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 PfWB Pfahl (Bd. 1, Sp. 787)   RhWB Pfahl (Bd. 6, Sp. 649) 
   Pfahl m.:
1. 'unten zugespitztes mitteldickes Holzstück von 1-2 m Länge, das in die Erde gerammt wird', zu unterscheiden von Pfosten, Stecken, Stickel, Stiefel, Strebe. Der Pfahl dient gew. als Stütze, vgl. z. B. Bohnen-, Garten-, Wingert-, Zaunpfahl. F.: Pohl (pōl) [fast allg.], Pahl (pl) [IB-Bliesmg/Bolch u. Umg.], Pehl (pēl, Sing.!) [verbr. NPf u. VPf, bes. ältere Gener.], Pfohl [ GH-Berg Scheibhdt]. Pehl (pēl, Pl.) mache (schlache) [mittl. VPf, allg.]. RA.: Das war a mit'm Pohl gewunk 'sehr deutlich gesagt' [ Don-Gottlob]. Dort stehrer (steht er) wie e P., verächtlich von einem verstockten Menschen [RO-Lettw, verbr.]. — a. 1425: pele ußzuziehen myst in zu tragen oder reben zu lesen [LeinArch. (Löhne)]. a. 1509: 2 personen, hant 4 tage pele im wingert ingestoßen [KellR Lichtenberg bei Kusel]. a. 1529: pfel vß zu ropfen vnd zu spitzen [GgHospR]. a. 1553: zwo fuhren feschen oder pfäl zu dem mühlenwehr in der Bließen [ABlieskst 41 (IB-Blickw)]. a. 1606: ein Pfool gesteckht (als Grenzzeichen) [HanLicht. 7 Amt Lemberg]. —
2. 'Zapfen im Faß', Pahl [ Don-St. Andreas]. —
3. 'Platz, wo man beim Kinderspiel nicht geschlagen werden darf', weil durch Pfahl gekennzeichnet, Pohl [ GH-Erlb]. Syn. s. PfWB Botten. —
4. Pl. 'Wohnstätte' in der RA.: Der kummt nit aus soine vier Pähl eraus, von einem, der einen beschränkten Horizont hat, der weltfremd ist [ LU-Opp]. — RhWB Rhein. VI 649 ff. LothWB Lothr. 20; ElsWB Els. II 134; Bad. I 185; Hess.-Nass. II 576.

 

  NRhWB Pfahl das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk pl, Pl. --; Mosfrk, Rip p:l, Pl. Mosfrk -:-, –ē:-, –ī:-; Rip -:- [NWSaarbg -ō:-, Pl. -ē:-; Prüm-Mürlenb 1860 -:-, Pl. pi·l.; Bitb-Rittersd Speicher -ū:-, Pl. -ī:-; in WBitb pu·l., Pl. -i- (s. Pull V); Prüm-Ihren -:-, Pl. -- u. -ə·i.-, daneben Sg. -ə·i.- u. Pl. pə·i.lən]; Berg --, –:-, Pl. --, –:-; SNfrk -·ə.-, Pl. -·ə. [Kref daneben -lts]; Klevld --, Pl. --; Demin. plχə(n), –ē- (usf., setze den Vokal des Pl. ein!); Nfrk p·ə.lkə, pltə, pltjə m.: 1. wie nhd. a. in allg.

