensish. — Pl. u. Demin. wie bei dem einf. Worte, Kaliryəwə Co.] f. 1. gelbe Rübe, Möhre, Daucus carota Kirschl. 1, 307. Man unterscheidet hauptsächlich zwei Sorten, die lange hellgelbe als Viehfutter gepflanzte sog. Fuetergëlrueb und die kleine, runde Gemüsegelbrübe von rötlicher Farbe, kurzweg Gëlrüewl genannt Geud. Wildi Gëlrueweⁿ Kerzf. Hol mⁱr e roti Gëlrueb für iⁿ d Supp! Bisch. Weisse Butter wird bisweilen mit dem Saft der »roten Gelbrübe« gefärbt, um ihr ein schöneres Aussehen zu verschaffen Dunzenh. Ingenh. Rda. Eim e Gëlrueb (häufiger frz. carotte) zejeⁿ [tsèjə ziehen] jem. belügen Str.; ellipt. Hest ihm eini (näml. e Gëlrueb, od. e carotte) ʰⁱnüwergstellt?

[Bd. 2, Sp. 221b]
ebd. Rda. Ùf deⁿ gëleⁿ Rueweⁿ ritteⁿ (? beim Spiel schinden, vgl. Gëlerueweⁿritter) Obhergh. (Vexier-)Rätsel: ‘Rira Ripfel, Gäl isch d'r Zipfel; Schwarz isch das Loch, Wo m'r de Rira Ripfel drin kocht! — E Gälrueb!’ Str. Stöber Volksb. 415. 2. Rute des Stiers Katzent.