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 PfWB be-schnussen (Bd. 1, Sp. 722)   PfWB be-trinken (Bd. 1, Sp. 747)   PfWB Kiste (Bd. 4, Sp. 249) 
   be-schnussen schw.: sich b. = sich betrinken. Er hat sich beschnußt [ ZW-O'aub KU-Quirnb BZ-O'hs]. — Zu PfWB Schnusse 'Schnauze'.

 

  be-trinken st.: kein Mundartwort; dafür die Syn.: sich PfWB andudeln, PfWB -rauchen, PfWB -saufen, -schwipsen, PfWB -trinken, -trudeln; sich PfWB bedudeln, PfWB -grasen, PfWB -hauen, PfWB -ledern, PfWB -nebeln, PfWB -reiten, PfWB -rußen, PfWB -sabeln, PfWB -saufen, PfWB -schlagen, PfWB -schnussen, PfWB -seibeln, PfWB -trudeln, PfWB -tutern, -zechen; sich vollsaufen; einen aufladen, bamschen, pfetzen, pitschen, blasen, einbinden, holen, kaufen, laden, machen; einen Bambusch (eine Bamsche) machen; einen über den Durst trinken, einen aufs Stroh legen; eine Katze anbinden; zu tief ins Glas gucken, über die

[Bd. 1, Sp. 748]
Schnur hauen. Syn. für betrunken: blau, teigig, trunken, glasig, knieknackerig, lateinisch, mole, scheckig, schicker, schikorum, schräg, schwarz, schwipsig, selig, stabaus, staubig, wackelig; nicht allein, nicht klar; voll; voll wie eine Bolle (eine Dose, Tüte, Kanone, Krotte, Kuh, Sau, Spritze, Strandhaubitze, ein PfWB Haus, PfWB Krug, PfWB Maihammel, PfWB Stiefel, PfWB Stier, PfWB Zapfen, PfWB tausend Mann); kanonen-, krotten-, spunden-, stechgranaten-, sterngranaten-, strackvoll; angebrütet, -geduselt, -geheitert, -gerudelt, -gesäufelt, -gesäuselt; bediaduselt, -hurmelt, -schaskelt, -schickert, -schmort, -schnuckt, -schokert, -ständert, -stußt; gespritzt, -tönt; versohlt; er hat einen Affen, Anrauchkopf, Ballen, Ballon, Bären, Blauen, Brand, Bausen, Dackel, Dampf(es), Dermel, Duft, Dümmler, Dusel, Hieb, Hormel, Käfer, Knorpel, Rausch, Schikker, Schlag(er), Schweden, Schwips, Spritzer, Stefzen, Stich, Stieber, Storren, Sturm, Sturracks, Suff; eine Bürde, Fahne, Kiste, Rotznase, Schlagseite; ein PfWB Krähenauge, Stößchen; seinen Dampf, Gram; seine Kiste, Ladung, Sachen; sein PfWB Tier, PfWB Grummet, PfWB Heu; er hat einen sitzen (hängen, hocken); er hat die Bätze (Köze, den Kanal) voll; er hat Blei in den Sohlen, einen (Kater) mit Krallen, eine Krotte am Bändel; er hat einen im Tee (im Tüpfen, Giebel, Heft, Kopf, Ohr, in der Krone); er hat einen (auf, bei sich, weg); er hat runde Absätze, das Delirium, die Röteln, genug, es warm; er hat einen (Schweden) heimgetragen, die Wegsteuer verloren, Babbelwasser getrunken, die Füße verbrannt, in den Dreck getreten, sein PfWB Oberstübchen verliehen, schief (schwer) geladen; er ist leicht (schwer) angeschlagen, er findet die Kehre (das Schlüsselloch) nicht mehr, sieht den Himmel für eine Baßgeige an, sieht den Himmel nicht mehr, sieht nicht mehr gerade, geht zu PfWB zweit heim, läuft auf Eiern, kann nicht mehr gerade laufen, hängt im Tee, liegt im Sulper; er wackelt, er spürt es (ihn); ihm langt es (für heute), ihm läuft der Wein aus den Augen heraus, ihn hat es erwischt-.