[Bd. 6, Sp. 650]
Anwendung, mitteldicker Rundpfahl aus Holz (en eichen, dännen P.) bis zur Brusthöhe oder so hoch, dann man das äusserste Ende noch mit den Händen fassen kann (Weinbergspfähle auch aus gespaltenen Eichenpfählen), im Gegens. zum Post(en) vierkantig beschlagen u. beliebig lang, zum Rohm rund, schmal u. lang (R. auch Weinbergspfahl aus nicht gespaltener Eiche) u. zur Stange (Staken, Stecken) ebenso, aber schmäler; der P. wird spetz gemach u. gesatz, d. h. en der Erd (den Boddem, Grond) (en)geschlohn (engedrivve, engemach) bes. als Zaun-, als Baumpfahl (ene P. an de Bom setze) Rip, Allg.; Pähl sticken gelockerte Weinbergspfähle einschlagen Nahe, Rhein; langes de Graf (Graben) stonnt Pöls Kref, Allg.; en gode P. hält de ganze Bom strack; den P. moss ener anhale, wann ener möt dem Hammer dropschleht; ene P. usrisse (-trecke) Rip, Allg.; auch ein P. zum Festmachen des Viehs auf der Weide, in die Erde gerammtes Holz oder Eisenblock zum Anlegen der Nachen, Kähne; durch die Schlingen des zum Bleichen ausgespreiteten Leinens steckt man Pöhl (Pöhlche) in die Erde zum Festhalten bei Wind; en P. für de Schürendür dohn (setze), dass der Wind sie nicht zujagt Allg.; ein kurzer Pfosten, der zur Lohschälzeit im Hauberg als Haublock dient, um darauf mit dem Kläpper die Rinde von den Zweigen loszuklopfen; am unteren Ende ist ein langer Eisenstift angebracht, der in die Erde gerammt wird, das obere Ende ist mit einem Eisenband eingefasst; der P. wird vielfach zum Faulänzər (Faulenzer) erweitert: in eine seitlich angebrachte Öse wird ein an einem Ende mit einem Haken versehenes Brett eingehakt; am anderen Ende sitzen zwei Stalln fest, so dass das Ganze eine Bank bildet, auf die sich der die Äste Ausklopfende rittlings setzt Siegld-Freier Grund; P. an P. muss vorgetrieb wire, sunscht rieselt's zu die losen Berge laufen zwischen den Vortreibepfählen hindurch, in der Bergmspr. Saargeb.; mer geh Pehl schlohn! hat man früher gesagt, wenn das Gemeindeland verteilt wurde u. jeder das ihm zugeteilte Feld mit einem P., der seinen Namen trug, kennzeichnete Mos; langes de Weg stonnt stiənere (steinen) Pöəhl Meilensteine Kref; s. auch Baum-, Galgen-, Garden-, Kuh-, Weiden-, Recken-, Zaunpohl. — Beim Einrammen der schweren Pfähle beim Hafenbau: En, twee, drei, hal (hol) op den Hei (Ramme), wej welle de P. begrawe well in de kulle (kühlen) Hawe, en hej kömmt nojt (nie) wer öm usf. (s. Hei) Emmerich. — RA.: Er es grad wei e P. schlank gewachsen Birkf, Allg.; schnack wie ne P. Rip. He steht su stif wie ene P. steht fest auf den Beinen Aach, Selfk; du stiəhs do wie enen (höltere) P. rührst dich nicht Kref, Allg.; setze wie ene P. dass. Aach; fas wie ene P. stoəh in gefährlicher Lage unentwegt Stand halten Aach. De hat Arme wie e P.

[Bd. 6, Sp. 651]
