Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB be-trügen (Bd. 1, Sp. 749)   PfWB schnallen (Bd. 5, Sp. 1230) 
   be-trügen st.: wie schd., betrie, -trije, -triche, -trige, s. F. [allg.]. Met dem Gaul bischde bescheß un betroo 'doppelt betrogen' [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Die Leit wolle betroge sei [Fogel Prov. Penns 108]. VR.: Hoscht dei Bindel ufgepiddelt un bischt heemgetriddelt; werrscht Mutter un Vatter onlie un die Kih im Stall betrie — riefen die Buben in Neu-Chrusno (Galizien) den Mädchen zu, die mit einem zu kleinen Grasbündel heimgingen. Syn.: PfWB abrahmen, PfWB anschwindeln, auf den Apfel setzen, ausschmieren, bäen, balbieren (über den Löffel); PfWB bedudeln, PfWB -gockeln, PfWB -gocksen, PfWB -gumpeln, PfWB -kohlen, PfWB -kümmeln, PfWB -luchsen, PfWB -mogeln, PfWB -rußen, PfWB -scheißen, PfWB -schmuggeln, PfWB -schummeln, PfWB -schwindeln, PfWB -tappeln, PfWB -token, PfWB -toren, PfWB -treiben (Beschiß), -tuppen; PfWB Beschiß treiben, petschieren, pinseln, prellen, pritschen, Bündel aufhängen, drankriegen, drüberziehen; einlacken, -seifen, -wickeln; foppen, führen (hinters Licht), gocksen, halten (zum besten), hauen (übers Ohr); PfWB hereinlacken, PfWB -legen, PfWB -schmieren; PfWB herumführen (an der Nase), PfWB -schmieren; PfWB hineinlegen, -tunken; PfWB hintenherummachen; PfWB hinterführen, PfWB -gehen, PfWB -kommen; PfWB holen, PfWB kohlen, PfWB lackieren; PfWB machen, PfWB schwarz (weiß) machen; Fisimatenten (Kuschemucke, Rauch in den Sack, Schikanen, Mengenges, Schmu, Schwindel, Unterschlagung) machen; mauscheln, mogeln, muscheln, mutscheln, neppen, rasieren, Säcke voll geben, schieben, schikanieren, Rotz an die Backen schmieren, Haare schneiden, Schnippchen schlagen, schwindeln, schummeln, streichen, Sand in die Augen streuen; überfordern, -tölpeln, -vorteilen; mit Schikanen umgehen; vergocksen, -goschen, -kohlen, -rußen, -wischen, -witschen; blauen Dunst vormachen, Kappe übers Ohr ziehen, Augen zuschmieren. F.: bədrīə und -drījə [WPf nördl. u. teilweise mittl. VPf (bezügl. der letzteren s. Bertram 116 ff.)], -drixə [mittl. u. südl. VPf Ostteil von PS], -driöə [nördl. Teil der mittl. VPf (vgl. Bertram 118, § 203)], -drigə [verbr. LU]. Part. Perf.: bədrō, -droxə, -droöə, -drogə (die Verbr. entspricht ungefähr derjenigen der Inf.-Formen in der oben aufgeführten Reihenfolge). — RhWB Rhein. VIII 1410; Bad. I 170.

 

   schnallen schw.:
1.
a. 'etwas mit einem Gürtel oder Riemen befestigen, umbinden', schnalle (nalə) [RO-Lettw, Lambert Penns 136 Krämer Gal 189]; vgl. PfWB ab-, PfWB an-, PfWB herunter-, PfWB hinaufschnallen. 's Karlche unn de Willibald, / schnallin um sich's blächne Häwl [BZ-Stein (Ehrhardt 64)]. RA.: Der geheert uf e Wildsau geschnallt un (bei Altrip) iwer de Rhein (de Blechhammer) geschmuggelt, wenn einer dummes Zeug macht, das von ärgerlichen Folgen begleitet ist [Kaislt, KL-Einsdhf]. Schnall dein Drehbrett! 'Sieh zu, daß du nach Hause kommst' [ RO-Obd]. —
b. 'einen Gürtel an der Schnalle enger oder weiter stellen', nur in der RA.: de Hosserieme enger schnalle 'Es sind schlechte Zeiten mit magerer Kost' [ KB-Kriegsf, KL-Hütschhs]; de Rieme zwee Löcher enger schnalle [ ZW-Gr'bundb]; de Schmachtrieme enger schnalle [ WD-Niedkch]. Ich muß (de Leibrieme) e Loch enger schnalle 'Ich habe nichts zu essen' [ KU-A'glan]. Er muß de Gertel enger schnalle [Bergz (Kamm 86)]. Die Zeide sin so arig schlecht, die Rieme duhn mer enger schnalle, bis mer vor Kohldamp umfalle [Krieger 43]. —
2. 'verstehen, rasch begreifen', neuerer Sprachgebrauch; ebbes sch. [mancherorts]. Er hat's geschnallt [Kaislt]. —
3. 'betrügen'. Der hot dich geschnallt! [Schandein Sprachsch. 62]; Syn. s. PfWB betrügen. —
4. 'reichlich essen, alles aufessen'. Mensch, hadd dersell allään denne Gockel geschnalld! [IB-Ensh (Glass 106)]. —
5. 'sich betrinken', nur in der RA.: sich ene schnalle 'sich einen Rausch antrinken' [Don-Lenauheim]; Syn. s. PfWB betrinken. — RhWB Rhein. VII 1541; ElsWB Els. II 500; Schwäb. V 1026/27; Hess.-Nass. III 319; DWB DWb. IX 1163/64.