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 PfWB Bettel-mann (Bd. 1, Sp. 756)   PfWB Ranzen (Bd. 5, Sp. 368)   PfWB schwanger (Bd. 5, Sp. 1546) 
   Bettel-mann m.:
1. = PfWB Bettler, jedoch nur in festen Formen. Er esch hinnerher, wie der Beddelmann hinner de Laus [ GH-Zeisk]. Er hot's im Griff, wie de B. die Laus, wer zu einer Sache das rechte Geschick zeigt, auch ironisch von einem Ungeschickten [ FR-Quirnh, allg., auch Don Gal Buch]. Er setzt de Bellmann uf de Edlmann, wer das Schlechte über das Gute setzt, z. B. beim Weinstock den Stift über die Rute [ KB-Zell]. Do is Beddelmanns Umkehr, von einer armen Gegend, wo nichts zu holen ist [Schandein Bav. IV 2, S. 410 Don-Schowe Torscha (Steinmetz)]; vgl. Schwäb. I 966. Sei Äckerlich liechen an Beddelmanns Unkehr 'liegen weit weg' [ BZ-Dierb]. SprW.: Aller Aanfang is schwer, saat der Bärrelmann un nimmt sei leere Sack uf de Buckel [KL-Gimsb u. Umg.]. Wann der Beddelmann nix hun soll, verleert er 's Brot aus'm Sack [ Gal-Brotschk]. En schlechter Beddelmann, as ken Schlofplatz finne kann [Fogel Prov. Penns Nr. 107]. Sei Lebdag werd ke Beddelmann reich, denn was er verdient, versauft er gleich [Zweibr]. Wer viel Handwerk kann, werd zuletscht e Bettelmann [ Don-Alexhs]. Wer nix erheirat un nix ererbt, bleibt e Beddelmann, bis er sterbt [ Don Gal Buch]. Wann der Beddelmann sei Schulde bezahlt, is er e Herr [ Gal-Brotschk]. Kommt der Bettelmann uf de Esel, will er uf de Gaul [ SP-Mechth]. Wann de Bellemann uf de Gaul kummt, reit er'n (vor Übermut) tot [LU-Alsh, verbr., auch Don Gal Buch], auch in der abgekürzten Form: Setz de Beddelmann uf de Gaul! [ Gal-Bagbg]. Samschdags muß die Sunn scheine, daß der Beddlmann sei Hemmed trickle kann [ Don-Futok Nr. 8]. Hinner'm Haus, vor'm Haus sät der Bellmann Erbse; spielt die Maus, tanzt die Laus, huppst der Kater zum Fenschter naus [ Gal-Lindf]. Weitere Reime s. unter PfWB Bauer 1 b und Beeden. Im Knabenspiel »Den Kaiser krönen« tritt auch der B.

[Bd. 1, Sp. 757]
auf, s. PfWB Bauer 1 b. —
2. 'Schreckgestalt für Kinder', Beddelmann [ ZW-Wattw], Bell- [ PS-Leim]. —
3. 'Hamster', Bellmann [Gal-Landtr]; vgl. PfWB Bettler 2. —
4. 'Mehlspeise', Beddelmann [ ZW-Battw]; vgl. armer (rostiger) Ritter. F.: Zum Bestimmungswort s. PfWB betteln, zum Grundw. s. PfWB Mann. — RhWB Rhein. I 659/60; Saarbr. 25; LothWB Lothr. 30; ElsWB Els. I 683; Bad. I 172/73.

 