Siegld, — Hor wie Pöhl so starr Schleid-Blumenth. Met dem singem (harten, eigensinnigen) Kopp ka mer Pöhl en de Erd schlonn Köln, Mörs, Bitb-Geichl. No schlag doch en Dampmaschin Pöhl en de Erd! Ausr. der Verwunderung Köln-Stdt. Et ös kennen Mai (April) so gut, of et krig jeden P. sinnen wetten (weissen) Hut (Schneehaube) Mörs, Verbr. Eich werd dir wohl es (einmal) e Pehlche setzen! dir ein Hindernis bereiten Bitb-Dudeld; enem Pohl setze widerstehn, nicht gefällig sein Köln-Stdt; P. stonn beim Klettern Hilfestellung leisten, so dass der Kletternde in die verschlungenen Hände des Hilfeleistenden tritt Erk-Körrenz; steif stehen bleiben Heinsb-Erpen; P. stih bleiwen dass. Trier-Stdt. P. halen durch-, standhalten, nicht nachgeben, bei der Stange bleiben, Widerstand leisten; wemmer jet afängk, moss mer och P. h.; he hät net P. gehale; on wann se all fortgohn, mer h. P.; de Franzuse helten net P. sie flüchteten; de Züge (Zeuge) helt net P. blieb nicht bei seiner Aussage; bei dem Bur h. de Mäd net P. das Gesinde bleibt nicht lange; bös an et Engk (Ende) P. h.; ech han em P. gehale habe es mit ihm aufgenommen, im Wettstreit, Disputieren Rip, Verbr. n. einschl. Mos (veralt. Saarl, Merz), lrhn. bis einschl. Klev, rrhn. bis Ruhr; P. haue mösse das Haus verwahren müssen Aach; P. h. Richtung halten, in der Reihe marschieren Kobl. Jong, halt P. bis Aschermettwoch Oəvend; dann häbbe ver de Täsche leəg (ledig), dann könne ver räuig schloəpe! Kref. Er zieht P., — hot (is) P. gezoh reisst aus, macht sich aus dem Staube Kreuzn, Meis, Bernk-Dusemond; de Pähl zeh Siegld, OAltk; de Pöəhl trecke dass. Aach, Eup. Die Dienstboten riten de P. ut wenn sie ihr Dienstjahr nicht aushalten Mettm, Düss, Rees-Wesel, MGladb-Kleinenbr (zog ein Mädchen zu einem Bauern in Dienst, so begleiteten es einige Burschen u. schlugen vor der Türe des Kuhstalles einen P. ein; das sollte die lange Dauer der Dienstzeit bekunden u. bewirken Aden-Weibern). Du bös för P. betermp (bestimmt), da sas ok P. werden dein Leben bedeutet schwere Last Mörs-Friemersh. — De Zeck (Zeit) es an keine P. gebunge (gebunden) Köln-Stdt; dei Johr is an kä P. gebunn Simm (bei Rottm.). Kräck, säj den Eckster (Elster, Hond), duw schet (schiss) en präcies op en Pölltje Klev, Geld. Op de Pöhl lofe sich umsonst bemühen Bergh, Dür. Et stiht (as) op em letzte Pählchen (of em Pehlchen, –i-) es ist die äusserste Zeit, der Wendepunkt ist da Trier, Wittl, Bitb. Beim P. sin am rechten Fleck Saarl-Berus. Der hät se net all bei (de) Pöhl ist nicht gescheit, bei Trost Neuw-Unkel, Sieg-Siegbg, — en de Pöhl Sieg-Braschoss, Bo-Bornh Küdinghv. — b. im bes. α. p:lχər Holzstifte Schleid-Hellenth. — β. in der Wend.: Am P. stonn am Pranger Elbf; a jene P. stoəh Aach-Stdt. — γ. Grenzpfahl u. –stein; de Pöəhl

[Bd. 6, Sp. 652]
afgoəhn die Grenze abschreiten; de Pöəhl verlegge versetzen Grevbr, MGladb, Kemp; Pähl oben u. unten am Weinberg die Grenze, ein kleiner Graben uSaar; Pehlchen Grenze, durch P. abgestochen Bitb-Dudeld; Grenzpflock, Absteckzeichen im Hauberg (s. d.) Siegld-Lützeln. RA.: De Pählcher sin em gesatt die Grenzen sind ihm gesteckt, er hat nur beschränkte Bewegungsfreiheit Siegld. P. a (und) Mol WSaarbg. Emmes de Möl on Pöhl wise jmd. zurechtführen Dür-Stdt. Jet met Fur (Furche) on P. mache vollständig zu Ende führen Bergh-Heppend, Erk-Keyenbg. Övver de Pöəhl goəhn (setze, sich ö. de P. make) über die Grenze flüchten, sich aus dem Staube machen Aach-Merkst, MGladb, Erk, Heinsb, Kemp; dur de P. gonn MGladb-Rheind; he geht de P. üəver wird nicht lange mehr leben Kemp-SPeter. — Früher liessen die Budenbesitzer vor der Kirmes die