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| PfWB pfeifen (Bd. 1, Sp. 807) | PfWB hören (Bd. 3, Sp. 1177) | |||||||||||||||||||||||||||
1. vom Menschen. a. 'mit dem Mund einen Pfeifton hervorbringen', peife, pfeife (s. F.) [allg.]. Er peift uf'm Finger, dorch die Finger 'unter Zuhilfenahme des in den Mund gesteckten Fingers, auch zweier und mehrerer Finger' [allg.]. Pfeifen als Zeichen des Rufens: Ich werr (Ich krie) gepeff [KU-Bedb, verbr.]. Der Fuhrmann peift de Gail (damit sie Wasser lassen) [allg.]. Mit Pfeifen lockt man die Tauben an, z. B. mit dem Intervall gˈ aˈgˈ aˈgˈ aˈgˈ (der erste und der letzte Ton werden gezogen, die dazwischen liegenden Töne nur kurz angeschlagen) [ GH-Zeisk]. Pfeifen drückt Geringschätzung aus: Ich peif uf'n, ich peif der was u. ä. [allg.]. Ja, peife, Kättche (Käthchen)! (Dazu wird mit den Fingern geschnalzt) [ KL-Reichb]. Er peift 'm wie 'me Hund [ KU-Schmittw/O]. Der Schlaue pfeift, wenn er etwas verschweigen will: Des hätt er peife kenne, statt sache [südl. VPf]; vgl. aber 1 d. SprW.: Viele Sache sin besser gepiffe als gsaat [Penns]. — Weitere RA. u. SprW.: Das esch de Mais gepiffe, von einer nichtigen Sache [LA-Edk, verbr.]. Mädcher, wo peife, un Hinkl, wo krähe, sell mer de Hals uf de Rick erumdrehe 'Mädchen, die pfeifen, und Hühnern, die krähen, soll man den Hals auf den Rücken herumdrehen' [ KU-Kaulb, allg.]. 'me Parre, der danzt, 'me Määre, das peift, un 'me Hinkel, das kräht, dene geheert de Hals erumgedreht [ KU-Bechb]. Wann die Hinkel krähe un die Weibsleit peife, is es en schlechti Sein (engl. sign = Zeichen) [Fogel Beliefs Penns Nr. 423]. Do hääßt's net nor, 's Maul gespitzt; 's muß aach gepeff sin [RO-Rehbn, verbr.]. VR.: Luschdich is die Fasenacht, wann mei Mutter Kichelcher backt; wann sie awwer keene backt, peif ich uf die Fasenacht [Gal-Dornf, verbr.], s. auch PfWB Krähe. — b. 'auf einer Pfeife pfeifen', in festen Prägungen 'mit einer Pfeife zum Tanz aufspielen'. 's Peifche will net p. [allg.]. Er peift mit de Dullepeif (Dudelpfeife) [ Gal-Dornf]. — RA.: Er muß danze, wie sie peift 'muß sich nach dem Willen seiner Frau richten' [ GH-Kand, allg.]. Gott sei's getrummelt un gepiffe 'Gott sei gepriesen' [LU-Friesh, verbr.]. Er peift uf'm letschde Loch 'Er stirbt bald' [ RO-Dielkch, allg.], 'steht vor dem Ruin' [Kaislt]. SprW.: Wer gere danzt, dem is gut peife [ Don-Gertianosch]. — c. 'im Pfeifton atmen'. Sei Ochdem (Atem) peift [allg.]. — d. 'reden, verlauten lassen'. Do hot se nix devun gepeff [ KU-Kaulb]. — e. 'cacare', weniger derb als PfWB scheißen. Ich geh p. [ Gal]. RA.: Do peift der Hund nin, [Bd. 1, Sp. 808] wegwerfend von einer wertlosen Sache [ebd.]. Hierher gehört wohl auch die RA.: Wann ich net in de Himmel komm, peif ich aa in die Hell 'Wenn ich nicht dieses bekomme, verzichte ich auch auf das andere' [ KL-Siegb]. — 2. von Tieren. a. vom Singen der Vögel [verbr.]. Über die von der Sonne gebräunten, sehr süßen Beeren haben die Vögel gepiffe [Wilde 246]. Iwwer's Hasebrot hun die Veel gepeff 'Die Reste des ins Feld mitgenommenen Frühstücksbrotes schmecken den Kindern besonders gut, weil man diesen weismacht, die Vögel hätten darüber gepfiffen' [KU-Schmittw/O, verbr.]; vgl. Hasen-, PfWB Vögelchensbrot RA.: Die Spatze peifen's vum Dach 'Es weiß es jedermann' [allg.]