   Ranzen m.:
1. 'Rückentragtasche', bes. 'Schulranzen', seltener 'Tornister', Ranze [verbr.]; Zs.: PfWB Bücher-, PfWB Büchsen- 1, PfWB Schulranzen. VR. s. PfWB Basel, PfWB Bauernmädchen, PfWB Bettelmann, -sack 1, PfWB Elisabeth 1 a, PfWB Grete 1 a, heidibidibeidi, PfWB hopp, PfWB Musikant 1, PfWB regnen, PfWB Speyer, PfWB Straßburg.
2. 'Bauch', bes. vom Rind, von der Kuh [verbr. VPf, vereinzelt O-PS mittl. WPf], abschätzig auch vom Menschen, meist: 'dicker Bauch, Magen' [verbr., auch Auslandspfälzer, Mang 81, 191 Schneckenburger 17 Heeger Südostpf. 26 Klein Prov. 81]; vgl. PfWB Wampen; Zs.: PfWB Freß-, PfWB Geißenranzen 1; auch spöttisch von einem Dickleibigen: e R., e dicker R. [ LU-Muttstdt]. Der hot e R. onhenge [ KU-Schmittw/O]. Ich han's im R. 'Ich habe Magenbeschwerden' [ KU-Bedb]. RA.: sich de R. vollschla'e (vollfresse, fille, vollsaufe) 'tüchtig essen, trinken' [Pirmas, verbr.]. Der kann de R. nit vollkrieche, von einem Vielfraß [Bergz (Kamm 88)]. Die Kuh muß alles in de R. neinfresse, dass. [ LU-Alsh]. Drohung: Ich tret der uf de R. [ PS-Erfw, mancherorts], daß de umfallscht [ LU-Oggh], daß die Kottle zum Arsch raushenke [SOPf (Heeger Nachl.)]. Dem g'heert de R. verschlaa (verschlache) [verbr.], uf de R. getrede [ FR-Mörsch]. Ich stech der 's Messer in de R.! [ BZ-Dierb]. Die Lies hot de R. voll 'ist schwan-

[Bd. 5, Sp. 369]
ger' [ RO-Lettw], hot en dicke R., dass. [ LU-Altr]. SprW.: Mann un Weib sin ään Leib, awwer net ään R. [ BZ-Dernb]. —
3. s. die Zs.: PfWB Apfel-, PfWB Bettel-, PfWB Büchsen- 2, PfWB Geißen- 2, PfWB Sau-, PfWB Storzelranzen. Südhess. IV 1215/16; RhWB Rhein. VII 79/80; ElsWB Els. II 274, ALA II 22.

 

   schwanger Adj.: 'ein Kind im Mutterleib tragend', schwanger (waŋər, wḁŋər) [mancherorts, Lambert Penns 147 Krämer Gal 194]; in der Mundart neu; Syn.: PfWB pattersch, PfWB dick1 I 2 c α, PfWB glücklich 1 c, PfWB hopps 1; meist jedoch Umschreibung in Wend. wie: aufgebündelt sein (s. PfWB aufbündeln 2); gebündelt haben (s. PfWB bündeln 3); wieder daraufhaben (s. PfWB daraufhaben 2 b); die Täsche voll haben (s. PfWB Täsche 2 b ε); Kirbe halten müssen (s. PfWB Kirbe 2 b); unter dem Herz tragen (s. PfWB tragen I 3 a β); vorgebaut haben (s. PfWB vorbauen 2); etwas zu hoffen haben (s. PfWB hoffen); in Hoffnung sein (s. PfWB Hoffnung); mit einem Kind gehen, ein Kind kriegen, ein Kind ist unterwegs (s. PfWB Kind 1 a α); etwas Kleines kriegen (s. PfWB klein 1 c); geladen sein (s. PfWB laden1 1 d); die Nase angestoßen haben (s. PfWB Nase 1); den Ranzen voll haben, einen dicken Ranzen haben (s. PfWB Ranzen 2); den Sack voll haben (s. PfWB Sack 4 c); Mutterfreuden erwarten (s. PfWB Mutterfreuden);

