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| PfWB Pfennigs-brötlein (Bd. 1, Sp. 813) | PfWB Pfennig (Bd. 1, Sp. 811) | |||||||||||||||||||||||
1. Münze von bestimmtem Wert, gegenwärtig der hundertste Teil der Deutschen Mark (DM), Pennich, Penning usw., s. F. [allg.]. Zwischen Pfennig und Mark steht als inoffizielle und nur noch bei den Älteren gebräuchliche Münzbezeichnung der Groschen = Zehnpfennigstück. Als kleinste Münze bedeutet P. in vielen festen Formulierungen etwas Geringwertiges, Nichtiges. RA.: Do gewwich kään Penning for die Wahl 'Eins ist mir soviel wert wie das andere' [KU-Brück, verbr.]. Das macht mer an de Mark keen Pennig aus [ NW-Deidh]. Ich hon keen Penning mehn in de Gewalt 'Das Geld ist mir ausgegangen' [ KL-Alsbn]. Ich häbb kää rourer Penning mäh, dass. [ BZ-Nd'horb, allg.]. Er hot kän Penning im Arsch 'ist arm' [ RO-Wartbg/Rohrb]. 's is keen Pennig wert [ RO-Obd, allg.]. Das hot e Mailche wie e Penning 'einen sehr kleinen Mund' [Kaislt]. Do hän drei Weiwer ehre vier Kinner for finf Penning Guts (Bonbons) kaaf [Krieger 62]. Er sucht sein finf Penning, wenn einer die Hand in der Tasche hat [ NW-Neidfs]. Dem sin finf P. geritscht 'Er ist aus nichtiger Ursache außer sich' [ PS-Geisbg]. Er trinkt sich for fofzeh (15) P. Kurasch [ WD-Niedkch]. KR.: Ri ra rutsch, mer fahre in de Kutsch, mer fahre in de Rumpelposcht, wo es keinen Pfennig koscht [»Der Trifels« vom 24. 12. 1933]. Weitere Reime s. PfWB Elektrische, PfWB Krämer, PfWB Regenwetter, PfWB Saft. — Andererseits symbolisiert sich im P. auch der Wert des Kleinen. Der Sparsame rechelt mit jedem P. [ LA-Wollmh, allg.], macht de P. zur Marik [ KB-Rüssing]. SprW.: Wer de Penning net ehrt, isch de Daler net wert [ NW-Haßl, allg.]. Der Geizige brecht e Penning duarch [ HB-Webh], drickt de P. bloo [KB-Bennhs, verbr.], es (ist) uf de P., wie der Deiwel uf e aarem Seel [ RO-Dielkch]. Im Volksglauben gilt als Anzeichen zukünftigen Reichtums, wenn die Schneiderin der Braut einen P. in den Saum des Brautkleides näht [Zweibr]. — Die ältesten uns zugänglichen pfälzischen Belege (13. Jh.) bezeichnen mit P. den Silberpfennig. Seit dem 14. Jh. gab es neben dem reinen Silberpfennig auch den mit geringerem oder größerem Kupferzusatz geprägten Pfennig. Man nannte nun den ersteren Weißpfennig (lat. albus, s. PfWB Albus), den letzteren schwarzen Pfennig. Seit dem 17. Jh. blieben die Pfennige ohne Silberzusatz. a. 1537: davon gebührt sich im flecken (d. h. in [Bd. 1, Sp. 812] Trippstadt) ein pfenning, wo aber ein ausseßiger einem in flecken gebiten laßen wolt, ist zween pfenning [Trippstadter Weisthum]. Bei Nennung größerer Beträge erscheint P. gewöhnlich in Verb. mit Pfund, lat. libra, sowie mit Mark und PfWB Schilling, die als Zahlbezeichnungen anzusehen sind, und zwar bedeuten (vgl. die einschlägigen Artikel im DWb.): das Pfund in ältester Zeit (bis etwa 14. Jh.) 240, dann 40 Pf., die Mark (= ½ Pfund) 120 bzw. 20 Pf., der Schilling 12 Pf. a. 1292: hundert marc Colnischer penninge [Univ. Bibl. Heidelberg, Nachlaß Lehmann Nr. 93]. a. 1341: alleierlich (alljährlich) vmme vir schillinge penninge zur winachten zu geben deme meister in irme hove zu Obernheimbach [OttbgUrkb. 419]. a. 1553: ein schilling pfenning, nennet man das grabengeld, gehet zu und ab, darnach die häuser besetzt sein [ABlieskst 60]. a. 1601: jeden (gulden) zu achzehenthalben schilling Pfenning gerechnet [Verkaufsurkunde aus BZ-Klingmst]. a. 1528: Item 1 pfundt pfennigg proll Hans zu Eideßum (Edesheim) von ettlichen eckern [GgHospR]. Der Geldverkehr war wegen des unterschiedlichen Wertes der einzelnen Münzsorten schwierig. Im pfälzischen Raum gab es um die Mitte des 15. Jh. zumindest drei Sorten des Pfennigs, wie aus einem Weistum der Abtei Limburg (Kr. NW) zu ersehen ist (a. 1448): Will der abt ein munze zu Durkeim machen, so sol er die gemein bezihen und sol da dun schlaen spiers pennige (Speyerer P.) oder wormesche (Wormser) pennige oder lutersche (Lauterer) pennige [Grimm Weist. V 599]. Dem Heller gegenüber war der P. auch in unserem Gebiet die wertvollere Münze; a. 1482 heißt es im Landsberger Zinsbuch (Bl. 4): daz der pfennige 10 sollen als gut sin als 11 allde heller. Der reale Wert des P. war um ein Vielfaches höher als heute, vgl. z. B. die Angabe im ZweibrUrkb. 132 (a. 1590): Bretzeln zu Pfenningen. Vgl. auch PfWB Pfennigsbrötlein, -weck.- 2. 'Geld überhaupt' in den Zs. Buß-, PfWB Miet-, PfWB Not-, PfWB Zehrpfennig. — 3. 'Vermögenssteuer'. a. 1495: (Der Gemeine Pfennig betrug) 1 fl pro 1000 fl [HB-Kirk/N'häus (nach D. Ecker, Kirkel-Neuhäusel und seine Burg, 1938)]. a. 1621: Item 5 batzen ahn einem lib. pfenning der Gemeindt ... geliffert [WerschwSchR Bl. 167]. Vgl. auch die Zs. PfWB Hielich-, PfWB Zehntenpfennig. — 4. scherzh. für 'Gesäß'. Setz dich uf dein Penning! [ LU-Böhl]. — F.: pęniŋ fast allg.; pęnəŋ WD-Niedkch; pęniχ KU-Schmittw/O Roth Theisbgstg RO-Odh Rockhs; piniχ (1930) RO-Als Nd'mosch.
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