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| PfWB pferchen (Bd. 1, Sp. 814) | PfWB Pferch (Bd. 1, Sp. 813) | |||||||||||||||||||||||||||
1. 'Tiere, bes. Schafe in den Pferch tun', perche, persche, s. F. bei Pferch [allg.]; vgl. PfWB einpferchen. De Schäfer percht die Schof [allg.]. Die Schof sin geparricht [ BZ-Dernb]. Mer han gepercht 'den Pferch der (ortsfremden) Schafe auf unseren Acker genommen' (um so dessen Düngung zu erzielen, s. 2.) [ KL-Weilb]. a. 1609: wer pferchen will, soll es mit hürden oder sonst anderm holtz außerhalb des walds thun [PfWeist. I 103 (Bergz)]. — 2. 'Land durch Weiterrücken des Schafspferchs (s. PfWB Pferch 1) düngen'. De Schäfer percht de Acker [allg.]. Den Acker loß ich p. [ LA-Gommh, allg.]. — 3. sich p. 'sich durch-, hineinzwängen'. Perch dich net so! [verbr. Gal Don-Tscherwk]; dafür meist PfWB hineinpferchen; vgl. auch PfWB zusammenpferchen. — 4. 'scheißen'. Er hot dohie gepercht [LA-Impfl KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB verpferchen. — RhWB Rhein. VI 708; LothWB Lothr. 36; ElsWB Els. II 138; Bad. I 198; Hess.-Nass. II 593.
| 1. 'Umzäunung im Freien für das Vieh', insbesondere 'örtlich wechselnde Umzäunung für Schafe zur Nachtzeit', Perch, Persch u. ä., s. F. [allg., ohne Penns Don (Ausnahme: Don-Karawakowo) Gal Buch]. Zs. PfWB Schaf(s)-, PfWB Winterpferch. De P. werd naachts fortgeschlaa 'Nacht für Nacht verlegt' [ KL-Reichb]. Auf diese Weise werden Äcker und Wiesen gedüngt, vgl. PfWB Pferch 6 u. PfWB pferchen 2. a. 1307: Sie [Bd. 1, Sp. 814] insollent auch keynen perrich machen uffe den walde [MüPfUrk. Fasz. 86 Nr. 1407]. — Bauern mit größerem Viehbesitz stellen auf einer Wiese nahe beim Dorf einen Pferch auf und lassen darin ihr Vieh, insbesondere das Jungvieh sowie Stuten mit Fohlen, weiden. In jüngerer Zeit ist man dazu übergegangen, das Vieh über Nacht im P. zu belassen. Zs.: PfWB Füllen-, Gäuls-, PfWB Kälber-, PfWB Sau-, PfWB Stutenpferch. — 2. Als FlN. ist P. des öfteren belegt, so z. B. für KU-Rammb Kaulb HB-Einöd KL-Nanzdzw Gerhardsbn. a. 1547: von dem Pferch bis vnden an den weg [ZweibrOABannb. 62]. Auch die in 1. aufgezählten Zs. erscheinen fast alle als FlN. — 3. 'Abteil im Stall, in dem sich die Kälber frei bewegen können' [ RO-Obd KB-Kriegsf]. Zs. PfWB Kälberpferch. — 4. 'umzäunter Platz im Gehöft für die Schweine' [verbr.]. Früher wurden Pferche für Schweine auch außerhalb des Dorfes angelegt, vgl. PfWB Saupferch. — 5. 'Umzäunung für den Tagesaufenthalt des Geflügels', vgl. PfWB Enten-, PfWB Hühner-, PfWB Hünkelspferch. — 6. 'Mist, den die eingepferchte Herde hinterläßt' [verbr.]. Der Pferchmist auf dem Gemeindegrund wird versteigert. a. 1788: Vom (versteigerten) Perch 32 fl. 15 Kr. [SSp Leiningen 136 (FR-Tiefth)]. — 7. 'Schindanger', Perch [ Gal-Josbg]; Zs. PfWB Schinderpferch. Dafür meist PfWB Schindkaute. — F.: Die Normalformen sind pärχ und pär. Belege mit genaueren Angaben: päÄrχ KU-Kaulb, päÄ Kaislt, päÄχ KL-Lind, parχ BZ-Dierb, päriχ (und pęrχ) ZW-Battw, pariχ BZ-Dernb. — Aus mlat. parricus 'eingeschlossener Raum, Gehege'; ahd. pferrih, pfarrih, mhd. pferrich. — Rhein. VI. 706/07; Lothr. 35/36; ElsWB Els. II 138; Bad. I 197/98; Hess.-Nass. II 592/93.
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