. Dem Veelche muß mer e Wermche gewwe, weil's so hibsch peife kann, so sagt man im Scherz zu einem Buben, der eifrig, aber auch oft falsch pfeift [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Jeder Voggel peift, wie ihm der Schnawwel gewachse is [Penns]. Veelcher, wu frih peifen, freßt owends die Katz [Kaislt, verbr.]. Des Veeglche, was marjets peift, scheißt ins Nescht, sagt man von einem, der schon am frühen Morgen vergnügt pfeift [ Don-Schowe]. VR.: Margretel, mein Mahd, geh met mer ins Gras, dort peife die Veechel un klappert de Has [KU-Lauteck (Wilde 79)]. — b. vom Piepsen der Küchlein, Mäuse u. dgl. Die Ajer sin aangepickt, un die Junge peife schun [ ZW-Schmitshs, allg.]. KR.: Hinner de Steg (Stiege), uf de Steg hen die Belleit Hochzeit; peift die Maus, hupst die Laus, is die ganze Hochzeit aus [ NW-Kallstdt]. — 3. Sonstiger Gebrauch. a. De Wind peift [allg.]. RA.: Peift de Wind (oder: Peift's) aus dem Loch! 'Ist die Sache so gemeint?' [allg.]. Jetzt peift e annrer Wind 'Es sind neue Verhältnisse eingetreten' [allg.]. — b. Mer heert de Zug (die Alsenzbahn) peife, 's gibt gut Werrer (bei Ostwind) [ KU-Schmittw/O]. — c. Die Hieb hun gepeff, von heftigen Hieben [ KU-Schmittw/O, allg.]. Er horrem (hat ihm) eni g'stuppt, die hot g'piffe [ NW-Weish/S]. — 4. blau pfeifen s. PfWB blau. — Zs.: PfWB ab-, PfWB aus-, PfWB ver-, PfWB vorpfeifen. — F.: Zur Lautform s. PfWB Pfeife. Part. Perf.: WPf gəpif, selten gəpef, dieses vorn. NWPf; VPf gəpifə, selten gəpefə, dieses vorn. SOPf. — RhWB Rhein. VI 695 ff.; LothWB Lothr. 42; ElsWB Els. II 133; Bad. I 194 ff.; Hess.-Nass. II 589/90.
| 1. 'Gehör haben', heere (hērə) [verbr.], (hǟrə) [KU-Wolfst Bedb KL-Stelzbg verbr. mittl. u. südl. VPf], (hīrə) [ RO-Duchr Odh HB-Webh], (hęiərə) [ ZW-Ixh Zweibr GH-Leimh]; Part. Perf.: geheert [verbr]. gehäärt [vereinzelt WPf], (kǟrd) [verbr. mittl. u. südl. VPf verbr. Penns (PSA 13)], keert [Beam Penns 52]. Er heert net gut [KB-Kerzh, verbr.]. Er heert schlecht [verbr.]. Er heert schwer [mancherorts]. Er heert hart, dass. [ NW-Kallstdt GH-Kand]. Er heert un sieht net [KB-Kriegsf, verbr.]. Net so laut, ich heer noch! [ NW-Haardt]. Ich heer nor uf ääm Ohr [NW-Kallstdt, verbr.]. RA.: Mach emol de Dreck aus de Ohre, dann heerschde besser! [ KL-Reichb]. Ich schlaa der an de Backe, daß de nimmi siehscht un nimmi heerscht [ ZW-Marthh]. Ich schlag dr uf die Ohre (ins Gesicht), daß dr Sehne un Heere vergeht [NW-Elmst, verbr.]. Uf ääm Ohr heert er net un uf'm annere isch er daab (taub) [SOPf]. Er heert aus'm linkse Ohr nit rechts 'Er hört nicht gut' [ KU-Diedk LU-Opp]. Er heert un sieht net un geht käner Herd mehr noh, von einem Sonderling [ NW-Frankeck]. Er sieht net gut un heert net gut un kann net dapper laafe, dass. [Don-Bulkes verbr. Don Gal Buch]. Er sieht nit un heert nit un will Nachtwächter werre, dass. [ Don-Apatin]. — 2. a. 'hörend wahrnehmen, von etwas Kenntnis erhalten'. Zs. PfWB herum-, PfWB überhören. Ich hun vun dere Sach geheert [KB-Bischh, verbr.]