 

   Kiste f.:
1.
a. 'Truhe zur Aufbewahrung von Kleidern und Leinen', Kischt (kid) [(1930) KU-Reiffb HB-Limb (PfId. 75) PS-Schmalbg mancherorts östl. NPf mittl. u. südl. VPf Danner Penns 10 mancherorts Gal], Kescht (ked) [mancherorts WPf SWPf u. westl. VPf]; schon vor dem ersten Weltkrieg vielerorts von Schrank und Kommode verdrängt (Klein in Feierowend Nr. 48/1956, S. 1). Zs.: PfWB Bank-, PfWB Kleider-, PfWB Lumpen-, PfWB Rumpel-, +Schleierkiste. RA.: Die hun alle Kischte voll, von Reichen [ KB-Kerzh]. Auch: Bei denne sin K. un Kaschte voll [LA-Gommh, verbr.]. Die Kleiderkiste gehörte ehedem zur Aussteuer des Mädchens; vgl. die scherzhafte RA.: Gib dem Bub das Märe un die alt Kischt [ IB-Bliesmg/Bolch]. Manche Magd verwahrte ihre Habe in einer K. Zs.: PfWB Magd-, PfWB Wanderkiste. Vgl. auch PfWB Bündelstag. SprW.: E volle K. is gut, awwer e zufriede Herz is besser [PennsDeitschEck 5. 10. 1935]. Rätsel: Es lichen vier Gschwister in ener K. un dricken sich nit (die vier Nußkernviertel) [ BZ-Dernb]. a. 1761: Ein Köst habe die sembtl. Geschwister der Jüngste Schwester Catharina ohne Vergeltung zukomen laßen, gleich einem Spinnrath [LeinGbl. 1911, S. 75 (RO-Gonb)]. —
b. 'Kiste zur Aufbewahrung verschiedener Dinge'; vgl. PfWB Futter-, PfWB Geld-, +Gerichts-, Holz-, Milch-, Raps-, Salz-, Wein-, Zigarrenkiste. RA.: Die hun Kischte voll Geld [ KB-Kerzh]. Er hot Geld wie Mischt, awer keens in der K. [ Don-Gottlob]. Der alternde Mensch wachst unner sich wie e Nuß in de K. [Wilde 183 (Umg. Germh)]. Die Schwalbe zwitschert zum Abschied: Wann ich fortgeh, wann ich fortgeh, sin Kischte, Kaschte voll; wann ich kumm, wann ich kumm, sin Kischte, Kaschte leer [ LU-Böhl BZ-Dernb]; Var. s. PfWB Hutzelbrühe 1, PfWB Kasten 1. BR.: Wann im Februar die Schnoke geiche uf de Mischt, soll mer 's Futter sperre in die K. [ LU-Oggh]; vgl. auch PfWB Kasten 1. —
c. Zs. +Krämerkiste.
d. 'Kiste zum Transport von Tabaksetzlingen', Kischt [mittl. u. südl. VPf]; Zs. PfWB Tabakskiste. —
e. Zs. Reisekiste. —
2. übertr.
a.
α. 'Bett', scherzh.; Zs.: PfWB Floh-, PfWB Furz-, PfWB Wanzenkiste. Ich geh in

[Bd. 4, Sp. 250]
d' Kischt [GH-Kand, mancherorts, bes. südl. WPf u. VPf]. —
β. 'kistenförmiger Sitz des Fahrers auf dem Bauernwagen'; Zs. PfWB Fahrkiste. —
γ. 'selbstgemachter Rodelschlitten aus Kistenbrettern', Kischt [ LA-Maik]; Zs. PfWB Käsekiste. Syn. s. PfWB Kinderschlitten. —
δ. 'Flugzeug', scherzh.; die Kischt [ LU-Opp]. —
ε. 'Fußballtorgehäuse', scherzh., Kischt [(1930) mancherorts]. —
b.
α. 'überaus große, korpulente weibliche Person', Kischt [Pirmas PS-Münchw]. —
β. 'Kopf', scherzh.; vgl. PfWB Kistenkopf; aam die Kischt verschlaa 'einen verhauen' [ KB-Kerzh]. —
γ. 'Rausch'. Der hat e Kischt 'Er ist betrunken' [KU-Diedk Kaulb PS-Bobth Schweix verbr. östl. NPf u. VPf]. Syn. s. PfWB betrinken. — Südhess. III 1349/50; RhWB Rhein. IV 566 ff.; ElsWB Els. I 477.