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 PfWB be-trinken (Bd. 1, Sp. 747)   PfWB Stier (Bd. 6, Sp. 581) 
  be-trinken st.: kein Mundartwort; dafür die Syn.: sich PfWB andudeln, PfWB -rauchen, PfWB -saufen, -schwipsen, PfWB -trinken, -trudeln; sich PfWB bedudeln, PfWB -grasen, PfWB -hauen, PfWB -ledern, PfWB -nebeln, PfWB -reiten, PfWB -rußen, PfWB -sabeln, PfWB -saufen, PfWB -schlagen, PfWB -schnussen, PfWB -seibeln, PfWB -trudeln, PfWB -tutern, -zechen; sich vollsaufen; einen aufladen, bamschen, pfetzen, pitschen, blasen, einbinden, holen, kaufen, laden, machen; einen Bambusch (eine Bamsche) machen; einen über den Durst trinken, einen aufs Stroh legen; eine Katze anbinden; zu tief ins Glas gucken, über die

[Bd. 1, Sp. 748]
Schnur hauen. Syn. für betrunken: blau, teigig, trunken, glasig, knieknackerig, lateinisch, mole, scheckig, schicker, schikorum, schräg, schwarz, schwipsig, selig, stabaus, staubig, wackelig; nicht allein, nicht klar; voll; voll wie eine Bolle (eine Dose, Tüte, Kanone, Krotte, Kuh, Sau, Spritze, Strandhaubitze, ein PfWB Haus, PfWB Krug, PfWB Maihammel, PfWB Stiefel, PfWB Stier, PfWB Zapfen, PfWB tausend Mann); kanonen-, krotten-, spunden-, stechgranaten-, sterngranaten-, strackvoll; angebrütet, -geduselt, -geheitert, -gerudelt, -gesäufelt, -gesäuselt; bediaduselt, -hurmelt, -schaskelt, -schickert, -schmort, -schnuckt, -schokert, -ständert, -stußt; gespritzt, -tönt; versohlt; er hat einen Affen, Anrauchkopf, Ballen, Ballon, Bären, Blauen, Brand, Bausen, Dackel, Dampf(es), Dermel, Duft, Dümmler, Dusel, Hieb, Hormel, Käfer, Knorpel, Rausch, Schikker, Schlag(er), Schweden, Schwips, Spritzer, Stefzen, Stich, Stieber, Storren, Sturm, Sturracks, Suff; eine Bürde, Fahne, Kiste, Rotznase, Schlagseite; ein PfWB Krähenauge, Stößchen; seinen Dampf, Gram; seine Kiste, Ladung, Sachen; sein PfWB Tier, PfWB Grummet, PfWB Heu; er hat einen sitzen (hängen, hocken); er hat die Bätze (Köze, den Kanal) voll; er hat Blei in den Sohlen, einen (Kater) mit Krallen, eine Krotte am Bändel; er hat einen im Tee (im Tüpfen, Giebel, Heft, Kopf, Ohr, in der Krone); er hat einen (auf, bei sich, weg); er hat runde Absätze, das Delirium, die Röteln, genug, es warm; er hat einen (Schweden) heimgetragen, die Wegsteuer verloren, Babbelwasser getrunken, die Füße verbrannt, in den Dreck getreten, sein PfWB Oberstübchen verliehen, schief (schwer) geladen; er ist leicht (schwer) angeschlagen, er findet die Kehre (das Schlüsselloch) nicht mehr, sieht den Himmel für eine Baßgeige an, sieht den Himmel nicht mehr, sieht nicht mehr gerade, geht zu PfWB zweit heim, läuft auf Eiern, kann nicht mehr gerade laufen, hängt im Tee, liegt im Sulper; er wackelt, er spürt es (ihn); ihm langt es (für heute), ihm läuft der Wein aus den Augen heraus, ihn hat es erwischt-.