. Mer heert sei eigenes Wort net [ Gal-Dornf]. Dem sein Gesicht mecht ich sehne, wann er das heert [ NW-Elmst]. Was er h. soll, heert er nit; was er nit h. soll, heert er [ KU-Diedk]. Heerscht'n lieche (lügen)? [ LA-Nußd]. Jetzt will ich kän Wort mehr h. [ KU-Bedb]. Lossen a emol eppes von eich h.! [NW-Niedkch, verbr.]. RA.: Er hot nit h. elfe leire (das Elfuhrläuten), darum ist er ledig geblieben [ LA-Wollmh]. Er heert im Dag bloß dreimol (und zwar, wenn er zu den [Bd. 3, Sp. 1178] Mahlzeiten gerufen wird) [ KU-Diedk]. Er hat eppes laile (läuten) h. [KU-Bedb, verbr.]. Der heert die Fleh (Flöhe) huschde (niese) [ GH-Minf, mancherorts]. Der heert 's Gras wachse [FR-N'lein, verbr., auch Don Gal Buch Rußl]. Ich han die Engel im Himmel geheert peife (singe), vor Schmerzen [ KL-Stelzbg, mancherorts]. Ich schlag der ufs Kapital, daß de die Bääm im Orewald (Odenwald) wachse häärscht [LA-Impfl]. SprW.: Wer nit h. will, muß fihle [NW-Wachh, verbr., auch Penns Don Gal Buch]. WR.: Wann de Specht sich h. loßt, gebt's Rään (Regen) [ KL-Stelzbg]. Eine andere WR. s. PfWB pfeifen 3 b. a. 1485: Kundt vnnd offenwar sei allenn vnnd jeglichenn, die diß offen instrument sehennt lesen oder horennt lesenn [PfWeist. II 651 (KU-Glanmw)]. a. 1535: Vnnd soll der becker den backoffenn vffrechts haltenn, vff das kein clag von im gehort werde [ebd. II 824 (FR-Gr'niedh)]. — b. α. 'etwas mit dem Ohr gewollt aufnehmen'; e Redd h. [verbr.]; nore mit halwem Ohr h. [Kaislt]. Zs. PfWB ab-, PfWB anhören. — β. im Imp. als Ausruf zur Erregung der Aufmerksamkeit, vgl. PfWB horchen 1 b β. Heer emol! [LU-Altr, verbr.]. Heere Se emol! [KL-Gimsb, verbr.]. Im Lied der Garrenbuben: Heert, ehr Leit, 's isch Bedeszeit (Betenszeit) [ GH-Hatzbühl]. — 3. in der Formel: Heer Ruh! 'Laß mich in Ruhe!' [ KU-Lauteck Bechb RO-Callb Ob'mosch LU-Iggh]. Heer Ruh met dem Geschnipps 'mit diesem Weinen' [ KU-Schmittw/O]. Do heert's Ruh 'Hier ist das Ende' [ NW-Meckh]. (Diese Formel entstand wohl durch Kontamination aus 'aufhören' und 'Ruhe geben'). — 4. 'folgen, gehorchen', vgl. PfWB horchen 2 b. Er häärt halt nit [LU-Altr, verbr.]. Die Kinn heere gar net [Rockhs, verbr.]. Er heert un sieht net [ RO-Als]. Er wollt net uf sein Mudder h. [KB-Kriegsf, verbr.]. Hättscht domols uf mich g'häärt! [ BZ-Albw]. Er hot uf mein Bitt geheert [ RO-Schweisw]. Er heert bloß uf de Parre [ LU-Opp]. SprW.: Wer Vadder un Mudder net häärt, kummt noh Metz (in der Festungsgarnison Metz gab es für die Soldaten nur wenig Urlaub) [ ZW-Bechhf]. — 5. 'zukommen, gebühren', vgl. PfWB gehören 1 d, PfWB weg-, PfWB zuhören. Der Wald do heert abgehau [ZW-Battw, verbr.]. RA.: Dem heert emol 's Hääbche 'Töpfche' ufgedeckt 'Seine Machenschaften müßten bloßgestellt werden' [ KU-Kaulb]. Dem heert de Giftzahn ausgebroche [ GH-Zeisk]. Der Taugenichts heert unne un owwe ausgebutzt un in der Mitt weggeschmiss [ Gal-Dornf] o. D.: Fällt allda ein wild, so hören zwey theil dem abt von Limburg [PfWeist. II 540 (KL-Frankst)]. a. 1298: den selben und daz gut, daz darzu horte [OttbgUrkb. 217]. — 6. s. PfWB auf-, PfWB er-, PfWB verhören. — Südhess. III 711 ff.; RhWB Rhein. III 813 ff.; LothWB Lothr. 239; ElsWB Els. I 368/69; Bad. II 769.
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