Standorte ihrer Buden festlegen durch Pfähle, an den vier Ecken eingetrieben. — δ. das auf dem Webbaum aufgewickelte Garn; der P. blött (blüht) lässt das Holz des W.baumes durchblicken; das Gewebe ist fast fertig SNfrk. — ε. Pohl, Pöhlchen Keil, mit dem man das Ende der Sense in den Bangd des Sensenbaumes festmacht; mindestens mehrere hölterne Pöhl u. meistens dazu drei isern Pöhl (Keile) muss man zum Spalten eines Baumstammes nehmen Gummb. — ζ. im Kindersp.; Pöhlchen (Pöllschen) schmiten (schieten, schessen); das P. ist ein 10—20 cm hoher, walzenförmiger Holzpflock, Stopfen, Zapfen oder flacher Stein, der vor einer Kull (Grube) aufgestellt wird; in die K. legt jeder Spielteilnehmer seinen Einsatz oder auf das P., in der Regel eine Münze, 2 oder 5, selten 10 Pfg.stück; jeder hat einen flachen Stein oder eine untertassengrosse Metallscheibe, Schietdaler genannt; vom Anst (Malstrich) aus, 10—20 m vom P. entfernt, schiessen die Spieler nach dem P.; wirft einer das P. so um, dass es alle Münzen deckt, bekommt er diese, u. das Spiel ist aus; deckt die Scheibe nur einen Teil, so erhält er diesen u. setzt das P. wieder auf; liegt der Schietdaler genau hinter dem P. u. wird von einem andern getroffen, so scheidet der erste Werfer aus; sonst trifft das denjenigen Spieler, dessen Scheibe dreimal getroffen wird, wenn sie seitlich vom P. liegt; sämtliche Sch. bleiben liegen, bis alle Spieler geworfen haben; ist das P. nicht getroffen, so gehört der gesamte Einsatz demjenigen, dessen Scheibe am nächsten daran liegt Berg; Pöhlches Altk-Herdrf; Pöhlches plätten Mettm, Elbf; P. nojagen der erste wirft seine handtellergrosse Platte etwa 10 m auf dem Wege voraus, der zweite muss sie zu treffen suchen Sol-Burschd; Pehlchen Malstrich beim Spiel, mer spielen Pehlches Trier-Mehring; Pohl lopen Schlangenziehen Dinsl-Gahlen; Pek of Poəhl Wettsp. der Mädchen um Nadeln Kemp-Süchteln;

[Bd. 6, Sp. 653]
Peck, Peck, P. üm en Nol! Dür-Stdt, Kobl-Stdt. — 2. übertr. a. sachl. α. Behausung, in der Wend.: He küt selden us senge vier Pöhl; en de eige vier P. es et am beste Rip, Berg; blif en den Pöhlen! Gummb. — β. von Körperteilen. αα. Zeugungsglied des Stieres Bergh-Blatzh. — ββ. Augpohl das obere Augenlid mit den Wimpern Sol-Schlagbaum. — γγ. Pöhl scherzh. Beine; de P. en de Loch (Luft) gestreckt Geld, Mörs. — δδ. Pöhl scherzh. Zähne; wat binner de P. haue, dat kann e, süs nicks Gummb-Wiehl. — γ. scherzh. hoher Menschen- oder Tierkothaufen Sieg, MülhRh, Berg, Klevld. Et geng en Männeke ower den Dik (Deich), e schlug en Pölltje op den D., dat P. geng an't roke (rauchen), dat M. geng lope; roəje, r., wat es dat? Mörs-Rheinbg Wardt, Emmerich. — δ. scherzh. dicke Brotschnitte, Butterbrot; he hät en (decken) P. op der Fus (Faust); sek en gehörigen P. afschniə Altk-Neitersen, Waldbr, Gummb, NBerg, Ruhr. — ε. Pick im Kartensp. Schleid-Urft. — ζ. Pöhl Pl. Hiebe Sol. — b. persönl. α. verächtl. eigensinniger Mensch, su ne P.! Rheinb-GrBüllesh; dat ös en Marmaner P. eigensinnig u. steif, Neckn. derer von Schleid-Marmag, die darauf erwidern: für ene Esel dran ze böngen (binden). — β. scherzh. dicker kleiner Junge Mettm-Cronenbg. — γ. verächtl. langes, hageres Mädchen Saarbg-Kreuzw.