 

   Stier m.:
1. 'das männliche Rind'. Bezeichnung möglicherweise durch Schriftsprache beeinflußt. Oft wird differenziert nach dem Alter, nach der Verwendung: Zug- oder Zuchttier oder kastriert bzw. nicht kastriert.
a. 'das junge, männliche Rind, Stierkalb', bis zum Alter von etwa zwei Jahren, unabhängig davon, ob es kastriert ist oder nicht, Stier (dīr, dīər) nach dem Schd. [mancherorts ges. Pf, Christmann Kaulb 27, 77 Heeger Tiere I 6 Höh 64 Mang 136/37 Müller Dietschw 62 Schneckenburger 32 Lambert Penns 143 Krämer Gal 207

[Bd. 6, Sp. 582]
Rußl-Spey], Ster (dēr) [ GH-Neubg]; Dim. Stierche [KU-Cronbg Krämer Gal 207], Stierl [ BZ-Stein], Stierle [LU-Alsh, mancherorts südl. VPf]; vgl. PfWB Räupling. Wann's Stierche zum zweite Mal zahnt, werd's e Ochs [ ZW-Gr'bundb]. —
b. 'das ausgewachsene männliche Zuchtrind, Bulle'; Zs.: PfWB Gemeine-, PfWB Herdstier; Syn. s. PfWB Farr 1. Siehsche dene St.! [ KL-Reichb]. Mir brennt's im Lejb vor lauter Gier. / Ich brill wie noh de Kuh de Stier [Kraus Putscheblum 45]. RA. und Vergleiche: e Kopp wie e St. 'ein mächtiger Kopf' [ ZW-Gr'bundb], 'ein bedrohlich gesenkter Kopf' [Kus]. Er hot Kraft wie e St. [Feierowend 6/1954 2 RO-Obd]. Der do kann saufe wie e ... St. [Westricher Kalender 1957 103]; is voll wie es St. [mancherorts]; e versoffner St.

[Bd. 6, Sp. 583]
[Ranssweiler 67]. SprW.: Mer soll de St. bei de Herner packe 'der Gefahr ins Auge sehen; eine Sache mutig angehen' [Bergz (Kamm 95) Brandstätter in: PfMHk. 7/8 1925 173]. AR.: Ich un du / Und's Miller's Suh (Sohn) / Und's Becker's Stier / Sind eier vier [Horne Penns 119]. a. 1530: 6 Stier kauft [GgHospR]. —
c. 'das männliche kastrierte Rind, Ochse', wird vornehmlich als Zugtier eingesetzt (beim Nebeneinander von Ochse und St. am gleichen Ort bezeichnet Stier stets das junge, Ochs dagegen das ältere, zum Ziehen angelernte Tier) [mancherorts ges. Pf Gal-Dornf]; Zs.: PfWB Fahrstier. —
2. übertr.
a. 'Mann, der gerne den Frauen nachsteigt' [ KU-Theisbgstg FR-Bobh]. Wann änner schun groe Hoer hat und geht de Weibsleit noch nooch wie frier, zu däm sachen se, s'esch e alter Schtieer [Braun Lääsebuuch II 264]; Syn. s. Schürzenjäger. —
b. Schimpfw. für einen grobschlächtigen Mann, bes. im Streit [ KU-Schmittw/O]; Zs.: PfWB Heustier; Syn. s. PfWB Rüpel 1; Du St.! [ LU-Neuhf, KU-Brück RO-Dielkch KB-Kerzh NW-Geinsh]. —
c. 'ein dummer, unbeholfener Mensch', Schimpfw. [ KU-Gumbsw LA-Gommh Siebdg]; e dummer St. [ KU-Schmittw/O]. —
d. Neckname für die Bewohner von KL-Baalbn [ RO-Semb KL-Alsbn Baalbn Fischb Mehling], für die Bewohner von BZ-W'hamb [ BZ-W'rohrb]; Zs.: PfWB Rübenstiere. —
3. 'Sternbild des Stier' [vereinzelt]; s. PfWB Sternbild. Volksgl.: Wer im St. gebore is, gebt en Sterrkopp [Fogel Beliefs Penns Nr. 9]. —
4. 'Figur aus den drei hintereinanderstehenden mittleren Kegeln'. RA.: Er hot een St. geschmisse, beim Kegelspiel [Krieger 44]. — Südhess. II K. 29 Fahrochs und K. 30 Farren 'Zuchtstier'; RhWB Rhein. VIII 684 ff. und K. VIII 7; LothWB Lothr. 498 Stier I; ElsWB Els. II 610, ALA II 12; SSA IV/5.01 und IV/5.15 Ochse; Ramge HFA K. 44.