[Bd. 5, Sp. 1547]
bald niederkommen (s. PfWB niederkommen); schnäkig sein (s. PfWB schnäkig 1 d); in einem anderen Stand sein (Stand 4); in (anderen, besonderen) Umständen sein (s. PfWB Umstand) u. a. Die es sch. [ KL-Gimsb]. Die is vun dem sch. [ RO-Dielkch]. Ich glaab, sie iss sch. [Damm Nachtdischlamp 17]. RA.: Der hot Laune wie e schwangeri Fraa [ Gal-Dornf]. Das is e schwanger Edechs, von einem, der wenig vertragen kann [ KU-Diedk]. Die verfehrt e Gang wie e schwangeri Omenzel (Ameise), von sonderbarer Gehweise [ Gal-Dornf]. Volksgl. (Meldungen aus dem Jahr 1932): Schwangere sollen keine Schnur und keine Kette um den Hals tragen, damit es keine Nabelschnurverwicklung um den Hals des Kindes gibt [ LA-Gommh]; auch sollen sie aus diesem Grunde unter keiner Schnur, keinem Wäscheseil, keinem Wagen, keiner Deichsel, keiner Stange oder durch enge Öffnungen durchschlüpfen [ KB-Kriegsf mancherorts]. Schläft die Schwangere mit hochgehobenen Händen, so kann sich die Nabelschnur des Kindes verwickeln [ IB-Aßw]; ebenso, wenn sich die Schwangere in einem engen Raum umdreht [ ZW-Bechhf], sich schnell umdreht [ RO-Feilbg], tanzt [ KB-Kriegsf, mancherorts], in gebückter Stellung rückwärts geht [ BZ-Bindb, vereinzelt], hüpft [ RO-Kalkof, mancherorts], Fenster putzt [ IB-Biesing], Wäsche aufhängt [ FR-Hertlhs, mancherorts], strickt [ NW-Dürkh], Wolle aufwickelt [ LU-Fußgh NW-Ungst SP-Ottstdt], etwas schnürt [ LU-Iggh GH-Hagb], die Kaffeemühle dreht [ KL-Samb]. Besteigt eine Schwangere eine Leiter, so soll sie zur Vermeidung von Nabelschnurverschlingungen diese wieder hinabsteigen, ohne sich in der Zwischenzeit um ihre eigene Achse gedreht zu haben [ SP-Dudhf]. Für einen guten Verlauf der Schwangerschaft oder zur Erleichterung der Geburt soll die Schwangere (zehn mal) einen Schurz voll Steine den Berg hinauftragen und diese wieder herunterrollen lassen [Ingb ZW-Bechhf Knopp/Lab Wattw PS-L'mühl], Steine auf den Speicher tragen [ IB-Ensh], Steine auflesen und forttragen [ PS-H'eischw]. Damit das Kind schön wird, soll die Schwangere Äpfel essen und Schnaps trinken [ SP-Dudhf, ZW-Nd'aub]. Fällt der Schwangeren ein Besen die Stiege hinunter, soll sie ihn noch einmal hochholen und hinunterwerfen [ KB-Biedh]. Wenn eine Schwangere nach außergewöhnlichen, häßlichen, aufregenden oder schrecklichen Dingen (z. B. wüste, wilde Tiere, schlimme Verletzungen, Mißbildungen, Entstellungen, Tote, Erhängte, Wasserleichen usw.) schaut (vgl. PfWB vergucken 2, PfWB versehen 2 a), kann das Kind ein entsprechendes Mal bekommen oder es kann sonstige Mißbildungen erleiden [ NW-Kallstdt, mancherorts]. Wenn eine Schwangere vor etwas erschrickt, (z. B. einer Maus, Ratte, einem Frosch usw.), kann das Kind ein

[Bd. 5, Sp. 1548]
Muttermal bekommen [ KL-Alsbn, mancherorts]. Schaut eine Schwangere wilde Tiere an, so kann das Kind eine Hasenscharte bekommen [ LA-Insh]. Erschrickt eine Schwangere, so darf sie sich nicht sofort in das Gesicht greifen, sonst bekommt das Kind an dieser Stelle ein Mal [ PS-Dahn, vereinzelt]. Hat sich eine Schwangere gestoßen oder sich sonst wehgetan, so soll sie diese Stelle nicht sofort berühren, damit das Kind an dieser Stelle kein Mal bekommt [ KU-Dittw, vereinzelt]. Verbrennt sich eine Schwangere beim Kochen, so kann das Kind an der Stelle, an der sich die Mutter verbrannte, ein Mal bekommen [ BZ-Dernb, mancherorts]. Die Schwangere soll nicht in das Feuer schauen, sonst bekommt das Kind ein Mal in das Gesicht [ BZ-Nd'horb]. Eine schwangere Frau darf kein Holz über das Knie brechen [ HB-Schwarzack]. Schwangere dürfen in fremden Gärten beliebig viele Früchte essen [ LU-Opp]. Die Schwangere soll sich nicht von der Hexe beschrauen (s. PfWB beschrauen 1) lassen, sonst wird das Kind behext oder lahm oder es schreit zur Geisterstunde oder bekommt die Gichtern (s. PfWB Gichtern 1) [LA-Insh (um 1890)]. »Wenn eine schwangere Frau ein Kind aus der Taufe hebt, so muß entweder das ihrige, oder das aus der Taufe gehobene Kind sterben« [Journ. 7/1790, 8. Stück S. 142-144]; vgl. auch Heeger Vhk. 70/71. Südhess. V 868; RhWB Rhein. VII 2001.